FIFA 13 im Gamezone-Test: Souveräne Verteidigung der Spitzenposition

Test Michael Stadler

König Fußball regiert die Welt. Seien es nun die im abwechselnden Turnus stattfindenden Welt- bzw. Europameisterschaften, die jährlich ausgetragenen nationalen Meisterschaften nebst Pokalwettbewerben, oder im örtlichen Hinterhof, irgendwo muss das Runde immer ins Eckige. Fußball, eine gemeinsame Faszination, in der man sich im Kollektiv vor Freude oder Trauer in den Armen liegen und ein gemeinsames Erlebnis zelebrieren kann. Wie nah solche Erfahrungen beieinander liegen können, erfuhren Fans des FC Chelsea und des FC Bayern München am 19. Mai des aktuellen Jahres am eigenen Leib. Doch Geschichte ist geschrieben, Titel sind verteilt, auf geht's also in eine neue Saison voller Titelträume. Mitten drin wie jedes Jahr natürlich auch PES und FIFA, die ewigen Rivalen um den Titel der besten Fußball-Simulation. Während PES 2013 bei uns bereits vorlegen durfte, zieht nun FIFA 13 nach. In unzähligen on- sowie offline-Stunden haben wir EAs neuesten Streich einem standesgemäßen Leistungscheck unterworfen.

FIFA 13 (1) Quelle: Electronic Arts FIFA 13 (1) Die Neuzugänge

FIFA 13 (4) Quelle: Electronic Arts FIFA 13 (4) In Sachen Neuerungen auf Lizenzseite hat es EA mit in FIFA 13 ruhig angehen lassen und den Bestand des letztjährigen Teils nur um die Fußball Liga Saudi Arabiens erweitert. Was dieses Jahr dennoch dabei herumkommt ist einmal mehr der pure Auswahl-Overkill. Neben europaweiten Oberhäusern wie beispielsweise der spanischen Primera Division, der deutschen Bundesliga, der englischen Premier League, der von diversen Skandalen geplagten italienischen Serie A, der französischen Ligue 1 und den jeweiligen Unterhäusern, finden wir auch Nationalmannschaften und hier eher unbekannte Ligen wie die koreanische K-League und die mexikanische Liga MX in der langen Liste. Auch die Spielstätten sind äußerst zahlreich vertreten. Ob das anstehende Match in der Münchner Allianz Arena, im Dortmunder Signal Iduna Park, im Londoner Wembley Stadium, im Mailänder Giuseppe Meazza Stadion, oder gleich im Camp Nou zu Barcelona stattfinden soll, bleibt dabei stets dem Gutdünken des Spielers überlassen.

Natürlich sind auch wieder alle Spielertransfers, welche die Clubs über die Sommerpause getätigt haben, aktualisiert. So findet man Bundesliga-Rekordtransfer Javier Martinez im defensiven Mittelfeld der Münchner Bayern, Hulk im Sturm bei Zenit St. Petersburg, Luca Modric bei Real Madrid und Zlatan Ibrahimovic beim neureichen Scheich-Klub Paris St. Germain. Ebenfalls auf neuestem Stand sind die Trikotsätze der Clubs, sowie veränderte Aufstellungsschemata, womit zumindest im Hinblick auf das jährliche Update die Voraussetzungen für die neue Saison geschaffen wurden. Ausgehend von den letztjährigen Veränderungen in puncto Spielablauf, hat EA dieses Jahr den Fokus auf zwei Spielelemente gelegt, welche dem Gameplay von FIFA 13 deutlich zugute kommen sollen: First Touch Ball Control, Attacking Intelligence und Complete Dribbling. Nachdem Papier geduldig ist und PR-Vertreter perfekte Verkäufer des eigenen Produktes sind, gilt es die neuen Features im Spiel eigenhändig auszuprobieren.

Fehlende Kontrolle = Mehr Realismus

FIFA 13 (5) Quelle: Electronic Arts FIFA 13 (5) Die Zuschauer strömen voller Vorfreude das Stadion, die Sonne thront über dem perfekt gemähten Rasen und zwei Fußballmannschaften stehen sich gegenüber, beste Grundlagen also für unser erstes Match in FIFA 13. Alsbald werden wir allerdings von der First Touch Ball Control unangenehm überrascht: Ein Rückpass auf unseren Innenverteidiger wird hundsmiserabel vom Selben verarbeitet und eröffnet dem gegnerischen Stürmer eine wunderbare Torchance, welche dieser selbstverständlich nicht liegen lässt. So schnell wollten wir irgendwie nicht einem Rückstand hinterher laufen. Dank First Touch Ball Control wird den Spielern die Perfektion früherer Jahre genommen und der taktischen Aspekt des Spielgeschehens auf ein neues Level gehoben, da die Unberechenbarkeit resultierend aus der Kombination von Spielgerät und Spieler eine stete Variable in jedem Zuspiel ist. So kann ein versprungener Ball, was mit steter Häufigkeit in jeder Spielsituation vorkommt, zu Ballverlust und Überraschungsmomenten gleichermaßen führen. Auch wenn dieser ungewohnte Kontrollmangel anfangs noch zu einigen Frustmomenten führt, zeigt sich das Feature über die Zeit gesehen als richtiger Zugewinn für den Spaß am virtuellen Rasenschach.

FIFA 13 (6) Quelle: Electronic Arts FIFA 13 (6) Während FIFA 12 noch mit Tatical Defending dem Defensiv-Bereich eine ordentliche Restauration zuteil wurde, ist in FIFA 13 alles auf die Attacke ausgerichtet. Dank Tactical Attacking sind die Stürmer nun intelligenter und auf passendes Zuspiel noch gefährlicher vor dem Kasten. Neben sogenannten "Dummy Runs", also Sprints, um taktisch wichtige Räume für die Mitspieler zu öffnen, erahnen die Offensivspieler bereits mehrere Schritte im Voraus von welchem Spieler sie den Ball erhalten könnten und wo sie dafür zu stehen haben. So rotieren die Stürmer eigenständig durch die Abwehrreihen, verlangsamen ihr Lauftempo um nicht im Abseits zu stehen und bieten sich beinahe ständig vorbildlich an. So kommt es zu extrem spannenden Duellen zwischen, der aus dem letzten Jahr gestärkten Abwehr, und der neu erstarkten Abteilung Attacke, welche Spiel um Spiel immer mehr Spaß machen.

Dank Complete Dribbling, das von Cover-Star Lionel Messi inspiriert wurde, sind gerade Zweikämpfe intensiver gestaltet. So können wir unseren Körper geschickt einsetzen um den Ball abzuschirmen, aber auch im Offensivbereich mit Körpertäuschungen am Gegenspieler vorbeigehen und mit einem Solo von Weltformat ein Tor des Jahres erzielen – passendes Können selbstredend vorausgesetzt. Aber auch notorische Ballverteiler können nun das Spiel verlangsamen, einen Überblick über Laufwege gewinnen und dann im entscheidenden Moment den einen tödlichen Pass an den Mann bringen. Das geht dabei so intuitiv von der Hand und fügt sich so nahtlos ins Spielgeschehen ein, dass man fast nur noch den Messi, Xavi, oder Ronaldo raushängen lässt.

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  2. Seite 2 Spielmodi so weit der Ball fliegt
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