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  • True Crime: Streets of L.A. im Gamezone-Test

    True Crime - ein echtes Verbrechen am PC User?

    Was auf den Konsolen noch ein toll gemachter GTA-Klon mit schmucker Grafik und packendem Soundtrack war, verkommt auf dem PC leider aufgrund diverser technischer Mängel und einer schlechten Steuerung zur Durchschnittsware.

    Willkommen in Los Angeles - der Stadt der Engel. Mit Sicherheit gibt es hier wesentlich mehr Schurken als Engel und genau deshalb muss die Polizei hier ein paar härtere Mittel einsetzen um dem organisierten Verbrechen auf die Spur zu kommen. Ihr schlüpft in die Rolle von Nick Kang, einem ehemaligen Cop, welcher aufgrund seiner ziemlich harten Vorgehensweise im Zuge seiner Ermittlungen vom Dienst suspendiert wurde. Die Chefin des E.O.D (Elite Operations Department) wird schon bald auf Nick aufmerksam und bietet ihm einen Job in ihrer Spezialeinheit an. Nick passt sprichwörtlich wie die Faust aufs Auge in diese Truppe, hier ist es sogar erwünscht etwas härter vorzugehen. In der sehr aufwendig inszenierten Geschichte legt sich Nick nicht nur mit diversen Gangs der Stadt an, sondern kommt - ganz nebenbei - auch dem mysteriösen Mord an seinem Vater auf die Spur...

    True Crime ist ein gelungener Genremix aus rasanten Verfolgungsjagden mit den verschiedensten Fahrzeugen, kombiniert mit actionreichen Kampf- und Schießeinlagen. Die über 100 verschiedenen Missionen sind auf acht Episoden verteilt und bieten oft von jedem der Spielelemente ein bisschen was, man wird dabei sogar mit echter Stealth-Action überrascht. Meist leitet ein schmuckes Intro in Echtzeitgrafik die jeweilige Episode ein und bringt Euch, neben dem weiteren Verlauf der Story, auch die aktuelle Mission näher; kurz darauf schwingt sich Nick Kang in sein Auto und macht sich auf dem Weg zum Einsatzort. Dort angekommen, kann es schon mal zu einer handfesten Schlägerei kommen - nur gut das Nick ein Meister der wichtigsten Kampfsportarten ist. Hierbei kommt eines der zentralen Spielelemente zum Einsatz: Das umfangreiche Kampfsystem. Nick ist nicht nur in der Lage mit verschiedenen Schlägen und Tritten seinen Gegnern zu Leibe zu rücken, auch Spezial- und Finishing-Moves sind per Tastenkombination möglich. Wie in den guten alten 16-Bit Beat'em'Ups kann man auch hier verschiedene Gegenstände im Kampf als Waffe einsetzen oder die Feinde damit bewerfen. Neue Moves erlernt man ganz ähnlich wie in "Shenmue" in verschiedene Dojo's in der Stadt, als Gegenleistung kann man dafür seine verdienten Missionspunkte in Form von Polizeimarken eintauschen. In einigen Missionen muss man dann aber doch zu härteren Mitteln greifen und den Weg mit Waffengewalt frei machen. Hierzu stehen Nick zwei Waffen gleichzeitig zur Verfügung und auch von Gegnern fallengelassene Schießprügel können jederzeit aufgenommen und weiterverwendet werden. Ein automatisches Zielsystem hilft bei Treffen der Gegner, zusätzlich kann man sich über das Festhalten der Schuss-Taste in einen Zeitlupenmodus begeben und ganz gezielte Präzisionstreffer mit Hilfe eines frei steuerbaren Fadenkreuzes landen. Dies ist besonders bei Geiselnahmen eine sinnvolle Taktik, zudem könnt Ihr auch Eure Schießkünste jederzeit in der Stadt trainieren, das System funktioniert hierbei wie mit den oben beschriebenen Dojo's.

    Doch solltet Ihr nicht in allen Missionen einfach so mit der Axt ins Haus fallen, manchmal wird auch eine etwas leisere Vorgehensweise von Euch gefordert. Zu diesem Zweck könnt Ihr Euch an Wänden entlang vorwärts tasten und die Gegner mit Betäubungspfeilen, Handkantenschlägen oder sogar tödlichen Genickbrüchen außer Gefecht setzen. Das Ziel der jeweiligen Mission sollte man zwar möglichst erfüllen, aber auch wenn es einmal nicht klappen sollte, kann man mit dem Spiel einfach weitermachen und begibt sich dadurch auf einen anderen Handlungsstrang. Das Spiel und dessen Missionsstruktur verändern sich also je nach dem wie Ihr es spielt. Trotzdem sollten nicht nur die Perfektionisten unter Euch möglichst alle Aufträge fehlerfrei absolvieren, sonst kann es schon mal passieren, dass die nächste Episode nicht angewählt werden kann. Doch das ist kein Problem bei True Crime, Ihr könnt in einem übersichtlichen Menü jederzeit alle vergangenen Missionen erneut starten und somit diverse Schandflecken aus Eurer Polizeikarriere entfernen. Hierbei kommt auch die sehr stark genutzte Speicherfunktion zum Einsatz, nach wirklich jedem wichtigem Ereignis speichert das Spiel von ganz alleine ab, man muss also hierfür nicht extra an besondere Orte fahren.

    Autos spielen eine ebenfalls sehr wichtige Rolle und fahren in einer Großstadt wie Los Angeles glücklicherweise in rauen Mengen durch die Gegend. Als Polizeibeamter ist es für Nick Kang natürlich sehr einfach fremde Vehikel von ihrem Besitzer zu trennen und damit alleine weiterzufahren. Gewagte Manöver wie 180°-Drehungen oder das Fahren auf zwei Rädern können auch hier im Laufe des Spiels neu dazugelernt werden, in entsprechenden Fahrschulen kann Nick jederzeit seine Fahrkünste verbessern oder besonders flinke Flitzer in Straßenrennen erwerben. Die Entwickler haben außerdem sehr viel Wert auf eine gelungene Simulation von Verfolgungsjagden gelegt, man kann die Autos der Gegner nicht nur zu Schrott fahren, sondern dies auch mit Waffengewalt unbrauchbar machen. Wer im bereits erwähnten Zeitlupenmodus die Reifen des verfolgten Autos ins Visier nimmt, kann sich lange Fahrten sparen, ein Auto ohne Reifen fährt schließlich nur noch sehr langsam und kann sehr leicht gestoppt werden. Wenn sich der Verfolgte mit Euch nicht noch ein kleines Feuergefecht liefern möchte, könnt Ihr ihm sofort die wohlverdienten Handschellen anlegen und Euch neuen Dingen zuwenden. Zwischen fast jeder "echten" Mission bleibt Euch viel Zeit um Zufallsverbrechen aufzuklären, oder Eure Fähigkeiten zu verbessern. Sobald Ihr dann genug davon habt, geht's zum nächsten Auftrag, welcher ständig auf einer handlichen Minimap markiert ist.

    Den Rekord für die größte virtuell nachgebaute Stadt in einem Videospiel hat sich True Crime jetzt schon gesichert: Mit Hilfe von GPS-Daten, unzähligen Fotos und anhand von Stadtplänen hat man hier den gesamten nordwestlichen Teil der zweigrößten amerikanischen Stadt komplett nachgebaut. Das 250 Quadratmeilen große Areal erstreckt sich über die größten und bekanntesten Stadtteile wie Downtown, Hollywood, Venice, Beverly Hills, Comton oder auch Inglewood. Da man als Tourist in dieser Stadt sowieso nur in diesen Vierteln unterwegs ist (auch wenn Inglewood nicht besonders dafür geeignet ist), werden viele von Euch an so mancher Stelle ein Deja Vu erleben und auf bekannte Straßenecken und Sehenswürdigkeiten treffen. Die Straßen von Los Angeles sind, wie wir aus zahlreichen Gangsterfilmen wissen, nicht immer ganz ungefährlich und wechseln ihr Gesicht an fast jeder Straßenecke. Auch im Spiel verhalten sich Passanten je nach Stadtteil unterschiedlich und Ihr könnt in sehr großzügiger Weise mit der Stadt interagieren. Als Polizist dürft Ihr die umherlaufenden Personen natürlich jederzeit anhalten und durchsuchen, manchmal findet Ihr dabei sogar ein paar illegale Drogen oder Waffen. Per Tastendruck bekommt der Bösewicht Handschellen verpasst und Ihr habt Euch ein paar nützliche Polizeipunkte verdient. Das Auftreten in der Öffentlichkeit sorgt, je nach Spielverhalten, für ganz unterschiedliche Reaktionen: Wer zu viele Unschuldige bei seinen Streifzügen durch die Stadt verletzen, oder gar töten sollte, wird schnell zum "Bad Cop" abgestempelt. Mit diesem Status an der Backe lassen sich manche Episoden des Spiels gar nicht erst beginnen und Ihr habt es auf den Straßen der Stadt etwas schwerer. Durch gute Taten könnt Ihr natürlich auch wieder zum "Good Cop" aufsteigen und somit Euer Ansehen in der Stadt verbessern.

    Was auf den Konsolen dank Fernseher und damit verbundener, niedriger Auflösung noch wirklich gut aussah, kommt auf dem PC leider ziemlich antiquiert daher. Gerade durch die hochauflösende Darstellung des PC's zeigt das Spiel sein hässliches Gesicht und wirkt eben im Vergleich mit der Konsole ziemlich ungeschminkt. Dabei hat man sogar die eine oder andere Textur überarbeitet und wenigstens erkennbar gemacht, das Gesamtbild war aber dann doch mehr als enttäuschend. Ok, man könnte jetzt natürlich behaupten, dass wohl einfach unsere bösen Grafikkartentreiber schuld daran sind, dass einige Figuren keine Augen haben und die Straßen von L.A. mit Pop-Ups und Cliping-Fehlern nur so gespickt sind. Von ganz peinlichen Bugs und der Notwendigkeit eines Patches wollen wir deshalb an dieser Stelle nicht sprechen, aber sagt später bitte nicht, wir hätten euch nicht vorm technischen Desaster gewarnt. Eines steht auf alle Fälle fest: Die Umsetzung der PC-Version hätte mit Sicherheit um einiges besser ausfallen können.

    Die Steuerung des Ganzen ist natürlich bei der großen Vielfalt der Bewegungsmöglichkeiten etwas überladen ausgefallen, zumal man das Ganze auf Maus und Tastatur verteilt hat. Schließlich könnt ihr nicht nur mit dem Auto durch die Gegend fahren, sondern auch aus gleichzeitig dabei um euch Ballern oder per Zielvisier feindliche Reifen platzen lassen. Außerdem gilt es Gangster auf umfangreiche Weise zu vermöbeln, sich an diesen geschickt vorbeizuschleichen, oder sie nach einem hitzigen Feuergefecht zu verhaften. Dies hat zur Folge, dass man schon eine gewisse Zeit benötigt, bis man sich mit der voll gepackten Steuerung kreuz und quer über Keyboard und Maus zurechtfindet - nach einer Eingewöhnungsphase ist die Steuerung zwar brauchbar, niemals aber wirklich gut. Wer übrigens geglaubt hat, dass mit einem hochmodernen Joypad die Sache geritzt wäre, hat sich geschnitten, denn Joypads unterstützt das Spiel schlichtweg nicht. Pfui!

    Die Soundkulisse des Spiels kann sich auch auf dem PC wirklich hören lassen: Nicht nur dass für den Soundtrack mit über 50 Songs sogar völlig neue "True Crime-Tracks" von bekannten Rap und HipHop Größen beigesteuert wurden, alle wichtigen Figuren in diesem Spiel haben ihre Stimmen von bekannten Schauspielen geliehen bekommen. Unter anderem sind mit dabei: Gary Oldman, Christopher Walken, Russel Wong und Michelle Rodriguez. Auch beim Script für die Dialoge hat man sich wirklich viel Mühe gegeben und sehr viele verstecke Gags sorgen oftmals für gelungene Lacher. Da werden viele von Euch sicherlich verstehen können, dass man dieses Spiel nicht ins Deutsche übersetzt hat und nur optionale deutsche Untertitel integriert worden sind. Der hervorragende und zusätzlich als Audio-CD erhältliche Soundtrack wird übrigens nicht nur böse Gangster-Musik enthalten, es gibt auch ein paar Rock-Tracks zu hören, auch wenn man diese in der Flut der Gangstermusik mit der Lupe suchen muss. Die originellen Radiosender aus GTA hat man leider nicht "ausgeliehen", die Musikrichtung kann also nicht beliebig gewechselt werden und ist für absolute Rap-Hasser etwas gewöhnungsbedürftig. Musik ist nun mal Geschmackssache, wer also auf die gefährlichen Jungs mit den Goldkettchen und Haarnetzen steht, wird hier vollends zufrieden gestellt. Leider hatten wir mit unserer Testversion diverse Probleme bei der Synchronisation zwischen Bild und Ton, außerdem haben sich die Motorgeräusche aller enthaltenen Autos ziemlich grausam und überdreht angehört. Ob dies nun an unserem Testsystemen lag oder einfach nur ein weiterer Bug dieser PC-Umsetzung ist, können wir leider noch nicht sagen.

    Eine groß angekündigte Erweiterung für die PC-Umsetzung ist übrigens ein Mehrspielermodus mit bis zu drei weiteren Mitstreitern aus dem Internet oder Lan. So ganz ausgereift wirkt das Ganze hier leider auch nicht, es wird zwar eine stattliche Anzahl verschiedener Modi (Gun fight, Dojo Battle, Checkpoint Race und Beat) geboten, so richtig Spaß macht davon aber kaum einer und man merkt dem Spiel ganz deutlich an, dass es von Anfang an nur für Einzelspieler konzipiert wurde. Die Entwickler hätten sich ganz eindeutig mehr auf die technische Umsetzung konzentrieren sollen, als auf einen Mehrspielermodus den kein Mensch braucht.

    True Crime: Streets of L.A. (PC)

    Singleplayer
    7,6 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    7/10
    Sound
    8/10
    Steuerung
    7/10
    Gameplay
    8/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    packende Atmosphäre
    filmreife Story
    sehr viel Abwechslung
    riesiger Soundtrack
    virtuelles Los Angeles
    ausgereiftes Kampfsystem
    Kameraprobleme
    Frust aufgrund der komplexen Steuerung mittels Tastatur und Maus
    technisch sehr schlecht auf den PC umgesetzt
    schwacher Mehrspielermodus
  • True Crime: Streets of L.A.
    True Crime: Streets of L.A.
    Developer
    Luxoflux
    Release
    27.05.2004

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    Cover Packshot von I Expect You To Die Release: I Expect You To Die
    Cover Packshot von Watch Dogs 2 Release: Watch Dogs 2 Ubisoft , Ubisoft
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True Crime: Streets of L.A.
True Crime: Streets of L.A. im Gamezone-Test
http://www.gamezone.de/True-Crime-Streets-of-LA-Spiel-39964/Tests/True-Crime-Streets-of-LA-im-Gamezone-Test-989889/
28.05.2004
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2004/06/2_Schleich.jpg
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