Lizenzprodukte haben einen furchtbaren Ruf und auch einige der Transformers-Spiele waren einfach nur Murks, doch die High Moon Studios sorgten bereits im Jahr 2010 mit Transformers: Kampf um Cyberton für einen Lichtblick. Nun ist Transformers: Untergang von Cyberton erschienen, weswegen die Erwartungen durchaus hoch sind.
Quelle: Activision
Transformers: Untergang von Cybertron (3)
Autobots, transformiert euch!
Transformers: Kampf um Cyberton war ein überraschend guter Third-Person-Shooter, auch wenn er letztendlich nichts Ungewöhnliches geboten hat. Dennoch war er für Robofans genau das Richtige. In diesen Tagen ist nun Transformers: Untergang von Cyberton erschienen, das direkt nach dem ersten Teil ansetzt und noch vor der Zeit spielt, als die Transformers auf die Erde kommen. Und mit den Filmen von Michael Bay haben die Spiele ohnehin nicht viel zu tun. Dennoch finden sich während des Spiels immer wieder kleine Hinweise auf die bevorstehende Reise zur Erde, da Cybertron wirklich aus dem letzten mechanischen Loch pfeift. Und so bekriegen sich wieder die Decepticons unter der Führung von Megatron mit den Autobots, die von Optimus Prime geleitet werden. Das Optik der Roboter ist eine Mischung aus dem klassischen Design der 80er/90er Jahren und aktuellen Elementen. So entsteht ein einzigartiger Look.
Quelle: Activision
Transformers: Untergang von Cybertron (6)
Die Kampagne von Transformers: Untergang von Cyberton erstreckt sich über 13 Kapitel und eine Spielzeit von rund acht Stunden. Dabei handelt es sich um einen typischen Third-Person-Shooter, der übrigens über kein Deckungsfeature verfügt, denn das ist nur etwas für zerbrechliche Fleischlinge. Besonders interessant ist die Tatsache, dass die Geschichte sowohl aus der Sicht der Autobots als auch aus dem Blickwinkel der Decepticons erzählt wird. In fast jedem Level übernimmt man die Rolle eines anderen Charakters. Jeder Roboter verfügt über verschiedene Fähigkeiten, weswegen man sich getarnt an den Feinden vorbei schleicht oder als riesiger Decepticon hunderte von Autobots zerquetscht. Einige Roboter verwandeln sich wahlweise in Wagen und Panzer oder in Fluggeräte wie Jets und Hubschrauber, wodurch stets für Abwechslung gesorgt ist.
Grusel, Action, Humor und ein wenig Open-World
So abwechslungsreich die Fähigkeiten der Transformers sind, so unterschiedlich sind auch die Level. Zu Beginn hat man einen brachial inszenierten Shooter, der sich mit seinen geskripteten Sequenzen nicht vor einem Call of Duty verstecken muss. Um uns herum tobt der erbitterte Krieg um Cyberton, und das bekommt man direkt mit. Ein wenig später wechselt die Szenerie in den Untergrund des metallischen Planeten, weswegen sogar etwas Gruselstimmung aufkommt, aber wirklich nur ein wenig. An einer Stelle wird gescherzt und man hört einen Kalauer nach dem anderen, bis das nächste Kapitel wieder etwas ernster wird. Das Ganze hängt einfach von den verschiedenen Protagonisten ab, die sich stetig abwechseln.
Die meisten Level sind recht linear gestaltet, doch ab und zu ist man auch in größeren Arealen unterwegs, in denen man selbst entscheiden kann, wie man vorgehen möchte. Erledige ich die Feinde nun nach und nach vom Boden aus oder greife ich gleich massiv als Jet an, wobei hier die Flugabwehr für Kratzer im Blechkleid sorgen kann. Und denkt man, dass nach sechs bis sieben Stunden die Luft raus ist, nähert sich das brachiale Finale, in dem fast im Minutentakt die Charaktere gewechselt werden. Die finale Schlacht hat es wirklich in sich. Wenn man es genau nimmt, ist das Gameplay von Transformers: Untergang von Cyberton recht gewöhnlich, doch die Inszenierung stimmt und die flotte Action macht einfach Laune. Wenn man gegen Ende des Spiels dann noch in die Rolle von Grimlock schlüpft, der mit einem riesigen Schwert die Feinde niederstreckt und sich in einen T-Rex verwandelt, bekommt man im Gesicht ohnehin ein breites Grinsen, einfache Spielmechanik hin oder her.
Große Waffen für große Roboter
Quelle: Activision
Transformers: Untergang von Cybertron (7)
Die Waffen der Transformers reichen von Schnellfeuergewehren über Schrotflinten bis hin zu Raketenwerfern. Diese lassen sich während der Kampagne sogar an bestimmten Terminals aufwerten, genau wie einige permanente Fähigkeiten. Was die optische Abwechslung angeht, haben die High Moon Studios dazugelernt. Während im ersten Teil noch alles irgendwie gleich aussah, erblickt man nun riesige Städte, dunkle Höhlen oder rostige Gebilde. Zudem transformiert sich die Umgebung teilweise, was richtig cool aussieht. Die Unreal Engine 3 zaubert einem effektreiche Schlachten auf den Bildschirm, die sich eigentlich keine großen Schwächen leistet. Man muss aber auf den metallischen Touch stehen. Noch gelungener sind die Soundeffekte, die bombastisch abgemischt sind und letztendlich dann doch ein wenig an Michael Bay erinnern. Und wenn wir schon bei dem guten Mann sind: Die Story des Spiels ist wirklich kein erzählerisches Glanzstück. Die englische Sprachausgabe aber ist gelungen und wird lediglich deutsch untertitelt, während die Steuerung keine Fragezeichen über den Köpfen der Spieler schweben lässt. Hier funktioniert alles wie es soll, auch wenn die Fahrzeuglenkung etwas zu schwammig ausfiel.
Beim Multiplayer-Modus haben sich die Entwickler vor allem bei der Individualisierung sehr große Mühe gegeben. Die vier verschiedenen Klassen lassen sich durch extrem viele Teile verändern, weswegen man am Ende einen ganz persönlichen Transformer vor sich hat. Allerdings müssen viele Teile erste freigespielt werden. Die vier Multiplayer-Modi sind zwar Standardware, doch letztendlich spielt sich dieser Part ganz flott und für kurze Zeit macht es auch Laune. Auf die Dauer werden Shooter-Fans aber natürlich wieder zu den üblichen Verdächtigen wechseln. Dennoch, für ein Lizenzspiel ist der Mehrspieler-Modus für bis zu 12 Teilnehmer überraschend gut gelungen. Und dann gibt es da noch den Eskalations-Modus, in dem man sich zu viert den Gegnerwellen stellt. Auch das macht einen soliden Eindruck.
