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  • XIII im Gamezone-Test

    Mit XIII beschert uns Ubisoft einen mehr als gelungenen Cel-Shading Egoshooter der besonderen Sorte.

    XIII muss sterben

    Der Präsident wurde ermordet, und irgendwie scheint die ganze Welt zu glauben, dass du der Täter warst. Das ist die Ausgangssituation in Ubisofts neuestem Egoshooter, der komplett in astreiner Comicgrafik gehalten wurde. So beginnt bereits das Intro, in welchem wir am Strand gerade wieder unser Bewusstsein erlangen, in bester Comic-Manier. In vielen kleinen Fenstern erleben wir unser Erwachen und wie wir von einer badenden Strandschönheit aufgefunden und zur Strandhütte begleitet werden. Dies hätte sie lieber unterlassen, den prompt fliegen uns mit dem betreten der Hütte die Bleikugeln um die Ohren und das hilfsbereite Mädchen wird vor unseren Augen getötet.

    Mitten in diesem Inferno beginnt das Spiel. Innerhalb von Sekunden heißt es zu reagieren und sich der Widersacher zu erwehren. Dafür können wir uns der diversesten Dinge bedienen, wie gläserne Aschenbecher, Schaufeln oder Stühle, die wunderbar auf den Köpfen der bösen Buben zerschellen. Doch auch über die Waffenauswahl kann man sich nicht beschweren, denn schon ziemlich bald sind wir recht gut bewaffnet und müssen uns nur noch um die Munition kümmern, die niedergestreckte Gegner gerne fallen lassen. Dabei reicht das Repertoire an Waffen von einer schnöden 9mm Pistole über ein Schnellfeuergewehr ebenso wie eine Armbrust mit Zielfernrohr oder eine Harpune für den Kampf unter Wasser. Auch mit Werkzeugen sind wir gut ausgestattet, allen voran der Dietrich zum knacken von Schlössern und der Enterhaken samt Abschussvorrichtung um sich an unüberwindbaren Mauern oder Ähnlichem hochzuziehen.

    Das Gameplay versucht möglichst alle Elemente eines Egoshooters zu verwenden, wobei man auch tief in die Schleichkiste gegriffen hat, denn wie wir es aus "Splinter Cell" schon gewohnt sind, gilt es möglichst lautlos zu handeln und niedergestreckte Feinde vor den Augen der Wachhabenden zu verstecken, indem wir sie in einer dunklen Ecke ablegen. Generell ist auf das "leise Vorgehen" viel Wert gelegt worden, denn oft ist es günstiger einen Feind mit dem Gewehrkolben auszuschalten als ihn unter viel Lärm zu erschießen, was nur seine Kameraden auf den Plan ruft. Aus diesem Grund können wir auch einen besonderen Schleichgang einlegen, ideal um sich von Hinten an einen Bösewicht heranzumachen. Derweil gibt es im Game auch genügend Vertreter der guten Seite, genannt FBI, die wir keinesfalls verletzen oder gar töten dürfen, was sie allerdings nicht davon abhält trotzdem auf uns zu feuern, schließlich sind wir ja der entflohene Präsidentenmörder. Nur gut, dass die Level gespickt sind mit allerlei unbefestigten Dingen die wir munter durch die Gegend schmeißen können. So gut dieses System des Schleichens und nicht entdecken lassen auch umgesetzt wurde, so dümmlich geben sich die computergesteuerten Gegner. So empfindet man es noch als nettes Feature, dass wir Menschen hinter einer verschlossenen Türe an dem "Tap-Tap" Schriftzug erkennen können, dass man aber nur aus dem Blickfeld eines Feindes treten muss um von diesem auch schon vergessen zu werden, passt nicht so ganz ins Bild. Auch ist es an vielen Stellen möglich sich einfach mit roher Gewalt durchzuschießen, Hauptsache man ist schneller als der Typ der den Alarmknopf drücken will. Dass man derweil von fünf Anderen beobachtet wird, stört diese nicht besonders. Denn generell scheinen die NPC's eine nicht besonders weitreichende Sicht und auch kein besonders gutes Gehör zu haben, denn selbst wenn wir nur wenige Meter neben ihnen Feuern bis das Rohr glüht, sie bemerken es erst wenn sie Blickkontakt zu uns haben. Einzig die abgestellten Scharfschützen bedienen sich ihrer Fernrohre und nehmen uns schon aus ziemlicher Entfernung aufs Korn.

    Das A und O dieses Titels ist natürlich die verwendete Grafik, die so konsequent wohl noch in keinem Ego-Shooter jeher umgesetzt wurde. Das beginnt bereits mit dem Intro und den gezeigten Cutscenes, welche das Comic wahrlich zum Leben erwecken, und endet noch nicht in der phänomenalen Präsentation des Games selbst, welches sich ebenfalls viel bei der Kunst des Comics bedient. Erlegen wir z.B. einen Gegner indem wir ihm ein Wurfmesser an den Kopf werfen, werden drei Bildchen eingeblendet welche den Tötungsvorgang in all seiner Pracht aufzeigen. Gleiches gilt für einen gut gesetzten Kopfschuss ebenso wie für herabfallende Körper, dessen Einschlag auf dem Boden ebenfalls in einem eigenen Bildchen visualisiert wird.
    Die gesamt gebotene Grafik gefällt vor allem wegen des verwendeten Stils, die der Umgebung diesen typischen Comic-Look verpasst und den Charakteren selbst, die durch die harten Kontraste und der Schattenwürfe fast so etwas wie Leben eingehaucht bekommen. Denn eines muss man ganz klar hervorheben: Auch wenn sich das Spiel einer Comicgrafik bedient, ist der Spieleindruck alles andere als kindgerecht. Mit Blut wird nicht gespart und wer sich nicht traut richtig hinzulangen wird nicht lange überleben. XIII ist also ganz klar ein Spiel für Erwachsene und dürfte auch schon wegen der verwendeten Story weniger für junge Gemüter geeignet sein. Zwar gibt es die Option das Blut auszuschalten, das Gameplay selbst und die auszuführenden Handlungen ändern sich dadurch aber nicht.

    Neben der gelungenen Cel-Shading Grafik versteht es auch die Soundkulisse so richtig für Stimmung zu sorgen. Die Waffen besitzen allesamt sehr knackige Schussgeräusche, die Gespräche der Protagonisten sind gut verständlich, auch wenn unser Hauptdarsteller XIII mitunter etwas nuschelt, und die Umweltgeräusche komplettieren das Ganze zu einem Eindruck der hervorragend zur präsentierten Aktion passt. Musik wird nicht oft aber sehr gezielt eingesetzt, meist um uns auf etwas hinzuweisen. Dabei bediente man sich vieler Rhythmen wie man sie aus den Krimiserien der 70er Jahre her kennt, also ganz andere Kost als man sie in Games dieses Genres normal zu hören bekommt.

    Technisch gibt es ebenfalls kaum etwas zu bemängeln, ganz im Gegenteil gefallen die relativ kurzen Ladezeiten. Einzig etwas unschön gelöst ist das Speicherfeature, welches uns zwar jederzeit erlaubt den Spielfortschritt zu sichern, beim Laden aber bemerkt man dann, dass man grundsätzlich immer am Anfang des Levels abgesetzt wird, egal wo wir gespeichert haben. Besonders bei den schleichintensiven Maps kann dies zur Geduldsprobe werden.

    Der Multiplayer-Mode des Gamecube erlaubt es - im Gegensatz zu den Konsolenbrüdern - lediglich ein Spiel zu Zweit per Splitscreen auzutragen. Zwar ist der sonstige Umfang des Features gleich geblieben, es stehen also dieselbe Anzahl an Maps und Spielmodi zur Auswahl, die Begrenzung auf zwei Spieler lässt den MP-Mode aber zu einer netten Zugabe verkümmern.

    Die Steuerung macht am Cube etwas den Eindruck, als wären den Entwicklern die Tasten auf dem Gamecube-Pad ausgegangen. So hat man mehrere Sonderfunktionen gleichzeitig auf die Z-Taste gelegt und je nach Möglichkeit entscheidet sich unser Charakter für die seiner Meinung nach idealere Vorgehensweise. An diese Überbelegung gewöhnt man sich aber recht schnell und kann sodann genauso schnell agieren wie mit den anderen Konsolen.

    XIII (GC)

    Singleplayer
    8,2 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    9/10
    Sound
    8/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    8/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Mehr als gelungene Comic-Grafik
    ebenfalls sehr gelungene Animationen
    viele verschiedene Waffen
    Nur durchschnittlich intelligente NPC´s
    ungünstiges Speichersystem
    etwas überladene Steuerung auf dem Cube-Pad
    Multiplayer nur für zwei Spieler per Splitscreen möglich
  • XIII
    XIII
    Publisher
    Ubisoft
    Release
    26.11.2003
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XIII
XIII im Gamezone-Test
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http://www.gamezone.de/XIII-Classic-43307/Tests/XIII-im-Gamezone-Test-989595/
26.11.2003
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2003/12/tap.jpg
tests