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Vanquish (PS3)

Release:
22.10.2010
Genre:
Action
Publisher:
Sega

Vanquish: Mit Hyperspeed zum Vollrausch - Leser-Test von alpha_omega

13.01.2012 00:25 Uhr
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Neu
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Nachdem die japanischen Macher von Platinum Games bereits mit Bayonetta ein absolutes Fest für die Sinne programmierten, sollte gut knapp ein Jahr nach dem Beat'em up, welches sich rund um die Hexe Bayonetta drehte, mit dem 3rd Person Shooter Vanquish einen weiteren Kracher zu landen. Wie auch Bayonetta, so sollte auch Vanquish lediglich Besitzern der HD-Konsolen Playstation 3 sowie Xbox360 zugänglich gemacht werden. Wahrscheinlich auch weil das kunterbunte Effektfeuerwerk, welches man in beiden Spielen vorfindet, den einen oder anderen PC-Spieler vor dem Monitor völlig überfordern könnte. Denn warnen beide Titel ausdrücklich vor epileptischen Anfällen, was aufgrund der Vielzahl an kunterbunten Spezialeffekten eine durchaus berechtigte Sorge ist. Um was es in Vanquish allerdings genau geht, verrate ich euch nun im nachfolgenden Artikel, der sich mit der Playstation 3 Fassung beschäftigt.


Die Story von Vanquish ist relativ plump und bietet nicht mehr als den typischen Kalter Krieg Konflikt, der sich diesmal allerdings in einer weit entfernten Zukunft abspielt und ziemlich heiß wird. Demnach kapern die Russen einen Wärmelaser der USA und kitzeln ein wenig den Boden der kalifornischen Metropole San Francisco. Unter der Androhung das als nächstes der wohl wichtigste Stadt der Welt , nämlich New York, die Lichter aus gepustet werden, könne sich die Regierung nicht dazu entscheiden den mächtigen Ivan zu kapitulieren, entschließt sich Mrs. President einen Gegenschlag auszuüben um den ärgsten Feind zu zeigen, wer noch immer die Hosen bei der Weltmachtvergabe anhat. Die alberne Geschichte, die sich rund um unseren selbst ernannten und Kettenrauchenden Helden Sam Gideon dreht, kann man durchaus als humoristische Beilage sehen, vor allem wenn man den Hintergrund bedenkt, dass sie aus der Fantasie eines japanischen Studios stammte. Dies beweisen auch die rasanten Cutsequenzen, die nicht nur voller rasanter Action inklusive ulkigen Kampfschreien triefen, sondern uns nicht viel mehr als Macho-Sprüche und überzogene Selbstüberzeugung der Akteure bieten.


Doch bevor wir uns in das eigentliche Kampfgetümmel stürzen, werden wir in einem sterilen Raum von unserer reizenden Assistentin namens Elena erst einmal mit dem wichtigsten Spielelement von Vanquish vertraut gemacht, dem ARS-Anzug. Der stählerne Kampfanzug bietet eine Menge feiner Funktionen, auf die man im Gefecht absolut nicht verzichten möchte. Zum verfügt der ARS eine Art Raketenantrieb mit der wir auf Knien rutschend unglaublich rasant über die einzelnen Schlachtfelder düsen können. Die aber wohl viel wichtigere Funktion des High-Tech-Anzuges ist ein Schutzmechanismus, der aktiviert wird sobald wir kritischen Trefferschaden registrieren, und uns kurzfristig in Zeitlupe mittels Bullettime agieren lässt. Selbstverständlich können wir diese überaus spektakuläre Funktion durch einen Sprung mittels X-Taste und gleichzeitigen Anvisieren der Waffe mittels L1-Taste auch manuell einsetzen, bei der sich der Bildschirm wie auch schon bei Bayonetta in eine kunterbunte Farbwelt ändert und wir wie vom Rausch besessen das vorher wilde Treiben etwas genauer und präziser einschätzen können. Doch sollten wir stets dabei drauf achten, dass wir den Spaß nicht übertreiben und unsere stählerne Kleidung überhitzen, da ansonsten eine weitaus längere Wartezeit zu verkraften ist, als wenn diese sich normal wieder reguliert.


In insgesamt fünf Kapiteln, die unterteilt in mehrere Missionen, uns durch solch typische Science Fiction bezogene Gebiete wie gigantisch große Cyberkomplexe oder auch Raumstationen führen werden, mit dem einen oder anderen kleinen Abstecher in einen Park oder auch durch einen dunklen Kanaltunnel, kosten wir nun die überaus genialen Funktionen unseres neuen Kleidungsstückes vollkommen aus. Das Gameplay orientiert sich vom prinzipiellen Ablauf ganz klar an solch Titeln wie Gears of War oder auch Uncharted, sprich wir hetzen von Deckung zu Deckung und können dank Raketenantrieb spielerisch einfach auch die zumeist in unglaublichen Scharren anrückenden Blechsoldaten der Russen umgehen. Doch lebt das Spiel nicht nur von einfachen 0815-Blecheimern, nein bekommen wir so manch dicken Brocken in Form von riesigen Mechs vor die Brust serviert, die ähnlich wie eher mittelgroße Gegner stets mit speziellen Schwachpunkten versehen wurden, welche wir aber erst optisch wahrnehmen, wenn wir die Bullettime aktivieren.


Unverwüstliche Schlachten in dauerhafter Action stehen uns nun bevor, in denen uns zwar nur acht verschiedene Waffen zur Verfügung stehen, welche allerdings den einen oder anderen Leckerbissen wie Zielerfassungslaser oder eine Art Kugellaser parat halten, der den Gegner praktisch überrollt. Das Leveldesign bietet uns zwar zumeist sehr langgezogene Areale, dies ist auch von Nöten da sonst der Raketenantrieb sich nicht wirklich entfalten könnte, doch sind die einzelnen Areale zumeist sehr schmal designt wurden. Doch stört dieser Aspekt nur wenig, da das Missionsdesign den einen oder anderen Höhepunkt wie zum Beispiel die Fahrt auf einem Hochgeschwindigkeitszug parat hält. Generell gibt es wohl derzeitig keinen Shooter, der mit dem Spieltempo von Vanquish auch nur annähernd mithalten kann, wurde die Gegner KI wahnsinnig aggressiv programmiert und kann nur von uns ausgebremst werden, wenn wir den Schutzmechanismus gekonnt einsetzen. Dies führt zwar dazu, dass mit vorangeschrittener Spielzeit sich ein wenig Routine einschleicht, doch macht es immer wieder riesigen Spaß, direkt über die Deckung zu springen und in spektakulärer Akrobatik sämtliche Gegner in Slowmotion vom Bildschirm zu pusten.


Wenn es einen großen Kritikpunkt gibt, den sich Vanquish ohne jeden Zweifel anhören muss, so ist dies klar der Umfang. Denn nach gut sechs Stunden im normalen Schwierigkeitsgrad ist das kunterbunte Spektakel schon wieder zu Ende und einen Mehrspielermodus gibt es auch nicht. Doch dafür wird man von der ersten bis zur letzten Sekunde mit Nonstop-Daueraction versorgt, selbst beim Abspann darf noch geballert werden, nämlich auf die Namen der Entwickler. Darüber hinaus bieten die einzelnen Trophäen, die wirklich ausgezeichnet verteilt wurden und spezielle Herausforderungen in den einzelnen Missionen parat halten, dafür dass man einzelne Abschnitte noch einmal besucht oder sich mit den höheren und auch weitaus fordernden und motivierenden Schwierigkeitsgraden beschäftigt. Der zusätzliche Challenge-Modus, der uns lediglich mit den Abwehren von mehreren Gegnerwellen versorgt, fällt hingegen nicht allzu prickelnd aus. Und wer sich mit den besten der Welt messen möchte, für den besteht die Möglichkeit sämtliche Spieldaten, die in einer Art Ranking System festgehalten werden, auf die Spielserver hoch zu laden.


Neben einer ultrapräzisen Steuerung, die trotz des zumeist hektischen Spielgeschehen uns stets eine perfekte Kameraführung bietet und mit toller Kollisionsabfrage glänzt, zeigt sich auch die Grafik von ihrer besten Seite. Die Bildrate läuft trotz gigantisch hoher Anzahl an potenziellen Zielen stets flüssig, die Animationen von Sam speziell beim Sprung suchen ihres Gleichen, doch das Highlight sind natürlich die vielen tollen Spezialeffekte, die uns einen genialen Mix aus Licht, Laser und Explosionen optisch offenbaren der speziell in Zeitlupe für herunter klappende Kinnladen sorgen dürfte. Lediglich die manchmal etwas kargen Schauplätze sorgen bei der Grafik für einen minimalen Punktabzug, doch fällt dies eigentlich nur großartig auf, wenn die Waffen ruhen und man sich in Ruhe umblickt. Das rasante Spielgeschehen wird zudem musikalisch durch einen brachialen Techno-Soundtrack unterstützt, der mit stets mit satten 180 Beats per Minute auf das Gehör des Spielers einhämmert und somit ordentlich einheizt. Die deutsche Sprachausgabe hingegen leidet unter einer schlampigen Synchronisation, das Gesprochene setzt nie zeitgleich mit den Lippenbewegungen der Akteure auf dem Bildschirm ein. Doch dafür bekommt man sowohl in der englischen als auch bei der deutschen Vertonung tiefe raue Männerstimmen zu hören, die so richtig männlich wirken wollen und damit das billige Klischee aus verdammt harten Kriegshelden unterstreichen. Die deutsche Stimme von Elena gefiel mir persönlich übrigens sogar um einiges besser als die piepsende englische Stimme.


Fazit. Lieber einen aufregenden Quickie bei dem man nach Vollendung noch unter den rauschenden Einflüssen von zu viel Adrenalin steht, als ein langwieriges und fummeliges Liebesspiel an das man sich nach dem Einschlafen sowie nicht mehr richtig erinnert. So oder so ähnlich fällt mein Fazit zu Vanquish für die Playstation 3 aus, welches einen kaum Luft zum Atmen lässt und dabei nur so mit Spezialeffekten um sich wirft. Es gibt ja mittlerweile eine Menge Games, die sich den Einsatz von Bullettime zu Nutze machen, doch schafft es nahezu kein Shooter, dieses Element so genial in Szene zu setzten wie das von SEGA veröffentlichte Action-Spektakel, dass lediglich unter den Einflüssen eines zu geringen Umfangs leidet. Dass Vanquish jedoch weitaus mehr kann, als uns nur 0815 Shooter-Kost abzurufen, beweisen die zahlreichen und zum Teil genial designten Mechs, die uns nicht selten spektakuläre Endboss-Fights mit taktisch schlauer Vorgehensweise offerieren. Demzufolge fällt auch mein persönlicher Gesamteindruck mehr als positiv zu diesem Titel aus, wohl auch ich mich seit dem legendären Turrican, mich davor nie wieder so wohl in einen stählernen High-Tech-Anzug gefühlt habe, wie im Falle des ARS von Vanquish.

Negative Aspekte:
Zu geringer Umfang, kein Multiplayer, schlampige deutsche Synchronisation in den Cutszenen, Genre übliche 0815-Story

Positive Aspekte:
Der ARS-Anzug sowie die vielen tollen Funktionen, atemberaubende Spezialeffekte, Bullettime in nahezu perfekter Vollendung, gigantische Mechs mit unterschiedlichen Schwachstellen, irrsinnig hohes Spieltempo, rasanter Techno-Soundtrack

Infos zur Spielzeit:
alpha_omega hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

Spielspaß Singleplayer

Wertung von:
alpha_omega

8.6
Gamezone
Spielspaß-Wertung
9/10
Spielspaß Multiplayer
-
Grafik
9/10
Steuerung
9/10
Sound
8/10
Gameplay
8/10
Erfahrener Benutzer
Moderation
13.01.2012 00:25 Uhr
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