Games World
Login Registrieren
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • Party Hard im Lesertest: Serienkiller vs. Partylärm

    Angriff auf die Dark Castle Quelle: Sly Boots/Pinokl Games, tinyBuild

    Um aus der Masse an Indie-Spielen hervorzustechen, bedarf es schon einiges an guten, aufregenden Ideen. Hotline Miami war einer jener Ausnahmetitel aus dem Indie-Lager, welcher große Wellen schlug. Die heftige Gewaltorgie in altmodischer NES-Pixelgrafik gepaart mit dem Synthwave-Flair alter 80er Jahre Filme, kam beim Publikum erstaunlich gut an. Klar, dass da einige Nachahmer ihren Teil vom Hype einkassieren wollten. Vor allem russische Indie-Entwickler sprangen auf den Zug auf. Neben dem frechen Hotline Miami-Klon "Bloodbath Kavkaz" oder dem Synthwave-Racer "OutDrive", tauchte auch der eigenwillige Stealth-Serienkiller Simulator "Party Hard" in den Download-Shops auf. Was das Spiel taugt, möchte ich euch im folgenden Review verraten.

    Entwickler: Pinokl Games
    Publisher: tinyBuild
    System: PC (Windows, OS X, Linux), PS4, Xbox One, Fire OS
    Genre: Action-Adventure, Stealth
    Sprache (Synchro): Englisch
    Sprache (Text): Deutsch
    Altersfreigabe: keine Angabe
    Systemanforderungen (Minimum):
    CPU: 1,4 GHz oder besser / Windows XP, 7, 8 und 10 / 1024 MB RAM / Grafikkarte: 128 MB VRAM / 1 GB Festplattenspeicher

    Anmerkung: Getestet wurde die Steam-Version

    Zwischensequenzen spinnen die Handlung weiter Zwischensequenzen spinnen die Handlung weiter Quelle: Sly Boots/Pinokl Games, tinyBuild Serienkiller vs. Partylärm
    Um aus der Masse an Indie-Spielen hervorzustechen, bedarf es schon einiges an guten, aufregenden Ideen. Hotline Miami war einer jener Ausnahmetitel aus dem Indie-Lager, welcher große Wellen schlug. Die heftige Gewaltorgie in altmodischer NES-Pixelgrafik gepaart mit dem Synthwave-Flair alter 80er Jahre Filme, kam beim Publikum erstaunlich gut an. Klar, dass da einige Nachahmer ihren Teil vom Hype einkassieren wollten. Vor allem russische Indie-Entwickler sprangen auf den Zug auf. Neben dem frechen Hotline Miami-Klon "Bloodbath Kavkaz" oder dem Synthwave-Racer "OutDrive", tauchte auch der eigenwillige Stealth-Serienkiller Simulator "Party Hard" in den Download-Shops auf. Hier übernimmt man die Rolle eines genervten Typen, der keinen Bock mehr auf den Partylärm der Nachbarn hat und sich daraufhin das Küchenmesser schnappt, um zum Gegenschlag auszuholen. Nachdem der Kerl Blut geleckt hat, beginnt er eine mörderische Reise kreuz und quer durch die Partyszene der USA. Dicht auf den Fersen ist ihm Detective John West, dessen Tochter zu den Mordopfern des Killers zählt. Während der Spieler die Kontrolle über den Killer übernimmt, wird die Geschichte um seine Bluttaten aus der Sicht des Detectives wiedergegeben, der in den Zwischensequenzen von jemand unbekannten verhört wird. Was dabei herauskommt, müsst ihr freilich selber herausfinden, aber was das Spiel an sich taugt, möchte ich euch im folgenden Review verraten.

    Gameplay: Hasch mich, ich bin der Mörder
    Das Spielprinzip in Party Hard ist sehr simpel. Im Grunde genommen geht es nur darum jeden Partygast umzulegen. Wie man das macht, liegt freilich in der Hand des Spielers. Das Geschehen wird aus der Vogelperspektive betrachtet und jeder Level besteht nur aus einem einzigen Screen. Hierdurch erhält man stets die perfekte Übersicht. Der Killer ist zwar lediglich mit einem Messer ausgerüstet, kann innerhalb der Levelkarten jedoch auch Fallen aktivieren, um sich das Leben leichter zu machen. So lässt sich z.B. die Bowle vergiften, diverse technische Geräte sabotieren, damit sie zeitverzögert explodieren, Leute aus dem Fenster eines Hochhauses schmeißen, parkende Autos in Menschenmengen rasen lassen, Komplizen per Telefonanruf zu Hilfe rufen und und und. Ein großer Reiz besteht freilich darin selbst herauszufinden, was man alles für Schindluder treiben kann. Viele Level bringen ihre eigenen Besonderheiten mit sich und die Fallen werden teilweise per Zufallsgenerator in die ansonsten gleichbleibenden Levelkarten platziert. Wer keine Fallen mehr findet, kann sich auch die Aktenkoffer schnappen, welche diverse nützliche Gegenstände wie Bomben, Blendgranaten oder neue Klamotten zur Tarnung beinhalten.

    Die Biker Party Die Biker Party Quelle: Sly Boots/Pinokl Games, tinyBuild Wer jetzt aber glaubt Party Hard wäre ein Spaziergang, irrt sich. Die Partygäste sind noch halbwegs aufnahmefähig und rufen die Polizei, wenn sie Leichen entdecken oder den Killer auf frischer Tat ertappen. Sollte Letzteres der Fall sein, so hetzt der gerufene Polizist hinter uns her und wenn er uns erreicht, heißt es "Bustet", das hiesige Game Over. Da die Polizisten eine wesentlich bessere Kondition haben als der Killer mit seinem mickrigen, langsam auffüllenden Konditionsbalken und nicht mit dem Messer erstochen werden können, entpuppt sich die Blaue Minna recht schnell als große Gefahr. Weitere Gegenspieler sind lästige Türsteher, FBI-Agenten, SWAT-Teams und sogar ein Super Mario-Verschnitt. Glücklicherweise tauchen viele von denen erst auf, wenn bestimmte Voraussetzungen getriggert werden. FBI-Agenten treten beispielsweise erst auf den Plan, wenn wir zuvor einige Cops mit Fallen erledigt haben. Die Agenten wissen grundsätzlich nach wem sie suchen müssen und ziehen nicht so schnell Leine wie die Polizisten. Mario hingegen verschließt Abkürzungen und alternative Eingänge in die Gebäude. Er kreuzt aber erst auf, wenn man diese zur Flucht vor der Polizei nutzt, was leider oftmals die einzige Möglichkeit darstellt der Polente zu entwischen.
    Wirklich problematisch wird Party Hard aber erst, wenn die Anzahl der Fallen in späteren Levels schwindet. Dann geht es nämlich immer mehr um Vorsicht und Geduld. So kann man z.B. schlafende Partygäste unbehelligt in eine ruhige Ecke schleppen, um sie ungestört abzustechen und die Leiche anschließend klammheimlich im Müllcontainer oder Gulli verschwinden zu lassen.

    Die Tastatur-Steuerung in Party Hard ist funktionell aber auch relativ unbequem. Controller-Support beschränkt sich leider nur auf den Xbox 360-Controller. Bei meinem No-Name-Controller wird nur der Analogstick erkannt aber nicht die Buttons. Das ist schade, denn man merkt, dass dieses Spiel besser mit dem Pad gesteuert werden sollte. Außerdem kann man die Tasten der Eingabegeräte nicht konfigurieren.
    Der Umfang kann dafür überzeugen. Die Handlung um den Killer und Detective John West umfasst 12 Level. Hat man die durch, darf man sich noch in 7 besonders abgedrehten Zusatzlevel austoben. Und wer dann immer noch Bock aufs Morden hat, darf sich im Workshop umschauen, wo man sich zahlreiche, von Usern kreierte Maps reinziehen darf. Die Qualität von diesen schwankt freilich sehr stark. Wer besonders motiviert ist, kann sich aber auch seine eigenen Level zusammenstellen und in den Workshop hochladen. Und wem selbst das immer noch nicht ausreicht, der darf sich noch auf vier freischaltbare Spielfiguren freuen. Wer die Storylevel durchspielt, erhält z.B. den Polizisten, welcher Leichen herumtragen darf, ohne Verdacht zu erregen, dafür aber auch keine Fallen aktivieren kann. Jeder Bonuscharakter bringt also nicht nur einen individuellen Vorteil, sondern auch einen Nachteil mit sich. Da die Nachteile oftmals größer wiegen als die Vorteile, habe ich die Bonuscharaktere jedoch nie ernsthaft genutzt.

    Mich persönlich konnte das Spiel ca. 10 Stunden unterhalten, ehe ich wieder die Lust verlor. Wobei ich aber auch dazu sagen muss, dass ich mich erst mal an die Spielmechaniken gewöhnen musste. Anfangs konnte mich Party Hard nicht überzeugen. Wer Logik sucht, ist freilich an der falschen Adresse. Die überlebenden Partygäste feiern trotz anfänglicher Panik ungestört weiter, statt nach den ersten Morden Reißaus zu nehmen und die Polizisten hauen nach einer Weile einfach ab, wenn sie die Lust verlieren. So etwas reißt einen halt schon irgendwie heraus. Es ist also definitiv kein Spiel, welches man ernst nehmen sollte. Abseits davon, können einige der späteren Story-Level übrigens sehr sehr nervig werden, weil die Anzahl der Fallen immer geringer wird. Man sollte also nicht erwarten, dass man hier leichtes Spiel hat. Mehrere Versuche einen Level zu knacken sind hier absolut normal. Da verlaufen auch gerne mal ein paar Spielstunden im Sande, ohne dass man Fortschritte erzielt. Deswegen sollten ungeduldige Casual-Spieler besser Abstand von Party Hard nehmen. Alle anderen sollten sich hingegen vor dem unterschwelligen Suchtfaktor in Acht nehmen.;)

    Angriff auf die Dark Castle Angriff auf die Dark Castle Quelle: Sly Boots/Pinokl Games, tinyBuild DLC: Dark Castle (kostenlos!)
    Am 16.09.2016 hat der Entwickler noch einen kostenlosen DLC namens Party Hard - Dark Castle nachgeschoben (nur spielbar, wenn man das Hauptspiel besitzt). Hier übernimmt man die Rolle von einem Van Helsing-Verschnitt und eliminiert in einer finsteren Burg Vampire und Untote. Dark Castle macht einige Dinge anders als das Hauptspiel. So besteht der DLC zwar nur aus einem Level, doch umfasst dieser die Größe von drei Screens, während die Level im Hauptspiel ja alle nur einen Screen beanspruchen. Außerdem bringt der neue Charakter eigene Fähigkeiten mit sich. Er verfügt über ein Schwert, dass im Idealfall auch zwei Gegner auf einmal ausschalten kann, sofern diese nahe beieinander stehen. Außerdem hat er einen Höllenhund als Gefährten, der aufgescheuchte Gegner tötet, danach aber für einen bestimmten Zeitraum in seine eigene Dimension zurückkehrt, ehe er wieder an Helsings(?) Seite zurückkehrt. Der Haken an diesem Charakter ist jedoch, dass er getötete Gegner mit Weihwasser besprenkeln muss, ansonsten stehen diese nach einer Weile wieder auf. Er verfügt zwar über unbegrenzte Weihwasser-Reserven, doch lädt sich die Flasche erst nach einigen Sekunden Wartezeit wieder auf. Außerdem erfordert das Reinigungsritual an sich ebenfalls mehrere Sekunden, bis es vollführt wird. Darüber hinaus sind Helsings Gegner keine schreckhaften Menschen, sondern Untote. Diese greifen Helsing sofort an, statt die Polizei zu rufen. All diese Dinge machen diesen DLC zu einer sinnvollen Erweiterung des Hauptspiels, da viele neue Spielelemente eingebracht werden. Und hey, der DLC ist kostenlos! Wer Dark Castle durchgeschafft hat, schaltet Van Helsing auch für die Level des Hauptspiels frei.

    Grafik, Sound und weiteres
    Ähnlich wie Hotline Miami setzt auch Party Hard auf grobpixelige Retro-Grafik. Wäre die Grafik nicht so wunderbar farbenfroh, würde man glatt den Eindruck bekommen, man würde ein altes C64-Spiel zocken. Dieser Aspekt wird freilich nicht jedem gefallen, aber die grelle Atmosphäre einer 80er Jahre Party wird dafür sehr gut eingefangen. Außerdem ist die Grafik trotz ihrer minimalistischen Art sehr detailverliebt.
    Wirklich begeistern kann jedoch der tolle Soundtrack, der die mörderische Partystimmung durch feinste Synthwave-Mucke am laufen hält. Die insgesamt 11 Tracks geben tolle Ohrwürmer ab, die man sich auch gerne außerhalb des Spiels reinzieht. Da kann die englische Sprachausgabe, die in den Zwischensequenzen Verwendung findet leider nicht mithalten. Man merkt deutlich, dass sich die russischen Entwickler hierfür einfach zwei Leute aus dem Bekanntenkreis geschnappt haben, die eben Englisch können. Leider waren die Beiden zu sehr darauf bedacht irgendwelche lästigen Kriminalfilm-Klischees umzusetzen (harter, desillusionierter Cop und schnippischer Vernehmer im Verhörgespräch), statt einfach nur ihre Rollen zu spielen. Aber nun gut, mit so etwas muss man bei Indie-Games eben rechnen.
    Ein interessanter Aspekt von Party Hard, der noch erwähnt werden sollte, ist die Einbindung von Twitch. Twitch erlaubt den Zuschauern in das Party Hard-Spiel des Streamers einzugreifen. So kann das laufende Spiel des Streamers unterstützt oder sabotiert werden. Witzige Idee.

    Levelselect Screen Levelselect Screen Quelle: Sly Boots/Pinokl Games, tinyBuild Pro und Kontra:

    Pro:
    - toller Soundtrack
    - originelles Spielprinzip
    - großer Umfang, auch dank Usercontent
    - Bausatz zum erstellen eigener Level

    Neutral:
    - die Thematik wird freilich für viele Leute ein Tabuthema darstellen

    Kontra:
    - Tastatursteuerung könnte besser sein und sollte Konfigurations-Optionen bieten
    - kein Support von No-Name-Controllern
    - benötigt eine gewisse Eingewöhnungszeit
    - der Schwierigkeitsgrad späterer Level wirkt stellenweise unfair hoch

    Fazit: Nettes Spiel für Partycrasher
    Auch wenn Party Hard bei weitem nicht dieselbe intensive Faszination wie Hotline Miami bei mir auslösen konnte, so ist doch ein originelles und recht unterhaltsames Spiel dabei herausgekommen. Wer bereit ist die Eingewöhnungsphase abzuleisten, der wird nicht eher ruhen, bis alle Partys gecrasht wurden, welche die Programmierer zur Verfügung stellen. Weitere Langzeitmotivation wird dann noch durch den Usercontent und den Bausatz für eigens kreierte Level geboten. Wem die bluttriefende Thematik, die verbesserungswürdige Tastatursteuerung und die pixelige Grafik im C64-Stil nicht abschreckt, der darf ruhig mal einen näheren Blick riskieren. Und wer keinen Bock aufs Spiel hat, aber dafür auf Synthwave abfährt, der sollte sich zumindest mal den Soundtrack reinziehen.

    Titlescreen Titlescreen Quelle: Sly Boots/Pinokl Games, tinyBuild Endwertung:

    Punktvergabe von 1 (schlecht) bis 10 (spitze)

    Grafik: 7
    Sound: 8-8,5
    Steuerung: 6,5
    Umfang: 8,5
    Story: 6
    Spielspaß: 7-7,5
    Gesamtwertung: 7,3

    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 01/2017 SpieleFilmeTechnik 12/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1210313
Thema PC
Party Hard im Lesertest: Serienkiller vs. Partylärm
Um aus der Masse an Indie-Spielen hervorzustechen, bedarf es schon einiges an guten, aufregenden Ideen. Hotline Miami war einer jener Ausnahmetitel aus dem Indie-Lager, welcher große Wellen schlug. Die heftige Gewaltorgie in altmodischer NES-Pixelgrafik gepaart mit dem Synthwave-Flair alter 80er Jahre Filme, kam beim Publikum erstaunlich gut an. Klar, dass da einige Nachahmer ihren Teil vom Hype einkassieren wollten. Vor allem russische Indie-Entwickler sprangen auf den Zug auf. Neben dem frechen Hotline Miami-Klon "Bloodbath Kavkaz" oder dem Synthwave-Racer "OutDrive", tauchte auch der eigenwillige Stealth-Serienkiller Simulator "Party Hard" in den Download-Shops auf. Was das Spiel taugt, möchte ich euch im folgenden Review verraten.
http://www.gamezone.de/Thema-PC-Spiel-37946/Lesertests/Party-Hard-im-Lesertest-Serienkiller-vs-Partylaerm-1210313/
13.10.2016
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2016/10/20161012172826_1_b2teaser_169.jpg
indie game
lesertests