Dead or Alive 5 im Gamezone-Test: Etwas mehr hätten wir schon erwartet, wirklich enttäuscht wurden wir aber auch nicht
TestFast sieben Jahre ließ man die Fans mit Dead or Alive 4 allein, welches dank Online-Modus und dem bekannt zugänglichem Kampfsystem durchaus überzeugen konnte. Zwar glänzte der Titel schon damals nicht unbedingt mit seinen Neuerungen, die dürfen wir aber auch im aktuellsten Teil nicht wirklich erwarten. Dead or Alive ist geblieben was es schon immer war, ein Fighter mit schnellem aber beherrschbarem Kampfsystem, welches keine komplizierten Tastenkombinationen voraussetzt, sondern die richtig angesetzten Kombos aus Schlag, Kick, Block und Gegenschlag. Wir begaben uns erneut in den Ring und checkten, ob Dead or Alive 5 der erwartete Überflieger wurde.
Quelle: Tecmo Koei
Dead or Alive 5 (8)
Kenner werden ziemlich schnell bemerken, dass der Titel an Geschwindigkeit und Präzision zugelegt hat. Man muss deutlich schneller als noch in DoA4 reagieren und auch die Schläge wollen exakter getimed sein, um ihre volle Wirkung zu entfalten bzw. nicht gleich abgeblockt zu werden. Wer sich erst noch einarbeiten muss, was wegen des geänderten Timings auch den Spielern der Vorgänger zu empfehlen ist, widmet sich natürlich erst einmal dem Story-Modus. Der bietet uns neben unglaublich abgefahrenen Zwischensequenzen, die irgendwo zwischen komisch und dämlich angesiedelt sind, vor allem eine richtige Lernkurve. Insofern man nicht im leichtesten Schwierigkeitsgrad antritt, gibt sich DoA5 wirklich alle Mühe uns das Kampfsystem vernünftig beizubringen. Vom Schere, Stein, Papier-System aus Kick, Schlag, Wurf und Block bis zu den Danger Zones in den Arenen, die man unbedingt mit einbeziehen sollte, will man nicht schon bald innerhalb von Sekunden niedergeprügelt werden, kommt alles nacheinander im Kampf gegen die KI-Fighter zum Einsatz.
Quelle: Tecmo Koei
Dead or Alive 5 (10)
All das wird von den bekannt übertriebenen Grafikeffekten untermalt, die manchmal auch einfach nur billig aussehen, wodurch wir aber unmittelbar Feedback erhalten. Mitunter erreichen wir so auch andere, meist tiefer gelegene Bereiche der Kampfarenen. Dabei spart der Titel nicht mit aufwändigen Umbauten während des Fights, meist explodiert irgendetwas, Flugzeuge stürzen ab oder Züge fliegen durchs Bild. Das alles ist auch herrlich inszeniert und sieht sicher nicht schlecht aus, irgendwie aber hätten wir da nach sieben Jahren doch etwas mehr erwartet. Das trifft auch auf die Charaktere zu, die zwar immer noch recht gut aussehen und denen man auch kleinere Änderungen angedeihen ließ, technisch aber ist kaum ein Fortschritt bemerkbar. Dabei kommt man natürlich nicht umhin zu erwähnen, schließlich handelt es sich dabei um ein Schlüsselmerkmal von Dead or Alive, dass auch die Brüste der Mädchen nach wie vor recht unnatürlich durch die Gegend baumeln.
Quelle: Tecmo Koei
Dead or Alive 5 (13)
Insgesamt 25 Kämpferinnen und Kämpfer hat der Titel inzwischen zu bieten, die wie gewohnt mit verschiedenen Attributen aufwarten. Während die Girls meist flink und Gelenkig sind, stehen auf der anderen Seite des Felds schwerfällige Kraftprotze wie Bass Armstrong. Als Neuzugänge sind der Teakwondo-Fighter Rig und die Mixed Martial Arts-Spezialistin Mila zu vermelden. Beide stellen keine Extreme dar und sind auch für Neueinsteiger oder Gelegenheitsspieler geeignet. Klar, dass man nicht auf alle von Anfang an Zugriff hat und manche erst freispielen muss. Neben den Charakteren und die wenigen Kostüme die es für sie gibt, ist das aber auch schon ziemlich alles auf das sich Sammelfreunde freuen können.
Dazu gesellt sich der Umstand, dass es auch keinen Charakter-Editor gibt, was natürlich besonders für die Online-Matches wünschenswert wäre, schließlich macht es viel mehr Spaß mit einem eigens kreierten Charakter die Stage zu betreten, als den vorgegebenen. Diesbezüglich gibt es bei der Konkurrenz deutlich mehr. Auch der Tag-Fight wirkt irgendwie nicht besonders prickelnd und kann es nicht mit dem aufnehmen, was uns zum Beispiel Tekken Tag Tournament 2 bietet. Gut, man kann im Kampf zwischen zwei Charakteren wechseln, dabei entsteht aber bei weitem nicht so ein anspruchsvolles Gameplay wie bei der genannten Konkurrenz.
Quelle: Tecmo Koei
Dead or Alive 5 (15)
Leider hat man auch ein weiteres Problem in den sieben Jahren nicht in den Griff bekommen, nämlich die Lags bei den Online-Fights. Besonders wenn der Schlagabtausch so schnell wie in DoA erfolgt, dann darf es online einfach keine Verzögerungen geben, was es aber tut. Schon in unserem Test zu Dead or Alive 4 verlangten wir diesen Umstand zu korrigieren, und genau dies müssen wir auch sieben Jahre später nochmal. Davon abgesehen aber kann das Kampfsystem nach wie vor überzeugen, auch wenn sich das Ganze kaum vom Vorgänger unterscheidet, aber wer hätte sich das auch gewünscht? Die klare Umsetzung des Stein, Schere, Papier-Prinzips funktioniert noch immer hervorragend und sorgt für spannende Kämpfe gegen die KI ebenso wie gegen andere menschliche Spieler. Damit ist DoA5 nach wie vor ein Hit auf jeder Party an dem man nicht vorbeikommt.
