Nicht weniger als die gesamte Menschheit soll in brutale Zombies und Mutanten verwandelt werden. Die Organisation Neo-Umbrella will weltweit das neue C-Virus in Umlauf bringen und hat bereits einige Großstädte und Areale in einen Zustand höchster Panik und Gewaltbereitschaft versetzt. Die Todesfälle sind bereits nicht mehr zählbar. Besorgniserregend, die Geschichte des neuesten Ablegers von Capcoms "Resident Evil"-Reihe. Mit Resident Evil 6 wollen die Macher uns das Survival-Horror-Gefühl mit einer guten Portion Action zurück auf den Bildschirm bringen. Wurden wir mit einem würdigen Nachfolger beschenkt?
Nach einem Hubschrauber Angriff auf eine bereits in Panik aufgelöste Stadt könnt ihr euch und eure verletzte Partnerin gerade noch so in eine sichere Gasse bringen. Nach und nach bekommt ihr hier nun die Grundbefehle beigebracht. Mit L und R wird gelaufen und sich umgesehen und mit den vier Buttons könnt ihr Gegenstände aufnehmen, Nachladen, zwischen einer oder zwei Waffen switchen oder ins Gegenstandsmenü abtauchen, je nach momentaner Spiel- und Kampflage. Mit RB (R1) könnt ihr euch und eure Partner heilen und mit LB (L1) könnt ihr euch eine nützliche Wegfindungshilfe einblenden lassen. Die Richtungstasten bescheren neuerdings ein Waffenrad. Genug gelernt wie ihr euch in der Welt von Resident Evil 6 durchkämpfen- und ballern könnt, ist es nun eure Aufgabe, eure verletzte Partnerin Helena Harper zu heilen. Wer ihr seid? Natürlich kein geringerer als der bereits bekannte Leon Kennedy. Ist Helena wieder auf den Beinen, heißt es nun nichts wie raus aus der Gasse auf die große offene Hauptstraße. Auf dem Weg dorthin bekommen wir es auch schon mit den ersten Zombies zu tun. Ist die Straße erreicht, gilt es per spektakulärem Sprung in einem Helikopter zu landen und die ersten typischen Quick-Time-Events zu erleben. Damit habt ihr auch schon die Einführung erfolgreich bestanden und es geht nun endlich zur Haupthandlung.
Leon, Chris oder Jake?
Quelle: Videogameszone.de
Resident Evil 6. (3)
Ihr habt nun die Wahl, welches von anfänglich drei auswählbaren Szenarien à fünf Kapiteln ihr durchleben und spielen wollt. Inhaltstechnisch grenzen sich diese voneinander ab, allerdings kreuzen sich die drei Handlungsstränge in den ein oder anderen Cutszenen miteinander bis hin zum großen Finale wo alle Charaktere aufeinander treffen. Bevor ihr eine Kampagne beginnt, habt ihr noch verschiedene Einstellungen zu tätigen: Ihr könnt entscheiden ob ihr Off- oder Online spielen wollt (Achtung: Wenn ihr online spielt, habt ihr nicht die Möglichkeit das Spiel per Start zu Pausieren!) und ob ihr einen Koop-Beitritt gewährt oder nicht. Außerdem könnt ihr aus einer lustigen Reihe an Wortkombinationen euer Spielziel wählen (beispielsweise Spass-Liebhaber, Geschichten-Gourmet oder Event-Enthusiasist etc. …) und den Beschuss durch die eigene Seite und unbegrenzte Munition zulassen oder nicht.
Im Szenario mit Leon Kennedy und Helena Harper werdet ihr zunächst mit dem Mord am amerikanischen Präsidenten konfrontiert. Dieser wurde von niemand anderem als euch selbst verübt, denn das Staatsoberhaupt war bereits infiziert und der Mord war der einzige Ausweg. In der Kleinstadt Tall Oaks begebt ihr euch auf die Suche nach der Ursache und einer möglichen Lösung für den Virus und landet bald in der Kathedrale von Tall Oaks.
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Resident Evil 6. (4)
In der Leon-Kampagne kehren auch endlich die klassischen und so arg vermissten Zombies zurück. Mit der neuen Fähigkeit im Schlepptau auch unter dem Gehen schießen zu können, könnt ihr den, mal langsam auf euch zu schleichenden, mal etwas flotter schon fast auf euch drauf fallenden Gegnern, ordentlich Blei mitgeben. Und das in gewohnter Manier am besten direkt in die Rübe. Seit ihr mit Leon und Helena unterwegs, bekommt ihr teilweise tatsächlich das Gefühl eines alten Resident Evils zurück: düstere Atmosphäre, Beklemmungsgefühle und ab und an Schockmomente sind ein Teil dieses Szenarios. Aber leider nur ein Teil. Der Rest der Leon-Kampagne entpuppt sich mehr als lineares von A nach B Geballere. Auch die herausfordernden Rätsel sind leider vergebens gesucht. Hauptaugenmerk wurde tatsächlich auf das Erledigen so vieler Gegner wie möglich gelegt, was uns Spielern leider nicht immer einfach gemacht wurde. Zwar wurde die Handhabung durch bereits erwähntes Schießen während dem Zielen und Laufen vereinfacht, allerdings ist der Ziellaser sehr ungenau und verwackelt nach einem Schuss teilweise sehr stark, was der eigenen Präzision weniger gut tut.
J'Avo , Deckungsfirlefanz und Nahkampfprügelei
Quelle: Videogameszone.de
Resident Evil 6. (1)
Auch in den Szenarien mit Chris und Jake kommt das Resident Evil Flaire nicht wirklich zurück. Chris Redfield und sein BSSA-Partner Piers Nivans bekämpfen den Bioterrorismus in China während sich Jake Muller, dessen Blut einen wichtigen Antikörper gegen das C-Virus in sich trägt, und seine Partnerin Sherry Birkin in Osteuropa mit den Infizierten, den sogenannten J'Avo begnügen müssen. Diese neue maskierte Mutationsart, die meist auch mit Schusswaffen ausgestattet wurde, kann ganz schön fies werden, trifft man diese unglücklicherweise nur in den Arm oder erwischt nicht den ganzen Kopf, entstehen aus diesen Körperteilen eklige Tentakel oder arg deformierte Monsterfratzen.
Ebenfalls neu in diesem Resident Evil Teil ist das überarbeitete Deckungssystem. Dieses ist leider mehr frustrierend als hilfreich. Es braucht unnötig viele Tastendrucke um von der Deckung zum Schuss zu kommen. Da fragt man sich ob es nicht viel einfacher wäre ins Getümmel hineinzulaufen und drauflos zu schießen. Ich zumindest habe es so getan. Das Nahkampfsystem kann sich auch in die Riege der Neuerungen eingliedern: Kommt einem ein Gegner zu Nahe, reicht hier ein simpler Druck auf die Schultertaste um diesem mit gekonnten Faust- und Beinhieben auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen und sich selbst zur Rettung zu kriechen oder wieder aufzustehen. Ebenfalls retten soll einen eine neue Schnellschussmechanik, die in brenzligen Situationen durchaus hilfreich ist.
Quelle: Capcom
Resident Evil 6. (17)
Habt ihr einen Gegner erledigt, lässt dieser Munition, Granaten oder auch Fähigkeitspunkte liegen. Mit diesen Punkten könnt ihr euch zunächst bis zu drei Fähigkeiten erwerben die euch das Spielleben vereinfachen sollen, wie zum Beispiel erhöhte Präzision, erhöhter Schuss- oder Nahkampfschaden oder auch eine geringfügigere Verstärkung gegen Zombies oder J'Avo. Diese Auswahl an drei Fähigkeiten wird im Laufe des Spieles erweitert, nicht zuletzt wenn ihr alle drei Kampagnen durch habt und das vierte, geheime Szenario mit Ada Wong freischaltet. Hier werden einige aufjubeln, denn endlich ist man alleine und ohne Partner unterwegs und bekommt letztendlich doch noch etwas vom Resident Evil Gefühl zurück. Hier regiert eine stimmungsvollere Atmosphäre und auch das Köpfchen kommt in dem einen oder anderen Rätsel wieder zum Einsatz. Somit kommt ihr mit den vier Handlungen auf eine Spielzeit von über 30 Stunden.
Quelle: Capcom
Resident Evil 6. (18)
Mit einem Druck auf Select kommt ihr zu eurem Handy in welchem ihr die Spieloptionen anpassen könnt oder vom letzten Kontrollpunkt aus neu starten könnt. Von diesen Kontrollpunkten hätte ich mir weniger gewünscht, stattdessen wären mehrere Speicherungen wünschenswert gewesen. Außerdem könnt ihr im Menü euch euer Spiel ganz nach Belieben gestalten: den Controller kann man nach seinen eigenen Wünschen belegen, sei es die Angriffstaste, die Zielsteuerung oder gar die bevorzugte Waffenhand. Auch könnt ihr Einstellungen an Kamera, Bildschirm und am Sound vornehmen. Im Spiel an sich könnt ihr Untertitel und Gamertag ein- und ausblenden und euch sogar die Farbe eures Laser-Visiers aussuchen. Die meisten dieser Einstellungen sind mehr oder minder hilfreich oder nötig, schön ist allerdings dass man sich die Hinweisanzeigen und die Wegbeschreibung nach Belieben ein- oder ausschalten kann. In eurem Handy-Menü könnt ihr euch ebenfalls eure Fähigkeiten belegen, kaufen könnt ihr diese allerdings nur im Hauptbildschirm bzw. vor und nach Beginn eines neuen Kapitels.
Leider ein weiterer Negativaspekt ist die Kamera in Resident Evil 6. Man verliert sehr schnell den Überblick wo man selbst eigentlich gerade ist und schlimmer noch, wo der Gegner denn nun steckt. Oft verliert man die Orientierung und weiß sekundenlang nicht, woher die gegnerischen Schüsse kommen. In Passagen mit engen Räumen oder Gängen kann die Kameraperspektive einen oft zur Verzweiflung bringen, wenn man den Blick einfach nicht von einer Wand abwenden kann.
