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  • Unlimited SaGa im Gamezone-Test

    Unlimited Saga ist die Erfüllung für den Hardcore-Rollenspieler und eine Zumutung für den Normalzocker.

    Komplex, komplexer, Unlimited Saga
    Unlimited SaGa im Gamezone-Test Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Einer der weltweit meist diskutierten Titel dieses Jahres hat endlich den Sprung nach Europa geschafft. In Japan vielumjubelt, in den USA teils massiv kritisiert, scheiden sich an Squares "Unlimited Saga" die Geister wie bei kaum einem anderen PS2-Spiel. Dabei war eigentlich schon im Voraus klar, dass es dieses ambitionierte Projekt außerhalb des Landes der aufgehenden Sonne schwer haben würde. Mit seinem höchst komplexen Kampf- und Skillsystem, der eigenwilligen Präsentation und dem reichlich abgehobenen Charakterdesign spricht "Unlimited Saga" in der Tat ausschließlich die geduldigen Hardcore-Rollenspieler der ersten Stunde an. Normalspielern sei schon an dieser Stelle ausdrücklich empfohlen, diesen Titel mit äußerster Vorsicht zu genießen, da es sich hierbei um ein Rollenspiel fernab aller bekannten RPG-Elemente, wie sie beispielsweise in einem "Final Fantasy X" auftreten, handelt.

    Wie schon in den diversen Vorgängern - darunter die "Saga Frontier"- und "Romancing Saga"-Reihen - liegt das Hauptaugenmerk des neuesten Ablegers auf dem ausgefeilten Charakterdesign und der hohen Erzähldichte: Sieben grundlegend verschiedene Spielfiguren ziehen hinaus in eine große Welt, alle mit ihren eigene Motiven und Hintergrundgeschichten. Der junge Kurier Ventus will beispielsweise seinen unterseltsamen Umständen getöteten Bruder rächen, und der Abenteurer Kurt ist auf der Suche nach dem Geheimnis seines verfluchten Panzerhandschuhs. Die Handlungsstränge der sieben Protagonisten werden im Verlauf des Spiels auf kunstvolle Weise miteinander verwoben und lassen ein monumental anmutendes Gesamtbild einer facettenreichen Welt entstehen. Was alle Helden miteinander verbindet, ist das Mysterium um die sieben Weltwunder, welches im Verlauf des Spiels zunehmend an Bedeutung gewinnen wird.

    Anstatt eine große, in sich geschlossene Geschichte zu erzählen, entschied man sich bei Entwicklerstudio Squaresoft dafür, den sieben Hauptcharakteren entsprechend, sieben von Beginn an frei wählbare Abenteuer von jeweils maximal fünfzig Stunden Spieldauer anzubieten. Jede der Auswahlmöglichkeiten umfasst bis auf wenige Ausnahmen komplett andere Hauptquests und Storyentwicklungen; im Prinzip handelt es sich somit um sieben eigenständige Spiele, allesamt basierend auf dem gleichen anspruchsvollen Regelwerk, welches anfangs selbst hartgesottenen RPG-Veteranen ein gehöriges Maß an Geduld und Experimentierfreudigkeit abverlangt. Erste Erfolgserlebnisse stellen sich erst nach mehreren Spielstunden ein; hat man jedoch erst mal das Spielkonzept und die Regeln verstanden, eröffnet sich dem Spieler eine völlig unkonventionelle wie attraktive Spielerfahrung.

    Fast sämtliche Aspekte des Spielprinzips weichen teils extrem von den gängigen Rollenspiel-Standards der heutigen Zeit ab. Angefangen bei der ungewöhnlich umgesetzten Fortbewegung über die Spielwelt bis hin zum sehr tiefgreifenden Kampfsystem beschreitet "Unlimited Saga" ein bisher unbekanntes Terrain. Gewöhnungsbedürftig ist auch die Tatsache, dass bis auf die in 3D gehaltenen Kampfarenen alles komplett handgezeichnet ist. Sämtliche Areale außerhalb des Kampfes werden mittels liebevoll gezeichneten Standbildern optisch dargestellt, während die Spielcharaktere und Feinde im Kampf Erinnerungen an die Bitmap-Ära der neunziger Jahre wach werden lassen. Die Animationen können sich dabei wirklich sehen lassen: Jede Kampfaktion eines Feindes oder eines Partymitglieds wurde in einer Minisequenz visualisiert; dabei kann die Mischung aus modernen 3D-Effekten und gezeichneten Animationsphasen wirklich überzeugen.

    Die Spielstruktur von "Unlimited Saga" besteht aus mehreren Phasen: Bevor es auf Abenteuerreise geht, gilt es zunächst, sich in der Stadt sich mit Ausrüstung und Informationen einzudecken. Interessant ist hierbei, dass man neue Gegenstände nicht nur gegen bares, sondern zudem auch im Tausch gegen andere Items erwerben kann. Nach bestimmten Erfolgen im Spiel erweitern zudem die vielen Shops ständig ihr Angebot, so dass es sich lohnt, auch später wieder zu einem bereits besuchten Laden zurückzukehren. Der zweite Ort, den es in jedem Ort gibt, ist natürlich die vielbesungene Taverne. Hier tauschen sich Abenteurer aus und sammeln Informationen über potenzielle Aufträge. Neben den bereits genannten Lokalitäten gibt es in vielen Städten und Dörfern besondere Einrichtungen wie Magieläden, Schmieden und die Carriers Guild, in welcher man bezahlte Botenaufträge annehmen kann. Hat man seine Vorbereitungen beendet, wählt man anschließend in der Taverne des Ortes aus einer Liste von möglichen Abenteuern den gewünschten Auftrag. Ist eine Entscheidung getroffen, wird die Party des Spielers, welcher sich bis zu sechs Mitglieder anschließen können, unvermittelt auf den 2D-Spielplan versetzt, auf dem die Bewegung der Gruppe stattfindet. Dieser wurde so schlicht wie praktikabel gestaltet: In jeder Runde rückt der Spieler ähnlich eines Brettspiels von einem Feld zu nächsten, wobei oft Alternativrouten angeboten werden. Damit man sich als Spieler ein Bild davon machen kann, wie der aktuelle Ort aussieht, wird in der linken oberen Hälfte des Bildschirms eine schöne Zeichnung eingeblendet. Auf jedem Feld kann es zu verschiedenen Ereignissen kommen; dabei ist Feindkontakt an der Tagesordnung. Neben nicht zu vermeidenden Zufallskämpfen bleibt es dem Spieler ansonsten freigestellt, ob er das sich auf dem entsprechenden Feld befindliche Monster angreift. Weitere Ereignisse beinhalten Fallen, Schätze sowie ein reichhaltiges Aufgebot an missionsspezifischen Sonderereignissen. Wird ein Feld mit einer Falle betreten, hat der Spieler noch die Möglichkeit, den drohenden Schaden mittels eines Glücksrades abzuwenden bzw. zu vermindern. Im Verlauf einer Mission löst man so auch kleinere Rätsel und andere Aufgaben, immerzu begleitet von den vielen gezeichneten Hintergründen.

    Wie fast alle Anteile des Spiels durchbricht auch das Kampfsystem die bekannten Klischees: Gesonderte Befehle wie Verteidigung oder Itemeinsatz sind in "Unlimited Saga" Fremdwörter. Vielmehr wird - basierend auf den Waffen, Ausrüstungsgegenständen und Fähigkeiten des entsprechenden Charakters - eine Palette an Aktionsmöglichkeiten angeboten. Bevor jedoch überhaupt eine Kampfrunde beginnt, müssen zunächst fünf separate Kampfbefehle ausgewählt werden. Diese werden im eigentlichen Kampf dann hintereinander ausgespielt, wobei sich die einzelnen Aktionen mit etwas taktischer Übersicht und einer gewissen Portion Glück zu charakterübergreifenden Combos verbinden lassen. Um dies zu erreichen, wird vor jeder einzelnen, zuvor bestimmten Aktion ein sich drehendes Rad mit farbigen Symbolen aktiviert, wobei zu Spielbeginn zunächst alle Symbole blau eingefärbt sind. Sind erst mal die diversen Spezialattacken durch fleißiges Ausprobieren erlernt, wechseln bestimmte Symbole im Rad ihre Farbe, um sie von nun an als waffenindividuelle Spezialaktion zu kennzeichnen. Nun ist es am Spieler, im Kampf das Rad zum richtigen Zeitpunkt anzuhalten; leider ist der Glücksanteil hierbei anfangs etwas hoch ausgefallen. Je mehr Spezialattacken im Verlauf des Spiels jedoch erlernt werden, desto übersichtlicher wird es mit der Zeit, so dass der Glückfaktor später keine allzu große Rolle mehr spielt. Erwähnenswert ist zudem, dass die Lebensenergie eines Charakters anhand von zwei Werten gemessen wird: Die Hitpoints (HP) repräsentieren die kurzfristige Kondition einer Figur, während die übergeordneten Lifepoints (LP) über Leben und Tod eines Charakters entscheiden. Letztere nehmen nämlich erst dann ab, wenn die Hitpoints zur Neige gehen; sinken die Lifepoints auf O, ist das jeweilige Kampfmitglied geschlagen. Die vielen kleinen Details des Kampfsystems hier auszubreiten, würde den Rahmen dieser Review deutlich sprengen. So viel sei gesagt: Es ist komplex, anspruchsvoll und erfordert eine längere Einarbeitungszeit, kann letztlich aber mit den vielen zu erlernenden Kniffen zu einer unterhaltsamen und motivierenden Herausforderung für RPG-Profis werden.

    So tiefschürfend wie das Kampfkonzept ist auch das sehr gelungene Skillsystem: Erfahrungspunkte gibt es keine, vielmehr steigt jede Fähigkeit eines Charakters einzeln auf. Die allgemeinen Statuswerte (HP, LP) eines Partymitglieds werden nach der erfolgreichen Beendigung einer Mission automatisch aufgewertet. Ansonsten kann der Spieler auf die Entwicklung eines Charakters in höchstem Maße Einfluss nehmen: Nach jedem absolvierten Auftrag wird die Entwicklung der verschiedenen Fähigkeiten auf einem sogenannten Wachstumsbrett vorangetrieben. Hier werden die diversen Fertigkeiten auf sieben möglichen Feldern platziert; je nach dem, wo eine Fähigkeit abgelegt wird, werden bestimmte Attribute gestärkt und verbessert. Dabei spielen darüber hinaus die Elementarstufen - unterteilt in fünf Kategorien - eine maßgebliche Rolle in der weiteren Charakterentwicklung. Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass grundlegend falsche Entscheidungen in Folge schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen können. Hat sich ein Charakter erst mal in eine völlig unvorteilhafte Richtung entwickelt, ist es sehr schwer, die begangenen Fehlentscheidungen wieder auszubügeln. Zu jedem Zeitpunkt muss ein Hauptaugenmerk darauf gelegt werden, eine ausgeglichene und von konkreten Vorstellungen seitens des Spielers geprägte Gruppe zu erschaffen, zumal der Schwierigkeitsgrad nicht gerade zimperlich ausgefallen ist.

    Interessanterweise bezieht sich die tragweite der verschiedenen Fähigkeiten nicht nur auf das Kampfgeschehen, sondern auf viele weitere Aspekte des Spiels. So lassen sich neben grundlegenden Fähigkeiten wie "Schlösser knacken" oder "Fallen entschärfen" auch speziellere Skills erlernen, welche unter anderem direkt auf der Karte zum Einsatz kommen. Beispielsweise lässt sich eine morsche Brücke sicher überwinden, wenn man über die Fähigkeit "Vorsichtiges Bewegen" verfügt; kann man mit letzterem nicht dienen, bricht die Brücke zusammen, was die Gruppe in diesem Falle entweder zu einem Umweg zwingt oder sie gar völlig zersprengt; letzteres hätte hier zur Folge, dass zunächst erst wieder alle Gruppemitglieder einzeln eingesammelt werden müssen. Dies ist nur eine von vielen Situationen außerhalb des Kampfes, in denen die Fähigkeiten eine maßgebliche Rolle spielen können.

    Eine Grafik, die eigentlich keine ist: Wie bereits erwähnt, besteht "Unlimited Saga" zu weiten Teilen aus handgezeichneten Elementen, einzig und allein in den Kämpfen kommt die recht durchschnittliche 3D-Grafik zum Einsatz. Die Zeichnungen selbst sind meist sehr schön ausgefallen und verleihen dem Spiel einen ganz eigenen künstlerischen Anspruch. Das Charakterdesign ist angenehm individuell und vermittelt ein intensives Anime-Flair mit sehr geringen westlichen Einflüssen. Wenn man sich damit abfinden kann, hier ungewohnter Weise mal keine dreidimensionalen Welten zu erforschen, bekommt aus optischer Sicht einiges geboten. Darüber hinaus ist es Squaresoft mit "Unlimited Saga" tatsächlich gelungen, trotz der zunächst altmodisch scheinenden Präsentation recht modern und zeitgemäß zu wirken. Leider ist die PAL-Version des Spiels einmal mehr nicht ohne die entsprechenden schwarzen Balken davongekommen, welche in diesem Falle aber noch erträglich dick sind.

    Der Soundtrack fügt sich ganz hervorragend in das Konzept des Spiels ein und kann mit den teilweise aufwändig arrangierten Stücken über weite Strecken überzeugen. Ebenso die Sprachausgabe: Squaresoft konnten für "Unlimited Saga" hochkarätige Sprecher gewinnen, welche den vielen Figuren des Spiels ein glaubwürdig vorgetragenes Eigenleben verleihen.

    ANMERKUNG: Das Spiel ist komplett in englischer Sprache, das Handbuch in deutsch.

    Unlimited SaGa (PS2)

    Singleplayer
    8,3 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    7/10
    Sound
    8/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    9/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Sehr gut durchdachtes Kampf- und Skillsystem
    herrliche Artworks und Hintergründe
    tiefgreifendes Charakterdesign & Story
    bombastischer Umfang
    Nur für Profis
    sehr lange Einarbeitungszeit mit einigen Frustmomenten
  • Unlimited SaGa
    Unlimited SaGa
    Publisher
    Squaresoft (US)
    Developer
    Square Enix
    Release
    03.11.2003

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Unlimited SaGa
Unlimited SaGa im Gamezone-Test
Unlimited Saga ist die Erfüllung für den Hardcore-Rollenspieler und eine Zumutung für den Normalzocker.
http://www.gamezone.de/Unlimited-SaGa-Spiel-40630/Tests/Unlimited-SaGa-im-Gamezone-Test-1019593/
05.11.2003
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