Als One Piece: Pirate Warriors von Tecmo Koei und dem Publisher Namco Bandai Games für die PlayStation 3 angekündigt und die ersten Informationen zum Titel bekannt wurden, dürfte dies nicht nur für die Fans des Mangas bzw. Animes, sondern vielmehr auch für Anhänger der Warriors-Spiele eine erfreuliche Meldung gewesen sein. Das bekannte Warriors-Gameplay, einige neue Spielelemente und dann noch eine so bekannte Lizenz? Was kann da schon schiefgehen? Wenig überraschend also, dass sich der Titel in Japan hervorragend verkauft und bereits in der ersten Woche gingen über 650.000 Exemplare des exklusiven PlayStation-3-Spiels über die Ladentheken. Nun dürfen auch wir im Westen einige Monate später endlich ans Werk gehen. Grund genug also, One Piece: Pirate Warriors unter die Lupe zu nehmen.
Bei dem Titel handelt es sich übrigens um die erste Videospielumsetzung von One Piece für die PlayStation 3. Durchaus bemerkenswert, denn seit dem ersten Videospiel im Jahre 2000 für den guten alten Bandai Wonderswan erschienen bisher über 30 Umsetzungen für diverse Systeme, darunter in den vergangenen Jahren zumeist Spiele für Nintendos Konsolen und Handhelds. Aber nun hat das Warten ja endlich ein Ende und auch PlayStation 3-Spieler bekommen einen Lizenz-Titel der mit Abstand erfolgreichsten Manga-Serie aller Zeiten.
Bekanntes, aber erweitertes Gameplay
One Piece: Pirate Warriors im Test (1)
In diesem dürfen wir dabei nicht nur in die Rolle von Ruffy schlüpfen, sondern auch mit diversen anderen bekannten Charakteren die Level unsicher machen und dabei verschiedene Handlungen von One Piece nachspielen. Dies geschieht im Spielmodus Haupt-Log, der in verschiedene Episoden unterteilt ist, die wir bequem vom Hauptmenü aus einzeln auswählen können. Wie so oft bei heutigen Spielen, beginnt auch dieser One Piece-Titel mit einem kleinen Tutorial, welches uns die wichtigsten Gameplay-Elemente erläutert und diese direkt in der Praxis ausprobieren lässt. Hier erwartet uns letztlich die gewohnte Kost der Warriors-Spiele von Koei, auch wenn das Gameplay durch einige Neuerungen erweitert wurde und so zum Beispiel Rätseleinlagen oder auch Abschnitte mit Sprüngen bietet. Im Kern müssen wir uns aber auch hier wieder mit unserem jeweiligen Charakter durch die 3D-Umgebungen bewegen, mit den bekannten Angriffstasten die Gegner verkloppen und dabei mächtige Kombos ausführen. Mit Angriffen oder durch das Einsammeln von Objekten füllen wir dabei unsere SP-Anzeige und können per Tastendruck eine Spezialattacke ausführen, die sehr hübsch in Szene gesetzt worden ist. Dies gilt insbesondere für die häufig auftauchenden Quick-Time-Events, bei denen wir in bekannter Manier möglichst schnell die auf dem Bildschirm auftauchenden Tasten drücken müssen. Was spielerisch wenig spektakulär daher kommt, ist dafür im Spiel umso schöner und meist actionreich in Szene gesetzt worden. Kein Wunder, dass man sich als Spieler mitunter sehr über jedes Quick-Time-Event freut. Dies gilt womöglich auch für die Sprungpassagen, bei denen wir eine Zielmarkierung über den Bildschirm auf die jeweiligen Objekte bewegen und mit einem Tastendruck bestätigen müssen. Auch diese sind zwar spielerisch nicht überragend, aber gerade bei längeren Sprungabschnitten, bei denen wir über unzählige Stationen hinweg und mit einem hohen Tempo durch die Luft fliegen, ist dies eine spaßige Angelegenheit und eine gute Abwechslung zum restlichen Spielgeschehen. Und nebenbei, wie bereits erwähnt, optisch sehr schön umgesetzt.
Hübsche Optik und japanische Sprachausgabe
Ohnehin kann der Titel grafisch überzeugen, was nicht zuletzt an dem tollen Cel Shading-Look liegt, der natürlich hervorragend zum Spiel passt. Die Charaktere und Schauplätze wurden sehr hübsch und liebevoll ins Spiel gepackt und Dank der zahlreichen Sequenzen kommt eine schöne One Piece-Atmosphäre auf. Hierzu trägt aber auch der Sound seinen Teil dazu bei und gerade Fans werden sich über die grandiose japanische Sprachausgabe im Spiel freuen. Eine englische oder gar deutsche Synchronisation ist zwar nicht mit von der Partie, was aber unterm Strich nicht wirklich negativ auffällt und deutsche Untertitel sind ohnehin enthalten.
One Piece: Pirate Warriors im Test (2)
So kämpfen wir uns also durch die Level, nehmen es in bekannter Warriors-Manier mit unzähligen Gegnern gleichzeitig auf und beweisen unser Können bei den Sprungeinlagen und Quick-Time-Events. Je nach Level-Art stehen aber leicht unterschiedliche Aufgaben auf dem Programm. Während wir in einem Action-Level nur durch die Umgebung hetzen und am Ende häufig zu einem Endboss gelangen müssen, ist bei einem Musou-Level auch das Erobern von Gebieten enthalten. Hier fühlen wir uns dann fast schon wieder wie in einem normalen Warriors-Spiel. Wir ziehen von Areal zu Areal, machen die Gegner und anschließend die jeweiligen Anführer der Gebiete platt und so erobern wir nach und nach alle Territorien und verschaffen uns mächtige Vorteile auf dem Schlachtfeld. Aber egal, an welcher Art von Level wir uns gerade versuchen, am Ende steht gerne ein spektakulärer Bosskampf vor der Tür, in dem wir bekannte Charaktere aus One Piece zum Gegner haben. Diese Bossduelle sind ebenfalls grandios inszeniert und unterscheiden sich ein wenig vom üblichen Spielgeschehen. So erwarten uns hier die Gegner in verschiedenen Phasen, die auch Veränderungen beim Gameplay mit sich bringen und etwas Taktik ist natürlich auch von Vorteil.
Jetzt wird abgerechnet
Nach dem jeweiligen Endboss ist der Level dann aber auch schon geschafft und es folgt nach einer entsprechenden Sequenz die Abrechnung. Hier werden dann unsere Leistungen in verschiedenen Kategorien, wie beispielsweise der benötigten Zeit, bewertet und anschließend eine Endwertung vergeben. Wer also in jeder Episode des Spiels die Bestwertung erzielen möchte, wird so vielleicht eine zusätzliche Motivation zum erneuten Spielen bereits erledigter Level geboten bekommen. Danach werden noch die Erfahrungspunkte auf den gespielten Charakter und die ergatterten Münzen verteilt. Die Erfahrungspunkte sind hierbei nicht unwichtig, denn mit jedem Levelaufstieg verbessern sich auch die Attribute der Spielfigur. Diese Verbesserungen können wir zudem mit den erhaltenen Münzen erreichen, denn diese verbessern ein bestimmtes Attribut und daher sollte man nach Möglichkeit immer die besten Münzen bei unseren Charakteren ausstatten. Auch das Sammeln der Münzen in den Episoden kann dabei zum erneuten Durchspielen eines Levels motivieren.
Neben-Log und Herausforderungen
One Piece: Pirate Warriors im Test (3)
Sofern wir alles im Spielmodus Haupt-Log erledigt haben, ist aber noch lange nicht Schluss. Schließlich warten im Modus Neben-Log noch jede Menge Missionen auf uns, in denen wir nicht nur wieder in die Rolle verschiedener Charaktere schlüpfen, sondern auch exklusiv in diesem Spiel enthaltene Geschichten spielen dürfen. Damit nicht genug, haben auch diverse Herausforderungen im gleichnamigen Spielmodus den Weg auf den Datenträger gefunden, die nach dem erfolgreichen Abschluss des Haupt-Logs noch ein paar knifflige Aufgaben für uns bereithalten. Für genügend Spielzeit ist also ohne Zweifel gesorgt und wer wirklich alles erledigen möchte, der wird viele Stunden vor der Konsole verbringen, wie man es eben von den Warriors-Spielen her kennt.
