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  • Tropico 2: Die Pirateninsel im Gamezone-Test

    Frog-City kredenzt uns mit "Tropico 2" einen der besten Titel diesen Jahres für den PC.

    Fünfzehn Mann auf des toten Manns Kiste...

    Es war schon ein gewagtes Experiment, auf das sich der Entwickler Frog-City mit Tropico 2 eingelassen hat, indem sie praktisch die gleiche Engine und das gleiche Interface wie beim Vorgänger benutzten, dem diktatorischen Tropenabenteuer Tropico von PopTop-Software, aber das Gameplay komplett überarbeitet, um nicht zu sagen, ins Gegenteil verkehrten. Ging es in Tropico noch darum auf der Insel eine möglichst florierende Wirtschaft aufzubauen, dient diese in Tropico 2 mehr den Piraten und ihren Vergnügungen, denn das Geld wird auf dem Meer während der Raubzüge verdient. Auf diesen macht man auch Gefangene, welche auf der Pirateninsel als kostenlose Arbeitskräfte eingesetzt werden können. Da so ein Gefangener natürlich ganz andere Bedürfnisse hat als ein Pirat, wird die Insel praktisch von zwei Völkern bewohnt, die sich gegenseitig eigentlich überhaupt nicht ausstehen können. Da wo sich der Pirat wohl fühlt, z.B. bei den Dirnen oder im Gasthaus, findet es der Gefangene ganz schrecklich, der sich lieber in der Kirche hinter einer schön geschnittenen Hecke aufhält, außerhalb der Sicht auf die Aufgeknüpften und ähnlicher Statussymbole der Piraten. Diese nämlich lieben es ihre Umgebung mit allerlei gruseligen Dingen auszustatten, denn je mehr davon in ihrer Nähe stehen desto besser geht es ihnen. Besonders wenn sie auch noch sehen können wie sich die Gefangenen fürchten oder gleich versuchen solche Gebiete zu meiden. Für das Gameplay bedeutet dies, dass man nicht mehr nur ein Volk zu regieren hat, sondern im Grunde zwei, welche absolut unterschiedliche Interessen haben und trotzdem keiner ohne den Anderen leben kann.

    Doch nicht nur das Gameplay selbst wurde praktisch komplett neu erfunden, auch der Umfang des Spiels hat erheblich zugenommen. Schon die vielen verschiedenen Spielmodi lassen erkennen wie vielfältig und gelungen das neue Spielprinzip umgesetzt wurde. Neben den normalen Szenarien, welche man in freier Reihenfolge und immer wieder Mal spielen kann, existiert auch ein Kampagnen Modus, welcher die neuen Features erst so richtig zur Geltung bringt. Wie z.B. die große Umgebungskarte, welche uns die benachbarten Inseln und Kontinente zeigt, die einen nicht unerheblichen Einfluss auf das Spiel haben. Wie gut unser jeweiliger Kapitän nämlich das zu befahrende Gebiet kennt wirkt sich direkt auf dessen Erfolg bei den Plünderungen aus, so wie auch das verwendete Schiff und der Ausbildungsgrad der Piraten selbst. Den meisten Spaß aber hat man natürlich nach wie vor auf der zu beherrschenden Insel, besonders durch die schon erwähnten verschiedenen Bevölkerungsgruppen. So kostet es einen Anfangs als erfahrener Tropico Spieler schon etwas Überwindung die Gefangenen möglichst schlecht zu behandeln, damit ihnen jegliche Motivation zur Flucht vergeht. Erst wenn wir sie demoralisiert haben können wir ihnen so Vergünstigungen wie eine Kirche zugestehen, in die sie zwischen den zu erledigenden Arbeiten beten gehen dürfen. Allerdings gibt es auch unter den Gefangenen Unterschiede, die sich aus der Lösegeldsumme ergibt die man mit ihnen erpressen kann. Solch reiche Gefangene sehen überhaupt nicht ein zu arbeiten, schließlich haben sie ihr Leben lang noch nicht gearbeitet. Stattdessen gehen sie denselben Vergnügungen nach wie die Piraten selbst, bis wir sie wieder verkauft haben. Dabei empfiehlt es sich solch hohe Gäste möglichst lange auf der Insel festzuhalten, denn mit jedem Tag steigt die Summe die man für sie verlangen kann. Die Piraten selbst schließlich haben den ganzen lieben langen Tag an Land nichts anderes zu tun als sich zu vergnügen. Dafür gibt es eine große Anzahl verschiedenster Lokalitäten, vom einfachen Hahnenkampf über Wirtshäuser bis hin zu richtig noblen Spielcasinos für die besseren Piraten. Da besagte Piraten aber nicht selbst arbeiten, benötigt man für den gesamten Service meist auch noch ausgebildete Gefangene. Da die nicht an Bäumen wachsen werden sie ebenfalls auf den Raubzügen nach Bedarf entführt.

    Ebenfalls völlig neu in Tropico 2 ist der mitgelieferte Insel- und Szenario-Editor, der eine wunderbare Ergänzung zum Sandkastenmodus darstellt aber auch hervorragend geeignet ist um z.B. Karten und Szenarien mit Freunden auszutauschen. Doch auch der Langzeitmotivation kommt er zugute, kann man doch nach dem absolvieren der vorgefertigten Kampagne und den einzelnen Szenarios nahtlos mit den eigenen Ideen weiterspielen.

    Wer bereits den Vorgänger gespielt hat benötigt nicht einmal das herrlich ausführliche Handbuch um das Interface bedienen zu können, und die Neueinsteiger werden nur bei den ganz speziellen Funktionen, wie bei manchen Edikt, nachschlagen und sich informieren müssen. Allerdings gibt es praktisch keine Funktion die nicht in wenigen Worten beim Überfahren mit dem Mauscursor erklärt wird. Die Bedienung selbst erfolgt absolut intuitiv und überrascht mit keinerlei Unklarheiten.

    Die Grafik hat ebenfalls eine Frischzellenkur erfahren und glänzt nun mit noch mehr Details und echter wirkenden Bodentexturen als der Vorgänger. Sehr positiv ist auch, dass die Bewohner der Insel nun endlich die gebauten Wege auch wirklich benutzen, statt einfach immer den kürzesten Weg zu wählen. Die Figuren selbst sind ebenfalls wieder sehr detailliert gelungen und können mit vielen verschiedenen Animationen aufwarten, so dass es eine wahre Freude ist ihnen bei der Arbeit zuzusehen. Dabei haben die Entwickler auch so manchen Kalauer im Spiel versteckt, wie den Farmer z.B., der in bester Slapstickmanier auf seinen Rechen tritt der ihm sodann natürlich mitten ins Gesicht schnalzt. Das muss soviel Spaß machen, dass er es gleich noch mal probiert, bis er sich endlich bückt und das Ding aufhebt. Oder die besoffenen Piraten, die es sich besonders nach einem Saufgelage nicht nehmen lassen die armen Gefangenen zu ärgern, und wenn ihnen nur ein Krug nachgeschmissen wird.

    Das i-Tüpfelchen auf dem Ganzen stellt dann noch die Musik dar, die man getrost als ebenso gelungen bezeichnen darf wie beim Vorgänger. Auch wenn man berechtigte Bedenken haben darf, ob man mit typischer Piratenmusik etwas anfangen kann, hat Frog-City ein goldenen Händchen bewiesen und den goldenen Mittelweg zwischen gefälligen Sounds und den typischen Hafenklängen gefunden. Selbst nach einem mehrstündigem Spiel geht einem die Musik nicht auf die Nerven, da sie sich angenehm im Hintergrund hält, gerade so auffällig um für das richtige Feeling zu sorgen. Die Umweltgeräusche wurden ebenfalls wieder sehr gezielt aber nicht zuwenig eingesetzt und verleihen dem ganzen Geschehen einen Hauch von Leben. Dabei geht ein besonderes Lob an den Tontechniker, der ein wunderbares Mischungsverhältnis in den verschiedenen Zoomstufen realisiert hat. Hören wir in luftiger Höhe vom Dorf nur noch das typische Gegrummel während die Vögel zwitschern und die Brandung rauscht, differenziert sich die Soundkulisse je weiter wir uns dem Geschehen nähern, bis wir in der maximalen Zoomstufe das einzelne Werkzeug der gezeigten Figur hören können.

    Tropico 2: Die Pirateninsel (PC)

    Singleplayer
    9,2 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    9/10
    Sound
    9/10
    Steuerung
    9/10
    Gameplay
    10/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Noch größerer Umfang und noch vielschichtigeres Gameplay als schon beim Vorgänger
    sehr gelungenes und trotz seiner vielen Funktionen sehr übersichtliches Interface
    Karteneditor
    ebenfalls sehr gelungene Soundkulisse
    in einem Wort: Ein rundherum gelungenes Spiel
  • Tropico 2: Die Pirateninsel
    Tropico 2: Die Pirateninsel
    Publisher
    Take-Two Interactive
    Developer
    Frog City
    Release
    25.04.2002

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Tropico 2: Die Pirateninsel
Tropico 2: Die Pirateninsel im Gamezone-Test
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http://www.gamezone.de/Tropico-2-Die-Pirateninsel-Spiel-39933/Tests/Tropico-2-Die-Pirateninsel-im-Gamezone-Test-989255/
25.04.2003
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2003/05/film_1_.jpg
tests