Mittlerweile ist es schon wieder rund 12 Jahre her, dass der erste Teil der Jet Set Radio-Reihe für Segas Dreamcast in den Handel kam. Viel mehr Ableger der Serie kamen dann allerdings auch nicht und so erschienen letztlich nur noch eine Fortsetzung namens Jet Set Radio Future für die Xbox und eine Portierung der Dreamcast-Version für den GameBoy Advance. Mit einem HD-Remake von Jet Set Radio kehrt die Serie nun als Download auf verschiedene Plattformen zurück und wir haben mal einen Blick auf die Xbox Live Arcade-Fassung geworfen, die am 19. September dieses Jahres zum Download bereit stehen soll.
Beim Jet Set Radio HD-Remake erwartet uns die originale Dreamcast-Fassung, die nun optisch aufpoliert und mit einigen Extras versehen wurde. So dürfen wir uns beispielsweise über Online-Ranglisten und wie gewohnt Trophäen und Erfolge freuen. Beim Spiel an sich bleibt aber letztlich alles beim Alten. Was leider nicht nur Vorteile hat, denn die Spielmechanik hätte durchaus einige Verbesserungen vertragen können.
Aber worum geht es eigentlich?
Bei Jet Set Radio schlüpfen wir in die Rolle des jungen Inline-Skaters Beat, der mit seiner Gang GG gegen einige andere rivalisierende Gangs in der Stadt Tokyo-to um die Vorherrschaft kämpft. Dieser Kampf wird dabei mit Hilfe von Graffiti der Gangs ausgetragen, die überall in den Gebieten angebracht werden und so die Vorherrschaft klarstellen sollen.
Quelle: SEGA
Jet Set Radio im Gamezone-Test (1)
Bevor wir uns aber nicht nur mit den anderen Gangs, sondern auch mit der Polizei und ihren Spezialkommandos anlegen, dürfen wir zu Beginn die Grundlagen des Spiels in einem kleinen Einführungslevel ausprobieren. Dieser ist allerdings ziemlich enttäuschend, denn hier wird nicht viel erläutert und es wird schlichtweg mitgeteilt, was man nun ausführen soll. Ein paar Tipps oder hilfreiche Einblendungen zur Steuerung wären hier sicherlich nicht verkehrt gewesen.
Um sich mit der Steuerung vertraut zu machen, ist dieser Einführungslevel dennoch ganz hilfreich, da es bei Jet Set Radio anschließend nämlich schon direkt zur Sache geht. Wir steuern Beat mit dem Analog-Stick durch die 3D-Level, können auf Tastendruck springen und zudem mit Hilfe der linken Schultertaste Graffiti anbringen, wenn wir uns an einer gewünschten Position befinden. Das Anbringen dieser Graffiti läuft dabei aber nicht automatisch ab, denn wir müssen je nach Größe des Graffiti einige Bewegungen mit dem Analog-Stick, die auf dem Bildschirm angezeigt werden, nachmachen. Aufgrund des Zeitlimits muss man hier nicht nur genau, sondern auch durchaus zügig ans Werk gehen, was aber in der Praxis richtig Spaß machen kann. Wenngleich es auf Dauer vielleicht etwas öde wird, da es nicht so viele unterschiedliche Bewegungen gibt.
Hakelige Steuerung, die leider nicht verbessert wurde
Während das Sprühen der Graffiti in der Praxis zumindest gut und einfach funktioniert, gibt es bei der restlichen Steuerung ein paar Kritikpunkte. Diese ist nämlich mitunter etwas hakelig und ungenau, was sich insbesondere bei Sprüngen zeigen kann. Bei komplexeren Kombos, die gerade im späteren Verlauf gerne mal notwendig sind, kann man so schnell Probleme bekommen, wenn man beispielsweise genau auf einer anderen Stange zum Grinden landen muss. Schade, dass man den Titel in dem Bereich nicht überarbeitet hat.
Nach dem Abschluss des Einführungslevels geht es dann direkt los. Bei Jet Set Radio müssen wir nun verschiedene Level unsicher machen und eigentlich nur alle möglichen Wände innerhalb eines Zeitlimits mit dem Graffiti unserer Gang bestücken. Einfacher gesagt als getan, denn die Polizei ist von unserem Vorhaben natürlich wenig begeistert und geht auf Dauer ziemlich rustikal ans Werk. Während zu Beginn eher Schlagstöcke zum Einsatz kommen, die unserer Energieleiste noch nicht bemerkenswert zusetzen, bekommen wir es im späteren Verlauf schnell mit größerem Gerät, wie beispielsweise bewaffneten Hubschraubern, zu tun.
Neue Gangmitglieder gewünscht?
Quelle: SEGA
Jet Set Radio im Gamezone-Test (3)
Viel Abwechslung gibt es im Grunde zwar nicht, aber dennoch kann der Titel trotz der Kritikpunkte an die Konsole fesseln. Ab und an dürfen wir zudem neue Mitglieder für die Gang freispielen, indem wir diese in einer Herausforderung überzeugen können. Diese können wir auch im eigentlichen Spiel verwenden und unterscheiden sich in einigen Attributen, die sich aber nur bedingt spürbar auf das Spielgeschehen auswirken. So schalten wir also neue Mitglieder frei, absolvieren die Level und beenden die Kapitel des Spiels erfolgreich. Der Umfang ist dabei letztlich in Ordnung und einige Stunden ist man auf jeden Fall mit dem Titel beschäftigt.
Während die Steuerung unterm Strich nicht verbessert wurde, hat sich technisch bei Jet Set Radio im Vergleich zum Dreamcast-Titel doch einiges getan. Die Auflösung wurde spürbar erhöht und die Grafik präsentiert sich nun auch im 16:9-Modus. Dabei macht die Cel Shading-Optik auch heute noch durchaus etwas her und geht für einen Xbox Live Arcade-Titel in Ordnung.
Auch der Sound kann sich sehen lassen, was nicht zuletzt am umfangreichen Soundtrack liegt, mit dem uns DJ Professor K in seiner Radiosendung versorgt. Erfreulicherweise sind bei Jet Set Radio HD auch fast alle Songs des originalen Teils mit von der Partie, was ja bekanntermaßen gerade bei Remakes keine Selbstverständlichkeit ist. Daher dürfen wir uns also wieder auf eine abwechslungsreiche Mischung verschiedener Musikrichtungen, wie beispielsweise J-pop oder Acid Jazz freuen.
