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  • Splinter Cell: Double Agent - Ich winde mich wie ein Aal - Leser-Test von sinfortuna

    Dass der Gamecube von Nintendo keine Kinderkonsole ist, ist ab und zu an den für diese Konsole erschienenen Titeln letztlich doch zu erkennen, ein weiteres Beispiel dafür liefert uns "Splinter Cell - Double Agent". Hier handelt es sich quasi um das vierte Abenteuer von Spion Sam Fisher und wie der Titel unschwer vermuten lässt, sind wir diesmal als Doppelagent unterwegs. Durch den großen Verkaufserfolg der Vorgänger - und dies in meinen Augen auch völlig zurecht - kam es, wie es kommen musste, gleich zwei Konsolengenerationen wurde mit diesem Teil praktisch überflutet, soll heißen dass "Double Agent" für X-Box, Gamecube, Playstation 2, X-Box 360, Wii und Playstation 3 erschien. Soweit ich weiß, ist ausgerechnet die Gamecube-Version, über die ich Euch nun erzähle, die einzige, die keine Onlineunterstützung bietet, ebenso nicht das Verlinken zweier Konsolen erlaubt. Insofern bleibt lediglich der Offline-Spaß maximal zu zweit an einer Konsole, dies sollte unbedingt beachtet werden. Was bei allen Versionen sicher gleich sein dürfte, ist die Tatsache, dass wir es mit einer lupenreinen eingedeutschten Pal-Version zu tun haben und uns daher sowohl auf deutsche Texte als auch Sprachausgabe verlassen dürfen. Angesichts der Verkaufserfolge der Vergangenheit allerdings auch keine Überraschung, schätze ich. Glasklar ist schließlich auch, dass wir es erneut mit einem hochklassigen Actionadventure zu tun haben, auch auf dem Gamecube, es offenbart sich uns ein echter Agententhriller, der keinerlei gravierenden Mängel aufweist.

    Tragische Dinge haben sich für unseren Superagenten jüngst ereignet: seine Tochter ist ums Leben gekommen. Am Fisher zieht sich umgehend zurück, absolut nachvollziehbar natürlich. Nach einer kleinen schöpferischen Pause ist es dann aber doch wieder soweit: sein Kumpel und zugleich Vorgesetzter Lambert schafft es zumindest halbwegs, Sam Fisher aus seinem emotionalen Tief zu holen und ihn wenigstens auf einen neuen Einsatz zu fokussieren. Die gemeingefährliche terroristische Gruppierung John Browns muss infiltriert und zu guter Letzt - wie sollte es auch anders sein - eliminiert werden. Macht Euch jedenfalls darauf gefasst: hier in "Double Agent" läuft es etwas anders als in den drei Abenteuern zuvor: wir sind als Doppelagent unterwegs, werden auch als Einzelspieler mit einem (dann) CPU-Kollegen den Terror bekämpfen und sind nicht mehr nur nachts unterwegs. Ich weiß davon, dass speziell auf der X-Box 360 es sehr oft hell ist, was bezüglich des Tarnens und Schleichens im Schatten der Dunkelheit natürlich ein herber Rückschlag ist. So oder so kann dies einen Superagenten wie Sam Fisher natürlich nicht zur Verzweiflung treiben, er weiß sich immer zu helfen, Ratlosigkeit ist für ihn stets ein Fremdwort, ganz gleich ob wir uns gerade in einer Schneewüste oder bei strahlendem Sonnenschein befinden.

    Da wir uns des Öfteren verstecken, kommt der Signallampe eine besondere Bedeutung zu, welche wir an unsere Schutzweste bei uns führen: je nachdem wie stark diese leuchtet beziehungsweise um genau zu sein welche Färbung diese gerade annimmt, erkennen wir, ob wir noch bestens getarnt sind oder nicht. Grün bedeutet Sicherheit, gelb heißt, dass die patrouillierenden Feinde uns sehen könn(t)en und rot heißt - wenig überraschend - nichts wie weg: wir sollten uns schleunigst aus dem Staub machen. Dabei zeigen wir uns von einer sehr akrobatischen Seite, kraxeln Häuserfassaden hoch, seilen uns kopfüber ab in die Tiefe, springen mit dem Fallschirm ab und tauchen sogar unter Eis: hierbei können wir die Opfer oberhalb des Eises selbst durch eine dickere Schicht hindurch per Wärmebildkamera orten, schließlich unter dünnem Eis urplötzlich auftauchen und den Feind in die eiskalte Tiefe reißen. Unser heißgeliebtes Nachtsichtgerät kommt hingegen nicht mehr so oft wie früher zum Einsatz, da es sehr oft helllichter Tag ist. Zum Glück greifen wir auf weiteres hochfortschrittliches technisches Equipment zurück und peilen via Satellitenradar die Position der Feinde und deren Alarmbereitschaft (ob diese uns schon entdeckt haben oder nicht) an. Auf dem Gamecube ist es allerdings noch wesentlich öfter dunkel als auf der X-Box 360, insofern greifen wir noch regelmäßig auf das Nachtsichtgerät zurück und überraschen den Feind in gewohnter Manier, die Geschicklichkeitsaufgaben auf diesem bei weitem nicht so variantenreich wie auf den Next Gen Konsolen. Die Areale an sich sind oft noch dunkel, geben genügend Raum zum Verstecken, weisen aber auch einige fiese Fallen auf. Kleine Unterschiede auch bei den Schauplätzen: begeben wir uns auf dem Gamecube ins tiefverschneite New York, so gibt es das auf der X-Box 360 nicht, dafür auf dieser Shanghai. Entscheidender ist aber vielmehr, dass auf dem Gamecube der Spielverlauf wesentlich strenger linear verläuft. Dies ist ein wesentlicher Unterschied, schätze ich.

    Interessant ist bei "Double Agent" generell, dass wir für zwei Lager spionieren, die NSA und JBA. Natürlich für das typischerweise zu Komplikationen, auch was den Zeitplan angeht, in dem wir die Missionen angehen müssen. Eine gute Koordination ist da vonnöten und ein hohes Maß an Entscheidungsfreudigkeit, denn nicht selten widersprechen sich die Wünsche der beiden Organisationen. Regelmäßig werden von Sam Fisher echte Vertrauensbeweise verlangt, wobei bei keiner der beiden Seiten das Misstrauen stark Überhand nehmen darf, denn sonst sind wir gescheitert. Interessant ist auch, dass der Umfang und die Qualität des uns für den jeweiligen Auftrag spendierten Inventars ebenso von dem Grad des Vertrauens des jeweiligen Auftraggebers abhängt. Macht ja auch Sinn. Für Spannung ist zweifellos gesorgt, Langeweile gibt es das gesamte Abenteuer über nicht, was nicht nur an der Art der Aufträge liegt, sondern besonders daran, dass wir oft die Qual der Wahl haben, speziell welche Mission wir denn nun erfüllen sollten. Wer einen richtigen Lauf hat, schaltet jedenfalls nach und nach weitere Upgrades für die vorhandenen und sogar gänzlich neue Tötungsinstrumente frei. Zudem gibt es auch wertvolle Boni, welche uns beispielsweise das Knacken von Schlössern erleichtern beziehungsweise dieses gar nicht mehr vonnöten ist. Gut gelungen ist auf jeden Fall der Koop-Modus, welcher uns auf dem Gamecube mit einem CPU-Kameraden auf die Reise gehen lässt. Es wirkt eine erstaunlich starke Bindung zum Kollegen erzeugt, die ich selber so nicht erwartet hatte und dafür sorgt, dass uns einige Entscheidungen von größerer Tragweite unter anderem auch für den Kameraden äußerst schwer fallen.

    Die Version auf dem Gamecube folgt (noch) dem klassischen Splinter Cell mit einem klar strukturierten und linearen Missionsaufbau, was gar nicht einmal schlecht sein muss. Die Grafik kann natürlich nicht mit der auf den Next Gen Konsolen mithalten, ist aber für GC-Verhältnisse sehr gut. Die Figurenmodelle wirken groß und nicht kantig, die Spezialeffekte sind gut und vor allem die Licht- und Schattenspiele sind sehr gelungen. Die Innenbereiche könnten etwas detaillierter texturiert sein, aber größtenteils ist es auf der Gamecube-Fassung ja eh noch dunkel. Leider ruckelt die Grafik ab und zu, das schmeckte mir gar nicht und führt zu klaren Abzügen. Der Soundtrack genügt ebenfalls höheren Ansprüchen, wobei mir in erster Linie die gelungenen Soundeffekte in Erinnerung geblieben sind, welche die Dramatik bei manch einer heiklen Mission gut unterstreichen. Zugeben muss ich auf jeden Fall, dass mir der Anfang nicht so gut gefiel, denn nach dem Ausbruch aus dem Gefängnis ohne Waffen und wichtige Utensilien vorlieb nehmen zu müssen, passte mir bei einem Abenteuer rund um Sam Fisher einfach nicht, zumal es sich nicht nur um eine Mission handelt. Darüber hinaus fiel es mir anfangs schwer, mich ordentlich orientieren zu können, da ich nicht immer genau wusste, was nun zwingend zu tun sei. Offensichtlich wollte man hier kreativ sein, besann sich aber nach dieser etwas verunglückten Anfangsphase später wieder auf das, was Splinter Cell stark macht, nämlich die hochspannende Versteckspiele und Schleichpassagen.

    Versöhnt wurde ich durch die spannende Doppelagenten-Thematik und den sehr gelungenen Koop-Modus mit CPU-Kameraden. Interessant ist jedenfalls, dass ich Euch empfehlen kann, von "Splinter Cell - Double Agent" sowohl diese Gamecube-Fassung als auch die einer Next Gen Konsole zu besitzen (bei mir die X-Box 360), denn es gibt große Unterschiede, was das Gameplay und die Präsentation angeht. Dieses Actionadventure ist einfach saucool, aber es ist nicht alles Gold, was glänzt. Fans der Serie greifen aber bedenkenlos zu.

    Negative Aspekte:
    Grafik auf dem GC ruckelt, zäher Einstieg durch blöde Anfangsmissionen, auf dem GC geht online nichts

    Positive Aspekte:
    Spannend, interessante Doppelagenten-Thematik, gelungener Koop-Modus mit CPU-Kameraden, gewichtige Entscheidungen werden verlangt

    Infos zur Spielzeit:
    sinfortuna hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Tom Clancy\'s Splinter Cell: Double Agent

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: sinfortuna
    8.1
    Multiplayer
    -
    Grafik
    7/10
    Steuerung
    8/10
    Sound
    8/10
    Gameplay
    9/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Tom Clancy's Splinter Cell: Double Agent
    Tom Clancy's Splinter Cell: Double Agent
    Publisher
    Ubisoft
    Release
    26.10.2006
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

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1011005
Tom Clancy's Splinter Cell: Double Agent
Splinter Cell: Double Agent - Ich winde mich wie ein Aal - Leser-Test von sinfortuna
http://www.gamezone.de/Tom-Clancys-Splinter-Cell-Double-Agent-Classic-39222/Lesertests/Splinter-Cell-Double-Agent-Ich-winde-mich-wie-ein-Aal-Leser-Test-von-sinfortuna-1011005/
23.12.2011
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2006/09/NZone_0906_Splinter_Cell_Double_Agent_10.jpg
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