Wii-Spieler freuen sich über den größten Umfang und super WiiMote und Balance-Board-Support.
Mit dem immer schöner werdenden Wetter, kommt bei mir auch immer mehr die Lust auf, einen realen Golfschläger zu schwingen und mit dem Trolley bzw. Golfbag über die gepflegten Rasenflächen eines Golfkurses zu wandern. Ja, ich gebe es zu, scheinbar habe ich wohl nun das Alter erreicht, ab welchem man sich ernsthaft überlegt, sich mal etwas intensiver mit dem Golfsport auseinanderzusetzen. Schnupperkurse in Österreich haben natürlich ihr selbiges dazu beigetragen und eigentlich wird nun nur noch darüber nachgedacht, wann ich mir endlich die Platzreife erarbeite. Was passt also in diese Überlegungen besser, als sich mit der Sportart Golf mal wieder über den virtuellen Weg des Videospieles näher zu beschäftigen. Tiger Woods PGA Tour 12 The Masters bietet uns nun seit ein paar Tagen genau diese Möglichkeit.
Das Caddie-Erlebnis
Tiger Woods PGA Tour 12: The Masters
Obwohl die größte Erweiterung von Tiger Woods PGA Tour 12 wohl das spielbare Masters auf dem legendären Golfplatz von Augusta ist, nicht zuletzt lässt dies auch der Zusatz im Titelnamen mehr als deutlich erkennen, wollen wir uns eingangs doch erst mit einer anderen, etwas in den Hintergrund gedrängten, deshalb aber nicht minder wichtigen Neuerung beschäftigen. Und zwar dem Caddie-Feature. Optisch, wie auch spielerisch wird euch nun, wie in der Realität eben auch, eine Hilfe zur Seite gestellt. Die Einarbeitung in die Materie Golf fällt somit deutlich einfacher aus, nimmt euch das Spiel durch besagten Caddie doch vieles ab. Vieles, aber eben nicht alles. Zum einen lässt euch der Titel immer die Möglichkeit selbst zu wählen, ob ihr ein sicheres oder doch eher ein riskantes Spiel bevorzugt - geschieht durch den Vorschlag von bis zu drei Schlagvarianten - und zum anderen müsst ihr den eigentlich Schlag natürlich nach wie vor immer noch komplett selbst ausführen. Hierfür stehen euch übrigens bei der normalen Controllerbenutzung immer noch die Sticksteuerung oder aber das so genannte 3-Klick-System, also die Schlagausführung über Buttons, zur Verfügung. Aber Vorsicht, das Umschalten von einer Steuerungsvariante zur anderen ist jetzt tief in den Optionen versteckt und aufgrund der Ermangelung einer wirklichen Bedienungsanleitung kann dies gerade anfangs erstmal in einer großen Suche enden. Aber kommen wir wieder zurück auf das neue Spielelement Caddie. Da ihr euch damit nicht mehr um die Auswahl des Schlägers, die Bestimmung der Schlagweite und die Einstellung der Schlagrichtung kümmern müsst, ist selbiges natürlich besonders gut für die Neueinsteiger unter euch geeignet. Einen leichteren Zugang bot die Golfsimulation Tiger Woods bisher noch nie. Leider aber mit einer großen, total unverständlichen Macke. Auf dem Green nämlich wird das Ganze zur total Farce. Keine Ahnung was für eine Existenzberechtigung der Caddie beim Putten haben soll, aber hilfreich ist er definitiv nicht. Vorgeschlagene Länge und Richtung sind hier eigentlich immer falsch. D. h. wollt ihr ein Loch wirklich erfolgreich beenden, dann werdet ihr gar nicht herumkommen, den Schlag selbst einzustellen. D. h. dann natürlich auch, eure bereits aus den Vorgänger bekannten Fokuspunkte, welche ihr, wie gehabt, durch besondere Schläge erarbeitet, werden für das ständige Benutzen des Putt-Reviews flöten gehen. Schade eigentlich, verliert dieses neue Spielelement dadurch irgendwie ein wenig seinen Sinn. Positiv hingegen, dass sich euer Begleiter auch weiterentwickelt, d. h. mit der Zeit lernt euer Caddie die Plätze immer besser kennen und gibt euch immer konkretere Empfehlungen - einzige Ausnahme bleibt das Putten, denn hier ist der "Taschenträger" auch im späteren Verlauf keine wirkliche Hilfe.
Übrigens, schaltet ihr die Caddie-Hilfe ab, was jederzeit möglich ist, dann spielt sich der aktuelle Ableger absolut genau so wie der Vorgänger. Große spielerisch Änderungen oder Erweiterungen? Absolute Fehlanzeige. Es bleibt bei marginalen Anpassungen, wie etwa dem so genannten Feature "Fast Golf", was es euch nun ermöglicht eine Spielrunde in der Hälfte der bisher benötigten Zeit zu absolvieren. Das Ganze spricht natürlich aber auch wieder vor allem den Gelegenheitsgolfer an oder jene die bisher einen Hauptablehnungsgrund bezüglich des Titels in der Langatmigkeit von Tiger Woods Spielen sahen. Liebhaber der Sportart und des Titels, die sich auch noch über die x-te Wiederholung eines erfolgreichen Schlages freuen können, werden dieses Feature wohl eher links liegen lassen. Ganz im Gegensatz von der neuen Möglichkeit nun zu jedem beliebigen Zeitpunkt ein Spiel speichern zu können. Während einer Runde, während eines Turniers - wann immer ihr euer Spiel unterbrechen wollt, könnt ihr es auch sichern und zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufnehmen. Sehr löblich.
Move oder doch Wii-mote?
Tiger Woods PGA Tour 12: The Masters
Tatsache war, ist und bleibt: Das ultimative virtuelle Golferlebnis bekommt ihr nach wie vor nur auf der Wii geboten. Zum Glück hat sich EA Sports entschlossen, auch bei der Wii-Version keine Experimente zu wagen und bis auf eine neue zusätzliche Unterstützung des Balance Boards, grundsätzlich nichts am eigentlichen Steuerungsprinzip bzw. -erlebnis zu ändern. Nach wie vor ist es einfach genial, wenn man spürt wie jeder durch die Wii-mote ausgeführter Schlag absolut perfekt auf den heimischen Bildschirm übertragen wird. Alles von Stärke über Richtung bis hin zur Positionierung zum Ball wird hier berücksichtigt. Das war zwar auch schon so im Vorgänger, aber wenn es weiterhin mit solch einer Perfektion integriert ist, können wir sehr gut damit leben, wenn auch hier gilt: Spielerisch hat sich nichts geändert.
Von Perfektion kann man übrigens bei der Move-Unterstützung auf der PS3 (noch) nicht wirklich sprechen. Letztes Jahr endete die nachträgliche Integration der Zusatzhardware per Patch ja in einer richtigen Katastrophe. Kaum steuerbar, extrem ungenau und damit absolut sinnfrei, so gab sich das Ganze in Tiger Woods PGA Tour 11. Und 12 Monate später? Nun, das Move-Feature wurde bereits in der grundsätzlichen Entwicklung des aktuellen Ablegers berücksichtigt und das merkt man ihm auch an. Insgesamt gibt sich die Bewegungserkennung in der 12-Version deutlich genauer und vor allem besser steuerbar. Allerdings fehlt auch heuer noch ein gehöriges Stück, um an dieses realistische Gefühl der Wii-Umsetzung heranzukommen. Besonders ärgerlich ist aber, dass es leider auch viele Bereiche gibt, wo ihr mit einer zu sensiblen Übertragungsrate, wie etwa beim Auswählen von Menüpunkten, zu kämpfen habt. Das kann schnell zur Geduldsprobe werden und extrem nerven. Trotzdem bringt die Move-Steuerung auch etwas neuen Spielspaß auf die PS3, also genau das, was bei der Xbox360-Umsetzung - Kinect wird nämlich nicht unterstützt - komplett fehlt.
