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  • Tron 2.0: Killer App im Gamezone-Test

    Obwohl die Lizenz schon 20 Jahre auf dem Buckel hat, wirkt Tron 2.0 auch heute noch mehr als taufrisch.

    Zwanzig Jahre ist es nun her, seitdem sich das Master Control Programm seiner eigenen Intelligenz bewusst wurde und sich zu einer Bedrohung für die real existierende Welt entwickelte. Das Computergenie Kevin Flynn wurde daraufhin digitalisiert und betrat als erster Mensch die Welt der Bits und Bytes. In dieser phantastischen Welt tritt er gegen das MCP an und versucht den größenwahnsinnig gewordenen Computer zu bezwingen. Dies gelingt ihm - wenn auch nur knapp - mit Hilfe des Programms TRON, welches ihm schließlich den Weg in die reale Welt zurück bahnt.
    Erst zwanzig Jahre später gelang es Alan Bradley den Programmcode zum digitalisieren von Menschen wieder herzustellen. Seitdem schlummert er in Ma3a, bis sich diese gezwungen sieht den Code einzusetzen, da eingeschleuste Viren ihre Existenz gefährden und sie alleine der Lage nicht mehr Herr wird. So digitalisiert sie in ihrer Not den Sohn von Alan, Jet, um ihr zu helfen. An dieser Stelle kommen wir ins Spiel, die ab sofort die Geschicke Jet's in der digitalen Welt zu leiten haben.

    Ma3a vs. MCP

    Ma3a ruft uns Ma3a ruft uns Wer nun glaubt, dass Tron 2.0 aufgrund seiner doch schon etwas in die Jahre gekommenen Lizenz, altbacken oder unmodern wirkt, der täuscht sich gewaltig. Ganz im Gegenteil wirken die präsentierten Welten unglaublich modern und kein bisschen angestaubt. Auch wenn die Erinnerungen an den alten Film viele bunte Linien und geometrische Figuren zurückgelassen haben, erstrahlt das neue Tron Universum in einer Detailvielfalt die man nicht erwartet hätte. Quadratische Räume oder undekorierte Gänge sucht man vergeblich, stattdessen wird das Auge mit vielen Licht und Schatteneffekten, diversen Displays und Gerätschaften, Energiebrücken und Leuchtkanten verwöhnt.

    Ma3a ist infiziert Ma3a ist infiziert Gespielt wird Tron 2.0 aus der bekannten 1st-Person Ansicht, die uns das aktuelle Werkzeug in unseren Händen zeigt aber keine Füße. Orientiert sich die Steuerung von Jet noch stark an Bekanntem, hat man sich beim restlichen Interface von den Standards abgewendet und etwas ganz Eigenes auf die Beine gestellt. Anfangs stellt einen das schon noch vor das ein oder andere Problem, bis man endlich die ganze Tiefe des etwas kompliziert geratenen Interfaces erfasst hat. Dreh- und Angelpunkt des erfolgreichen Vorankommens nämlich ist das optimale Einsetzen der verfügbaren Sub-Routinen. Da Jet selbst im digitalen Universum auch nur ein "illegales Programm" darstellt, ist er in der Lage vorhandene Sub-Routinen im eigenen - übrigens sehr begrenzten - Speicher auszuführen. Diese Sub-Routinen beinhalten die vier verfügbaren und in drei Stufen auflevelbaren Waffen ebenso wie diverse Tools, welche ebenfalls in den Stufen Alpha, Beta und Gold auflevelbar sind. Der Vorteil weiterentwickelter Sub-Routinen besteht nicht nur in ihrer höheren Leistungsfähigkeit, die Sprungroutine in Gold z.B. lässt uns fast doppelt so hoch springen wie die Alpha, sondern auch in ihrem viel geringeren Speicherplatzbedarf. Da dieser, wie bereits erwähnt, nur sehr knapp bemessen ist, ist man für jeden weiteren freien Datenblock dankbar. Denn generell ist es so, dass man niemals alle zur Verfügung stehenden Sub-Routinen gleichzeitig einsetzen kann, ganz im Gegenteil muss man sich die augenblicklich nötigen erst vor dem Einsatz in den Speicher laden. Dabei sollte man schon von Anfang an ein besonderes Auge auf das Virenschild werfen und es baldmöglichst upgraden, ansonsten riskieren wir das Eindringen eines Virus, welcher dann langsam aber sicher unsere wertvollen Routinen zerstört. Doch neben den Viren gibt es auch ganz banale Dinge die unseren Daten ans Eingemachte wollen, wie z.B. der Fluch der Defragmentierung. Ist eine Routine zu zerstückelt, müssen wir sie erst wieder mit mitgenommenem Tool defragmentieren bevor es wieder einsatzbereit ist. Ähnlich verhält es sich mit gefundenen Datenfragmenten, die manchmal die sehr wichtigen Zugangscodes enthalten, aber auch nur aus einer Mail oder einem korrupten Code bestehen können. Selbstverständlich haben wir auch für solche Daten das entsprechende Tool welches die kaputten Daten wieder gebrauchsfähig macht.

    Ein harmloses Script Ein harmloses Script Bis man allerdings all diese Funktionen blind beherrscht, befindet man sich sicher schon im zweiten oder dritten Level und kann endlich komplett ins Spiel einsteigen. Dabei bemerkt man sehr schnell, dass es einem die Gegenspieler - selbst auf leichtester Stufe - nicht gerade leicht machen. Unbedachtes Vorpreschen endet sofort tödlich und ist auf Dauer schlicht nicht möglich. Ganz im Gegenteil will jeder Level genauestens ausgekundschaftet werden um an die begehrten Zugangsberechtigungen zu kommen ohne von den Wachen erwischt zu werden. Das Leveldesign erlaubt dabei keinerlei Ausflüge und verlangt vom Spieler das akribische Abarbeiten der vorgegebenen Missionspunkte. Dabei fühlt man sich wegen der vielen Sprungeinlagen unweigerlich an Tomb Raider erinnert, wenn man das x-te Mal einen Level laden muss weil man schon wieder von einer der fünftausend Kanten abgerutscht ist. Hier wäre etwas weniger definitiv mehr gewesen. Dafür wird man mit vielen sehr gut ins Spiel integrierter Cutscenes belohnt, welche die erstaunlich abwechslungsreiche Geschichte ohne die geringsten Durchhänger erzählt. Daran nicht ganz unbeteiligt sind die bemerkenswert abwechslungsreich gestalteten Level, die den Spieler nicht nur im großen Hauptcomputer, sondern auch in einem Router oder sogar einem Palmtop agieren lassen. Vorbildlich, dass man jederzeit Speichern kann und auch der tatsächliche Fortschritt gesichert wird und nicht einfach nur der Levelanfang. Allerdings sollte man es tunlichst unterlassen immer nur einen einzigen Speicherslot zu verwenden, denn bei diesem Spiel passiert es einem besonders leicht an eine Stelle zu kommen an der man mit der geringen Lebensenergie die man noch besitzt nicht mehr weiterkommt. Da ist man dann umso dankbarer wenn man noch einen Speicherpunkt vor der fatalen Situation besitzt.

    Die Lichtrennen

    Light Cycle Race Light Cycle Race Freilich hat man auch das berühmte Lichtrennen nicht vergessen, welches das MCP gerne benutzt um sich unliebsamen Codes, wie wir es z.B. sind, zu entledigen. Dieses wurde nicht nur hervorragend in die Singleplayer-Kampagne integriert, denn nicht nur einmal werden wir gezwungen an diesen Rennen um Leben und Tod teilzunehmen, es ist auch einzeln unter dem Punkt Multiplayer anwählbar. Die technische Umsetzung darf man als sehr gelungen bezeichnen, bietet uns dieses Minigame nicht nur eine angenehm hohe Geschwindigkeit, auch die Level sind sehr abwechslungsreich und groß geraten und über die frei steuerbare Kamera freut man sich nicht nur einmal, erlaubt sie uns auch den Blick nach hinten oder aus der Vogelperspektive heraus direkt von oben auf unseren Fahrer.

    Rot, Grün, Blau

    Ein Datenstrom Ein Datenstrom Die verwendete Grafik ist weit davon entfernt nur geometrische Körper aus bunten Linien zu präsentieren. Ganz im Gegenteil hält man gerne inne um die extravaganten Konstruktionen und ihre erstklassische technische Umsetzung zu bewundern. Zwar müssen Xbox-Spieler mit einer geringeren Auflösung als die Besitzer eines PCs leben, bekommen aber im Gegensatz eine mehr als stabile Framerate geboten und müssen auch auf keinerlei der bekannten Details verzichten. Trotzdem haben die Entwickler eine Option eingebaut das allgemeine Leuchten der Grafik abzuschalten. Deaktiviert man das sogenannte "Lightglow" sieht das Gezeigte schon sehr nach betagter Vektorgrafik aus, was wohl nur im Multiplayer-Mode bei maximaler Mitspielerbelastung Sinn macht. Denn normalerweise leistet sich Tron 2.0 keine Ausreißer und bietet uns eine flüssige Wiedergabe. Lästiger sind da schon die vielen und manchmal unberechenbaren Ladezeiten. Denn warum das Spiel den gleichen Spielstand fünfmal innerhalb von zehn Sekunden laden kann, beim sechsten Mal aber plötzlich eine Minute dafür benötigt, wird auf immer sein Geheimnis bleiben.

    ICP: Incompetent, Confused Programs!

    This system is not going down on my watch! This system is not going down on my watch! Ebenso gelungen ist die Soundkulisse, die neben den vielen stimmungsfördernden Systemgeräuschen auch mit einem filmreifen Soundtrack aufwartet, der sich wahrlich nicht verstecken muss. Jede Örtlichkeit besitzt ihre spezifische Melodie, die aber allesamt im selben Stil gehalten sind, was der Atmosphäre die erwartete Dichte verleiht. Je nach Situation ändern sich zudem die Rhythmen, von beruhigend langsam bis zu aggressiv schnell, immer passend zur Situation.

    Leider nur hat man der Konsolenversion jegliche Lokalisierung gespart, Tron 2.0 für die Xbox ertönt ausschließlich in englischer Sprache, obwohl die PC-Version bereits eingedeutscht war. Nicht einmal deutsche Untertitel gibt es einzuschalten, das gesamte Spiel ist in rein englischer Sprache gehalten.

    Anspruchsvolles Gameplay

    Wer bereits die PC-Fassung angespielt hat, der wird schnell die kleinen Änderungen erfahren, die man dem Programm zukommen lies. So können wir uns über ein Auto-Aim für die Disk freuen, womit es nun sogar möglich ist leicht um die Ecke zu schießen. Doch auch das automatische Anordnen der Programme im RAM ist sehr praktisch und erspart einem das manuelle zuteilen des Speicherplatzes. Mitunter entdeckt man auch kleinere Veränderungen am Leveldesign, wohl ein Zugeständnis an den im vergleich mit den PCs wesentlich geringeren Hauptspeicher der Xbox. Ansonsten jedoch erhalten wir mit "Tron 2.0 Killer App" das gleiche Spiel wie die PC-Zocker.

    Incompetent, Confused Programs! Incompetent, Confused Programs! Der größte Stolperstein am Gameplay dürfte nach wie vor das komplizierte Interface sein, welches bei genauer Betrachtung überhaupt nicht so kompliziert ist wie man meinen möchte. Trotzdem dauert es eine Weile bis man seine ganzen Subroutinen im Griff hat und sie entsprechend einsetzt. Besonders in Situationen in denen man keinen Ausweg findet lohnt es sich mal näher mit dem Interface zu befassen. Denn oft tragen wir die Lösung in Form einer Routine schon mit uns herum. Sehr angenehm in diesem Zusammenhang, dass Xbox-Spieler die eMails im System lesen können ohne Energie dafür zu verbrauchen. Dies hat man sich am PC nämlich oft gespart, um Energie zu sparen, was einem natürlich auch etwas von der Geschichte vorenthielt.

    Wer mehrere Xboxen besitzt und vielleicht auf die Idee kommt einen Tron 2.0 Spielstand auf eine andere Konsole zu übertragen, erlebt mitunter eine Enttäuschung. Denn aus unerklärlichen Gründen lassen sich manche Spielstände auf einer anderen Xbox nicht benutzen. Es heißt dort lapidar, dass der Spielstand nicht geladen werden kann. Andere hingegen funktionieren einwandfrei. Oft hilft es auch, auf der Ursprungs-Xbox das Spiel noch einmal zu speichern, um das Savegame dann auf einer anderen Xbox benutzen zu können.

    Ma3a und XBL

    Datenklau Datenklau Neben der Singleplayer-Kampagne bietet uns Tron 2.0 Killer App auch eine ganze Reihe Spielvarianten für mehrere Spieler gleichzeitig. Es ist nicht nur möglich mehrere Xboxen lokal miteinander zu vernetzen oder per Splitscreen ein Match auszutragen, auch Xbox Live wird voll unterstützt. Dabei können wir die weltberühmten Lichtrennen mit bis zu vier Spielern ebenso austragen wie ein Match in der Disk-Arena, wo es auch richtige Turniere zu spielen gibt. Sehr schön auch, dass man mit bis zu vier Spielern gleichzeitig per Splitscreen online gehen kann. Am spannendsten jedoch ist die Spielvariante "OverRide", eine Mischung aus Lichtrennen und Disk-Arena. Diese werden in mehrstöckigen Arealen ausgetragen, wobei jeder Spieler auf seinem Lichtrenner versucht die feindlichen Programme einzufangen, um dann einen Nahkampf mit seiner Disk auszutragen. Vom Prinzip her nicht neu, trotzdem recht gelungen, ist der Spielmodi "Datenpunkt erbeuten", der einem Domination recht ähnlich ist, da es dabei darum geht die drei Datenpunkte Alpha, Beta und Gold für das eigenen Team einzunehmen. Vom Prinzip her ebenfalls schon bekannt ist das sogenannte "Löschen", wobei es einfach darum geht zu Löschen oder gelöscht zu werden, ein Dethmatch also.

    Tron 2.0: Killer App (XB)

    Singleplayer
    8,2 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    8/10
    Sound
    9/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    8/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Forderndes Gameplay
    herrliche Grafik und Soundkulisse
    gute Anpassung an das Xbox-Pad
    kein bisschen angestaubtes Missionsdesign
    gelungene MP-Modi
    Text wie Sprache ausschließlich in Englisch
    viele Ladesequenzen
    schwer zugängliches Interface
    Speicherstände nicht Memcard kompatibel
  • Tron 2.0: Killer App
    Tron 2.0: Killer App
    Publisher
    Microsoft
    Developer
    Buena Vista
    Release
    18.11.2004

    Aktuelle Action-Spiele Releases

    Cover Packshot von Harry Potter für Kinect Release: Harry Potter für Kinect Warner Bros. Interactive , Eurocom Entertainment
    Cover Packshot von Justice League Heroes Release: Justice League Heroes Warner Bros. Home Entertainment Group , Snowblind Studios
    Cover Packshot von Eragon Release: Eragon Vivendi , Stormfront Studios
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http://www.gamezone.de/Tron-20-Killer-App-Spiel-39913/Tests/Tron-20-Killer-App-im-Gamezone-Test-990121/
20.12.2004
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