Games World
Login Registrieren
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • Wolfschanze 2: Der Nachfolger - Leser-Test von BigJim

    2006 kam ein WW2-Shooter auf den Markt, in dem wir die Rolle des Hitler-Attentäters Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg übernahmen und der bei Spielern und Kritikern aufgrund seiner katastrophalen Qualität nur fassungsloses Kopfschütteln auslöste. Sein Titel: Wolfschanze. Die verantwortlichen Entwickler von City Interactive gaben aber nicht auf und brachten Ende letzten Jahres einen Nachfolger unter der schlichten Bezeichnung Wolfschanze 2 auf den Markt. Es stellt sich natürlich sofort die Frage, ob die aus Polen stammenden Produzenten auch diesmal ein technisch und handwerklich so schlecht gemachtes Game abgeliefert haben, oder ob man dort nicht doch aus den Fehlern des vermurksten Vorgängers gelernt hat. Dabei sind unsere Erfahrungen nicht übertrieben hoch, wissen wir doch, dass es sich bei den Shootern von City Interactive stets um Spiele aus dem Niedrigpreissegment handelte und sie allein schon von daher nie mit dem Anspruch antraten, Call of Duty & Co. zu übertrumpfen. Dass es bei den Actionspielen des Hauses City Interactive in den letzten zwei Jahren zumindest in technischer Hinsicht deutliche Steigerungen zu verzeichnen gab, wollen wir nicht völlig bestreiten. Auch der jüngst veröffentlichte Ego-Shooter Terrorist Takedown 3 lässt gegenüber den Vorläufern so etwas wie eine aufsteigende Tendenz erkennen.

    Anders als im ersten Teil von Wolfschanze beruht die Handlung von Wolfschanze 2 nicht auf historischen Hintergründen, sondern ist frei erfunden. Die Bezeichnung "Wolfschanze" haben die Entwickler offenbar nur beibehalten, um gedanklich an den relativ bekannten (wenn auch total verfuschten) Vorgänger gleichen Namens anzuknüpfen. Diesmal übernehmen wir auch nicht die Rolle des deutschen Generalstabsoffiziers Graf v. Stauffenberg, sondern die des russischen Offiziers und Einzelkämpfers Michael B., der in einem ostpreußischen Kaff namens Kreuzhoffen (?) eine von Hitlers Truppen schwer gesicherte Festung aufsuchen soll. Unser Auftrag: Eine geheime Codiermaschine samt Codebuch von den Deutschen stehlen. Im späteren Spielverlauf ergibt sich noch ein weiteres Einsatzziel, als bekannt wird, dass sich in jenem entlegenen Stützpunkt auch noch Hitlers Wunderwaffe befindet, die wir bei der Gelegenheit natürlich ausschalten müssen.

    Wolfschanze 2 hat den Nachteil vieler Ego-Shooter aus dem Hause City Interactive, nämlich den, dass man über sie eigentlich nur wenig berichten kann. Dazu mangelt es diesen Produkten ganz einfach an Abwechselung, von möglichen technischen oder spielerischen Innovationen ganz zu schweigen. Das ist im vorliegenden Spiel leider nicht anders. Unser Mann, den wir in den nächsten drei Stunden (denn viel mehr Zeit dürften selbst Gelegenheitsspieler kaum zum Durchzocken von Wolfschanze 2 benötigen) aus der Ich-Perspektive durch die sehr linearen Level scheuchen, wird per Eisenbahntransport in den Außenbereich der Festung geschmuggelt. Von dort aus geht es dann sofort los ins Gefecht. Neben dem Bahnhofsgelände erwarten uns fortan u.a. eine Nazi-Villa, Bunkerkomplexe, allerlei unterirdische Gänge, eine Art Forschungsstation, vor allem aber viel Enge und Dunkelheit, denn Wolfschanze 2 spielt sich - ähnlich wie F.E.A.R. - fast komplett in Innenbereichen und im Dunkeln bzw. Halbdunkeln ab. Die Taschenlampe ist somit wichtig und ein ständiger Begleiter im Spiel. Probleme mit der räumlichen Orientierung entstehen aber keine. Dafür sorgen schon die schlauchartigen Level sowie eine Richtungsanzeige, nahe der unteren linken Ecke am Bildschirmrand. Wolfschanze 2 ist ein absolut geradliniger Shooter, der auf ergänzendes Beiwerk (z.B. kleinere Rätselaufgaben) völlig verzichtet. Im äußersten Fall müssen wir mal einen Hebel umlegen, eine Leiter besteigen oder ein Tor aufsprengen. Das war's dann aber im Großen und Ganzen schon. Lediglich einige (mehr schlecht als recht gemachte) Zwischensequenzen sorgen für eine gewisse Auflockerung im sonst sehr actionhaltigen Spielgeschehen. Hierdurch wird die "Story" vorangetrieben; beispielsweise wenn wir von einem Verbindungsmann der Roten Armee gefälschte Papiere entgegennehmen, um uns als Mathematiker Dr. Karl Stauffen in die geheime Raketenbasis (dort befinden sich Hitlers "Wunderwaffen") der Nazis einzuschleichen. Geschlichen wird sonst übrigens nicht - nur geschossen.

    Die Bewaffnung, die in Wolfschanze 2 zum Einsatz kommt, beschränkt sich auf typische Handfeuerwaffen wie Messer (wird nur selten benötigt), Pistole, Karabiner, MP, Scharfschützengewehr oder Schotflinte. Hinzu kommen Handgranaten und Sprengstoff. Das normale Gewehr eignet sich aufgrund des relativ langen Ladevorgangs nicht zur Bekämpfung von Gegnern auf kürzere Distanz. Meist wird man deshalb zur Maschinenpistole greifen. Waffen die dazugehörige Munition nehmen wir in der Regel getöteten Feinden ab. Wie viele Shooter der Gegenwart verzichtet Wolfschanze 2 auf Medipacks oder ähnlichen Schnickschnack. Wird man getroffen, muss man für kurze Zeit einfach raus aus der Schusslinie, die Spielfigur heilt dann automatisch. Mit den Handfeuerwaffen lässt sich bei Bedarf über Kimme und Korn zielen, was in bestimmten Situationen hilfreich sein kann. Per Tastendruck lassen sich Hebel umlegen, Sprengstoffe aktivieren oder ganz allgemein Objekte (von denen es im Spiel kaum welche gibt) benutzen. Durch Beschuss lassen sich umherstehende Fässer u.ä. zur Explosion bringen.

    Wolfschanze 2 bedient sich der bereits in Terrorist Takedown 2 (und davor in F.E.A.R.) angewandten ExJupiter-Engine. Doch was vor ein paar Jahren noch sehr ansehnlich wirkte, macht heute nur noch einen mittelmäßigen Eindruck. Aufgrund der Dunkelheit, die das ganze Spiel dominiert, kommt die Grafik mit Ausnahme der Explosions- und Verwischeffekte kaum zum tragen. Die in den Zwischensequenzen dargestellten Personen erscheinen wie Wachsfiguren, kantig, wie überhaupt die Spielwelt insgesamt wenig detailliert erscheint, selbst bei maximaler Auflösung (1920 x 1080). Der Sound der Waffen ist akzeptabel, die Synchronisation nicht mehr ganz so mies wie im restlos vergurkten Vorgänger aus dem Jahre 2006. Allerdings nerven die deutschen Soldaten durch ihre sich ständig wiederholenden Ausrufe wie "Haltet ihn auf!", "Brauche Unterstützung!" oder "Macht ihn alle!" Die Gegner-KI ist - zumindest im Vergleich zum ersten Wolfschanze - relativ gut gelungen. Unsere Feinde agieren zumeist halbwegs geschickt, suchen Deckung, versuchen das ein oder andere Ausweichmanöver und werfen gelegentlich auch Handgranaten. Aufgrund der Düsternis bzw. schwach ausgeleuchteten Level ist es für den Spieler nicht immer einfach, Gegner umgehend ausfindig zu machen. Auf dem unteren oder mittleren Schwiegkeitsgrad dürften aber auch Gelegenheitsspieler keine größeren Probleme bekommen.

    In der vorliegenden deutschen Verkaufsversion von Wolfschanze 2 fehlen - was nicht wirklich überrascht - gewisse Details wie Hakenkreuze oder sonstige Nazi-Symbole. Dennoch finden sich auch in der hiesigen Fassung immer wieder Hinweise auf prominente Ober-Nazis. So taucht in einer Zwischensequenz ein gewisser Offenbach auf, der äußerlich starke Ähnlichkeit mit Heinrich Himmler aufweist. An einer anderen Stelle begegnen wir kurz einem Deutschen, der so aussieht wie Goebbels. Atmosphärisch hat der Titel - nicht zuletzt aufgrund der fehlenden Abwechselung - aber wenig zu bieten. Wolfenstein beispielsweise war wesentlich spannender und machte natürlich auch inhaltlich und technisch eine weitaus bessere Figur. Im Vergleich zu dem völlig missglückten Vorgänger des Jahres 2006 sind die Verbesserungen bei Wolfschanze 2 jedoch offensichtlich. Es geht also zumindest besser. Für einen möglichen dritten Teil zu Wolfschanze wünschen wir uns aber noch deutliche Steigerungen.

    Negative Aspekte:
    Wenig Abwechselung; kurze Spielzeit.

    Positive Aspekte:
    Schnörkellose Baller-Action; immerhin besser als der Vorgänger.

    Infos zur Spielzeit:
    BigJim hat sich 2-10 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Wolfschanze 2

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: BigJim
    4.5
    Multiplayer
    -
    Grafik
    6/10
    Steuerung
    7/10
    Sound
    6/10
    Gameplay
    4/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Wolfschanze 2
    Wolfschanze 2
    Publisher
    City Interactive sp. z o.o. (PL)
    Developer
    City Interactive sp. z o.o. (PL)
    Release
    10.12.2009
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 12/2016 SpieleFilmeTechnik 11/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1009871
Wolfschanze 2
Wolfschanze 2: Der Nachfolger - Leser-Test von BigJim
http://www.gamezone.de/Wolfschanze-2-Spiel-42820/Lesertests/Wolfschanze-2-Der-Nachfolger-Leser-Test-von-BigJim-1009871/
30.05.2010
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2010/04/1501502885xoqjn.jpg
lesertests