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  • Watch Dogs im Test: Überwachungsstaat, das Spiel

    Watch Dogs ist einer der gehyptesten Titel der Next-Gen. In dem Hacking-Abenteuer erleben wir den Überwachungsstaat, nutzen ihn zu unserem Vorteil und rasen durch eine ähnliche offene Welt wie in GTA 5. Aber kommt das Ubisoft-Meisterwerk an die Qualität von Rockstar Games ran? Erfahrt das und mehr in unserem Test!

    Disclaimer: Gamezone hat Watch Dogs von zwei Autoren testen lassen: Sandro Odak hat als Ersttester die Next-Gen-Fassung gespielt, Michael Stadler als Zweittester die Last-Gen-Version. Begleitend zum Text sprechen die beiden über viele kleine Details in einem speziellen Test-Podcast, den ihr ganz am Ende dieser Seite findet.

    Es sind ja nur Metadaten. Das wollen uns die Regierungen dieser Welt glauben machen. Viele unbescholtene Bürger plappern das nach. Das Internet kann man ruhig abhören, "wir haben ja nichts zu verbergen." All diesen Zweiflern müsste man Watch Dogs mal vorführen. Mit einem Klick weiß Aiden Pearce alles über seine Mitmenschen. Die asiatische Frau auf der Bank? "Mit gefälschtem Pass eingereist, 45 Jahre alt, Verkäuferin". Sie verdient $18.000 im Jahr. Der Mann neben ihr "Lädt Pornofilme aus dem Internet, 36 Jahre alt, Lehrer". Ein Klick in die Überwachungskameras der Stadt, und Aiden Pearce sieht nicht nur den Verkehr auf der Straße, sondern auch den in den Wohnzimmern. Immer wieder hört und sieht man kopulierende Paare. Sei es durch Fenster oder durch die winzigen Webcams an Handys oder Laptops. Eine Gesellschaft, die so überwacht wird, wie in Watch Dogs, ist wenig liebenswürdig. Ist sie sicher? Ja, bestimmt. Aber ob die Sicherheit es wert ist, dass eine Maschine und der Wartungsadministrator einem zugucken, wie man sich kurz vor der Arbeit noch schnell von der Domina auspeitschen lässt, dass muss jeder selbst entscheiden.

    So politisch brisant und hochaktuell die Hacking-Thematik von Watch Dogs ist (Stichwort: NSA-Affäre), so wenig gehen die Macher leider auf die Thematik ein. Aiden Pearce nutzt das allsehende Auge ctOS, er missbraucht es. Und er kümmert sich weite Strecken des Spiels wenig darum, was für Daten da anfallen. "Watch Dogs ist kein politisches Statement", erklärte uns Thomas Geffroyd kürzlich im Interview. Es zeigt nur passiv auf, was für Datenmengen wir jeden Tag anhäufen und wie sehr man sie gegen uns verwenden kann.

    07:53
    Watch Dogs im großen Test: Ist der Hype gerechtfertigt?


    GTA und Assassin's Creed mit Hackern?

    Aiden Pearce hat auf Knopfdruck Zugriff auf dein gesamtes Leben! Aiden Pearce hat auf Knopfdruck Zugriff auf dein gesamtes Leben! Quelle: PC Games Vordergründig geht es in Watch Dogs um eine Rachegeschichte. Aiden und sein Partner Damien sind begnadete Hacker, nutzen ihre Fähigkeiten aber nur für die eigenen Zwecke. Als ein virtueller Raub schief geht, sind plötzlich alle hinter ihm her. Aiden kann entkommen – aber seine Familie nicht. Die neunjährige Nichte stirbt, ein Familiendrama bahnt sich an. Aidens Antrieb ist Rache, seine Methoden sind brutal – von romantischen Robin-Hood-Geschichten muss man sich schnell verabschieden. Leider kann Ubisoft das nicht vermitteln. Selten wurde ein Spiel mit so viel Potential so lahm erzählt, selten waren die Sprecher mit weniger Elan bei der Sache. Die emotionale Schiene, die Rockstar perfekt meistert, beherrscht Ubisoft leider noch nicht. So etwas wie Untertöne beherrschen die Macher überhaupt nicht, jede kleinste Regung muss Aiden kommentieren und erklären.

    In vielen anderen Belangen erinnert Watch Dogs aber sehr stark an sein Vorbild GTA. Chicago ist eine offene, riesige Stadt mit mehreren Vierteln. Um in den Vierteln Aufträge und ctOS-Geheimnisse aufzudecken, muss man sich erst in eine Basisstation hacken. Die Mechanik entstammt eindeutig der Assassin's-Creed-Reihe, wo man Trüme erklettern muss, um ein Gebiet auf der Karte freizuschalten. Generell wirkt Watch Dogs wie ein Versatzstück aus vielen Ubisoft-Titeln – eine Art "Best of Ubisoft". Steuerung und Kartenfreischaltung stammen aus Assassin's Creed, die Fahrphysik aus Driver, die Schleichpassagen könnten genauso gut in Splinter Cell stattfinden. Ja, sogar die Kamerafahrt durch das nächste Zielgebiet gibt es schon länger, etwa im Kletter-Adventure Prince of Persia (und den Kletterpassagen von Assassin's Creed, die macht nämlich dasselbe Studio). All diese Momente sind gelungen, keine Frage. Aber frischen Wind bringen sie nicht ins Spiel.

    Open-World vs. Kampagne

    Chicago zu Fuß, mit dem Auto oder im Boot. Chicago zu Fuß, mit dem Auto oder im Boot. Quelle: PC Games Ja, die Kampagne lahmt stellenweise, weil die handelnden Charaktere so extrem öde, blass und undurchsichtig bleiben. Die Story macht aber von vorn bis hinten Spaß! Das liegt am spannendsten Nebencharakter des Spiels: Chicago, der Stadt selbst. Geschwungene Waldwege, Highways, Wasserstraßen, Berge, Gleise, Dächer. Watch Dogs ist abwechslungsreich wie wenig andere Spiele. Auch der Wechsel von Außenmissionen und Innenlevels wirkt. In der Open-World muss man Verfolgungsjagden absolvieren, Feinde finden, Verbrechen mit dem iPhone verhindern. In den Innenlevels geht es traditioneller zu: Aiden schleicht herum, weicht den Augen des Wachpersonals aus oder ballert sich zu seinem Ziel durch. Vom Gameplay her überzeugt das meistens, die Präsentation aber ist mangelhaft.

    Irgendwann sind auch die wenigen innovativen Spielmechaniken ausgelutscht. Klar, als man zum ersten Mal eine Mission nur durch das Hacken von Kameras schafft, ist das bewegend. Man fühlt sich überlegen, als hätte man die Welt von Watch Dogs tatsächlich gehackt. Mit der Zeit macht man aber von allem zu viel. Hacken, schleichen, schießen, fliehen wird irgendwann eintönig. Die einzige Abwechslung schafft dann die Stadt.

    Sie sorgt in Verbindung mit den ctOS-Hacks auch für besonders coole Momente. So lassen sich zum Beispiel Poller aus dem Boden fahren, um Verfolger abzuschütteln oder Dampfrohre in die Luft jagen, wenn Feinde gerade drüberfahren. Doch Watch Dogs geht noch viel mehr ins Detail. Einmal rasen wir im Test, gerade auf der Flucht vor einer Horde Polizisten, in einen ctOS-Stromverteiler. Eigentlich ärgerlich, doch dann fliegt die Box funkensprühend in die Luft! Der Strom im Stadtteil ist verschwunden, alles wird dunkel und auch die Überwachungskameras der Polizei bleiben stumm. Wir lenken in eine Seitengasse ein, die Cops fahren geradeaus weiter. Entkommen. Wie cool!

    Zu viele Gameplay-Features

    Alberne Minispiele gehören zum überfrachteten Feature-Set. Alberne Minispiele gehören zum überfrachteten Feature-Set. Quelle: PC Games Solche Momente und die vielen Dutzend Nebenmissionen halten das Spiel über 20, 40 gerne auch 100 Stunden am Leben, zumindest wenn man wirklich jeden Sammelauftrag, jede Sehenswürdigkeit und jede Belanglosigkeit freischalten will, die Watch Dogs auffährt. Derlei gibt es viele. Zu viele: Watch Dogs ist total überfrachtet mit Gameplay-Features. Hauptmissionen, Nebenmissionen, Onlinespiel. Hacken, schießen, kämpfen, fahren. Digitale Trips (erinnern an die LSD-Missionen aus GTA), VR-Spiele, Minispiele. Watch Dogs hämmert all das unter einem Dach zusammen. Doch keines dieser Features ist brillant und herausragend.

    Die Fahrphysik zum Beispiel ist träge und lahm. Die Steuerung reagiert langsam, ein Gefühl für Geschwindigkeit bekommt man überhaupt nicht. Ein Spiel, in dem man aber mehr als 50% der Zeit im Auto sitzt, muss aber eine anständige Fahrphysik aufweisen! Hier greift Ubisofts Gemeinschaftsstudio: So richtig vermasselt haben es die Macher sicher nicht, es sind fähige Leute dabei. Aber gelungen ist das Fahren nicht.

    10:51
    Watch Dogs: Experten-Video - unsere Tester beantworten eure Fragen


    Der (Always-)Online-Modus

    Aiden Pearce hackt sich durch das virtuelle Chicago. Aiden Pearce hackt sich durch das virtuelle Chicago. Quelle: PC Games Per default nutzt Watch Dogs einen recht innovativen Multiplayer-Modus. Spieler können die Welten anderer Spieler überfallen, so wie in Dark Souls. Als Opfer sieht man den anderen Hacker nur als neutralen Zivilisten und muss dann verhindern, dass er Daten von Aiden Pearce Handy herunterladen kann bzw. einen Virus hochlädt. Auch hier erinnert Watch Dogs stellenweise an Assassin's Creed. Der Modus macht Spaß, egal ob man Opfer oder Täter ist. Was den Machern aber nicht gelingt, ist Timing. Immer wieder greifen Fremde ins Spiel ein, wenn wir kurz vor der nächsten Mission sind. Dank dem Überangebot an Nebenaufträgen verliert der Modus auch bald seine Bedeutung. Fast im Sekundentakt ploppt eine Meldung auf, die entweder Online-Aktivitäten, Nebenmissionen oder Sammelaufträge ankündigt.

    Wer es ruhiger angehen möchte, am liebsten ungestört, kann den Mehrspielermodus getrost ausschalten. Die Implementierung hätte besser sein müssen, viel organischer, um nicht aufzufallen. So reißt sie einen aus dem laufenden Spiel raus – ärgerlich.

    Cool ist trotzdem die Companion App. Darin übernimmt man die Kontrolle über die Verfolger und jagt im Polizeihelikopter hinter Aiden Pearce her. Auffallend: Watch Dogs hat eine eigene Companion App, SmartGlass oder das Playstation-Pendant reichen nicht. Das wirft die Frage auf: Wofür gibt es dann eigentlich SmartGlass, wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht?

    Die Technik

    Besonders bei Dämmerung und Nacht ist Watch Dogs atemberaubend schön. Besonders bei Dämmerung und Nacht ist Watch Dogs atemberaubend schön. Quelle: PCGHX-Forum Viel wurde über die Technik von Watch Dogs gemunkelt. Eins war klar: So, wie der Titel angekündigt wurde, sieht er nicht aus. Auch auf dem PC nicht, der mit allerlei Extras aufwartet (HBAO+, TXAA und G-SYNC, um ein bisschen Namedropping zu betreiben). Die Stadt ist zwar relativ hoch aufgelöst und vor allem im Vorbeifahren bildhübsch. Doch wer anhält und sich genauer umschaut, erkennt eine etwas zu kantige Architektur und zum Teil grob gezeichnete Details. Die Zwischenspeicher von Playstation 4 und Xbox One geben anscheinend nicht genug her, um die nötigen Datenberge kurzfristig bereitzustellen. Beeindruckend sind die Lichtspiele in Sonnenuntergangsszenen. Auch Wasser und Spiegelungen sehen so aus, wie man es von einem Next-Gen-Titel erwartet.

    Besonders gut fallen auch Charaktere aus, vor allem in den Ingame-Sequenzen. Sie sind toll animiert, vermitteln Emotionen durch Mimik. Schade, dass Ubisoft die Technik nicht auch benutzt, um Emotionen zu vermitteln. Die Engine hätte es hergegeben, die Macher haben es also verbockt. Dennoch gibt es himmelweite Unterschiede. Immer wieder stellt man fest, dass Watch Dogs anscheinend zwischen Render- und Ingame-Szenen unterscheidet. Die vorab gerenderten sehen phänomenal aus, während die Filmszenen in der Egoperspektive und Spielgrafik eher matschig ausfallen.

    03:36
    Watch Dogs: PC versus PS4 im Grafikvergleich


    Da war noch was: Springen?

    Die Trips sind Fun Missionen, die nicht so recht ins ernste Watch Dogs passen. Die Trips sind Fun Missionen, die nicht so recht ins ernste Watch Dogs passen. Quelle: PC Games Was für ein alberner Shitstorm: Als vor einigen Wochen ein paar NeoGAF-Leser herausfanden, dass Aiden Pearce nicht frei durch die Gegend hüpfen kann, stiegen sie auf die Barrikaden. Open World ohne freie Bewegung? Geht das? Ja doch! Klar. Denn Aiden ist beweglich wie sein Kumpan aus Assassin's Creed, mit Ausnahme der Kletter-Fähigkeiten. Hält man den rechten Trigger gedrückt, rennt Aiden durch die Welt und weicht Objekten kontextsensitiv aus. Über Zäune, umgeschmissene Baumstämme und Betonklötze huscht er wie eine Antilope hinweg. Der Ärger darüber ist albern: nur wer Watch Dogs nicht gespielt hat, wird dieses Feature vermissen.


    Watch Dogs (X360)

    Singleplayer
    8 /10
    Multiplayer
    7,5/10
    Grafik
    7/10
    Sound
    8/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    8/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung

    Watch Dogs (PS3)

    Singleplayer
    8 /10
    Multiplayer
    7,5/10
    Grafik
    7/10
    Sound
    8/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    8/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung

    Watch Dogs (PS4)

    Singleplayer
    8 /10
    Multiplayer
    7,5/10
    Grafik
    9/10
    Sound
    8/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    8/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung

    Watch Dogs (XBO)

    Singleplayer
    8 /10
    Multiplayer
    7,5/10
    Grafik
    9/10
    Sound
    8/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    8/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    unverbrauchtes Hacker-Setting...
    tolle, realistische Stadt, die Chicago gut nachempfunden wurde
    unheimlich großer Umfang: locker 40 Stunden mit Luft nach oben
    coole Hacking-Features: Kameras, Soldaten und Fahrzeuge
    offene Welt, die viel zum Charme des Titels beiträgt
    KI bleibt lange am Ball
    fordernde Missionen, die manchmal ein wenig Grips voraussetzen
    coole Waffen und Items
    immer was los
    ... das leider viel zu wenig auf die Datenschutz-Thematik eingeht
    lahme Fahrphysik
    blasser Held und emotionslose Präsentation
    Profiling und Hacking nervt über weite Strecken
    halbherziges Ruf-System, das wohl einfach nicht fertig geworden ist
    leider in keinem Gameplay-Element herausragend gut
    Fazit
    Watch Dogs erinnert an viele Vorbilder: Assassin's Creed, Driver, GTA 5, Splinter Cell. In der Umsetzung ganz okay, aber leider nirgends herausragend gut.

  • Watch Dogs

    Watch Dogs

    Publisher
    Ubisoft
    Developer
    Ubisoft Montreal
    Release
    27.05.2014
    Leserwertung
     
    Meine Wertung
    Es gibt 31 Kommentare zum Artikel
    Von Schwags
    Ich mag dich. :halo:
    Von Absalom
    Hervorragend 
    Von Menirules
    Bannhammer erfolgreich geschwungen!

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    • Es gibt 31 Kommentare zum Artikel

      • Von Schwags Erfahrener Benutzer
        Zitat von Menirules
        Bannhammer erfolgreich geschwungen!
        Ich mag dich. :halo:
      • Von Absalom Erfahrener Benutzer
        Hervorragend 
      • Von Menirules Moderator
        Bannhammer erfolgreich geschwungen!
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Watch Dogs
Watch Dogs im Test: Überwachungsstaat, das Spiel
Watch Dogs ist einer der gehyptesten Titel der Next-Gen. In dem Hacking-Abenteuer erleben wir den Überwachungsstaat, nutzen ihn zu unserem Vorteil und rasen durch eine ähnliche offene Welt wie in GTA 5. Aber kommt das Ubisoft-Meisterwerk an die Qualität von Rockstar Games ran? Erfahrt das und mehr in unserem Test!
http://www.gamezone.de/Watch-Dogs-Spiel-41939/Tests/Watch-Dogs-im-Test-Das-Spiel-zum-Ueberwachungsstaat-1122698/
28.05.2014
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2014/05/WatchDogsWP-gamezone_b2teaser_169.jpg
watch dogs,action,shooter,watch_dogs,ubisoft
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