Xenoblade Chronicles 2: Torna - Story-Add-on im Test für Switch

Test Viktor Eippert
Xenoblade Chronicles 2: Torna - Story-Add-on im Test für Switch
Quelle: PC Games

In der eigenständigen Story-Erweiterung Xenoblade: Chronicles 2: Torna - The Golden Country für Nintendo Switch erfaht ihr, was sich 500 Jahre vor den Ereignissen im Mammut-Rollenspiel Xenoblade Chronicles 2 abspielt. In unserem Test klären wir, was für Neuerungen die Erweiterung mit bringt, ob sie auch für Serienneulinge sinnvoll ist und was es sonst noch zu wissen gibt.

Erfolgreiche Spiele nach Veröffentlichung mit weiteren Story-Kapiteln, Bonusmissionen oder anderen Zusatzinhalten in Form von DLCs und Season Pässen zu ergänzen, ist seit vielen Jahren schon gang und gäbe. Nintendo setzt auf dieses Konzept aber erst seit Einführung der Switch so richtig und machte dabei öfters bereits eine sehr gute Figur in puncto Preis/Leistung. Seien es zum Beispiel die verschiedenen Zusatzinhalte in Zelda: Breath of the Wild oder die ebenso gut gemachte wie herausfordernde DLC-Zusatzkampagne in Splatoon 2 - in beiden Fällen konnten sich Nintendo-Fans Monate nach Release der Spiele über hochwertige neue Beschäftigungen freuen. Auch für Xenoblade Chronicles 2 liefert Entwicklerstudio Monolith Soft seit der Veröffentlichung des Mega-Rollenspiels im Dezember 2017 regelmäßig neue Inhalte für Besitzer des Erweiterungspasses (und kostenlose Updates). Am 14. September erschien mit der Story-Erweiterung Xenoblade Chronicles 2: Torna - The Golden Country (jetzt kaufen ) der letzte und wichtigste Downloadinhalt, der so umfangreich ist, dass er sogar zusätzlich im Handel als eigenständiges Spiel (mit beiliegendem Downloadcode für den Season Pass) angeboten wird. In unserem Test verraten wir euch, was die Erweiterung zu bieten hat und ob sie auch für Rollenspieler interessant ist, die das Hauptspiel nicht kennen.

Xenoblade Chronicles 2: Torna im Test: Vorkenntnisse optional aber hilfreich

Die Handlung von Torna ist 500 Jahre vor den Ereignissen in Xenoblade Chronicles 2 angesiedelt und erzählt die Geschichte des Aegis-Krieges. Ihr übernehmt die Rolle von Lora, die sich zusammen mit Jin, Addam, Mythra und einigen anderen aus dem Hauptspiel bekannten Charakteren der Zerstörungswut von Malos entgegenstellt, um ihn daran zu hindern, alles und jeden zu vernichten. Lora ist anfangs mit Jin auf der Suche nach ihrer Mutter, bevor sie schnell in mehr verwickelt werden. Quelle: PC Games Lora (links) ist anfangs mit Jin (rechts) auf der Suche nach ihrer Mutter, bevor sie schnell in mehr verwickelt werden. Wie im Hauptspiel wird die Handlung in einem Mix aus schick gemachten und markant auf Englisch vertonten Zwischensequenzen und stummen Dialogszenen mit deutschem Text präsentiert. Und auch wenn ihr Torna durchaus als Einstieg in die Welt von Xenoblade Chronicles 2 nutzen könnt, haben die entscheidenden Storymomente wesentlich mehr Gewicht für Kenner des Hauptspiels. Denn diese Prolog-Kampagne baut nicht nur die Hintergrundgeschichte ihrer Akteure aus, sie vermittelt auch die Motivationen hinter dem Handeln von Malos, Jin und anderen Hauptfiguren in XC 2. Davon abgesehen funktionieren einige Überraschungen aus XC 2 nicht mehr, wenn man Torna zuerst erlebt. Wir empfehlen daher jedem Interessierten, zuerst das Hauptspiel und dann die Erweiterung zu spielen. Zumal es Torna umgekehrt sehr gut gelingt, eine Brücke zu den Ereignissen 500 Jahre später zu schlagen und es interessant ist, den Kontinenten Torna endlich erforschen zu können, nachdem man bisher nur in Legenden in XC 2 von ihm hörte.

Xenoblade Chronicles 2: Torna im Test: Noch dynamischere Kämpfe

Abseits der Handlung ist Torna im Grunde eine deutlich kompaktere Version des Hauptspiels - und das im Guten wie im Schlechten. Im Guten, weil die Spielsysteme wesentlich schneller alle eröffnet werden und man so schon nach kurzer Zeit in den vollen Genuss des Kampfsystems kommt, das durch ein paar Änderungen noch aktiver ist. Statt drei verschiedener Klingen, führen Meister in Torna nun zwei in den Kampf. In den Kämpfen kommen diverse Spielsysteme zum Tragen, wie etwa die Angriffsketten. Mit denen könnt ihr unter Umständen gigantischen Schaden verursachen. Quelle: PC Games In den Kämpfen kommen diverse Spielsysteme zum Tragen, wie etwa die Angriffsketten. Mit denen könnt ihr unter Umständen gigantischen Schaden verursachen. Allerdings können Meister und Klingen in Torna ihre Rollen tauschen, sprich Klingen dürfen nun auch selbst auf Gegner eindreschen und Meister als Unterstützer fungieren. Darüber hinaus nehmen eure Charaktere in Torna nicht nur permanenten Schaden, sondern auch temporären, der als rote Portion im Lebensbalken dargestellt wird. Wenn ihr den aktiven Kämpfer in die hintere Position wechselt, wird der rote Anteil sofort geheilt, ähnlich wie in Tag-Team-Prügelspielen, wo dieses Feature meist auch zum Tragen kommt. Einen weiteren Anreiz zum regen Rollentausch bieten neue Fähigkeiten, von denen jeder Charakter eine einzigartige besitzt, die beim Wechsel aktiviert werden und die sogar für Meistercombos genutzt werden können. Wenn Mythra von der hinteren in die vordere Position wechselt, wirft sie zuvor in die Luft geschleuderte Gegnern zum Beispiel zu Boden und schließt somit eine Meister-Combo ab, ganz ohne den Einsatz einer ihrer normalen Skills. Durch diese und ein paar andere Neuerungen sind die Kämpfe noch kurzweiliger als im Hauptspiel.

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Xenoblade Chronicles 2: Torna im Test: Kein Zufallsfaktor aber weniger Optionen

Angenehm sind auch zahlreiche kleinere Komfortverbesserungen wie die Möglichkeit, die Animation beim Sammeln von Rohstoffen abzukürzen oder hilfreiche Tipps, die das Freischalten von passiven Fähigkeiten in den Harmonieringen erleichtern. Durch die feste Heldengruppe müsst ihr euch zudem nicht mit dem Glücksfaktor beim Sammeln von neuen Klingen herumschlagen, der in Xenoblade Chronicles 2 mitunter ausartete und dadurch zu Frust führte. Die Nebenaufgaben in Torna erzählen meist kleinere Geschichten und/oder bringen euch weitere Facetten der Hauptfiguren näher. Quelle: PC Games Die Nebenaufgaben in Torna erzählen meist kleinere Geschichten und/oder bringen euch weitere Facetten der Hauptfiguren näher. Doch das hat natürlich auch eine Kehrseite, denn aufgrund der festen Gruppe entfällt die Möglichkeit zur Anpassung der Klingen an die eigene Taktik. Das Gleiche gilt für die Klingenspezifischen Questreihen und Harmoniegespräche im Allgemeinen, die es beide in der Erweiterung nicht gibt. Einzig beim Rasten an Campingplätzen könnt ihr kleine Plauderszenen zwischen den Gruppenmitgliedern beobachten. Die sind aber sehr oberflächlich und greifen nur nochmal kürzlich passierte Szenen auf oder was als nächstes ansteht. Wesentlich sinnvoller ist da das Crafting-System, mit dem ihr Verbrauchsgegenstände sowie dauerhafte Verbesserungen (schnellere Laufgeschwindigkeit etwa) aus gesammelten Rohstoffen herstellt.

Xenoblade Chronicles 2: Torna im Test: Guter Umfang, ärgerliche Hürde

Das kompaktere Erlebnis spiegelt sich auch im Umfang wider, immerhin ist Torna kein Nachfolger, sondern eben "nur" eine Erweiterung. Für die komplette Erkundung der beiden großen Kontinente sowie das Abschließen der Haupthandlung und sämtlicher Nebenquests haben wir etwas über 25 Stunden gebraucht. Insbesondere das Erforschen der abwechslungsreichen, weitläufigen und atmosphärischen Spielwelt birgt wie schon im Hauptspiel einen großen Reiz - und das obwohl nur einer der Kontinente völlig neu ist. Immer wieder wird man dafür belohnt, sich umzusehen, sei es durch gut versteckte Geheimpunkte, einzigartige Widersacher oder einfach nur die vielen Schatztruhen.

Wie in der Reihe üblich, erwartet euch in Torna eine weitläufige, abwechslungsreiche Spielwelt. Es macht richtig Spaß, alle einzigartigen Orte zum ersten Mal zu erkunden. Quelle: PC Games Wie in der Reihe üblich, erwartet euch in Torna eine weitläufige, abwechslungsreiche Spielwelt. Es macht richtig Spaß, alle einzigartigen Orte zum ersten Mal zu erkunden. Wer dann noch nicht genug hat, kann noch vier sehr starke Bonusbosse herausfordern und einen zweiten Durchgang im "Neues Spiel +" angehen. Eine Sache ist uns beim Durchspielen aber Sauer aufgestoßen: Im hinteren Teil der Haupthandlung gibt es eine Stelle, an der es so lange nicht weitergeht, bis man sein Ansehen deutlich gesteigert hat. In Torna steigert ihr das Ansehen eurer Gruppe bei der Bevölkerung durch das Erledigen von Nebenaufträgen. Grundsätzlich ist das eine feine Sache, da die Nebenaufgaben meist interessante kleine Geschichten erzählen und auch oftmals weitere Facetten der Hauptfiguren zum Vorschein bringen. Doch diese künstliche Blockade - immerhin muss man an dieser Stelle zwingend mehrere Stunden in Nebenquests investieren - schadet dem ansonsten guten Spielfluss unnötig und man fühlt sich als Spieler in seiner Freiheit eingeschränkt.

Xenoblade Chronicles 2: Torna im Test: Gute Erweiterung

Torna - The Golden Country setzt etwas andere Schwerpunkte und kommt wesentlich schneller zur Sache als Xenoblade Chronicles 2, bietet letztlich aber genau das, was man davon erwartet: Eine wirklich gelungene Erweiterung mit ordentlichem Umfang, einem exzellenten Soundtrack (mit diversen neuen Stücken!) und einigen frischen Akzenten. Als eigenständiges Spiel betrachtet kann Torna seinem großen Bruder Xenoblade Chronicles 2 nicht das Wasser reichen, liefert aber auch dann gute Rollenspiel-Kost.

Xenoblade Chronicles 2: Torna im Test: Wertung und Fazit

Meinung

Wertung zu Xenoblade Chronicles 2: Torna - The Golden Country (NSW)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Unterhaltsame Handlung, die eine gute Brücke zu Xenoblade Chronicles 2 schlägtÜberzeugende CharaktereHochwertige, markante VertonungHervorragender, vielseitiger SoundtrackKommt schnell in FahrtGelungene Anpassungen am KampfsystemKomfortverbesserungen im Vergleich zum HauptspielGroße, abwechslungsreiche SpielweltInteressantes, ungewöhnliches SettingErkundung der Spielwelt macht Spaß und wird belohntViele, meist interessante NebenaufgabenNur seltene und sehr kurze LadezeitenJapanischer O-Ton kann ausgewählt werdenNutzerinterface bietet viele Infos auf einen Blick
Künstliche Story-Blockade, die reichlich Spieltempo rausnimmtHandlung zündet ohne Vorkenntnisse des Hauptspiels nicht so gutDie vielschichtigen Systeme können Einsteiger überfordernSich in Kämpfe einmischende übermächtige Monster können für Frust sorgenCamping-Plaudereien arg belanglosUnpassende LippenanimationenGrafisch stellenweise durchwachsen, vor allem im HandheldmodusSichtbares Nachladen von Texturen und Pop-Ins von NPCs nach einer SchnellreiseNur ein komplett neuer Kontinent
Fazit

Wer Xenoblade Chronicles 2 mochte, sollte die Erweiterung auf keinen Fall verpassen.

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