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Zone of the Enders: The 2nd Runner (PS2)

Release:
25.09.2003
Genre:
Action
Publisher:
k.A.
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Zone of the Enders: The 2nd Runner im Gamezone-Test

22.09.2003 15:59 Uhr
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Neu
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Der zweite Teil ist das was der erste hätte werden sollen: Ein durchweg gelungenes und fesselndes Spiel.

Roboter können so schön sein...

In einer Mine auf den Jupitermonden stößt unser Held namens Dingo Egret auf den verschollenen Kampfroboter Jehuty, welcher hier von seinem vorherigen Besitzer und Held des ersten Teils, Leo Stenbuck, versteckt wurde. Der Kampfroboter Jehuty ist eine mächtige Waffe und die bösen Krieger der Bahram sind auf der Suche nach ihm. Wie es das Schicksal so will, bleibt Dingo bei einem Angriff der Bahram keine andere Chance als in das Cockpit des Roboters zu steigen und den Kampf mit den Feinen aufzunehmen. Die Story des Spiels ist allerdings noch viel packender und tiefgängiger als man anfangs vermuten möchte, bereits nach der ersten halben Stunde Spielzeit nimmt sie eine dramatische Wendung und Dingo Egret wird sich so schnell nicht mehr von seinem Kampfroboter trennen können. Genau wie Metal Gear Solid lebt auch dieser Titel von seiner fesselnden Geschichte und erzählt diese in sehr vielen Zwischensequenzen und aufwendigen Videos weiter. Es finden sich so viele gelungene Elemente in der Geschichte dieses Spiels, dass man sich eine Verfilmung des Ganzen durchaus vorstellen könnte.

Wenn man nicht gerade eine der zahlreichen Storysequenzen erlebt, beschäftigt man sich selbstverständlich mit dem Kampf gegen die Truppen der Bahram. Das Kampfsystem des Spiels ist hervorragend gelungen, neben normalen Schüssen und Zielsuchlasern für mehrere Feinde steht uns auch ein schlagkräftiges Laserschwert für den Nahkampf zur Verfügung. Um die Bewegung während des Kampfes zu vereinfachen, werden die Gegner automatisch anvisiert, man bewegt sich dann nur noch um sie während man mit ihnen kämpft. Wie man mit seinen Gegnern fertig wird bleibt dem Spieler größtenteils selbst überlassen, wer auf klassische Prügelaction steht schnappt sich die Feinde im Nahkampf, Shooterfans nehmen mit dem Laser und diversen Sub-Weapons vorlieb. Diese nicht unwichtigen Sub-Weapons sammelt man im Laufe des Spiels ein und erweitert damit die eigenen Aktionsmöglichkeiten um ein Vielfaches. So kann man von Anfang an bereits verschiedene Gegenstände aufheben um damit Gegner zu verprügeln oder sie damit zu bewerfen, später gibt es Waffen um Feinde zu betäuben oder zurückzustoßen, ja sogar ein Hologramm des eigenen Roboters kann zur Ablenkung der Feine benutzt werden. Unser freundlicher Bordcomputer namens ADA weist uns auch während der Kämpfe auf die am besten geeignete Sub-Weapon hin und mittels Druck auf die L3-Taste wechselt sie sogar automatisch zur vorgeschlagenen Waffe. Dies ist übrigens kein Einzelfall, ADA gibt an vielen Stellen im Spiel praktische Tipps und sorgt immer dafür, dass der Spieler niemals ahnungslos in der Gegend herumfliegt. Das Kampfgeschehen wird nie langweilig, jede Mission verlangt vom Spieler unterschiedliches Können ab und ganz besonders die Endgegner haben es in sich und sind nur mit passender Strategie zu bewältigen. Hier hat man sich wirklich viel einfallen lassen und sorgt mit ständig wechselnden Aufgaben, Angriffstaktiken und Sub-Weapons für ein sehr abwechslungsreiches Spielerlebnis. Die Steuerung des Ganzen ist ebenso gut gelungen, spätestens nachdem man das umfangreiche Tutorial durchgespielt hat, kann man den Roboter steuern als würde man selbst in ihm sitzen. Weniger gelungen ist aber leider die automatische Kamera, nicht selten verliert man im wilden Kampfgetümmel die Übersicht. Zwar hält sich das Ganze in Grenzen und mit der Zeit hat man auch ein gutes Gespür für die eigenwilligen Ansichten, nur hätte man hier noch etwas mehr feilen müssen um dieses Problemchen in den Griff zu bekommen.

Das Designerlegende Hideo Kojima fleißig an diesem Titel mitgewirkt hat ist an vielen Stellen unverkennbar: Angefangen vom Grafikstil im Allgemeinen über diverse Soundeffekte im Menü bis hin zu den unverwechselbaren Cutscenes mit viel Text und animierten Bildchen. Spielerisch natürlich völlig anders als "Metal Gear Solid", was aber das Design betrifft ganz eindeutig ein Kojima-Titel. "Zone of the Enders" lebt aber auch von seinem eigenen, unverwechselbaren Stil: Eine gute Mischung aus Animefilm und Videospiel mit einer dicken Portion Roboteraction. Ein Rezept das unserer Meinung nach sehr gut aufgeht und den Spieler bereits von der ersten Minute an in seinen Bann zieht - so gefesselt von Story, Design und spielerischer Action sind wir in letzter Zeit selten vor einem Bildschirm gesessen. Besonders das Intro mit seinem himmlischen Titelsong macht Lust auf mehr, wer dann auch noch die ersten Szenen im Spiel erlebt, dem läuft es vor Begeisterung kalt den Rücken herunter. Natürlich nur wenn man etwas mit dieser Roboter-Kampf-Materie anfangen kann - wer Animestreifen wie z.B. "Evangelion" nicht leiden konnte, wird auch bei diesem Spiel an der falschen Adresse sein.

Die Grafik überzeugt vor allem in den Kampf- und Zwischensequenzen auf ganzer Line. Was bei den riesigen Schlachten mit zahllosen Gegnern gleichzeitig an Effekten über den Bildschirm saust ist so eindrucksvoll, dass man es gerne auch in Zeitlupe bewundern würde. Obwohl das Spiel eine ganz besondere Cel-Shading-Optik benutzt, stellt selbst der Profi diese höchstens an unscheinbaren Details wie z.B. Rauchwolken fest, alles andere könnte so auch aus "Metal Gear Solid" stammen. Ganz besonders liebevoll sind neben den sehr aufwendig modellierten Kampfrobotern natürlich auch die Anime-Zwischensequenzen: Diese laufen als richtiger Film ab und sorgen für die passende Stimmung - nicht nur bei Fans der japanischen Zeichentrickkunst. Zwar wird bei sehr vielen Effekten auf dem Bildschirm gerne ein bisschen geruckelt, bei dem was einem dann geboten wird, drückt man aber gerne ein Auge zu.

Der Soundtrack des Spiels kommt nicht ohne Grund als separat erhältliche Audio-CD auf den Markt: Das was in diesem Titel musikalisch zu hören ist, zählt zum Besten was wir in einem Videospiel bisher gehört haben. Das Titellied alleine ist absolut atemberaubend, doch auch im Spiel selbst werden packende Szenen oftmals mit noch packenderer Musik hinterlegt, was wiederum eine sehr dichte Atmosphäre schafft. Die riesige Menge an gesprochenem Text ist zwar auch in der deutschen Version in englisch (Untertitel sind optional vorhanden), aber bei der gebotenen Qualität ist dies auch gut so. Vor allem die unverwechselbare Stimme von ADA, dem Bordcomputer von Jehuty, wird vielen Spielern lange Zeit in Erinnerung bleiben.

Wer bei knapp 7 Stunden Spielzeit noch immer nicht genug haben sollte, auf den warten zahlreiche Bonusmissionen die auch außerhalb des Hauptspiels gestartet werden können und ein 2-Spieler Kampfmodus bei dem die verschiedenen Kampfroboter des Spiels zur Wahl stehen. Die europäische Version wurde zudem um drei völlig neue Level erweitert, und mit zwei zusätzlichen Schwierigkeitsgraden versehen. Echte Hardcore-Gamer werden sich ganz besonders darüber freuen nach dem erfolgreichen Durchspielen eine umfangreiche Bewertung ihres spielerischen Könnens präsentiert zu bekommen.

   
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"The 2nd Runner" ist das, was bereits der erste Teil hätte werden sollen. Hier stimmt nahezu alles: Die Story ist noch packender und filmreifer als im ersten Teil, die Möglichkeiten im Kampf wurden stark erweitert und auch die Spielzeit von ca. 7 Stunden ist akzeptabel. Besonders die Grafik holt enorm viel aus der PS2 heraus, der sehr eigenwillige aber auch sehr schöne Stil macht dieses Spiel zu einem echten Erlebnis. Vom Soundtrack haben wir bereits genug geschwärmt, viele Hollywoodfilme wären stolz auf solch eine musikalische Untermalung. Lediglich Spieler bei denen japanische Zeichentrickfilme und Kampfroboter für Bauchschmerzen sorgen, sollten die Finger von diesem Titel lassen, für alle anderen ist "Zone of the Enders: The 2nd Runner" ein echter Pflichtkauf!
   
Zone of the Enders: The 2nd Runner (PS2)
Singleplayer-Wertung

9 /10
Leserwertung
(15 Votes):
8,9
Multiplayer
Grafik
Sound
Steuerung
Gameplay
-
9/10
10/10
8/10
8/10
himmlischer Soundtrack
stellenweise unübersichtlich aufgrund eigenwilliger Kamera
dichte Atmosphäre
sehr schöne Grafik
- -
Moderation
22.09.2003 15:59 Uhr
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Zone of the Enders: The 2nd Runner
Zone of the Enders: The 2nd Runner im Gamezone-Test
Der zweite Teil ist das was der erste hätte werden sollen: Ein durchweg gelungenes und fesselndes Spiel.
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