Dust: An Elysian Tail ist das fünfte Spiel des Summer Arcade. Dabei handelt es sich um ein Action-Rollenspiel, welches ursprünglich als Indie-Spiel auf den Markt kommen sollte. Weil die Macher den Microsoft Contest Dream.Build.Play im Jahre 2009 gewonnen haben, erscheint es nun als Xbox Live Arcade-Titel. Warum das Rollenspiel seine 1200 Microsoft Points auf jeden Fall wert ist, erfahrt ihr in unserem Review.
Dust: An Elysian Tail im Gamezone-Test (6)
Worum geht es überhaupt?
Bei Dust handelt es sich um ein waschechtes Action-Rollenspiel im 2D-Gewand, in dem wir in der Rolle des letztlich gleichnamigen Helden wunderschöne Umgebungen unsicher machen, diverse Haupt- und Nebenquests absolvieren und nebenbei noch unzählige Monster besiegen sollen. Unser Held erwacht zu Beginn auf einer Lichtung und trifft dort nicht nur auf den Ameisenbeutler Fidget, sondern auch auf das sprechende Schwert Ahrah, die ihn beide von nun an begleiten werden. Dust selbst kann sich allerdings an nichts mehr erinnern und erfährt erst im weiteren Spielverlauf langsam seine Bestimmung. Da man die Geschichte jedoch kaum ohne Spoiler erläutern kann, viele Bestandteile der Story klären sich erst relativ spät im Spielverlauf auf, wollen wir gar nicht weiter darauf eingehen. Nur soviel sei gesagt, spannend ist sie auf jeden Fall und fesselt bis zum Schluss.
Dust: An Elysian Tail im Gamezone-Test (2)
Genug zur Geschichte und kommen wir lieber zum Gameplay, welches sich letztlich in gewohnter Action-Rollenspiel-Manier präsentiert. Wir steuern unseren Helden durch 2D-Umgebungen und können durch Sprünge nicht nur höhere Ebenen erreichen, sondern uns auch im Falle der Fälle per Tastendruck auf unter uns befindliche Stellen begeben. Da uns bei Dust keine linearen Level erwarten, in denen man einfach von links nach rechts laufen muss, muss man als Spieler auch die verschiedenen Ebenen erkunden. So kann man dann in jedem Abschnitt einer Gegend den Ausgang erreichen und so in weitere Abschnitte vordringen. Da viele Bereiche im Spiel aber erst durch das Erlangen weiterer Fähigkeiten, wie beispielsweise dem Doppelsprung, erreichbar sind, muss man auch bereits besuchte Gegenden immer wieder unsicher machen und damit zuvor unerreichbare Areale betreten.
Es gibt viel zu entdecken
Dies ist bei den Hauptmissionen zwar eher weniger der Fall, bei einigen Nebenmissionen und insbesondere bei der Jagd nach den Sammelobjekten muss man aber immer wieder den älteren Bereichen einen Besuch abstatten, was aber auch jede Menge Spaß machen kann. Zudem erhöht dies die für Rollenspiel-Verhältnisse etwas kurze Spielzeit von rund 10 Stunden, wenn man nur der Hauptgeschichte folgt, spürbar. Wer wirklich alles im Spiel entdecken möchte, der sollte also ruhig noch einige Stunden mehr einplanen, denn viele Schätze oder Notizen, die es einzusammeln gilt, sind gut versteckt oder eben erst im späteren Verlauf mit neuen Fähigkeiten erreichbar. Die Gegenden im Spiel sind dabei erfreulicherweise auch bequem von einer Übersichtskarte aus zugänglich, die auch die Fortschritte bei den Sammelobjekten anzeigt. So weiß man also stets, an welchen Orten des Spiels es noch etwas zu erledigen gibt.
Dust: An Elysian Tail im Gamezone-Test (3)
Während wir das Spiel unsicher machen, bekommen wir es aber natürlich mit allerlei Gegnern zu tun und verschiedenste Monster machen uns das Leben schwer. Neben normalen Gegnern gilt es dann auch hin und wieder hübsche Bosskämpfe zu absolvieren, die nicht nur eine willkommene Abwechslung, sondern je nach Schwierigkeitsgrad auch durchaus fordern sind. Am Gameplay ändert sich aber auch bei den Bosskämpfen letztlich nichts.
Das Kampfsystem
Auch bei diesen können wir mit dem Schwert entweder normal zuschlagen oder dieses auf Knopfdruck wirbeln und so länger Schaden zufügen lassen. Beim wirbeln Lassen unseres Schwertes kommt dann auch unser Freund Fidget ins Spiel, der über Zauberfähigkeiten verfügt. Per Tastendruck können wir so seine Zauber ausführen und anschließend mit der Wirbelattacke ordentlich über den Bildschirm wehen lassen. Mit diesen mächtigen Kombos kann man dann den Gegnern ordentlich ans Leder und gerade dann, wenn viel auf dem Bildschirm los ist, ist dies eine hervorragende Angriffsvariante. Zusätzlich können wir gegnerische Angriffe auch noch parieren und die Feinde so für einige Momente außer Gefecht setzen. Ein nicht unerheblicher Vorteil also, für den wir lediglich im richtigen Moment die Angriffstaste bei einer feindlichen Attacke gedrückt halten müssen. Mit ein wenig Übung gelingt dies in der Praxis zumeist ohne Probleme, nicht zuletzt, weil das Spiel hier sehr großzügig auswertet.
Viel mehr gibt es zum Kampfsystem bei Dust auch nicht mehr zu sagen, welches also nicht sonderlich komplex ausfällt, aber dennoch viel Freude bereitet und gerade Einsteigern gefallen dürfte. Weniger erfreulich sind da schon die Massen an Gegnern, durch die man sich insbesondere im späteren Verlauf teilweise kämpfen muss. Niemand dürfte etwas dagegen haben, wenn auch mal etwas mehr auf dem Bildschirm los ist, aber gegen Ende empfanden wir es dann doch als etwas zu viel. Ein paar Gegner weniger hätte es also gerne sein dürfen.
Wunderschöne Grafik, toller Sound
Dust: An Elysian Tail im Gamezone-Test (4)
Kommen wir abschließend noch zur technischen Seite des Xbox Live Arcade-Titels. Dust bietet uns wie bereits erwähnt eine hübsche 2D-Optik, die mit ihrer zeichentrickartigen Aufmachung unbedingt zu gefallen weiß und sich unheimlich liebevoll präsentiert. Dies gilt dabei auch für den Sound, der mit einer tollen musikalischen Untermalung und einer ordentlichen englischen Sprachausgabe daherkommt. Eine deutsche Synchronisation gibt es zwar nicht und so müssen wir mit deutschsprachigen Untertiteln Vorlieb nehmen, aber bei einem Xbox Live Arcade-Titel kann man das sicherlich verschmerzen und unterm Strich gibt es an der englischen Sprachausgabe auch nicht viel Grund zur Kritik.
