Wario Ware: Smooth Moves im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

Eine wahrlich aberwitzige Sammlung an Microgames für bis zu 12 Spieler an der Wii.

Nicht erst seit dem DS, ganz sicher aber seit der Wii dürfte auch dem letzten Videospieler klar sein, Nintendo ist anders. Während andere ihre Grafikschlachtschiffe ins Rennen schicken und mit technisch immer aufwendigeren Spielen die Käufer zu überzeugen versuchen, beweist Nintendo, dass weniger auch mehr sein kann. Bestes Beispiel dafür das vor kurzem erschienene Wario Ware: Smooth Moves, eine unglaubliche Sammlung an Microspielen die mal so richtig zeigen zu was die Wii-Mote in der Lage ist. Ja, richtig gehört, nicht Minispiele sondern Microspiele, denn die gebotenen Games dauern meist nur wenige Sekunden und könnten abgefahrener nicht sein.

Nasenbohren für Fortgeschrittene Nasenbohren für Fortgeschrittene Wer in geselliger Runde mal so richtig den Affen machen möchte und sich nichts dabei denkt wenn er in virtuellen Nasen bohrt oder der Großmutter das Gebiss per Fernbedienung einsetzt, der dürfte mit Wario Ware: Smooth Moves mehr als glücklich werden. Denn eine abgedrehtere und verrücktere Spielsammlung, die noch dazu dementsprechend hektisch präsentiert wird, gibt es augenblicklich nicht. Startet man das Spiel das erste Mal wird man glatt überrollt, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn der namensgebende Wario befindet sich in bester Indiana Jones Manier auf der Flucht vor einer großen Kugel die ihn zu überrollen droht. Unterbrochen wird das Ganze von eben schon erwähnten Microgames. Kaum startet eines dieser Games heißt es schnell zu realisieren um was es geht, dann man hat nur wenige Sekunden Zeit die gestellte Aufgabe zu erfüllen. Aus diesem Grund wird einem auch kurz eingeblendet wie man die Wii-Mote in die Hand zu nehmen hat, denn nicht immer zielen wir mit ihr direkt auf den Bildschirm. Manche Microgames verlangen von uns die Wii-Mote wie einen Elefantenrüssel an die eigenen Nase zu halten, bei anderen nehmen wir die Wii-Mote quer und benutzen sie wie ein Lenkrad, um Dinge zu kippen oder zu drehen, und in wieder anderen Games wird auch das Nunchuck-Anhängsel benutzt, weswegen man es schon von vornherein angesteckt haben sollte.

Haben wir die Aufgabe erfolgreich gelöst, rennt Wario weiter und Sekunden später startet das nächste Microgame. Waren wir hingegen erfolglos verlieren wir eine der eingeblendeten Zwiebeln. Ist davon keine mehr übrig, heißt es Game Over. Auf diese Art und Weise schalten wir die einzelnen Spiele im Formentempel frei, wo wir sie einzeln anwählen können. Dort nämlich schalten die Spiele nicht durch, wie im Story-Mode, sondern steigern sich kontinuierlich im Schwierigkeitsgrad.

Oma braucht ihr Gebiss wieder Oma braucht ihr Gebiss wieder Bis zu zwölf Spieler können sich an so einer hektischen und unglaublich lustigen Hampelei beteiligen, wobei der Controller reihum geht, von einem zum nächsten Spieler. Stellt der Wechsel der Spieler in der Praxis noch keinerlei Problem dar, kämpft man, je länger man spielt, eher mit der nervigen Soundkulisse die uns Wario um die Ohren haut. Denn was uns da akustisch geboten wird ist schon besonders harter Tobak, weswegen man gerne und schnell den Lautstärkeregler am Fernseher zurückdreht. Das birgt den Vorteil in sich, dass man dann die Geräusche, welche die Wii-Mote von sich gibt, besser hört. Wird sie als Pistole benutzt entfleuchen ihr richtige Schussgeräusche, wohingegen wir das Brutzeln des Öls aus ihr kommen hören wenn wir die Pfanne schwenken um das Gemüse nicht anbrennen zu lassen. Hier merkt man einfach wieder, wie gut Nintendo selbst bereits die Fähigkeiten der neuartigen Steuerung umsetzt und was diverse andere Hersteller noch zu lernen haben.

Die Nintendogs sind auch mit dabei Die Nintendogs sind auch mit dabei Grafisch präsentiert sich der Titel einfach, bunt und schrill. Allerdings vermisst man etwas den roten Faden, denn die einzelnen Microgames geben sich mitunter schon sehr unterschiedlich, hier wäre ein einheitliches Schema vielleicht nicht schlecht gewesen. Denn warum angelt man beim Angelspiel keine richtigen Miis, sondern so komische Kasperle? Oder warum sieht die Nase in der man zu bohren hat, im höheren Schwierigkeitsgrad sogar mit zwei Fingern gleichzeitig, wie ein weißes Polygonmodell ohne Oberfläche aus? Hätte man da keine bekannte Nintendo-Figur verwenden können? Doch wollen wir das nicht unbedingt als negativ ansehen, denn es ist die schiere Zahl der verschiedenen Microgames die zu begeistern weiß. Über 200 verschiedene davon tummeln sich auf der Wii-Scheibe.

Meinung

Wertung zu Wario Ware: Smooth Moves (Wii)

Wertung:

7.5 /10
Pro & Contra
Die unglaubliche Anzahl der Microgamesbesonders in der Gruppe ein wahnsinniger Spaßhervorragender Einsatz der Kontrollmöglichkeiten der Wii
Die nervige Musikgrafisch starke Schwankungen von gut bis gräßlich
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