Valkyria Chronicles 4: Segas Taktik-Epos im Test mit Video-Review
Test 44,99 €
Die Valkyria-Serie kehrt zu ihren Wurzeln zurück: Der vierte Serienteil spielt sich fast so wie der zehn Jahre alte Erstling und sieht auch optisch kaum besser aus! Dank einer Handvoll kluger Neuerungen, einer ordentlichen Story und spannender Missionen gelingt Sega trotzdem wieder ein motivierendes, eigenständiges Taktik-Abenteuer. Im Test mit Video-Review prüfen wir, ob Valkyria Chronicles 4 seine 60 Euro Kaufpreis wert ist.
Neue Story, neue Helden und eine Handvoll neuer Features - fertig ist Valkyria Chronicles 4 (jetzt kaufen 31,25 € / 44,99 € ). Klingt banal, trifft aber zu: Der jüngste Ableger der beliebten Anime-Rundentaktik eifert dem ersten Serienteil nämlich derart nach, dass man ihn ebensogut als riesiges Add-on verkaufen könnte! Man bekommt das gleiche Gameplay, den gleichen Look, die gleichen Stärken und Schwächen geboten, die man schon vom ersten Valkyria Chronicles kennt, das vor zehn Jahren sein Debüt auf der PS3 feierte und auch in unserem Test der Neuauflage glänzen konnte. Trotzdem - oder vielleicht gerade deshalb - überzeugt Valkyria Chronicles 4 im Test als eigenständiges Werk, das man auch ohne Vorkenntnisse genießen kann!
Auf dieser Seite
- 1 Valkyria Chronicles 4 im Test: Europa im Krieg
- 2 Valkyria Chronicles 4 im Test: Rundentaktik wie im ersten Teil
- 3 Valkyria Chronicles 4 im Test: Das ist neu!
- 4 Valkyria Chronicles 4 im Test: Jeder Soldat zählt
- 5 Valkyria Chronicles 4 im Test: Wieder was gelernt!
- 6 Valkyria Chronicles 4 im Test: Grafik? Geschmackssache!
- 7 Valkyria Chronicles 4 im Test: Viel Spiel fürs Geld
- 8 Valkyria Chronices 4 im Test: Wertung und Fazit
Valkyria Chronicles 4 im Test: Europa im Krieg
Quelle: PC Games
Die Sprachausgabe ist komplett auf Englisch, aber zumindest wurden alle Texte ins Deutsche übersetzt.
Valkyria Chronicles 4 erzählt eine Parallelhandlung zum ersten Teil und spielt erneut in einem fiktiven Europa. Im Jahr 1935 tobt der Zweite Europäische Krieg, in dem sich die Föderation gegen das aggressive Imperium zur Wehr setzt. Hier kommen wir ins Spiel: Diesmal lenken wir die kampferprobte Truppe E der Föderation, angeführt von Kommandant Claude Wallace und einigen seiner Kindheitsfreunde, die sich unter seinem Befehl in waghalsige Missionen stürzen. Wie schon im ersten Valkyria Chronicles wird das ernste, westlich angehauchte Kriegsszenario mit hoffnungsvollen Dialogen, verspielten Untertönen, japanischen Fantasy-Einflüssen und einer guten Portion Anime-Kitsch vermischt - eine Mixtur, die erstaunlich gut funktioniert! Die Story bietet ein paar gelungene Überraschungen und wird überwiegend in englisch vertonten Dialogfenstern erzählt, Zwischensequenzen in Spielgrafik kommen nur selten zum Einsatz. Das Ergebnis ist stimmungsvoll, aber leider überhaupt kein Fortschritt gegenüber dem ersten Serienteil - heutzutage darf man durchaus mehr erwarten.
Valkyria Chronicles 4 im Test: Rundentaktik wie im ersten Teil
Zwischen den langen Dialogen gilt es, Einsätze zu meistern, in denen wir unsere Truppe in taktische Rundenschlachten führen. Immer noch ungewöhnlich: Diese Levels sind nicht in Gitter oder Hexfelder unterteilt! Stattdessen kommt das bewährte "BLiTZ"-Kampfsystem zum Einsatz. Für jede Runde stehen uns Aktionspunkte zur Verfügung, mit denen wir Einheiten auf einer Übersichtskarte aktivieren. Dann wechselt das Spiel in eine Schulterperspektive und lässt uns die Einheit wie in einem Third-Person-Shooter über das Schlachtfeld lenken, Deckung suchen und Feinde ins Visier nehmen. Keine Sorge, zum Actionspiel verkommt Valkyria Chronicles 4 trotzdem nie: Zwar richtet man das Fadenkreuz von Hand aus, doch über einen Treffer entscheiden allein die Charakterwerte und der Zufallsfaktor. Sind alle Aktionspunkte verbraucht, ist der Feind an der Reihe.
Quelle: Sega
Die taktische Karte liefert uns einen guten Überblick auf alle Gegner in Sichtweite.
Valkyria Chronicles 4 im Test: Das ist neu!
Valkyria Chronicles 4 bietet zwar nur wenige neue Features, doch die haben es zumindest in sich. Im späteren Spielverlauf erhalten wir etwa Zugriff auf das Schlachtschiff Centurion. Das funktioniert zwar nicht wie ein Einheit, stellt uns aber neue Befehlsoptionen zur Verfügung. Beispielsweise können wir mit der Radarfunktion Teile der Map aufdecken oder feindliche Stellungen bombardieren. Sogar noch praktischer: Per Kommando dürfen wir nun bis zu zwei Fußsoldaten an einen Anführer koppeln, die ihm dann auf Schritt und Tritt folgen, ohne dabei Ausdauerpunkte zu verbrauchen. Gepaart mit einem agilen Aufklärer könnt ihr beispielsweise Raketenschützen und Sniper auf diese Weise schnell in Stellung bringen. Dadurch spielen sich die Missionen etwas flotter als im ersten Valkyria Chronicles und träge Einheiten wie die Lanciers werden spürbar aufgewertet.
Beißt eine Einheit ins Gras, hat sie nun außerdem die Chance, den Effekt "Letztes Gefecht" zu aktivieren - dann könnt ihr entweder einen Buff auf umliegende Verbündete anwenden oder eine letzte Aktion ausführen, bevor die Einheit aus den Latschen kippt. Ebenfalls schön: Die zähen Phasen, in denen die Gegner-KI ihre Truppen kommandiert, lassen sich diesmal zumindest ein wenig beschleunigen. Besser als nix!
Leider stellt sich die Gegner-KI oft erstaunlich dämlich an und lenkt auch mal mehrere Soldaten in unser Sperrfeuer. Durch die zahlenmäßige Überlegenheit des Gegners kommt trotzdem Spannung auf, was auch dem guten Leveldesign zu verdanken ist: Viele Missionen haben besondere Siegesbedingungen oder unterschiedliche Umgebungen mit eigenen Vor- und Nachteilen, ab und an ändern sich sogar die Missionsziele mitten im Einsatz. Damit das nie unfair wird, dürfen wir an zuvor eroberten Vorposten jederzeit Truppennachschub ordern oder Einheiten aus unserem Team auswechseln.
Quelle: PC Games
Der unverwechselbare Grafikstil soll an Aquarellgemälde erinnern. Wir finden: Geschmackssache!
Valkyria Chronicles 4 im Test: Jeder Soldat zählt
Quelle: PC Games
Grenadiere verfügen über hohe Reichweitere und Feuerkraft, außerdem können sie Gegner ohne direkte Sichtlinie anvisieren.
Truppe E setzt sich aus wenigen Klassentypen zusammen, die aber alle eine wichtige Funktion erfüllen. Neben den bekannten Aufklärern, Stoßtruppen, Pionieren, Lanciers (Panzerbrecher) und Scharfschützen gibt es auch einen coolen Neuzugang: die Grenadiere! Die können über weite Strecken auch ohne direkte Sichtlinie mehrere Feinde auf einmal ausschalten oder Deckungen sprengen - eine mächtige Einheit, die aber auch der Feindarmee zur Verfügung steht und ohne Munitionsnachschub schnell an ihre Grenzen stößt. Ebenfalls neu: Der leichte Schützenpanzer, der zwar nur wenige Treffer aushält, dafür aber bis zu zwei Soldaten schnell ans Ziel transportiert. Hinzu kommt der bekannte klassische Panzer, der MG-Beschuss lässig wegsteckt und mit drei Waffen austeilt - eure mächtigste Einheit, die anders als im ersten Valkyria Chronicles nur noch einen Aktionspunkt pro Einsatz kostet. Allerdings fällt die Steuerung der Fahrzeuge wie schon im ersten Valkyria Chronicles ziemlich ungenau und sogar unlogisch aus, zum Beispiel wenn ein Panzer mal wieder an winzigen Levelobjekten wie einem Zaun hängenbleibt, aber dafür problemlos Straßenlaternen und kleine Bäume niederwalzt.
Valkyria Chronicles 4 im Test: Wieder was gelernt!
Klasse dagegen: Jeder Soldat und jede Soldatin in eurer Truppe hat einen eigenen Namen, eine Geschichte und persönliche Vor- und Nachteile, im Spiel "Potenziale" genannt. Dahinter verbergen sich Buffs und Debuffs, die teils zufällig, teils abhängig von den Kampfbedingungen ausgelöst werden. Einzelgänger erhalten im Team beispielsweise einen Verteidigungsmalus, während Naturliebhaber im Gras besonders treffsicher austeilen. Obendrein hat jedes Teammitglied bis zu drei Freundschaften, die für weitere Vorteile im Kampf sorgen - wer sich also die Zeit nimmt und sich durch ein gnadenlos unübersichtliches Listenmenü wühlt, kann sich eine gut abgestimmte Truppe zusammenstellen.
Für erledigte Missionen erhalten wir Erfahrungspunkte und Geld, mit denen wir unsere Truppen aufleveln und ihre Bewaffnung nach und nach verbessern. Das ist aufgrund der ausufernden Menüs zwar recht unkomfortabel, lohnt sich aber! Aufgelevelte Soldatenklassen schalten nämlich neue Potenziale, Waffen und Befehle frei; Letztere sind Bonuseffekte, die wir im Austausch gegen Aktionspunkte aktivieren, um uns in der Runde einen dicken Vorteil zu verschaffen.
Valkyria Chronicles 4 im Test: Grafik? Geschmackssache!
Neben Gameplay und Erzählweise wurde auch der Grafikstil nahezu unverändert aus dem ersten Valkyria Chronicles übernommen: Euch erwartet ein bewusst detailarmer Look, der mit seinen handgezeichneten Texturen und schraffierten Schatten ein wenig an Aquarallgemälde erinnern soll. Der eigenwillige Grafikstil mag Geschmackssache sein, doch zumindest verleiht er dem Spiel seinen unverwechselbaren Charme, zu dem auch der sehr gute orchestrale Soundtrack beiträgt.
Kurios: Nur in der PC-Version legt das Spiel nach jeder Schlacht einen automatischen Spielstand an. Auf PS4, Xbox One und Nintendo Switch dagegen gibt es keine automatische Speicherfunktion - denkt also daran, regelmäßig Savegames anzulegen, sonst ist euer Fortschritt verloren!
Valkyria Chronicles 4 im Test: Viel Spiel fürs Geld
Neben den Hauptmissionen, die bereits gute 30 Stunden beschäftigen, locken noch viele optionale Bonusaufträge, die nicht nur Erfahrung und Währung liefern, sondern auch die Geschichten unserer Truppenmitglieder tiefer beleuchten und ihre Potenziale verbessern. Und wem das alles noch nicht reicht, der kann sich mit mehreren kostenpflichtigen DLC-Erweiterungen eindecken, die zwischen Oktober und Dezember erscheinen werden. Mehr Details zu den DLCs findet ihr auch auf der offiziellen Website zu Valkyria Chronicles 4.
Valkyria Chronices 4 im Test: Wertung und Fazit
Meinung
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