Eine umfangreiche und passable Golfumsetzung, an der es aber auch das ein oder andere zu bemängeln gibt.
Wo ist die Wii-Version? Testversionen zu einer bestimmten Plattform nicht zu bekommen, ist durchaus die Regel und weniger die Ausnahme. Also beginnt man in solch einem Fall zu recherchieren. Kommt wirklich kein Tiger Woods PGA Tour 13 für die Konsole von Nintendo? Oder wurde einfach am Review-Exemplar gespart? Nach ein paar Anfragen und einer kleinen Googlesuche ist klar: EA hat nicht nur an der Testversion gespart, EA hat doch tatsächlich an der kompletten Umsetzung gespart. Nach der grandiosen Inszenierung des Golfsports in der Wii-Version von Tiger Woods PGA Tour 12, wird es nun, ein Jahr später, keine Fortsetzung dazu mehr geben. Die Gründe können vielfältig sein, doch am wahrscheinlichsten sind sie im wirtschaftlichen Bereich zu suchen. Soll heißen, der Titel hat sich einfach zu wenig verkauft. Schade, sehr schade sogar.
Nun sollen es also die seit Jahren eher mittelmäßig umgesetzten Versionen für PS3 und Xbox360 richten. Und ja, auf beiden Plattformen wird sogar Neues geboten. Doch ob das genügt, die bisher über alles thronende Wii-Version zu ersetzen? Zweifel unsererseits seien erlaubt...
Bewegungssteuerung über Move und Kinect
Tiger Woods PGA Tour 13
Die geniale Bewegungssteuerung über Nunchuk und Remote wird es heuer nicht mehr geben. Leider. Also müssen die Versionen auf PS3 und Xbox360 mit ihren Möglichkeiten diesen Verlust wegmachen. Für Sonys Konsole heißt das, die Steuerung über den Move-Motion-Controller rückt mehr in den Fokus. Wie bereits in Tiger Woods PGA Tour 12 gibt sich selbige auch im aktuellen Ableger absolut spielbar. D. h. die Steuerung der eigentlichen Golfaktionen ist gut umgesetzt und die Bewegungen werden ohne große Verzögerung auf den Bildschirm übertragen. Schlecht allerdings, dass sich das Navigieren durch die Menüstruktur immer noch so hypersensibel wie letztes Jahr gibt. Vor allem Gelegenheitsspieler werden sich freuen, dass sich bei Benutzung des Moves das Gameplay insgesamt zugänglicher zeigt und Bedienfehler vom Programm leichter verziehen werden, als etwa bei der Steuerung über den Standardcontroller.
Tiger Woods PGA Tour 13
Selbiges trifft übrigens auch auf die neue Kinect-Unterstützung beim Xbox360-Ableger von Tiger Woods PGA Tour 13 zu. Auch hier ist der allgemeine Zugang einfacher und insgesamt senkt sich dadurch der Schwierigkeitsgrad etwas. Oder besser: Sollte der Zugang einfacher und der Schwierigkeitsgrad gesenkt werden? Denn im Gegensatz zur Move-Steuerung gibt es bei der Benutzung des Kinect-Sensors enorme Probleme bei der Bewegungserkennung, egal ob ihr jetzt die eigentliche Spielaktion, also Schwingen bzw. Schlagen, ausführt oder ob ihr euch nur durchs Menü bewegen wollt. Von präziser und genauer Übertragung kann hier eigentlich nie die Rede sein. Auf dem Platz bedeutet dies vor allem eins: Fehlschläge ohne Ende - und damit Frust ohne Ende. Noch lustiger, im negativen Sinn, wird das Ganze dann aber, wenn man sich den restlichen Kinect-Befehlen zuwendet. Ihr wollt euer Zielgebiet erkunden? Theoretisch kein Problem. Absolut logisch wird hierzu eine Art "in die Ferne sehen"-Bewegung vorgegeben. Ihr setzt eure Hand also an die Stirn, um das Verlangte nachzustellen und nichts passiert. Vielleicht zu schnell ausgeführt? Also, das Ganze noch mal von vorn, nur dieses Mal etwas langsamer. Doch wieder: Nichts passiert. X Versuche später, das Erfolgserlebnis, ja, das Ziel wird endlich herangezoomt.
Tiger Woods PGA Tour 13
Nein, die Integration von Kinect kann nicht wirklich überzeugen und hätte in dieser Qualität durchaus noch ein weiteres Jahr aussetzen können. Übrigens, eigentlich wollten wir darüber den Mantel des Schweigens legen (Vorsicht: Wortspiel), das Kinect-Feature bietet euch tatsächlich auch eine Sprachsteuerung. Bestimmte Aktionen, wie etwa die Schlageinstellung, können über verbale Befehle ausgeführt werden. "Tolle Idee", vor allem auch, weil man hier nur englische Wörter benutzen kann und selbige nur bei wirklich korrekter Aussprache zum entsprechenden Ergebnis führen. Sorry EA, aber eine gute Hardware-Unterstützung stellen wir uns einfach anders vor.
