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Valkyrie Profile (PS1)

Release:
04.09.2000
Genre:
Rollenspiel
Publisher:
Enix
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Valkyrie Profile: I want to forget... forget it all

27.09.2012 10:10 Uhr
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Neu
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Ich bin an diesem Spiel von meinen Erwartungen an das Gameplay her recht positiv herangegangen. Ich habe eine etwas simplere und noch nicht so ausgereifte Version im Vergleich zum Nachfolger VP2 erwartet. Umso überraschter bin ich gewesen, dass der erste Teil der Valkyrie Profile Reihe gameplaytechnisch weitaus mehr Raffinessen bietet als sein Nachfolger.

Spieldesign
Das Kampfsystem wirkt anfangs schon recht vielversprechend. Das Grundprinzip ist, dass jedem Charaktere eine Aktionstaste zugewiesen wird und jeder Charaktere sogenannte CT besitzt, die ihn Attacken ausführen lassen. Hat man alle voll, kann ein Magier zaubern oder man kann seine Special Moves einsetzen, welche man auch dann auch schön hintereinander dann mit jedem ausführen kann. Je höher die Kombo desto höher der Schaden. Ein Schlag auf einen Gegner, der am Boden liegt, bringt CT, ein Schlag auf einen Gegner in der Luft kann Kristalle bringen, die die erhaltenen Erfahrungspunkte faktorisieren. Wenn man seine Magie also ordentlich zaubern lassen will und dergleichen, muss man schon mal auf ein paar Bonus-EXP verzichten, was gerade bei härteren Kämpfen nützlich sein kann. Allerdings ist der Schwierigkeitsgrad auf Normal auch nicht allzu hoch. Leider finde ich, dass das Spiel einen die Unterschiede hätte näher erklären müssen zwischen den einzelnen Schwierigkeitsgraden, denn der besteht nicht nur aus stärkeren Monstern, sondern auch aus kniffligeren Rätseln in den Extra-Dungeon, die es auf Schwer gibt. Leider habe ich für Normal entschieden und zu spät vom Reiz des höheren Schwierigkeitsgrades erfahren.
Und dann mach ich auch mal mit den Dungeons weiter. Die sind gerade zu Beginn von den Rätseln her recht abwechslungsreich designt. Das Grundprinzip besteht daraus, dass man in bester 2D-Sidescrolling-Manier durch die Gebiete wandert und Kristalle wachsen lassen kann durch ein wenig Zauberei der guten Walküre. Die Kristalle kann man zerstören, aus dessen Splitter sowie Schatztruhen in der Nähe Türme bauen. Wenn man die Kristalle mit dem Zauber erneut trifft, schleudern sie die Walküre in die jeweilige Richtung und außerdem entsteht dadurch ein unsichtbares Schwebefeld, was man geschickt eingesetzt ebenfalls zu seinem Vorteil nutzen kann. Es gibt wirklich viele Möglichkeiten, aber leider empfand ich, dass das Potenzial dessen gerade im späteren Spielverlauf zumindest auf Normal nicht ausreichend genutzt wurde. Schade.
Aber kommen wir mal wieder genauer zum Kampfsystem und zu den Fähigkeiten der Charaktere und zu den Charakteren an sich, die abgesehen von der Walküre Lenneth aus Einherjar bestehen. Einherjar sind erwählte gefallene Krieger, die Odin in der großen Schlacht zum Ende der Welt, Ragnarök, unterstützen werden. Als Walküre sammelt man diese auf, trainiert diese und schickt sie zu Odin. Natürlich will man vermutlich seine Lieblinge im Kampf behalten. Davon hält einen das Spiel auch nicht ab, da es genug Einherjar gibt genau wie Bonuserfahrungspunkte, die es möglich machen, dass man nicht zwingend jeden einzelnen per Hand trainieren muss. Wer Einherjar zu Odin schickt, erhöht seine Seal Rate und seinen Seal Value. Die Seal Rate ist wichtig für das A Ending, der Seal Value ist wichtig den hochzuhalten, damit man nicht Bad Ending erwischt. Zum A Ending muss man leider sagen, dass man das eigentlich fast nur durch Zufall erreichen kann, da es kaum Hinweise dafür gibt, was wirklich schade ist. Ohne einen Ending Guide ist das wohl eher weniger auf Anhieb zu erreichen. Das Trainieren für die Einherjar ist natürlich wichtig, damit man vor allem ihren Hero Value erhöht, der ausschlaggebend dafür ist, dass sie in der großen Schlacht nicht sterben.
Erhöhen kann man den Hero Value durch CP, welche man bei Levelaufstieg erhält. Gewisse Gegenstände beeinflussen auch den Levelaufstieg, aber leider nur hinsichtlich CP und Lebenspunkte. Durch die CP kann man zudem auch die Fähigkeiten erlernen, die den Kampf noch facettenreicher machen. So kann man bestimmte Statuswerte erhöhen oder nützliche Fähigkeiten erlernen. Man hat generell zwei Fähigkeiten, die einfach mal so unter bestimmten Konditionen und per Zufall eingesetzt werden, dann eine unterstützende Fähigkeiten, die sich unter bestimmten Situationen auf den Kampf auswirkt und eine Angriffsfähigkeit, welche durch eine bestimmte Tasteneingabe aufgerufen wird. Diese Fähigkeiten kann man beliebig anpassen, wobei sich letztendlich daraus auch so einige Pflichtfähigkeiten bilden, die im Prinzip später vielleicht nicht unerlässlich sind, aber am effektivsten und hilfreichsten. Da hätte man vielleicht etwas mehr Abwechslung reinbringen können, aber ansonsten bin ich eigentlich sehr zufrieden. Jede Klasse, ob Magier, Schwertkämpfer, Lanzenkämpfer etc. hat seine eigenen Fähigkeiten. Es gibt mehrere Reihen im Kampf und die hinteren Reihen können nur durch Distanzangriffe attackiert werden (liegt nahe den Magier in die hintere Reihe zu platzieren). Natürlich gibt es auch einiges an Ausrüstungsgegenständen. Einiges kann über sogenannte MP kaufen, welche man entweder durch den Verkauf von Gegenständen erhält oder von Freiya je nachdem wie gut die gesendeten Einherjar gewesen sind. Außerdem kann man Gegenstände manipulieren, damit sie so zu anderen eventuell besseren Gegenständen werden. Im Verlaufe des Spiels bekommt man auch Ausrüstung, die einen bessere Gegenstände herstellen lässt. Die Bandbreite an Gegenständen reicht von Ausrüstung über Zauber bis hin zu Hilfsmitteln im Kampf und außerhalb davon. Zudem gibt es auch immer einige etwas besondere Items.
Sofern man also dem rundenbasierten Prinzip, wo jeder Charaktere seine eigene Aktionstaste hat, was abgewinnen kann, sollte man jede Menge Spaß finden. Gerade das Abstimmten der eigenen Techniken oder die Aktionsreihenfolge der jeweiligen Angriffe festlegen, kann spannend sein. Einige Waffen sind stark und haben nur einen Angriff, während andere etwas schwächer sind, aber mehr Angriffe haben. Stark & 1 Angriff ist gut gegen Monster mit hoher Verteidigung. Mehr Angriffe erhöhen die Kombo-Rate und füllen den Balken für die Spezialangriffe. Da muss man abwägen. Letztlich bleibt das Kampfsystem zumindest auf Normal etwas hinter seinen Möglichkeiten zurück, auch der Endboss bringt da nicht wirklich die Erleuchtung. Wobei das bei dem Geheimboss anders sein kann, aber den kann man wohl auch nur auf Schwer erreichen...
→ 13/16


Handlung
Das Konzept der Handlung ist im Prinzip einfach. Der Walküre Lenneth wird von Freiya ein gewisser Zeitraum gegeben, um Einherjar für den Krieg zu sammeln. Man wird schnell feststellen, dass hier die germanische Mythologie eine große Rolle spielt. Kenner werden sich sicher freuen die eine oder andere Gestalt zu entdecken und wie sie in Valkyrie Profile handeln. Wenn man sich etwas auskennt, wird einem vielleicht einiges nicht mehr so überraschend vorkommen, was aber an sich nicht viel ausmachen sollte, da die Stärken eher woanders liegen.
Die Schwächen sind aber nicht von der Hand zu weisen. Gerade anfangs ist das Ganze doch recht zäh. Das Ganze ist ziemlich episodisch aufgebaut, da man praktisch nur aneinandergereihte Hintergrundgeschichten der jeweiligen Einherjar präsentiert bekommen, die maximal auch nur los was miteinander zu tun haben. Andererseits sind die Geschichten für sich gesehen aber ganz nett und beschreiben die Welt von VP recht gut, auch wenn sie dabei eher oberflächlich bleiben. Aber es ist schon enttäuschend, dass ein klarer Antagonist und ein generelles Ziel erst sehr spät herausbildet und sich anfangs leider nicht einmal andeutet. Die meisten interessanten Figuren tauchen ersten im vierten Kapitel von insgesamt acht auf, dafür können diese aber gut überzeugen. Die Kapitel selbst sind in Perioden eingeteilt, der Besuch eines Dungeons oder einer Stadt verbraucht Perioden und in einem Kapitel stehen einen je nach Schwierigkeitsgrad unterschiedliche viele Perioden zur Verfügung.
Von den Charakteren wirkt gerade Protagonistin Lenneth sehr interessant, vor allem dann auch in Hinblick auf den Prolog mit Lucian und Platina. Die Story schafft zu Teilen eine wirklich dichte Atmosphäre und es gibt neben dem Prolog noch einige dichte Szenen, die Eindruck hinterlassen können, wenn man sich darauf einlässt.
Von den episodischen Hintergründen gibt es aber auch einige, die sich etwas tiefer ins Gedächtnis einbrennen oder zumindest interessant sind. Die meisten folgen leider doch einem zu simplen Thema. Besonders interessant empfand ich eine Geschichte, die über einen Mann ging, der absolut nichts Gutes an sich hat. Viel mehr möchte ich da aber nicht vorwegnehmen, es sei nur gesagt, dass dies ganz interessant angegangen wird.
Das Ende empfand ich größtenteils als befriedigen und setzt einen guten Strich in der Handlung, wobei ich es aber nicht als spektakulär ansehen würde, aber eben als nett und rund, trotzdem es etwas offen ist.
→ 12/16

Audiovisuelles
Valkyrie Profile ist ein Spiel, welches auf Sprites setzt, was sich bei einem 2D-Sidescrolling-RPG ja auch irgendwo anbietet. Da kann man auch noch ohne riesigen Aufwand die Figuren von Hand animieren, was den Leuten auch wirklich sehr gelungen ist. Man findet dort einige sehr schön animierte Bewegungen und man sieht, dass man sich da Mühe gegeben hat, da diese sehr natürlich wirken. Zumeist wird die Geschichte aber durch die Charakterartworks von den Brüdern Kou und You Yoshinari getragen, die meiner Meinung nach optisch sehr ansprechend sind. Ansonsten sollte man aber nirgends ein visuelles Meisterwerk erwarten, auch die Cutscenes sind rar gesät und Animesequenzen gibt es abgesehen von dem Opening und einer kleine Szene am Ende leider gar nicht mehr. Dafür ist das Opening aber sehr fein animiert und verleitet den einen oder anderen sicher zum mehrmaligen Anschauen.
Zum Soundtrack muss ich sagen, dass ich größtenteils begeistert sind und spreche hier Sakuraba sicherlich eine seiner besten Arbeiten zu, da sich die Musik in VP doch etwas von seiner üblichen Arbeit unterscheidet. Das liegt vielleicht, dass er in gewissen Ansätzen den Flair einer germanischen Mythologie vermitteln wollte, was ihm überaus gut gelingt. Einige Stücke sind wirklich wunderbar atmosphärisch, gerade das Stück, wenn Lenneth sich auf die Stimmen der Schicksale der Krieger konzentriert, ist ungemein einprägsam, vor allem in Kombination damit, dass man die Stimmen so schnell hintereinander zu hören bekommt.
Das Voice Acting selbst würde ich als passabel bezeichnen. Allgemein steckt da schon nicht der Aufwand hinter, den man aus vielen heutigen Spielen gewohnt ist, trotzdem empfand ich sie nicht als unfreiwillig komisch und teilweise sogar ziemlich gelungen. Ich kann mich nicht beklagen, auch wenn ich mir gern die japanische gewünscht hätte, die vermutlich besser gewesen wäre, aber die englische war schon ziemlich in Ordnung.
→ 6/8

Gesamt: 31/40

Keikaku doori, eh. Keikaku doori, eh. [Quelle: Screenshot]

Übersicht:

Positives
- abwechslungsreicher 2D-Sidescrolling-Geschicklichkeitspart anfangs
- viele verschiedene Möglichkeiten seinen Charakter zu entwickeln
- Kampfsystem vielfältig einsetzbar durch CT/Kristalle, Kombi, Spezialangriffe, Fähigkeiten, Timing, Waffenauswahl, Charakterauswahl
- Items manipulieren macht Spaß, gibt auch so einiges an Gegenständen
- einige nette Einzelgeschichten
- guter Antagonist
- starke Protagonistin
- nette Romanze
- atmosphärischer Soundtrack
- germanische Mythologie
- Charakterdesign

Negatives
- etwas inkohärente Story, braucht um in Fahrt zu kommen
- 2D-Sidescrolling-Geschicklichkeitspart wird etwas einseitiger zumindest auf Normal
- die meisten Bosse sind nicht sonderlich anspruchsvoll zumindest auf Normal, wobei es einige normale Monster gibt, die mehr fordern können
- einige Einzelgeschichten sind sich zu ähnlich
- Gegenstände, die bei einem Level Up gewisse Werte erhöhen... davon gibt es zu wenige, um genau zu sagen leider nur zwei. Hätte dem Ganzen mehr Individualität geben können. Vor allem da durch Übergebrauch der CP+100 man zu schnell seine Fähigkeiten gemeistert hat
- A-Ending hängt zu sehr vom Zufall ab

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27.09.2012 10:10 Uhr
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