Games World
Login Registrieren
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • Turning Point: Fall of Liberty im Gamezone-Test

    Ein Titel der trotz manch guter Ansätze leider überhaupt nicht überzeugen kann.

    Die Ankündigung von Turning Point: Fall of Liberty war viel versprechend. Statt sich zum gefühlten 100. mal durch die Normandie zu ballern, sollte der Titel ein etwas anderer WWII-Shooter werden. In der alternativen Zeitlinie von Turning Point: Fall of Liberty ist Winston Churchill bei dem New Yorker Taxiunfall im Jahre 1932 ums Leben gekommen. Dadurch hat Deutschland bereits ganz Europa erobert und greift jetzt nach den USA.

    Bauarbeiter gegen Wehrmacht

    Turning Point: Fall of Liberty Turning Point: Fall of Liberty Der Beginn von Turning Point: Fall of Liberty ist grandios. Im einen Moment arbeiten wir mit unseren Kollegen an einem Hochhaus in New York, als plötzlich der Himmel von deutschen Zeppelinen und Kampfflugzeugen verdunkelt wird. Überall um uns herum kracht es, Wolkenkratzer brechen zusammen, Explosionen, Fallschirmspringer landen in den Straßenschluchten von Manhattan. In den ersten Minuten des Spiels versucht unser Held mit allen Mitteln von dem nicht fertig gestellten Wolkenkratzer zu entkommen. Ein Skriptereignis jagt das nächste. Wow, das könnte doch ein überaus gelungener Shooter werden, denkt man sich zumindest in den ersten 15 Spielminuten, doch schnell wird klar, dass die Entwickler von Spark Unlimited ihr Pulver bereits im ersten Level komplett verbraucht haben.

    Man hätte aus der Idee den Zweiten Weltkrieg in den USA fortzuführen sehr viel machen können. Spannende Kämpfe um die Wall Street, ein Einsatz auf dem Empire State Building, oder die Verteidigung der Freiheitsstatue. Alles was man jedoch bekommt, ist ein völlig belangloses Gameplay ohne Höhen. Ihr kämpft euch meist durch undetaillierte Häuser, düstere U-Bahn Schächte oder finstere Gassen ohne Widererkennungswert. Überhaupt ist Turning Point: Fall of Liberty sehr dunkel und grau. Abwechslung gibt es selten. Das höchste der Gefühle ist, wenn ihr mal einen Panzer erledigen müsst, oder eine Stellung vor heranstürmenden Soldaten verteidigt. Ansonsten ballert ihr euch durch strohdumme Gegner, die euch nur so vor das Fadenkreuz springen.

    Das Gefühl mitten in einem Krieg zu sein, kommt kaum auf. Zwar begleiten euch des Öfteren mal verbündete Kämpfer, an ein Call of Duty kommt Turning Point nicht mal im Ansatz heran. OK, der Shooter ist nicht besonders spektakulär, aber für Genre-Fans müsste es doch immer noch reichen, oder? Im Prinzip schon, wäre da nicht das sehr ungünstige Checkpoint-System. Die Speicherpunkte liegen sehr weit auseinander und sind absolut an den falschen Stellen platziert worden. Da die Entwickler scheinbar nicht viel von einem ausgewogenen Leveldesign halten, gibt es sehr viele, recht schwierige und unfaire Stellen, die beim ersten Anlauf eigentlich nicht zu schaffen sind. Also muss mal wieder ein weit entfernter Checkpoint geladen werden. Hat man dann die Stelle, an der man vorher gescheitert ist, absolviert, kommt schon der nächste Brocken, ohne das vorher gespeichert wird. Frust macht sich breit. Die Motivation ist ohnehin schon sehr gering, das Speichersystem gibt dem Spiel den Rest.

    Was bringt die alternative Zeitlinie?

    Turning Point: Fall of Liberty Turning Point: Fall of Liberty Scheinbar wollte Spark Unlimited damit wohl die recht kurze Netto-Spielzeit kaschieren, denn nach 6 Stunden dürfte Schluss sein, müsste man nicht große Levelteile ständig wiederholen. So wird die Spielzeit natürlich künstlich gestreckt. Die Kampagne beginnt in New York und führt euch über Washington bis hin nach London. Da wir uns in einer alternativen Zeitlinie befinden, gibt es neben den typischen Waffen des Zweiten Weltkrieges auch noch allerlei unbekanntes Gerät wie Scharfschützengewehre mit Infrarotaufsatz oder fliegende Landungschiffe, die leicht futuristisch daher kommen. Aber auch hier gilt: Da hätte man viel mehr daraus machen können. Insgesamt verkommt Turning Point zu einem durchschnittlichen Shooter, der aus dem ungewöhnlichen und erfrischenden Szenario einfach Nichts herausholen kann.

    Übrigens hat man noch einen Multiplayer-Modus für bis zu acht Spieler eingebaut, der überflüssiger nicht sein könnte. Nicht nur, dass er sich recht träge spielt, vielmehr bekommt man den Eindruck, dass Spark Unlimited ihn nur wegen der Alibi-Funktion eingebaut hat. Hauptsache er ist drin, der Rest ist egal. Finger weg, dachten sich wohl auch andere Käufer, weswegen die Server nur spärlich besucht sind. Ein weiterer negativer Punkt ist die ungenaue Steuerung, die das Zielen unnötig erschwert. Vor allem der Nahkampf könnte unpräziser nicht sein, weswegen ihr euch auf ein Handgemenge erst gar nicht einlassen solltet. Hinzu kommt noch, dass man aufgrund der miesen Kollisionsabfrage ständig hängen bleibt und deswegen auch das eine oder andere mal vom Feind erledigt wird. Diverse weitere, kleinere Bugs, die zwar nicht zu schwerwiegend sind, runden das Spielerlebnis leider weiterhin zu Ungunsten des Spielers ab.

    Unreal Engine 3, wie sich nicht aussehen sollte

    Turning Point: Fall of Liberty Turning Point: Fall of Liberty Es ist erstaunlich, dass man die Unreal Engine 3 noch schlechter aussehen lassen kann, wie viele andere Spiele, die noch die zweite Versionsnummer benutzt haben. Ohnehin kennt der Entwickler fast nur eine Farbnuance und die ist grau. Clipping-Fehler, Texturen bauen sich teilweise erst nach etwa einer Minute vollständig auf, Ruckler, Kantenflimmern, abgehackte Animationen, lächerlich wirkende Explosionen, man könnte die Liste ewig weiter führen. Kurz gesagt: Turning Point: Fall of Liberty ist einfach hässlich und wirkt technisch unfertig. Da ist es einem auch egal, ob die Licht- und Schatteneffekt der Zeit um Jahre hinterherhinken oder man sich in detailarmen Gebäuden zu Tode langweilt. Ein Lichtblick ist die fulminante Soundkulisse und die ordentliche deutsche Sprachausgabe. Obwohl die Waffeneffekte auch mal in besserer Qualität zu hören waren, kann man damit doch einigermaßen leben, vor allem, wenn man an den misslungenen Rest des Spiels denkt.

    Turning Point: Fall of Liberty (X360)

    Singleplayer
    5,8 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    5/10
    Sound
    7/10
    Steuerung
    6/10
    Gameplay
    4/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Interessantes Szenario
    furioser Spielbeginn
    toller Soundtrack
    Unfaires und ödes Missionsdesign
    Checkpoints liegen zu weit auseinander
    unausgegorener Schwierigkeitsgrad
    triste und unspektakuläre Levelarchitektur
    zu viele grafische Defizite
    kurze Spieldauer
    ungenaue Steuerung
    lahmer Multiplayer-Modus
  • Turning Point: Fall of Liberty
    Turning Point: Fall of Liberty
    Publisher
    Codemasters
    Developer
    Spark Unlimited
    Release
    14.03.2008
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 12/2016 SpieleFilmeTechnik 11/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
991735
Turning Point: Fall of Liberty
Turning Point: Fall of Liberty im Gamezone-Test
Ein Titel der trotz manch guter Ansätze leider überhaupt nicht überzeugen kann.
http://www.gamezone.de/Turning-Point-Fall-of-Liberty-Spiel-40057/Tests/Turning-Point-Fall-of-Liberty-im-Gamezone-Test-991735/
01.04.2008
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2008/04/Assault-Street-Lvl_compare1_sm.jpg
tests