Cataclysm renoviert das erfolgreichste Onlinespiel der Welt vom Startgebiet bis zum Boss.
Im neuen Addon zu World of Warcraft - genannt Cataclysm - ist der Name Programm. In Blizzards erfolgreichem Rollenspiel bleibt diesmal kein virtueller Pflasterstein auf dem anderen liegen: Der mächtige, meist übellaunige und sowieso eher destruktiv eingestellte Drache Todesschwinge kehrt mit ledrigem Flügelschlag und schlechtem Feueratem zurück an die Oberfläche der Fantasywelt Azeroth. Hier sorgt er durch mutwillige Sachbeschädigung für eine Katastrophe von unglaublichem Ausmaß: Erdbeben, Tsunamis, Vulkanausbrüche - Todesschwinge verändert mit Brachialgewalt die gesamte Spiellandschaft. Spieleentwickler Blizzard nutzt die Gelegenheit für eine komplette Überarbeitung seines Onlinerollenspiels, und stülpt nicht wie in den Vorgängeraddons in erster Linie neue Inhalte für Veteranenspieler auf das bestehende MMO. Alle Startgebiete, Städte, Levelzonen und Dungeons erstrahlen in renoviertem Glanz und mit neuen Geschichten. Die überkomplexen Rüstungsstatisken der Items wurden entrümpelt. Neue Rassen und Fraktionen treten ins Spielgeschehen ein. Um Cataclysm für Euch sowohl aus dem Blick eines Wiedereinsteigers und aus der Sicht eines langjährigen WoW-Profis zu beleuchten, haben wir das Addon mit zwei Testern gute vier Wochen gespielt: Meine Wenigkeit, der Autor dieses Artikels, kommt nach langjähriger Abstinenz wieder neu in WoW an. Co-Autorin Iris ist eine gestandene WoW-Gamerin der ersten Tage, mit entsprechender Erfahrung und hunderten Spielstunden auf dem Konto, und freut sich bei Cataclysm auf überarbeitete Instanzen und frischen Highlevel-Content.
von Andreas Peter und Iris Schwaiger
Fallt besser nicht über den Rand der Welt...
World of Warcraft: Cataclysm
Der Auftakt zu unserem umfangreichen Test, geplant pünktlich zum Releasetag, wurde erst mal unfreiwillig um eine Woche verzögert. Uns passierte der schlimmste Alptraum aller Cataclysm-Vorbesteller, gleich nach einem aus dem Briefkasten geklauten Amazon-Prime-Spielepäckchen. Bei der Registrierung unseres Probeexemplars trat ein technischer Fehler auf, und World of Warcraft wollte uns aus vom System nicht näher ausgeführten Gründen partout nicht auf die Spiele-Server lassen. Es folgten sieben Tage Tickets, Foreneinträge, entspanntes Abhängen in dauerbesetzten Telefonwarteschleifen im gesamten europäischen Sprachraum. Es gab kein Durchdringen zum Blizzardsupport. Unsere Ticket-Anfragen wurden nicht richtig gelesen, trotzdem falsch beantwortet und sofort geschlossen, öffentliche Anfragen im Forum konsequent ignoriert, oder wir wurden auf andere, dauerbelegte Hotlinenummern verwiesen. Nach einer Woche herumärgern mit dem überlasteten Kundendienst geschah das Wunder, und unser Account wurde auf magische Weise, ohne weitere Informationen seitens der Supports, freigeschaltet. Professionell ist, bei allem Verständnis für die Ausnahmesituation direkt nach dem Release eines neuen Addons für eines der größten Onlinerollenspiel der Welt, anders. Aber loggen wir nun mal zähneknirschend ein und konzentrieren uns wieder auf das eigentliche Spiel, wenn auch um eine schlechte Erfahrung mit dem Blizzard-Support reicher.
World of Warcraft: Cataclysm
Nun gut, was braucht eigentlich der geneigte Spieler, um bei Cataclysm mitmischen zu können? Während unsere Veteranen-Testerin seid dem Launch von WoW täglich Zeit im Spiel verbringt und natürlich über die Voraussetzungen in Form aller bisherigen Addons verfügt, musste der andere Autor dieses Artikels erst mal tief in die Kreditkarten-Schatzkiste greifen. Er hatte anno dazumal zum Start des Games eine Menge Zeit in Azeroth verbracht, dann aber bis heute ausgesetzt. Wer in Cataclysm mitspielen will, braucht zwingend alle bislang erschienen Zusatzpakete, welche man offline beim örtlichen Spieleladen (zu empfehlen) oder online im Blizzshop (nicht zu empfehlen, da teurer und vor allen Dingen mit buggefährdetem Freischaltungsprozess) zu erstehen sind. Die Kosten für einen Wiedereinstieg ins Game sind also nicht unbedingt alleine mit dem Erwerb von Cataclysm abgedeckt. Auch auf der Spiele-DVD aus dem örtlichem Games-Laden ist übrigens nur der Streaming-Client enthalten, der nach der ersten Installation kräftigst nachladen wird - rechnet besser eine gewissen Anlaufzeit und ein paar Gigabyte Transfervolumen für Eure DSL-Leitung ein, bevor ihr nach einer Neuinstallation losspielen könnt.
