TrackMania im Gamezone-Test

Test Patrick Büssecker

Auch auf der Wii wird uns eine durch und durch solide Umsetzung geboten die nur wenig Grund zur Kritik gibt.

Während sich die Rennspiel-Reihe Trackmania des französischen Entwicklers Nadeo auf dem Computer einer sehr großen Beliebtheit erfreut und vor allem im E-Sport-Bereich die Zocker auf der ganzen Welt begeistern kann, ist die Serie im Konsolen- und Handheldbereich bisher weniger bekannt. So erschien bisher lediglich ein einsamer DS-Titel, der auch wertungstechnisch im Großen und Ganzen nicht mit den verschiedenen PC-Teilen mithalten konnte. Nun wurde jedoch im Videospielbereich noch einmal nachgelegt und mit Trackmania Turbo erschien jetzt ein weiterer Ableger für Nintendos Handheld und auch die Wii wird mit einem Trackmania-Teil versorgt. Wir haben uns die beiden neuen Teile einmal näher angesehen und verraten euch nun, ob der Serie der Einstand auf der Wii gelungen ist.

Das etwas andere Rennspiel

TrackMania TrackMania Auf den ersten Blick sieht Trackmania aus wie ein ganz gewöhnliches Rennspiel, doch der erste Eindruck täuscht gewaltig. Denn während bei anderen Rennspielen actionreiche Zweikämpfe mit spannenden Überholmanövern und gerne auch mal mit heftigen Rempeleien an der Tagesordnung sind, steht bei Trackmania das Zeitfahren auf dem Programm. Damit ihr nicht ganz einsam und alleine auf der Strecke unterwegs seid, befinden sich dabei noch verschiedene Geister auf der Bahn, an denen ihr natürlich auch eure eigene Leistung gut abschätzen könnt und die ihr ja letztlich schlagen müsst. So steht bei Trackmania nur die fahrerische Leistung im Vordergrund, da alle Fahrzeuge die gleiche Leistung haben und man sich auch keine Vorteile durch unschöne Rangeleien oder Ähnliches verschaffen kann. Gerade deswegen konnte sich die Reihe auch problemlos im E-Sport-Bereich etablieren.

TrackMania TrackMania Auch bei den Strecken erwartet euch nicht die gewohnte Rennspiel-Kost, denn hier geht es nicht einfach nur im Kreis herum, sondern über ziemlich spektakuläre Kurse mit großen Sprüngen, Loopings oder auch über viele Ebenen. Die Strecken befinden sich immer in einer der sechs Spielumgebungen des Spiels, nämlich Coast, Snow, Island, Rally, Desert sowie Stadium, was nicht nur eine andere Umgebungsoptik zur Folge hat, sondern sich auch spürbar aufs Gameplay auswirkt. Je nach Spielumgebung macht man die Kurse schließlich auch mit einer unterschiedlichen Fahrzeugklasse unsicher. Während man zum Beispiel in der Umgebung Stadium mit einem waschechten Rennwagen über die Kurse fegt, steuert man in den Snow-Kursen einen Jeep, der etwas langsamer unterwegs ist und sich wesentlich anders steuert. Im Gegensatz zur ebenfalls gerade erschienen DS-Version Trackmania Turbo erhaltet ihr somit auf der Wii ganze zwei Umgebungen mehr und auch allgemein einen größeren Umfang mit beispielsweise über 200 Strecken.

Die Spielvarianten

Das Spiel selbst bietet uns neben den unterschiedlichen Spielumgebungen auch noch drei verschiedene Spielarten, nämlich Rennen, Puzzle und Plattform. Im Rennen-Modus erwartet uns das von der Serie her bekannte und eben angesprochene Zeitfahren. Ihr müsst gegen verschiedene Geister und deren Zeiten antreten und erhaltet je nach Leistung Medaillen, die wiederum neue Kurse freischalten und euch im Spiel allgemein wie in einem kleinen Karrieremodus weiterbringen. Zusätzlich erhaltet ihr noch Coppers, die Währung bei Trackmania, mit der ihr im Shop zum Beispiel neue Lackierungen oder Objekte für den Editor freischalten könnt.

TrackMania TrackMania Sind die Kurse im Rennen-Modus anfangs noch relativ einfach und übersichtlich, werden diese im weiteren Verlauf immer herausfordernder und häufig hat man erst nach mehreren Versuchen die Kniffe der Strecke verinnerlicht und kann erstmals richtig die Zeiten der Gegner attackieren. Somit besteht der Titel natürlich auch aus ziemlich viel Trial & Error, was bei dem einen oder anderen Spieler auch schnell zu Frust führen könnte. Immerhin müsst ihr aber bei einem Fehler nicht umständlich über ein Menü einen neuen Versuch starten, sondern könnt bequem über eine Taste komplett von vorne oder vom letzten Checkpoint beginnen. Die Taste werdet ihr im Spiel garantiert häufiger verwenden, als es euch lieb sein dürfte.

Die restlichen Modi

TrackMania TrackMania Nicht weniger frustrierend dürfte auch der Plattform-Modus hin und wieder sein, in dem ihr nicht gegen Geister fahrt, sondern einen ziemlich langen und schweren Kurs absolvieren und dabei möglichst wenige Versuche benötigen müsst. Die Zeit spielt in diesem Modus auch gar keine Rolle. Zum Schluss gibt es noch den Puzzle-Modus, der eine Mischung aus dem Rennen-Modus und dem Editor darstellt. Zu Beginn müsst ihr die vorhandenen Strecken mit Objekten im Editor ergänzen und anschließend wie vom Rennen-Modus her gewohnt gegen Geister antreten. Die selbst verbauten Teile könnt ihr dabei jederzeit wieder ändern und so in Ruhe testen und nach euren Wünschen anpassen. Zusätzlich gibt es auch noch die Möglichkeit im Schnelles Rennen-Modus auf einer zufälligen Strecke anzutreten. Wer also wirklich nur schnell eine Runde spielen möchte, der kann hier ohne viele Einstellungen loslegen. In Sachen Spielvarianten wird euch also unterm Strich einiges geboten, wenngleich man auch hier wieder anmerken muss, dass es bei der Trackmania-Reihe bisher insgesamt wesentlich mehr Spielvarianten gibt.

Der umfangreiche und einfache Editor

TrackMania TrackMania Das Herzstück des Spiels ist für viele Spieler wohl der Editor, in dem ihr ziemlich einfach und schnell eigene Strecken erstellen könnt. Die Möglichkeiten sind dabei auch durchaus zahlreich und so könnt ihr nicht nur diverse Streckenelemente verbauen, sondern auch einige Objekte platzieren, die ausschließlich der Dekoration dienen. Wie vorhin schon erwähnt, könnt ihr allerdings zu Beginn nicht auf alle Objekte zugreifen und müsst einige erst durch verdiente Coppers freischalten. Bevor ihr euch nach Herzenslust im Editor austoben könnt, müsst ihr euch erst für eine der Umgebungen entscheiden und mit diesen ändert sich dann nicht nur die Umgebungsoptik, sondern auch die verfügbaren Objekte bzw. vielmehr deren Aussehen. Ansonsten erwartet euch im Editor die gewohnte Kost. Ihr könnt die Objekte auswählen, platzieren und bei Bedarf noch in eine gewünschte Richtung ausrichten. Auf Wunsch könnt ihr auch jederzeit eine kleine Probefahrt starten und die gerade erstellten Strecken im Editor auf Herz und Nieren prüfen. So stellt ihr dann auch während der "Bauphase" fest, ob Objekte besser noch verändert werden oder ganz neue hinzugefügt werden sollten. Die Anzahl der möglichen Objekte ist allerdings beschränkt. Dies wird bei den meisten Kursen kaum auffallen, aber bei wirklich äußerst umfangreichen Strecken mit vielen Objekten kann man jedoch schon an die Grenzen stoßen. Sofern ihr mit dem erstellten Kurs zufrieden seid, müsst ihr noch den Start- und den Zielpunkt festlegen und könnt anschließend eure Strecke speichern und dann nicht nur selbst verwenden, sondern auch online zur Verfügung stellen.

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