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  • Warriors of Might & Magic: Schwacher Action-Adventure-Ausflug der Might and Magic-Franchise - Leser-Test von Sly Boots

    Entwickler: 3DO
    Publisher: 3DO
    System: PS2, PSone, Game Boy Advance
    Genre: Action-Adventure
    Sprache: Multilingual
    Altersfreigabe: 12

    Anmerkung: Der Test bezieht sich auf die PS2-Version

    Einleitung:
    Unter dem Label "Might and Magic", haben sich über die Jahre hinweg drei Gruppierungen von Spielen herauskristallisiert.
    Da hätten wir zunächst einmal die ursprüngliche West-RPG-Hauptserie die es zu respektablen neun Teilen geschafft hat, dann noch die - nach wie vor aktiven - Heroes-Ableger, die in den taktischen Bereich gehen (sechs Teile + Add-ons etc. pepe) und schlussendlich "die anderen Spiele", über die viele Might and Magic-Fans wohl gerne den Mantel des Schweigens breiten würden. Verübeln kann man es Ihnen nicht, denn wenn die alle so bescheiden ausfallen, wie das diesem Test zugrunde liegende "Warriors", können sie für die Marke ja nur Ruf schädigend sein.
    Ein Umstand der besonders ärgerlich erscheint, wenn man sich vor Augen hält, dass die Entwickler von 3DO bereits mit einem indirekten Vorgänger (Crusaders of Might and Magic) Erfahrung sammeln konnten.
    Die Lektion in Form negativer Presse und enttäuschender Verkaufszahlen scheint jedoch nicht gefruchtet zu haben oder warum sonst sollte 3DO die Spielergemeinschaft mit einem mittelmäßigen Quasi-Sequel belästigen?
    Nun denn, wer mehr über diesen Ableger der Might and Magic-Franchise erfahren möchte liest einfach weiter und der Rest macht am besten einen bogen um das Spiel.

    Story:
    Alleron, Hauptmann der Wache eines nicht näher beschriebenen Königreiches, steckt bis zum Hals in der Scheiße - und nein, dass ist keine Anspielung darauf, das er der Protagonist eines qualitativ fragwürdigen Spieles ist. Vielmehr wurde er Opfer einer Intrige aufgrund derer er eine dämonische Nekromantenmaske verpasst bekommt und in die sogenannte "Grube der Angeklagten" befördert wird. Aus diesem Dungeon gilt es nun zu entkommen, damit sich unser blondhaariger Muskelmann im Anschluss auf den Weg begeben kann die verfluchte Maske loszuwerden, der Intrige auf den Grund zu gehen, die Welt zu retten, blah blah blah.
    Jupp, in handlungstechnischer Hinsicht ist der Titel nicht weiter erwähnenswert. Sämtliche Storywendungen sind vorhersehbar und generell langweilig. Schlecht präsentierte Zwischensequenzen sowie die arg "provisorische" Synchronisation helfen auch nicht gerade dabei Allerons Abenteuer ins epische Licht zu rücken. Dasselbe gilt übrigens auch für die flachen Charaktere.
    Wie das ganze nun ins Might and Magic Universum passt, kann ich euch leider nicht verraten, da mir dieses nicht wirklich geläufig ist. Genügend Motivation sich genauer mit der Franchise auseinanderzusetzen, verbreitet die Story von Warriors jedenfalls nicht.

    Gameplay:
    Warriors ist ein 3D Action-Adventure mit RPG-Einschlag.
    Die Hauptaufgabe in den zehn Kapiteln des Abenteuers ist eindeutig die wenig actionreiche Klopperei mit den Einwohnern der unterschiedlichen Dungeons und Freilandgebiete.
    Damit das nicht zu langweilig wird gibt es natürlich auch die obligatorischen Adventure-Elemente die von simplen Schalter- und Itemrätseln bis hin zu kleineren Sprungpassagen reichen.
    Darüber hinaus stolpert man während seiner Erkundungstouren über zahlreiche Ausrüstungsgegenstände und Schätze, die sich in Schatztruhen, zerstörbaren Behältern und Geheimräumen befinden oder von beseitigten Gegnern gedroppt werden. Am Ende eines Kapitels gibt's dann sogar ne kleine Auswertung, die aufzeigt wie gründlich man bei der Keilerei und Schatzsuche vorgegangen ist.
    Statt solcher überflüssiger Gimmicks wäre mir persönlich jedoch eine flüssige Steuerung lieber gewesen. Allerons direkte Kontrolle via Analogstick gestaltet sich nämlich relativ schwammig.

    Die RPG-Elemente äußern sich in erster Linie anhand der Exp. die man für beseitigte Feinde und abgeschlossene Quests erhält.
    Pro Level-Up wollen dann zehn Attributspunkte auf die vier selbsterklärenden Bereiche Stärke, Geschwindigkeit, Intelligenz und Ausdauer, verteilt werden - business as usual.
    Schade nur, dass der Level-Cap bei 20 festgelegt wurde, eine Stufe die man bei gründlichem Spiel am Anfang des neunten Kapitels erlangen wird - dies ergab für mich gegen Ende des Spiels eine ärgerliche Motivationsbremse.
    Gehamsterte Goldmünzen dürfen bei sporadisch vertretenen Händlern verpulvert werden und neben verschiedenen Nahkampfwaffen, Rüstungen etc sind auch diverse Magiesprüche und Tränke mit von der Partie.

    Dies klingt jetzt zwar alles ziemlich abgenutzt, aber dennoch ganz unterhaltsam. Was ist nun also das Problem am Gameplay?
    Nun, jeden der aufmerksam gelesen hat, ist vielleicht aufgefallen, dass ich die Kämpfe als "wenig Actionreich" bezeichnet habe. Wer schnelle Kampfaction sucht, ist hier definitiv fehl am Platz. Die Fights gestalten sich als äußerst träge und sind auf geduldiges Vorgehen ausgelegt. Nur wer fleißig blockt und kontert sowie das Elementar-System beherrscht, hat eine Chance. Was sich jetzt anspruchsvoll liest, gestaltet sich in der Praxis leider als äußerst monoton, da man nahezu jedem Gegner mit denselben Angriffsschema beikommt: Gegner fixieren, Blocken, feindlichen Angriff abwarten, Gegenangriff, und alles wieder von vorne. Schlimmer noch leidet das Programm unter einer hundsmiserablen Kollisionsabfrage (manche Schläge gehen ins leere, obwohl dies optisch nicht nachzuvollziehen ist) und einer saublöden Gegner K. I. (z. B. keinerlei Reaktion eines Orks wenn sein Kollege neben ihm von nem Zauberspruch gegrillt wird) ... Und was das erwähnte Elementar-System anbelangt ... business as usual.

    Damit wäre dann auch alles Wesentliche vom Tisch. Aus Warriors of Might and Magic ist nichts dolles geworden und schneidet selbst aus meinem subjektiven Blickwinkel nicht viel besser ab. Das Erkunden der weitläufigen und zum Teil recht nett gestalteten Locations sowie die durchaus motivierenden RPG-Elemente bereiten zwar durchaus etwas Spaß, aber unterm Strich wars mir einfach zu monoton und unbequem mich mit den immer hartnäckiger werdenden aber konstant dummen Monstern zu balgen.

    Grafik, Sound und Präsentation:
    Grafik: Warriors gehörte zur ersten Softwaregeneration für die PS2 und das sieht man der Grafik auch deutlich an. Das Spiel sieht weder sonderlich besser noch schlechter aus als vergleichbare Titel seines Zeitrahmens. Es existieren zwar einige kleinere Grafikfehler, aber unterm Strich gibt es nichts weiter dazu zu sagen.
    Anders sieht es wiederum bei den Rendersequenzen aus. Diese scheint es in zwei Ausführungen zu geben. Da wären einmal die Mittelmäßigen, die zwar bei weitem keine Konkurrenz für gewisse fernöstliche RPGs darstellen, aber zumindest nett gemeint sind, und dann sind da die absolut hundsmiserablen, die einfach nur noch peinlich aussehen. War man bei 3DO wirklich der Meinung das würde niemanden auffallen? Andererseits werden diejenigen, die dieses Spiel längere Zeit spielen nach einer Weile ohnehin nicht mehr so sehr auf die Grafik achten, ich spreche aus Erfahrung. Irgendwie muss man ja seine Nerven schonen.

    Sound: Wirklich schlecht sieht es dann beim OST aus. Belangloses Gedudel, welches noch nicht mal die "Qualität" von typischen 08/15-Getröte erreicht.
    Genauso mies ist dann ja auch die bereits erwähnte deutsche Sprachausgabe ausgefallen - da steckt einfach keine Mühe dahinter! Besonders peinlich wird's wenn ein Dunkelelf oder Magier sein Kauderwelsch zum besten gibt. Und "Kauderwelsch" ist an dieser Stelle wörtlich zu nehmen, denn die für derlei NPCs verwendete Fantasysprache wirkt scheußlich gestelzt. Den Vogel abgeschossen hat jedoch die Sprecherin von Dalia - selten hat man solch unterirdische Betonungen in einer Synchronisation gehört!

    Präsentation: Klappe zu Affe tot. Ich wüsste nicht was es noch mehr dazu zu sagen gäbe. Mittelmäßige Grafik, schlechter Sound, maue Story und ein generell lieblos zusammengeschustertes Spiel erdrücken selbst die guten Ansätze, wie die ordentlich eingebauten RPG-Elemente oder einige durchaus gut gestaltete Dungeons.
    Immerhin gibt's keine PAL-Balken und obendrein mehrere anwählbare Sprachen. Vielleicht ist die englische Sprachausgabe ja weniger katastrophal als die Deutsche? Die Muße dies herauszufinden hatte ich allerdings nicht. Man möge mir verzeihen, dass ich mich nicht länger mit diesem Produkt beschäftigen wollte.

    Fazit:
    Es sind mittelmäßige Spiele wie dieses, die dabei herauskommen, wenn ein finanziell angeknackstes Unternehmen wie 3DO seine Niederlage nicht eingestehen möchte.
    Nachdem ihre Konsole auf Grund lief versuchten sich die Amerikaner mit allen Mitteln über Wasser zu halten, und produzierten haufenweise an Ausschussware wie Army Men Wasweißich, Godai Elemental Force oder eben diverse Ableger der hauseigenen Might and Magic-Serie.
    Traurig ist dies vor allem deswegen, weil Titel wie Warriors durchaus das Potential dazu haben richtig gute Spiele zu sein. Aber wenn den verantwortlichen Programmierern die nötigen Mittel fehlen (also Zeit und Geld) dann kann halt nichts Vernünftiges bei rauskommen.

    Negative Aspekte:
    Belanglose Story, Charaktere und Spielwelt / unterdurchschnittlicher OST / miese Sprachausgabe / mittelmäßige Grafik mit kleinen Fehlern / zähes Kampfsystem / leicht schwammige Analogstick-Steuerung / Level-Cap zu niedrig (auf Stufe 20 ist tuck)

    Positive Aspekte:
    halbwegs motivierende RPG-Elemente / große, ansprechend aufgebaute Level

    Infos zur Spielzeit:
    Sly Boots hat sich 20-100 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Warriors of Might & Magic

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: Sly Boots
    5.5
    Multiplayer
    -
    Grafik
    5/10
    Steuerung
    6/10
    Sound
    4/10
    Gameplay
    6/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Warriors of Might & Magic
    Warriors of Might & Magic
    Developer
    The 3DO Company
    Release
    27.04.2001

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Warriors of Might & Magic
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06.10.2011
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