Trials Evolution ist spielbares Crack zum Downloaden. Es macht mich total fertig, ruiniert mir den Tag, macht mich süchtig. Obwohl ich das weiß, greife ich immer wieder zum "Stoff" und fahr nochmal schnell eine Runde. Warum das XBLA-Spiel einen so sehr zur Verzweiflung bringt und trotzdem Spaß macht, erfahrt ihr in unserem Gamezone-Test!
Trials Evolution, ich hasse dich! Deine schreckliche 12-Minuten-Strecke habe ich fast fehlerfrei geschafft, nur um dann in der Auswertung unter die Nase gerieben zu bekommen, dass mein Xbox Freund Frombi (Name von der Redaktion geistreich geändert) dieselbe Strecke in unter 9 Minuten zurücklegt. Da packt mich der Eifer… Das kann ich auch, denke ich und wiederhole das Prozedere. Zwei Stunden, 45 Versuche, gefühlte 100 Stürze und eine Wutattacke später weiß ich: Ich kann das nicht. Diesen Highscore schenke ich Frombi, der sowieso kein Leben hat, und wende mich irgendwas Wichtigerem zu… Aber schon einige Minuten später kribbelt es schon wieder in meinen Fingern.
Aufmerksame Leser werden sich fragen: Was ist so geil daran ein Spiel zu spielen, das man augenscheinlich hasst und das einen stundenlang fertig macht. Aber genau dieser Wettbewerb ist es, der mich Trials Evolution auch lieben lässt. Das Glücksgefühl, den blöden Nerd, der auf allen Strecken in der Freundesliste den Highscore hält, zu schlagen, ist überwältigend. Die Entwickler RedLynx intensivieren das, indem sie auf jeder Strecke die Namen anderer Spieler aus der Freundesliste als Ghosts einblenden. So sieht man, wann welcher Spieler wo war, aber nicht wie er gefahren ist – damit jeder seinen eigenen Weg findet.
Was ist Trials?
Trials Evolution ist der Nachfolger eines der beliebtesten XBLA-Spiele jemals, Trials HD. Der Titel erschien 2009 im Xbox Marktplatz und etablierte sich schnell als absoluter Verkaufshit. Das einfache Spielprinzip lockte Millionen von Spielern an, im Kern steckt aber eine bockschwere Jagd nach Highscores. Ganz simpel erklärt: In einer 3D-Sidescroll-Welt fährt man als Spieler ein Motorrad durch einen Hindernisparcours. Dabei kann man sich von Savepoint zu Savepoint retten, wenn man stürzt muss man den Parcours dann nicht komplett wiederholen. Ziel ist es, so schnell wie möglich und möglichst ohne Stürze ins Ziel zu gelangen – der Wettbewerb findet mit Freunden aus der Friendlist statt.
Die Steuerung erweist sich als ebenso simpel wie das Spielprinzip. Mit dem linken Stick kann man sich auf seinem Motorrad nach vorn oder hinten lehnen, mit den Triggern gibt man Gas und bremst. Am Anfang ist das auch noch vollkommen problemlos, aber bald fangen die richtig fiesen Schikanen an. Weite Abgründe, Minen, die man überspringen muss und Balanceakte warten, wer nicht den Dreh raus hat, muss des Highscores wegen dauernd von vorn anfangen. Manche Strecken kann ich so mittlerweile im Schlaf und ohne hinzusehen fahren.
Quelle: Videogameszone.de
Trials Evolution ist ein XBLA-Pflichtkauf (3)
Im Kern des Gameplays steht eine (eher einfache) Physikengine. Es gilt die Balance zwischen Fahrerschwerpunkt, Vortrieb und Steigung zu finden und nach Sprüngen am besten im richtigen Winkel zu landen. Wer auf dem Vorderrad landet, federt den Sprung zwar sachte ab, hat aber nicht sofort Vortrieb um weiterzufahren und verliert Millisekunden. Wer auf dem hinteren Rad landet und zu viel Gas gibt, überschlägt sich. Unterschiedlich steuern sich auch die Motorräder. Bei jeder absolvierten Strecke verdient man Medaillen, hat man genug zusammen, schaltet man ein neues Moped frei. Je nach Karte lohnt sich dann ein Wiederholungsbesuch, etwas weil die neue Maschine deutlich schneller beschleunigt. Grundsätzlich ist die Wahl nicht immer leicht, denn das schnellste Motorrad ist nicht immer das Beste: Manchmal kommt es auch auf Federung oder Radstand an, gerade in den hohen Schwierigkeitsgraden, die mehr als nur ein paar Fahrkünste abverlangen.
