U-Sing im Gamezone-Test

Test Andreas Keser

Besser als Singstar oder der totale Flopp? Hier erfahrt ihr was auf das neue Karaoke-Spiel, das exklusiv auf der Wii erscheint, zutrifft.

Popstars im Fernsehen und ständig ein neues "Singstar" in den Läden - Karaoke und Gesangeswettbewerbe haben Hochkonjunktur. Egal ob man es kann oder nicht, aber mit Freunden zum Mikro zu greifen scheint jedem Spaß zu machen. Besonders auf Partys ist Karaoke beliebt und unschlagbar. Dass man auf der Playstation zu "Singstar" greift und auf der Xbox zu "Lips" könnte so manchen Wii-Besitzer frustrieren, denn auf der Wii gibt es bislang keinen wirklich guten Referenztitel. Mit "Boogie" lassen sich zwar auch Songs trällern, aber an die beiden Konkurrenz-Spiele kommt das leider in keinster Weise heran. Ob "U-Sing" daran wohl etwas ändern wird?

Altes Prinzip und Timing-Probleme

U-Sing U-Sing Das Prinzip von "U-Sing" ist ziemlich dreist bei "Singstar" oder "Lips" abgekupfert, denn es könnte vom Aufbau her direkt deren kleiner Bruder sein. Am unteren Rand des Bildschirms wird der Text des Songs angezeigt. Ihr singt euch von Zeile zu Zeile, welche immer aus einer gewissen Anzahl an Wörtern bestehen, die auch als Balken dargestellt werden. Am Ende jeder Zeile wird euch ganz kurz in einem Wort gesagt, wie gut ihr im aktuellen Abschnitt gewesen seid (z.B. "fürchterlich", "geht so", "super", "perfekt"). Um die Geschwindigkeit der aufeinander folgenden Wörter einschätzen zu können, werden diese deutlich farblich markiert. So weiß man immer genau, wo man gerade ist, bzw. sein sollte. Man kennt das ja bereits von den ersten Karaoke-Maschinen in Form eines kleinen Punktes, der immer auf die Wörter hüpft, die gerade gesungen werden müssen. Der Text alleine nützt einem aber gar nichts - wer die Melodie nicht kennt, wird kläglich scheitern. Doch auch dazu hat man sich etwas einfallen lassen: Aufgrund der Lage der farbigen Balken kann man abschätzen, wie ein Wort gesungen werden muss. Sind diese eher unten angeordnet, dann muss tief gesungen werden, sind sie weiter oben, so solltet ihr höher singen. Je nach Länge des Wortes, sind die Balken mal länger und mal kürzer, was euch signalisieren soll, ob ihr den Ton lange halten oder nur kurz ansingen müsst. Bei besonders schrillen oder tiefen Passagen braucht ihr euch aber nicht die Seele aus dem Leib zu kreischen, denn man muss nicht die exakte Tonhöhe treffen, sondern nur die Melodie nachsingen. Es hat also keiner einen Nachteil.

U-Sing U-Sing Obwohl man das so nicht sagen kann. Im Grunde hat leider jeder bei diesem Spiel einen Nachteil. Das Problem ist nämlich, dass die Stimmerkennung ganz miserabel funktioniert. Man kann absolut perfekt singen und dennoch füllen sich die Balken nicht. Das liegt vor allem daran, dass das Timing sehr schlecht ist. Man muss immer ein bisschen früher einsetzen als die Sängerin/der Sänger des Liedes. So etwas darf einfach nicht sein. Das ist für ein Karaoke-Spiel absolut tödlich, denn egal wie gut es auch immer sein mag und wie gelungen die Musikauswahl ist, das Timing muss einfach stimmen, sonst macht es keinen Spaß.

Duo, Duell und Kampf

U-Sing U-Sing Natürlich kann "U-Sing" auch mit Freunden gespielt werden. So darf man beispielsweise im Duo-Modus gemeinsam singen. Dabei erzielt allerdings jeder seine eigenen Punkte, da auch jeder seine eigenen Anzeigen hat. Am Ende wird aber beides in einen Topf geworfen und man erhält einen gemeinsamen Rang (wie z.B. "Badewannen-Star", "Kleines Licht" oder "Rampensau"...). Im Duell läuft es ganz ähnlich, mit dem Unterschied, dass zwei Spieler gegeneinander antreten und jeder am Ende seine eigenen Punkte behält. Wer mehr davon ergattern konnte, der ist der Gewinner. Der Kampf-Modus ist wesentlich interessanter. Jeder Spieler hat wieder seine eigenen Balken, aber die Spieler singen abwechselnd. Einer stellt dabei immer den Angreifer dar. Er versucht den Sänger abzulenken. Dazu muss er den Ton an gewissen Stellen halten, um die eine oder andere Gemeinheit für den Sänger zu aktivieren. Wenn ihm das gelingt, dann muss der Sänger damit rechnen, dass plötzlich der Ton verschwindet, dass der Text spiegelverkehrt dargestellt wird oder dass sich auch dieser in Luft auflöst. Man kann ihm das Leben also verdammt schwer machen (es sei denn er kennt den Song bereits auswendig). Das kann äußerst lustig und unterhaltsam sein.

Alle Modi können in drei Schwierigkeitsstufen gespielt werden. Während man bei der "Probe" noch viele Fehler verziehen bekommt, ist das "Vorsingen" schon etwas anspruchsvoller und das "Konzert" deutlich strenger, wenn es um die Bewertung und das Treffen von Noten geht.

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