Worldshift im Gamezone-Test

Test Sandro Odak

Worldshift ist ein gelungener Mix aus Massive Multiplayer Online Game und Echtzeitstrategie, der durch tolle Ideen besticht.

"Strategisch - Episch - Online" - So wird Worldshift auf dem Cover beschrieben. Doch was erwartet uns in diesem MMORTS (Massive Multiplayer Online Realtime Strategy) aus dem Hause Black Sea Studios, dass in Deutschland von der RTL-Tochter Black Inc. vertrieben wird? Dies und vieles mehr wollen wir euch in unserem Review zum Titel erläutern, der durch den gekonnten Mix aus Echtzeitstrategie und Onlinekämpfen aus der schieren Masse der beiden Genres hinaussticht.

Worldshift Worldshift Es beginnt alles wie so häufig in Spielen im Science-Fiction Setting mit der gescheiterten Zerstörung der Erde. Denn Ende des 21. Jahrhunderts trudelt ein riesiges, seltsames Objekt, dass wegen seiner Form "die Scherbe" genannt wird, auf die Erde zu und scheint diese zu zerstören. Doch im letzten Moment kommt alles anders, das Objekt wird langsamer und stürzt, wie so häufig, in die Menschenleeren Gefilde von Sibirien. Nach dem ersten Freudentaumel entsendet die Menschheit Expeditionen, die jedoch schnell herausfinden, dass es kaum Grund zur Freude gibt. Denn die Scherbe löst eine Kettenreaktion aus und verändert langsam aber sicher die ganze Umgebung. Schon bald nennt man unter den Menschen diesen Prozess "die Plage", die leblose wie lebendige Dinge unaufhaltsam mutieren lässt und die Menschheit immer mehr an den Rand der Existenz drängt. Die Menschen, die das überlebt haben, leben heute in fünf riesigen Städten abgeschottet vom Rest der Welt und müssen gegen die Mutierten, die sich zu Stämmen zusammenschlossen bestehen. Doch plötzlich taucht eine dritte Fraktion auf, die Interesse am todbringenden Meteor hat und skrupellos gegen Menschen wie Mutanten vorgeht, um das außerirdische Artefakt an sich zu reißen... Grund genug für Menschen und Stämme sich zusammenzuschließen und gemeinsam gegen die Invasoren, den sogenannten "Kult" zu kämpfen!

Wussten Sie schon?

Die Geschichte klingt einleuchtend? Ist sie ja auch, aber nur für wahre Fans und Spieler, die nachrecherchieren... Denn erklärt wird der geschichtliche Hintergrund im Spiel, beispielsweise in einem Intro, nicht. So erhält der Spieler teils essentielle Informationen erst, wenn er auch das Handbuch liest oder Youtube anschmeißt um die im Vorfeld veröffentlichten Videos anzuschauen... Und Zugegebenerweise: Wer macht das schon? Spieler erwarten eher, dass einem die gesamte Story in Zwischensequenzen oder dem Vorspann präsentiert wird, so bietet sich uns nur ein loser Haufen Storyelemente, die ohne das Hintergrundwissen schnell zu Verwirrung führen.

Worldshift Worldshift Nach der Installation und langwierigem Informationen von Videoportalen und Handbuch zusammentragen muss man nun das Spiel mit dem beigefügten CD-Key online registrieren. Hier war auch schon das Stichwort: Online. Denn ohne Anbindung ans Internet kann man nicht ins Spiel starten. Klingt bei MMOs natürlich logisch, doch selbst für den Singleplayer-Modus muss man mit den Black Inc. Servern verbunden sein. Weiterhin unternimmt das Spiel bei jedem Start eine langwierige Authentifizierungsprüfung der CD sowie des CD-Keys, welche unnötig viel Zeit in Anspruch nimmt und nach der erzwungenen Online-Registrierung mit CD-Key eigentlich unnötig wäre.

Worldshift Worldshift Nach dem erfolgreichen Einloggen stehen dem Spieler mehrere Optionen zur Auswahl: Die Singleplayer Kampagne, ein Koop-Spiel auf sogenannten Spezialkarten, die man im Singlemode und auf anderen Spezialkarten freischalten muss und der Deathmatch- sowie Trainings-Modus. Zusätzlich gibt es noch Gefechte, die alle Features des Spieles beinhalten, jedoch nicht zur Ranglistenwertung gezählt werden und deshalb nur im LAN spielbar sind. Die Singleplayerkampagne verläuft recht linear, man bekommt anfangs ein Ziel und muss sich dorthin durchschlagen um dieses und jenes dort zu erledigen. Vor allem zu Beginn der Kampagne läuft es meist nur auf "erreiche diesen Ort und töte auf dem Weg alles was du findest" hinaus, dass zwar prinzipiell Spaß macht, aber nicht allzu lange fordert. Hier agiert das Spiel jedoch sehr abwechslungsreich und wechselt häufig zwischen verschiedenen Missionsarten wie Schleichmissionen, in denen man möglichst wenig Aufmerksamkeit auf sich ziehen muss oder Basisverteidigung, bei der es gilt eine bestimmte Anzahl an Basis- oder Dorfbewohnern über einen bestimmten Zeitraum hinweg zu verteidigen. Der gelungene Mix aus Storywendungen und gradlinigem Verlauf überrascht dabei häufig und lässt uns an so mancher Stelle staunen, da man plötzlich noch eine Aufgabe zu erledigen hat, die schier unüberwindbar scheint.

Worldshift Worldshift Doch neben der Kampagne, in der man in einer Allianz zwischen Mutanten und Menschen gegen die außerirdischen Invasoren des "Kultes" kämpft, bietet vor allem der Multiplayer Modus Abwechslung und Items, welche bestimmte Einheiten verstärken oder deren Attribute anheben. Online haben wir die Wahl zwischen Deathmatch oder Koop-Spielen. Im Koop Modus spielt sich das Ganze auf neun verschiedenen Karten ab, die zuvor freigeschaltet werden müssen. Diese sind zwar schön und durchweg fair gestaltet, es hätten jedoch ruhig noch ein paar mehr sein können. Zusammen mit anderen Mitspielern bestreitet man darin bereits abgeschlossene Karten und bekämpft dabei alles was das Herz begehrt, von kleineren Kreaturen der Plage bis hin zu monströsen Endbossen, die einen manchmal wahrlich die Haare zu Berge stehen lassen! Um gegeneinander antreten zu können braucht es jedoch ein Deathmatch-Gefecht. Hier wählt man zwischen einer der drei Fraktionen und muss versuchen die Basis der jeweils anderen zu zerstören. Karten gibt es dabei keine vordefinierten, der Computer generiert für jedes Match eine eigene Map auf welcher die Fraktionen - entweder 1vs1, 2vs2 oder 3vs3 - sich gegenseitig an die Gurgel gehen. Auf der Karte werden, ebenso computergeneriert, Artefakte verteilt, die unseren Einheiten später wieder ordentlich Extras bieten.

Worldshift Worldshift Das Matchmaking besticht hierbei durch die einfache Handhabe, mit wenigen Klicks kann man sich automatisch einem bereits erstelltem Spiel anschließen oder selber eines hosten. Daneben besteht auch noch die Möglichkeit, Freunde von der Freundesliste zu Trainingsspielen und LAN-gefechten einzuladen, Ranglistenspiele sind jedoch nicht möglich. Damit will man verhindern, dass sich Spieler verabreden und dann gezielt gewinnen oder verlieren, um ihren Platz im internationalen Ranking zu beeinflussen. Gegner zu finden erwies sich jedoch während der Testphase als schwierig, so recht durchgesetzt scheint sich Worldshift bei den Spielern noch nicht zu haben. Denn Gamer waren zwar online, teilweise mussten wir jedoch ein paar Minuten warten, bis endlich eine Runde beginnen konnte.

Hübsch... Doch was steckt dahinter?

Worldshift Worldshift Technisch weiß der Titel wirklich zu überzeugen: Hinter dem grafischen Grundgerüst arbeitet die Gamebryo Engine, die bereits in Toptiteln wie The Elder Scrolls IV: Oblivion und Gothic 3 zum Einsatz kamen und der ganzen Welt zeigen konnte, was in ihr steckt. In Worldshift beeindruckt vor allem das detaillierte Wasser mit hübschen Animationen und auch die Wettereffekte wurden hübsch umgesetzt und erfreuen dass Auge mit gut platzierten HDR- und Blendeffekten. Was auffiel war die Tatsache, dass auch in unserer gepatchten Version im Juni noch Einheiten und Gebäude keine Beschreibung hatten, stattdessen prangten in dem dafür vorgesehen Feld nur die Pfad- und Dateiangaben wie etwa "CrownOfNature.descr", wo eben diese zu finden seien.

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