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World of Warcraft (PC)

Release:
11.02.2005
Genre:
Online
Publisher:
Activision Blizzard

World of Warcraft im Gamezone-Test

18.01.2005 09:09 Uhr
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Neu
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Blizzards neuer Megahit ist schlichtweg das beste Online-Rollenspiel das man im Moment spielen kann.


Auch der Tod ist kein Beinbruch

World of Warcraft World of Warcraft [Quelle: ] Wer sich häufig mit gefährlichen Monstern anlegt, wird früher oder später auch mal den spielerischen Löffel abgeben. In den meisten Online-Rollenspielen wird der Bildschirmtod sehr unangenehm bestraft und man muss teils nervende Nachteile in Kauf nehmen. World of Warcraft hat auch in dieser Hinsicht seine Hausaufgaben gemacht: Wenn der letzte Lebenspunkt ausgehaucht ist, findet ihr euch als Geist auf dem nächstgelegenen Friedhof wieder. Hier habt ihr die simple Wahl euch im Austausch für einige Haltbarkeitspunkte eurer Gegenstände sofort wieder beleben zu lassen oder aber zur Stelle eures Ablebens zurückzulaufen. Dies hat dann zwar keinerlei Nachteile, kann aber in mit Monstern überfüllten Dungeons sehr riskant werden. Da man aber ohnehin oft dort weitermachen möchte, wo man gestorben ist, ist der unter Umständen einige Minuten lange Marsch zur eigenen Leiche ein relativ kleines Opfer. Wer lieber sofort von den Toten auferstehen möchte, nimmt den Schaden an ausgerüsteten Gegenständen gerne in Kauf, schließlich ist die Reparatur beim nächsten Schmied nicht allzu teuer. Gruppenspieler haben es in dieser Hinsicht natürlich etwas einfacher, da ein Priester in der Gruppe sofort ein Widerbelebungsritual starten kann und somit dem Sensenmann einen Strich durch die Rechung macht.

Die Berufe: Ertragreiche Nebenbeschäftigung

World of Warcraft World of Warcraft [Quelle: ] Jede Rollenspielwelt die etwas auf sich hält besteht natürlich nicht ausschließlich aus actiongeladenen Kämpfen und dem Sammeln von Erfahrungspunkten. Die Spieler wollen hin und wieder auch gemütlicheren Tätigkeiten nachgehen und dies können sie selbstverständlich auch in der Welt von Warcraft in Form verschiedener Berufe machen. Die insgesamt 12 Berufe teilen sich in drei verschiedene Gruppen auf: Sammeln, Verarbeiten und Dienstleistungen. Jeder Spieler kann maximal zwei Berufe wählen, im Idealfall sind dies logischerweise ein Sammel- und ein Verarbeitungsberuf. So können Kürschner die Felle erlegter Tiere zu Leder verarbeiten und dies innerhalb des zweiten Berufs, der Gerberei, zu nützlichen Rüstungsgegenständen weiterverarbeiten. Ein anderes, klassisches Szenario ist die Kombination aus Bergbau und Schmiedekunst, welche aus geförderten Erzen letztendlich schlagkräftige Waffen entstehen lässt. Berufe sind außerdem sehr gut geeignet um schnell an möglichst viel Geld zu kommen, da alle gesammelten oder hergestellten Gegenstände bei jedem Händler gewinnbringend verkauft werden können. Gebt ihr einen produzierten Gegenstand an einen anderen Mitspieler weiter, wird sich dieser noch lange an euch erinnern, da alle selbst hergestellten Items mit eurem Namen versehen sind. In gewisser Weise sammeln übrigens auch die Berufe Erfahrung, da jede Anwendung einer Berufsfähigkeit den dazugehörigen Kenntnisstand weiter steigen lässt. Wer im virtuellen Arbeitsleben also immer schön fleißig ist, wird auch dafür Belohnt und darf sich schon bald bei einem passenden Ausbilder neue Rezepte, Baupläne oder Tricks beibringen lassen.

Mit vereinten Kräften: Die Mehrspielerfeatures

World of Warcraft World of Warcraft [Quelle: ] Ein Online-Rollenspiel lebt natürlich zu großen Teilen von der Interaktion der menschlichen Spieler untereinander. Auch in World of Warcraft wird das gemeinschaftliche Gruppieren zur Steigerung der Effizienz großgeschrieben und mit einer Reihe einfacher Hilfsmittel und Regeln zum buchstäblichen Kinderspiel. Eine Gruppe besteht aus maximal fünf Spielern und teilt sich die im Kampf erbeuteten Schätze und Erfahrungspunkte. Der Gruppenleiter kann über ein einfaches Hilfsmenü die Regeln zur Beuteverteilung einstellen. Diese reichen vom simplen "Wer-zuerst-klickt-Prinzip" bis hin zur gerechten Verteilung der Reihe nach. Unschöne Diskussionen der Partymitglieder über die Aufteilung der Beute können auf diese Weise größtenteils vermieden werden. Außerdem hat man sich für die Gruppen ein ganz besonders tolles Feature einfallen lassen: Die instanzierten Dungeons. Kommt man in die nähe eines solchen ganz besonders fiesen Kerkers, erstellt der Server eine exklusive Instanz davon nur für eure Spielergruppe. Andere und in den engen Gängen eher störende Gruppen bleiben auf diese Weise fern. Diese exklusiven Dungeons sind natürlich ziemlich anspruchsvoll, verlangen den Gruppenmitgliedern perfekte Kooperation ab und setzen somit dem gruppenbasierten Spielspaß die Krone auf.

World of Warcraft World of Warcraft [Quelle: ] Natürlich gibt es auch Freundeslisten und ein integriertes Gildensystem um befreundeten Spielern die Kommunikation zu erleichtern. Eine Voicechat-Funktion fehlt allerdings, da diese mittlerweile in Egoshootern fast schon Standard ist, wäre eine Einführung in Online-Rollenspielen die logische Weiterentwicklung gewesen - schade drum. Dafür hat man sich ein innovatives Postamt-Feature einfallen lassen: Mit diesem integrierten Mailsystem können sich die Spieler untereinander nicht nur Nachrichten schicken, sondern auch Geldbeträge und Gegenstände per Paketpost. Selbst die mittelalterliche Version von Ebay ist in Form eines Auktionshauses vorhanden. Nach bekanntem Regelwerk kann man hier so manches Schnäppchen machen und ist dank vollautomatischer und gänzlich virtueller Abwicklung auch vor typischen Ebay-Betrügern sicher.

World of Warcraft World of Warcraft [Quelle: ] Auf allen Servern können sich die Spieler auch in kurzen Duellen untereinander messen, besondere Belohungen gibt es dafür allerdings nicht. Richtig anspruchsvoll wird das Ganze erst auf den PVP-Servern, welche in verschiedene Gebiete eingeteilt wurden und die Gefahr in menschlicher Form hinter jeder Ecke lauern kann. Wie der Name schon sagt, spielen hier Spieler gegen Spieler und können sich in farblich markierten Gebieten auch untereinander angreifen. Alle Funktionen eines PVE-Servers (Spieler gegen Umwelt) sind auch hier vorhanden, einzig und allein die Kampfmöglichkeit untereinander ist zusätzlich integriert worden. Da kann es schon mal passieren, das auf dem Weg zum nächsten Quest ein paar schlechtgelaunte Orks unter menschlicher Kontrolle im Gebüsch hocken und euch angreifen - die Gefahren werden also deutlich größer. Natürlich geht das auch im großen Stil und ganze Kampfverbände können in einer riesigen Schlacht um ein Gebiet kräftig auf die Mütze hauen. Da diese vergleichsweise einfach gestrickte Lösung nicht jedermanns Sache ist und es offensichtlich auch nicht besonders viel Spaß macht, von mehreren feindlichen Spielern einfach überrannt zu werden, hat Blizzard bereits kurz nach dem USA-Release des Spiels die so genannten "Battlegrounds" angekündigt. Hier sollen riesige Schlachten zwischen zwei Hauptquartieren der sich gegenüberstehenden Völker ausgetragen werden, außerdem soll das Ganze ähnlicher wie die instanzierten Dungeons implementiert werden. Allerdings ist diese ganz besondere Form des Krieges zwischen Menschen und Orks noch in Arbeit und wird wohl erst in einigen Monaten als kostenloses Addon verfügbar werden. Wer also Online-Rollenspiele nur aus dem Grund spielt sich mit anderen Spielern zu messen, sollte lieber noch etwas abwarten bis World of Warcraft sein volles Potenzial in Sachen PVP-Server entfaltet hat.

Digitale Kunst: Die technische Seite

World of Warcraft World of Warcraft [Quelle: ] Der gesamte Look des Spiels ist schlichtweg atemberaubend und darf getrost als digitale Kunst bezeichnet werden. Beim Erschaffen der Welt von Warcraft hat man sich fast schon pixelgenau an den von "Warcraft III" eingeführten und damals schon überzeugenden Stil gehalten. Alles in dieser dreidimensionalen Welt sieht aus wie einst im Echtzeit-Hit, nur kann man diese zauberhafte Umgebung endlich aus der Sicht ihrer Bewohner erleben und an vielen Stellen wird man Gebäude, Charaktere und Orte aus "Warcraft III" sofort wieder erkennen. Dabei ist World of Warcraft alles andere als ein Grafikkarten überhitzender Hardwarefresser: Das Spiel glänzt nicht durch aufwendige Schattenspielereien, exzessives Bump-Mapping und aufwendige Shader-Spielereien. Auch die Texturen sind nicht immer kristallklar und aus nächster Nähe öfters etwas unscharf. World of Warcraft ist sehr weit von der fotorealistischen Grafik eines "Everquest 2" entfernt, wollte aber auch nie in dieselbe Bresche schlagen. Doch was ist es dann, was dieses Spiel auch in technischer Hinsicht so faszinierend macht? Ganz klar der fantastische und detailverliebte Stil Blizzards. Gefühlvoll eingesetzte Farbschemen, geschickte Wechsel zwischen Licht und Schatten, realistische Tag-Nacht-Wechsel, zauberhaft schöne Charakterdesigns und die Blizzard-typische Portion an Detailverliebtheit erwecken die Welt von Azeroth zum Leben. Der vom optischen Ersteindruck überzeugte Rollenspieler wird aber auch im späteren Verlauf des Spiels nicht enttäuscht, da man ganz besonders in Sachen Grafik auf viel Abwechslung gesetzt hat: Jede große Hauptstadt ist ein kleines digitales Kunstwerk und man hat penibel darauf geachtet, den für die Bewohner typischen Stil einzuhalten und die verwinkelten Straßen der Städte mit vielen liebevollen Details gespickt. Aber auch außerhalb der Städte wird viel fürs Auge geboten, da jeder Landstich seinen ganz persönlichen Charme ausstrahlt und gerade deshalb geradezu magnetisch anlockt. Auch wenn einem die Monster in manchen Gebieten haushoch überlegen sind, kann man sich einfach nicht zurückhalten und möchte oft zumindest nur für ein paar Minuten einen Blick auf den jeweils einzigartigen Look der vielen verschiedenen Ländereien erhaschen.

World of Warcraft World of Warcraft [Quelle: ] Da World of Warcraft kein Hardwarefresser ist und seine optische Qualität größtenteils durch ein stilvolles Design erreicht, läuft das Spiel auch auf Mittelklasse-Systemen einwandfrei und sehr flüssig. Unser primäres Testsystem war ein Centrino-Notebook mit einem Radeon 9700 Grafikchip und 512 MB RAM. World of Warcraft lief auch auf diesem vergleichsweise schwachbrüstigen System problemlos und selbst in hohen Auflösungen noch ruckelfrei. Doch das schönste an der im Hintergrund werkelnden Engine sind die Ladezeiten: Die sind nämlich fast nicht vorhanden. Der Einstieg in die Welt von Warcraft wir nur von einer kurzen Ladepause unterbrochen, danach lädt das Spiel neue Gebieten vorbildlich im Hintergrund nach. Ihr könnt also theoretisch über den gesamten Kontinent ablaufen, ohne ein einziges Mal von einem Ladebildschirm unterbrochen zu werden. Lediglich bei Start und beim Teleportieren über weite Strecken muss man kurze Ladepausen in Kauf nehmen. Vielleicht ist es auch dieser technische Vorteil, welcher World of Warcraft als riesige und glaubhafte Spielumgebung erscheinen lässt, mehr noch als bei jedem anderen Genrevertreter.

World of Warcraft World of Warcraft [Quelle: ] Doch nicht nur die Grafikengine ist auf Blizzard-typischen und damit sehr hohem Niveau, auch die musikalische Untermalung des Ganzen ist mehr als hörenswert. Der Soundtrack von Jason Hayes ist absolut fantastisch und passt sich der aktuellen Spielumgebung hervorragend an. Dabei habt ihr nicht fortwährend eine Hintergrundmusik im Ohr, sondern werdet an wichtigen und zentralen Orten damit auf sehr subtile Weise unterhalten. Trotzdem ist der Soundtrack mehr als hörenswert und auch außerhalb des Spiels ein echter Ohrenschmaus. Selbst das Titellied, welches uns bereits seit nunmehr neun Monaten bei jedem Start des Spiels begrüßt, ist noch kein bisschen langweilig geworden. Auf Sprachausgabe hat man übrigens fast vollständig verzichtet, bis auf einfache Floskeln geben die Bewohner der World of Warcraft ihre Kommentare und Beschreibungen nur in Textform wieder. Hier hat die Genrekonkurrenz die Nase vorn, denn zumindest bei zentralen und wichtigen Stationen eines Heldenlebens hätte man sich einen atmosphärisch passenden und gesprochenen Dialog gewünscht.

Noch mehr Infos und bewegte Bilder gibt's im Gamezone Video-Review:World of Warcraft: Video-Review
(768 kbit/s)
   
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Ein Online-Rollenspiel kann man eigentlich nicht nach klassischen Kriterien bewerten, schließlich erlebt jeder Spieler das Spiel auf eine andere Weise und keine Karriere in World of Warcraft wird einer anderen gleichen. Wie der Name des Spiels schon sagt, handelt es sich hierbei um eine eigene Welt und Welten zu bewerten ist freilich keine einfache Sache. Noch dazu sind Online-Rollenspiele im stetigen Wandel und ein von uns gelobtes oder kritisiertes Feature könnte in ein paar Monaten schon verbessert oder wieder entfernt worden sein. Wir können lediglich das in Zahlen und Worte fassen, was Blizzard dem Spiel mit auf den Weg gegeben hat, aber das ist bereits eine ganze Menge: Die technische Seite ist astrein, der optische Stil unübertroffen und das Gameplay so einsteigerfreundlich wie in keinem anderen Spiel dieser Sorte. Ganz besonders die liebevoll inszenierten und stetig motivierenden Quests machen World of Warcraft zu einem mehr als vorbildlichen Genrevertreter, genau wie die kinderleichte und sehr übersichtliche Bedienung. Eine Revolution der Online-Rollenspiele stellt World of Warcraft allerdings nicht dar, denn auch Blizzard kocht nur mit Wasser, aber eben mit ganz besonders sauber gefiltertem Wasser. World of Warcraft wirkt einfach in jeder erdenklichen Hinsicht "runder" als andere Online-Rollenspiele und hat ein paar schlagkräftige Argumente auf Lager um sich locker an die Spitze des Genres zu setzen. Man hat hier viele Ideen von anderen Spielen übernommen, aber eben in firmentypischer Art verbessert und mit ein paar ganz besonders gelungenen Beigaben abgeschmeckt. Die kalifornische Kultschmiede hat hier genauso erfolgreich wie bei ihren früheren Projekten gearbeitet und ein bereits bestehendes Genre in die richtige Richtung weiterentwickelt, eben genau so wie man sich Spiele dieser Art schon immer gewünscht hat. Außerdem ist man den Werten der Firma treu geblieben und hat selbst bei diesem Mammutprojekt eine fehlerfreie technische Umsetzung und ein bis zum letzten Pixel durchdachtes Gameplay realisiert. Nicht nur, das World of Warcraft bereits während des Betatests das technisch sauberste Online-Rollenspiel war, auch die spielerischen Qualitäten sind weit über dem üblichen Standard - und das auch ohne das Genre mit einer Innovationsbombe neu zu definieren. World of Warcraft wird seinen Vorschusslorbeeren in jeder Hinsicht vollends gerecht und ist schlichtweg das beste Online-Rollenspiel das man im Moment spielen kann.
   
World of Warcraft (PC)
Singleplayer-Wertung

9,5 /10
Leserwertung
(78 Votes):
9,2
Multiplayer
Grafik
Sound
Steuerung
Gameplay
-
9/10
9/10
10/10
9/10
geniales Questsystem
PvP-System ist noch eine Baustelle
dadurch auch für Einzelgänger interessant
Charaktererstellung bietet nicht genügend Möglichkeiten
kinderleichte und intuitive Bedienung
Aufgabenbeschreibungen manchmal zu ungenau
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Moderation
18.01.2005 09:09 Uhr
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990140
World of Warcraft
World of Warcraft im Gamezone-Test
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18.01.2005
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2005/01/WoW_2005-01-11_16-59-25-64.jpg
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