Wildlife Park im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

Pinguine in der Sahara?

Wild Life Park aus dem Hause Deepsilver, die übrigens auch für Cold Zero verantwortlich zeichnen, schlägt in die gleiche Presche wie Zoo Tycoon. Es ist also die Aufgabe des Spielers einen Zoo nicht nur aufzubauen und möglichst attraktiv zu gestalten, sondern auch dafür zu sorgen, dass die Besucher immer wieder kommen, schließlich will man auch morgen noch etwas zu Beißen haben. Es gilt also die Bedürfnisse zweier Parteien zu befriedigen, nämlich die der Tiere, von denen jede Rasse natürlich ihre ganz Individuellen hat, und die der Besucher natürlich, denen es Hauptsächlich darum geht bei jedem Besuch etwas Neues zu sehen und leiblich versorgt zu sein.

Das Gameplay bietet uns die erwarteten Spielmodi, also eine Kampagne mit vorgefertigten Aufgaben genauso wie das beliebte Sandkastenspiel. Kommt es bei der Kampagne noch darauf an bestimmte Ziele zu erreichen, wie die Zufriedenheit einer Tierart auf über 90% zu steigern, oder eine andere dazu zu bewegen sich Nachwuchs zuzulegen, kann man sich im freien Spiel so richtig austoben und den Tierpark seiner Träume hochziehen. Die erste Entscheidung die wir dabei zu fällen haben betrifft den Standort des Parks, was große Auswirkungen auf den nachfolgenden Aufwand hat bestimmte Tierarten zu halten. Denn verständlicherweise ist es schwieriger Pinguine in der Wüste zu züchten als in polarer Umgebung. Bevor wir also eine Tierart ansiedeln gilt es das ideale Gehege zu bauen. Dabei genügt es nicht einfach nur einen Zaun zu ziehen und eine Futterstelle einzurichten, es will auch darauf geachtet werden das der Boden die richtige Konsistenz hat, denn eine Giraffe fühlt sich auf weichem Moosboden überhaupt nicht wohl, das die richtige Bepflanzung vorhanden ist, je nach Art um sich daran zu kratzen oder als Delikatesse zum Nachtisch, dass auch das richtige Futter angeboten wird und ein entsprechender Tierpfleger vorhanden ist. Doch auch um die Seele der Tiere will sich gekümmert werden, denn aus einem gelangweiltem Tier wird schnell ein aggressives, weswegen es den Tierdresseur gibt, der auch noch gewinnbringende Shows für die zahlende Kundschaft veranstaltet.

Für eine Simulation dieser Komplexität gibt sich Wild Life Park erstaunlich einsteigerfreundlich und gestattet dem Spieler besonders zu Beginn des Games so manchen Fehler ohne gleich den Pleitegeier auf den Plan zu rufen. Im weiteren Verlauf allerdings legt die Simulation dann ganz schön zu und man ist mit den vielen Bedürfnissen der Tiere und Parkbesucher voll und ganz beschäftigt.

Bedient wird das gesamte Game über das, trotz ihrer vielen Features, recht übersichtlich gewordenes Interfaces, welches alle Optionen maximal drei Klicks entfernt bereithält. Spätestens nach dem fünf Kapitel umfassenden Tutorials sollte man keine Probleme mehr haben das gewünschte zu finden. Allerdings kommt hier bereits die nicht für jede Auflösungsstufe optimierte Darstellung zum tragen, die uns in der niedrigsten Auflösung ein überdimensioniertes Interface an die untere Hälfte des Schirms hinklatscht, welches in den höheren Auflösungen immer flacher wird und dadurch die Icons mitunter so klein werden lässt, dass man bereits bei 1280x1024 Pixeln kaum mehr erkennt was sie darstellen sollen. Derselbe Umstand trübt auch die grafische Darstellung des Zoo's selbst, denn trotz der gebotenen drei Zoomstufen existieren die Objekte ganz offensichtlich nur in einer einzigen Auflösung und werden beim maximalen Zoom sehr verpixelt dargestellt. Umgekehrt glänzt die Totale durch das Verschlucken vieler Details, da die Objekte anscheinend einfach nur in halber Größe dargestellt werden, ohne die Grafik zu interpolieren. So bleibt eigentlich nur die mittlere Zoomstufe, in der das Gebotene noch am besten aussieht, auch wenn besonders die Tiere selbst sich manchen Ausreißer erlauben. So sehen die Elefanten z.B. wirklich gut und lebensnah aus, die Gorillas allerdings scheinen an genetischen Schwächen zu leiden, haben sie doch viel zu lange Arme und auch der Körperbau sieht mehr als seltsam aus. Gleiches trifft auch auf die übrigen Objekte zu, die zwar meist eine ganz ordentliche Figur machen, aber mitunter auffallen weil sie sich nicht sauber in den Hintergrund einbinden.

Die Soundkulisse unterhält den Spieler mit jeweils zur Umgebung passenden Rhythmen die sich recht angenehm im Hintergrund halten, so dass auch ein mehrstündiges Spiel möglich ist, und den vielen Geräuschen der Tiere und Parkbesucher. Allerdings sollte man sich nie zu lange über ein und demselben Gehege aufhalten, da man sonst ziemlich schnell über die immer gleichen Sounds stolpert.

Meinung

Wertung zu Wildlife Park (PC)

Wertung:

7.3 /10
Pro & Contra
Sehr viele Tierarten und noch viel mehr "Bedürfnisse"gelungenes Interface
Keine Anpassung an die verschiedenen Auflösungengrafische Schwächen

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