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  • Splinter Cell: Pandora Tomorrow im Gamezone-Test

    Sam Fisher ist zurück: Härter und perfekter als der Vorgänger, sowie mit einem gelungenen Online-Mode versehen.

    Mit Multiplattformtiteln ist es bekannter Weise immer so eine Sache. Meist bewegen sie sich auf den Niveau des kleinstem gemeinsamen Nenner, also dem der PS2, die Xbox und der Gamecube dürfen hingegen oft nicht zeigen wie viel Power in ihrer Hardware steckt. Bei einem Titel wie Splinter Cell: Pandora Tomorrow aber, der uns zum Einstand auf der Xbox und dem PC präsentiert wurde und dort bereits nicht nur einen Award einheimste, lagen die Erwartungen wesentlich höher, was die PS2-Version betraf. Nun, soviel kann man schon im Vorfeld verraten, die PS2-Besitzer können sich freuen, denn auch wenn man dem Titel auf Sony's Konsole weder einen 60 Hertz-Mode noch eine Unterstützung für 16:9 Fernseher spendiert hat, ist es optisch kaum von der Xbox-Version zu unterscheiden, so gut gelungen ist die Anpassung an die Playstation2. Zwar ist die Framerate natürlich nicht so hoch wie beim Xbox-Pendant, allerdings sind die Unterschiede zwischen den Versionen bei weitem nicht mehr so groß wie noch beim Vorgänger Splinter Cell. Mitunter kann man sogar nur noch verwundert schauen und es kaum glauben, zu was für einer Grafikpracht die PS2 in der Lage ist.

    Im Gegensatz zu den bisher erhältlichen Versionen für die Xbox und den PC ist die PS2-Version etwas im Schwierigkeitsgrad gesenkt worden. Dies geschah aber nicht, weil man die PS2-Spieler nicht für fähig hielt die mitunter doch recht knackigen Situationen zu meistern, sondern einfach weil der feinen Maschine der Speicher nicht reichte. Aus diesem Grund sind die einzelnen Missionen in viel mehr kleine Teile zerlegt worden, zwischen denen natürlich fleißig gespeichert wird. Dies ist natürlich ein Vorteil gegenüber den anderen Versionen, wo beispielsweise vier Wachen ausgeschaltet oder umgangen werden müssen bevor man wieder speichern kann, wohingegen man mit der PS2 nach jeder Wache gefragt wird ob der Spielstand gesichert werden soll. Ansonsten jedoch handelt es sich um die gleichen Missionen, die sich nur im Detail voneinander unterscheiden.

    Bei der gebotenen Singleplayer-Kampagne dreht sich natürlich alles wieder um unseren Helden Sam Fisher, der in bester Geheimagentenmanier auf der ganzen Welt eingesetzt wird um den Schurken die Leviten zu lesen. Dies tut er aber im Gegensatz zu seinem berühmten Kollegen James Bond eher auf die leise und unentdeckte Tour, denn auch in Pandora Tomorrow enden die meisten Missionen wenn wir entdeckt werden. Nur ganz selten wird uns erlaubt von der Schusswaffe gebrauch zu machen, und dann auch nur wenn es darum geht das eigene Leben zu schützen. Niemals ist es Ziel einer Mission die Gegenspieler zu töten, ganz im Gegenteil kann man sie - bis auf ganz wenige Ausnahmen - meist beenden ohne einer Person etwas zuleide zu tun. Die Möglichkeit sie bewusstlos zu schlagen und sodann verstecken zu können, ist schon die gröbste Gewaltanwendung die uns erlaubt ist.
    Klar, dass auch wieder allerlei technisches Spielzeug mit von der Party ist, von dem wir auch viel gebrauch machen müssen, sowie einige neue Spielereien die dem Gameplay recht gut getan haben. Mir persönlich gefiel besonders, dass Sam nun in der Lage ist zu pfeifen. So kann man die Aufmerksamkeit auch ohne einen Gegenstand irgendwohin schmeißen zu müssen auf sich ziehen, um zum Beispiel eine Wache von der Gruppe abzuspalten um sie unbemerkt ausschalten zu können. Diese verhalten sich übrigens kein bisschen dumm und haben so manch fiesen Trick auf Lager. So kann man sich nie darauf verlassen, dass die Wachen bei jedem Level-Neustart auch wieder an derselben Stelle stehen oder denselben Weg gehen werden. Sogar regelrechte Finten legen sie aus um Sam zu erwischen. So ist es keine Seltenheit, dass sie fröhlich pfeifend an uns vorbeigehen und lautstark melden, dass der Bereich gesichert sei, woraufhin wir uns in Sicherheit wiegen. In Wirklichkeit aber hat sich jene Wache nur hinter der nächsten Ecke versteckt und wartet nur darauf, dass wir aus unserem Versteck herauskommen. Doch auch im Verbund arbeiten die NPC's hervorragend zusammen und bringen Sam in manch brenzlige Situation. Wird er von einer Wache entdeckt, läuft die meist nicht blind auf uns los und versucht uns auszuschalten, sie löst erst Alarm aus, holt sich oft auch noch Verstärkung und greift erst an nachdem sie uns auch den Fluchtweg genommen haben, der von einem seiner Kollegen gesichert wird.
    Dies schlaue Verhalten der NPC's in Verbindung mit dem hervorragend gelungenem Leveldesign und der mitreißenden Inszenierung der erzählten Geschichte, erzeugt ein dichtes Spielerlebnis wie es nur wenige Games zustande bringen. Dies ist auch bitter nötig, denn der gebotene Schwierigkeitsgrad ist nicht von schlechten Eltern und wird so manchem Zocker die Zornesröte ins Gesicht treiben. Derweil ist es nicht so, dass Pandora Tomorrow unfair schwer wäre, es verlangt vom Spieler nur etwas Geduld. Denn gespeichert wird nur an den dafür vorgesehenen Punkte und nicht an beliebiger Stelle. Da kommt es schon mal vor, dass man für einen Checkpoint fast eine Stunde Spielzeit investieren muss, um dann den nächsten innerhalb weniger Minuten und fast ohne Herausforderung erreichen zu können. Trotzdem muss man deutlich sagen, dass Pandora Tomorrow nie unfair ist, es macht es einem nur nicht allzu leicht und Fehler werden nicht verziehen. Ist man einmal entdeckt worden besteht nur selten noch die Möglichkeit zu flüchten und abzuwarten bis sich der Staub gelegt hat. An dieser Stelle muss man aber erwähnen, dass die Speicherpunkte bei der PS2-Version wesentlich dichter gesät sind als bei der Xbox und der PC-Version.

    Völlig neu und mit entsprechenden Erwartungen vorbelastet ist der Multiplayer-Mode in Pandora Tomorrow. Kann ein Schleichspiel auch online funktionieren und soviel Spaß vermitteln wie die legendäre Singleplayer-Kampagne von Splinter Cell? Ja, es kann. Erstaunlich gut sogar, auch wenn das Feature auf maximal vier Spieler pro Map begrenzt ist, die in zwei Parteien aufgesplittet sind mit jeweils gegenteiligem Ziel. Dies bedeutet aber nicht, dass zwangsläufig immer zwei gegen zwei spielen müssen, es ist auch erlaubt alleine gegen drei Spieler anzutreten, auch wenn das dann nicht mehr ganz fair ist, entbehrt es doch nicht eines gewissen Reizes drei menschlichen Mitspielern die Virenbehälter unter den Augen wegzuklauen. Denn das ist es worum es in allen Multiplayer-Modis geht, die Virenbehälter NDI33. Im "Neutralisation" genannten Spiel geht es darum die drei verteilten Virenbehälter zu neutralisieren während die Gegenspieler natürlich versuchen dies zu verhindern. Dafür steht einem ein bestimmtes Zeitlimit zur Verfügung innerhalb dessen die Aufgabe erfüllt sein muss. Ähnlich spielt sich die "Sicherstellung", bei der es aber nicht genügt den Virenbehälter an Ort und Stelle zu neutralisieren, dafür will er erst zum Eingang zurückgebracht werden wo dies geschehen kann. Eine etwas schwierigere Aufgabe also. Die "Sabotage" hingegen spielt sich ähnlich der "Neutralisierung", allerdings geht es hier Mensch gegen Maschine. Denn die Aufgabe der menschlichen Spieler ist es die Hackerangriffe der computergesteuerten Agenten für den vorgegebenen Zeitraum zu unterbinden, die versuchen ihre Modems an den geeigneten Stellen anzubringen, die wir selbstverständlich so schnell wie möglich wieder zu zerstören haben.
    In der Praxis ist es ein Leichtes an einem Multiplayer-Spiel teilzunehmen oder selbst eines zu eröffnen. Dafür stehen uns die gewohnten Funktionen zur Auswahl die es uns erlauben nach bestimmten Spielen zu suchen oder selbst eines zu eröffnen. Wie bereits erwähnt können maximal vier Spieler pro Session teilnehmen, die sich frei auf die zwei Teams verteilen können. Tritt man einem Spiel bei welches bereits läuft, kann man dem aktiven Spiel bereits folgen. Die Spectator-Funktion erlaubt uns durch die Augen eines beliebigen Mitspielers zu sehen, wobei wir die Kamera und die diversen Sichten selbst steuern können und nicht auf den jeweiligen Spieler angewiesen sind. Allerdings bekommen wir von der Sprachkommunikation nichts mit, diese wird erst aktiviert wenn wir uns selbst im Spiel befinden. Schade, dass einem im Auswahlmenü zu den offenen Spielen kaum Informationen angezeigt werden, wie die Sprache des Hosts oder die Namen der Mitspieler. All das erfährt man erst wenn man dem Spiel beigetreten ist.
    Das gemeinschaftliche Eindringen in gesicherte Gebäude oder die Verteidigung der Virenbehälter macht mehr Spaß als man meinen könnte. Was in den allgemeinen Egoshootern überhaupt nicht gerne gesehen wird, nämlich das Campen von dunklen Stellen aus, wird in Pandora Tomorrow zur Kunst erhoben. Schließlich ist selbst schuld wer blind und taub ohne sich abzusichern in unsichere Gefilde vordringt, hat man doch die schönsten technischen Spielereien zur Auswahl, von denen man auch viel Gebrauch machen sollte. Sehr schön in diesem Zusammenhang, dass man, egal welche Seite man spielt, die Ausrüstung individuell zusammenstellen kann.
    Um seine Erfolge auch der Weltöffentlichkeit präsentieren zu können, enthält Pandora Tomorrow auch eine Online-Rangliste.
    Das Multiplayer-Feature gestattet auch die lokale Verlinkung von bis zu vier Playstation2-Konsolen für den Multiplayer-Spaß im heimischen Netzwerk.

    Die gebotene Grafik stellt nach wie vor aller erste Güte dar, wobei einem aber auffällt, dass man die schon aus dem Vorgänger bekannten und atemberaubenden Lichteffekte nicht mehr ganz so exzessiv eingesetzt hat. Es gibt zwar immer noch die schönen Lichtstreifen die aus den Fenstern fallen und auf den Charakteren die authentischen Muster hinterlassen, es wird aber auch viel mit anderen Effekten gespielt, wie voluminösen Staub, Qualm, Feuer oder Nebel, der nur mit entsprechendem Gerät zu durchdringen ist. Doch auch die haben ihre Grenzen, wie das Thermosichtgerät, welches zwar jeden warmen Körper verrät, aber keine besondere Reichweite besitzt. Weiter langt da schon der Restlichtverstärker, der aber alles in relativer Unschärfe erstrahlen lässt und so manche Bewegung verschleiert. Speziell dafür gibt es den Bewegungsfilter, der ein recht gleichmäßiges rötliches Bild erzeugt, welches an den Stellen wo eine Bewegung stattfindet besonders hell erstrahlt. Ganz anders hingegen funktioniert der elektromagnetische Filter, der alle elektrischen Geräte hervorhebt und so z.B. versteckte Verteidigungsanlagen sichtbar macht.
    Doch auch die physikalischen Fähigkeiten der Engine sind atemberaubend, wenn sich beispielsweise der Plastikvorhang in der Pathologie exakt unserem Körper anpasst, herumstehende Dosen und Fässer bewegt, zerbeult und umgeschmissen werden können oder sich Bretter je nach der Belastung biegen und brechen.

    Ebenfalls technisch einwandfrei wurde die Soundkulisse umgesetzt, die lediglich an manchen deutschen Sprechern etwas krankt. Denn sind die Figuren der Handlung durch die Bank sehr gut synchronisiert worden, allen voran unser Hauptdarsteller Sam Fisher und sein Vorgesetzter, hören sich die wiederholenden Sprüche manch gefangener Geisel eher schlecht an und wie aus dem Mittelwellenradio kommend.
    Ansonsten aber gibt es nichts an der Soundkulisse zu mäkeln, ganz im Gegenteil verwöhnt sie uns mit klarstem Dolby ProLogic Sound der seinesgleichen sucht. Vom kleinsten Geräusch unter unseren Füssen bis hin zum infernalischen Lärm wenn wir uns auf dem Dach eines fahrenden Zuges bewegen, alles wurde unglaublich realistisch vertont. Dies ist bei einem Titel wie Splinter Cell auch nötig, kann das kleinste Geräusch doch schon das Ende der Mission bedeuten. Schade, dass keine Anpassung für Spieler mit Kopfhörer existiert, sie wäre das i-Tüpfelchen der ansonsten mehr als gelungenen Sounduntermalung gewesen. Denn in der Praxis geht einem schon etwas von der Möglichkeit die Herkunft eines Geräusches orten zu können verloren, wenn der Spielsound über die Lautsprecher kommt aber ein Ohr des Spielers durch das Headset abgedeckt wird.

    Die Steuerung kommt im bekannten Gewand daher und sollte Besitzer des Vorgängers sofort ins Blut übergehen. Wie üblich steuern wir Sam aus der 3rd-Person Sicht, wobei der linke Stick zum Bewegen und der rechte Stick für die Kamera zuständig ist. Mit dem Digikreuz schalten wir zwischen den Waffen und Werkzeugen durch und auf den Aktionstasten liegen die Funktionen zum Schleichen, Hüpfen, auslösen des Werkzeuges oder der Waffe. Einzig mit dem Umstand, dass die Steuerung beim Online-Gaming etwas von der in der Offline-Kampagne abweicht muss man sich abfinden. So drückt man beim Offline-Spiel den linken Stick um sich an eine Mauer zu drücken, beim Online-Zocken hingegen ist dieser für das Inventar zuständig. An die Unterschiede hat man sich aber schnell gewöhnt, trotzdem wäre es nett gewesen, wenn man diese nach den eigenen Wünschen belegen könnte. Einzig die Umkehrung der X- oder Y-Achse ist möglich und die automatische Zentrierung lässt sich ein- oder ausschalten.

    Tom Clancy's Splinter Cell: Pandora Tomorrow (PS2)

    Singleplayer
    9,2 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    9/10
    Sound
    9/10
    Steuerung
    9/10
    Gameplay
    10/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Spannend erzählter Storyverlauf
    generell gelungene Inszenierung
    hervorragende Cutscenes
    ausgereiftes Physik-System
    die bekannt herrliche Grafik-Engine
    ebenso herrliche Soundkulisse in Dolby ProLogic
    trotz der vielen Funktionen recht eingängige Steuerung
    Multiplayer per Ubisoft-Server oder per LAN
    Online nur max. 4 Spieler
    kein 60 Hertz-Mode und kein 16:9 Support
  • Tom Clancy's Splinter Cell: Pandora Tomorrow
    Tom Clancy's Splinter Cell: Pandora Tomorrow
    Publisher
    Ubisoft
    Release
    08.06.2004
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Tom Clancy's Splinter Cell: Pandora Tomorrow
Splinter Cell: Pandora Tomorrow im Gamezone-Test
Sam Fisher ist zurück: Härter und perfekter als der Vorgänger, sowie mit einem gelungenen Online-Mode versehen.
http://www.gamezone.de/Tom-Clancys-Splinter-Cell-Pandora-Tomorrow-Spiel-39224/Tests/Splinter-Cell-Pandora-Tomorrow-im-Gamezone-Test-989903/
09.06.2004
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2004/06/aus.jpg
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