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  • Wing Commander Arena im Gamezone-Test

    Ein netter XBL Arcade-Shooter, der leider nicht mal im Ansatz dem großen Namen gerecht wird den er trägt.

    Große Namen erzeugen große Erwartungen, dass war schon immer so und eigentlich hätte das auch Electronic Arts bewusst sein müssen, als sie das erste Mal nach einer Dekade wieder ein Spiel mit Wing Commander im Titel veröffentlichen. 1997 erschein mit Wing Commander Prophecy der letzte offizielle Teil und was damals eigentlich ein Neuanfang sein sollte, endete mit dem Verschwinden der Serie von der Bildfläche der Spielewelt. Jetzt gibt es Wing Commander Arena und schon der Vertriebsweg lässt nicht viel Gutes hoffen. Wing Commander zeichnete sich bisher durch für seine Zeit wegweisende Technik und kinoreife Präsentation aus und es stellt sich schon die Frage, ob dies ein Xbox Arcade-Titel mit gerade mal 40MB und einem Preis von 800 Punkten bieten kann. Um diese Frage vorweg zu beantworten: Nein.

    Wing Commander Arena Wing Commander Arena Fangen wir mal mit der Frage an, warum dieses Spiel überhaupt Wing Commander heißt. Ja, es gibt Schiffe aus dem Wing Commander Universum. Ja, Kilrathi, außerirdische Katzenwesen, sind auf der einen Seite, Menschen auf der anderen. Beide schießen aufeinander. Moment, hatten wir vor 10 Jahren nicht Frieden geschlossen? Egal, Arena hält sich nicht mit einer Story oder einem klitzekleinen Hinweis auf, warum bis zu 16 Raumschiffe aufeinander schießen, sie tun es halt einfach. Wer gar eine Fortführung der in Prophecy begonnen Handlung erhofft hatte, ist hier völlig fehl am Platz, denn Arena ist ein reiner Arcade-Multiplayer-Titel mit weniger Story als die meisten Spiele auf der Packungsrückseite mitbringen.

    Wing Asteroids

    Wing Commander Arena Wing Commander Arena Da es keinen Handlungsbezug zu Wing Commander gibt, müssen andere Aspekte herhalten, um die Verwendung des Namens zu rechtfertigen und dies sind in erster Linie die Raumschiffe, die den alten Spielen entnommen wurden. Stattliche 18 Stück sind es, neun für jede Seite und diese teilen sich dann wieder in Erkundungsschiffe, Jäger und Bomber auf. Das Grundprinzip ist dabei einfach, denn ein Bomber hat viel Panzerung und ein stattliches Arsenal, dafür aber die Wendigkeit einer Kuh im vollen Galopp, ein Erkundungsschiff ist schnell und wendig, sollte aber besser nirgendwo zu doll ankanten oder gar unter schwerer Beschuss geraten. Der Jäger liegt irgendwo dazwischen. Anfangs fällt diese Wahl noch sehr leicht, denn nicht alle Schiffe sind freigeschaltet, den Rest muss der Spieler sich erst durch Abschüsse verdienen. Die meisten Schiffe sind mit zwei selbstregenerierenden Energiewaffen und zwei verschiedenen, endlichen Raketenbeständen ausgestattet, verändern lässt sich die Bewaffnung der Schiffe allerdings nicht. Sind diese Entscheidungen getroffen, muss noch ein Spielmodus gewählt werden.

    Wing Commander Arena Wing Commander Arena Wer allein erst mal üben will, kann dies in immerhin vier Varianten tun, wobei das Melee dem späteren Multiplayer am nächsten kommt. Der Spieler tritt gegen eine Reihe Bots an, bis er keine Lust mehr hat. Zwar ist die KI ziemlich schwach aber zum Üben hat dieser Modus seine Daseinsberechtigung. Danach folgt ein Asteroids-Modus, in dem Raumstation gegen heranrauschende Asteroiden verteidigt werden muss. Gauntlet schickt dagegen eine Feindwelle nach der anderen gegen den Spieler, jede härter als die vorige. Auf den Proving Grounds kann man dann zeigen, dass man allein wirklich alles beherrscht, was das Spiel zu bieten hat. Der Soloteil ist für ein Spiel der Art also ganz gut besetzt und auch beim Multiplayerteil macht die Optionsfülle auf den ersten Blick einen guten Eindruck. So ziemlich jede Variation von Death-Match, Capture the Flag, Teammatch und Duell ist vertreten, nur leider lässt sich kaum etwas zu diesen Modi einstellen. Es gibt keine definierbaren Zeitlimits, Bots, zu erreichende Abschüsse oder Spielerzahlen und vor allem lässt sich eine Gruppe, in der man gerne weiterspielen möchte, nicht festhalten. Ist die Runde beendet, geht es zurück ins Hauptmenü und ob man die anderen Spieler wiedersieht, steht in den Sternen.

    3D-Look im 2D-Spiel

    Wing Commander Arena Wing Commander Arena Lässt man sich dann auf ein Match ein, geht es auf einer der nicht gerade zahlreichen Maps sofort zur Sache und mit sofort meine ich sofort. XBLA Titel sollten, zumindest in der Theorie so aufgebaut sein, dass man loslegt und sie so schnell wie möglich versteht. Arena hält sich nicht mit Tutorials oder Hinweisen auf, nur leider wären solche, zumindest erst einmal im Solo-Teil beim Training angebracht gewesen. Nicht das die Steuerung oder das Schießen an sich schwerfallen würde, denn das ist so simpel wie es wird, vielmehr ist der ganze Screen einmal rundherum mit irgendwelchen HUD-Anzeigen zugepflastert, bei denen man erst einmal nicht so genau weiß, wofür sie eigentlich gut sind. Zur Hölle damit, bei einigen weiß ich jetzt noch nicht, wofür sie Platz auf dem Screen verschwenden! Andere wie die Geschwindigkeitsanzeige sind aufgrund des Spielaufbaus komplett irrelevant oder nehmen wie das Radar mehr Platz ein, als nötig wäre. Nach einiger Zeit ist dann aber alles Wichtige im Blick und stört bei einem Spiel, das dank seiner nicht vorhandenen Komplexität eigentlich fast ohne HUD auskommen würde, nicht weiter. Bisher hatte Wing Commander immer noch einen kleinen Simulationsaspekt dabei, der hier aber endgültig über Bord ging. Das beginnt schon mit dem größten Manko des Spielablaufs, denn auch wenn es hier um einen Raumkampf geht, der normalerweise in drei Dimensionen stattfindet, ereignet sich hier alles auf einer zweidimensionalen Ebene. Steht dem eigenen Schiffe ein Raumstation oder sonst etwas im Weg, kann das Hindernis nicht über- oder unterflogen werden, lediglich links und rechts sind die Auswege. Auch die kleinen Manöver wie ein Looping, die sich auf Knopfdruck auslösen lassen, eignen sich zwar gerade mal um ein paar Raketen auszuweichen aber nicht um die Illusion von Bewegung im freien Raum zu erzeugen.

    Wing Commander goes Micro Machines

    Wing Commander Arena Wing Commander Arena Es ist zwar so, dass man auch in zwei Dimensionen Spaß haben kann, nur setzt dies mehr Spielbarkeit voraus, als dieses Geschehen. Die Steuerung an sich ist dabei nicht einmal das Problem, auch wenn man an keiner Stelle glaubt ein Raumschiff zu steuern sondern viel mehr ein Micro-Machine-Auto über das Parkett zu schieben. Das es sich dann insgesamt ganz brauchbar steuern lässt, liegt am kompletten Verzicht auf jeglichen Raumrealismus, was sogar so weit geht, dass man mit dem Raumschiff rückwärts fliegen kann. Auch das Schießen ist unproblematisch, denn es läuft in der Essenz darauf hinaus, dass man trifft, was vor einem ist, sei es mit Raketen oder Lasern. Die Probleme fangen erst bei der Begegnung zweier Schiffe an, denn dann vermisst man die dritte Dimension für taktische Manöver, welcher Art auch immer. Stattdessen wird entweder wild herummanövriert beim Versuch die hektisch herumwuselnden Schiffe zu treffen ohne selbst viel Schaden einzustecken oder man ist auf der unübersichtlichen Spielfläche überhaupt erst einmal eine Weile auf der Suche nach etwas Abschießbaren. In einer Ebene ergeben sich halt niemals Flug-Situationen wie Verfolgungen am Heck des Gegners oder geschickte Ausweichmanöver um solch misslichen Lagen zu entgehen. Eine gewisse Leistung muss hier aber anerkannt werden, denn trotz des Verzichts auf die möglicherweise verwirrende 3D-Bewegung hat man es geschafft, das Geschehen denkbar unübersichtlich zu gestalten. Es lassen sich eine Reihe von Blickwinkeln wählen, alle als Third-Person hinter dem Schiff in verschiedenen Abständen, aber bei keiner hatte ich den Eindruck wirklich den Überblick zu haben.

    Wing Commander Arena Wing Commander Arena Eine Reihe von Extras der langweiligen Art liegt über das Spielgebiet verteilt, aber statt das Geschehen mit witzigen Ideen aufzulockern, gibt es hauptsächlich Regenration für Schilde und Waffen, so dass auch hier eine Chance auf mehr Spielwitz vertan wurde. Zusammen mit dem Manko der Multiplayerorientierungslosigkeit, sprich ohne das Wissen, wie viele Kills noch zu absolvieren sind oder wie viel Zeit noch bleibt, läuft der Spielverlauf auf einen sehr mäßigen, unübersichtlichen und unstrukturierten 2D-Shooter hinaus. Bei den Achievments hat man sich dabei ebenfalls nicht verausgabt, denn Dinge wie eine bestimmte Anzahl Multiplayerabschüsse oder Erfolge in den Single-Player-Modi sind die Pflicht aber nicht die Kür. Einige der Ziele sind zwar wirklich nur mit Arbeit zu erreichen, aber einfallsreich ist nichts davon. Damit stellt sich letztlich auch die Frage, was an Langzeitmotivation für denjenigen bleibt, der Spaß an dem drögen Spielablauf haben sollte und mit den zahlreichen freizuschaltenden Schiffen und zahlreichen Spielmodi sieht es hier nicht mal so übel aus. Da natürlich auch jede Menge Rankinglisten existieren, sollte jeder Arena-Begeisterte eine ganze Weile etwas von seinen investierten Punkten haben.

    3DFX in 2007 auf 360

    Wing Commander Arena Wing Commander Arena Die Technik des Spiel dürfte allerdings auch nicht gerade dafür sorgen, dass sich die Zahl derer erhöht, die sich zu dieser Gruppe bekennen, denn selbst für ein Arcade-Spiel und selbst für "nur" 800 Punkte ist das, was hier optisch passiert, keine Heldentat und in keiner, aber auch gar keiner Weise dem Label Wing Commander würdig. Die älteren unter euch erinnern sich sicher noch an die 3DFX-VooDoo-Karten, die Wing Commander Prophecy vor zehn Jahren erstrahlen ließen. Auf so einer Karte hätte auch Arena eine gute, wenn auch nicht überragende, Figur gemacht. Inzwischen sind aber ein paar Jahre ins Land gegangen und selbst wenn auf XBLA niemand eine Unreal3-Engine erwartet, sieht Arena einfach nur mittelmäßig aus. Großschiffe und Stationen sind grobe Polygonmonster mit wenig Details, die kleinen Schiffe sind auch keine Offenbarung und lediglich die Hintergründe machen einen ganz netten Eindruck. Auch was sich an Lichteffekten, Schüssen und Explosionen auf dem Screen tut, wird heute keinen mehr hinter dem Ofen hervorlocken und wer das Label Wing Commander noch mit technischer Innovation und Wegbereitung verbindet, sollte sich von dieser Vorstellung ganz schnell verabschieden. Arena hat bestenfalls den Look eines Low-Budget-Titels vom Anfang dieses Jahrtausends. Auch Soundtechnisch werden keine Bäume ausgerissen und am besten schneiden noch die Effekte ab. Zumindest die Schüsse und Raketen bilden bei einem 16-Spieler-Gefechte eine ordentliche Kulisse, auch wenn der Soundtrack eher durch Belanglosigkeit auffällt.

    Wing Commander Arena (X360)

    Singleplayer
    3,7 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    4/10
    Sound
    6/10
    Steuerung
    5/10
    Gameplay
    3/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    16 Spieler gleichzeitig
    viele Spielmodi
    solider Soloteil für einen Multiplayertitel
    zahlreiche Raumschiffe
    der Wing Commander - Schriftzug sieht im Titelbildschirm gut aus
    Hat nichts mit Wing Commander zu tun
    Technisch veraltet
    statt 3D-Raumsimulation nur ein 2D-Shooter mit minimaler Spieltiefe im 3D-Look
    unübersichtliches Spielfeld und HUD
    fragwürdiges Flugverhalten
    schwache Spielbarkeit durch unübersichtliche Optik
    unstrukturierter Spielablauf in den Multiplayerrunden
    feste Spielerrunden lassen sich nicht einrichten
    langweilige Achievements
  • Wing Commander Arena
    Wing Commander Arena
    Publisher
    Electronic Arts
    Developer
    Electronic Arts
    Release
    25.07.2007
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Wing Commander Arena
Wing Commander Arena im Gamezone-Test
Ein netter XBL Arcade-Shooter, der leider nicht mal im Ansatz dem großen Namen gerecht wird den er trägt.
http://www.gamezone.de/Wing-Commander-Arena-Spiel-42567/Tests/Wing-Commander-Arena-im-Gamezone-Test-991387/
02.08.2007
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2007/08/Gamezone-image6_9_.jpg
tests