Assassin's Creed 3 im Test: Das perfekte Spiel für die kalte Jahreszeit

Test Sandro Odak

Assassin's Creed 3 ist da - und es ist groß geworden. Connors Geschichte fängt da an, wo andere Spiele heutzutage schon aufhören. Gamezone hat sich trotzdem an das Mammutwerk gewagt und verrät euch, warum der dritte Teil der Serie perfekt ist für kalte Wintertage.

Wie Gamezone getestet hat: Wir haben Assassin's Creed 3 in einer fertigen Reviewfassung von Ubisoft im Singleplayer getestet. Da uns bislang keine Verkaufsfassung vorliegt, können wir nicht auf den Mehrspieler-Modus eingehen. Wir werden einen Test dazu gegebenenfalls nachliefern.

Haythem Kenway trifft sich konspirativ mit einem Geschäftspartner in der Oper. Nach kurzem Gespräch klettert er hinter die Bühne, hangelt sich an der Deko empor, immer ungesehen vom Publikum, und tötet einen Aristokraten in seiner Privatloge. Moment mal. Haythem Werbitte?

Connor als junger Indianer: Wir erleben große Teile seines Lebens. Quelle: Ubisoft Connor als junger Indianer: Wir erleben große Teile seines Lebens. Ich bin etwas überrascht, als Assassin's Creed 3 nicht mit dem Protagonisten anfängt, von dem man schon so viel gehört hat. Statt einem indianischen Sprössling, dessen unaussprechlicher Stammesname Ratohnhaké:ton lautet, steuere ich in den ersten Stunden Haythem, der aus England in die neue Welt reist, um für seinen Orden zu kämpfen. Den eigentlichen Hauptcharakter trifft man erst nach etwa vier Stunden - wo einige Spiele bereits aufhören, fängt Assassin's Creed 3 erst an. Und wie vorab veröffentlichte Screenshots schon verrieten, durchlebt man verschiedene Lebensabschnitte des Indianer-Assassinen. Das muss man dem eigentlich schon fünften Teil der AC-Serie hoch anrechnen: Der Umfang dieses Meisterwerks ist über jeden Zweifel erhaben. 15 bis 20 Stunden braucht man für die Kampagnenmissionen allein, nochmal dieselbe Zeit kann man investieren, um auch Nebenquests sowie Jagd-, Hof- und Schiffsmissionen abzuschließen. Wer darüber hinaus auch noch seine Synchronisierung auf 100% bekommen will, also auch optionale Ziele erfüllt, und Sammelgegenstände sucht, muss ordentlich Zeit investieren.

Perfekt also, für so kalte Wintertage wie aktuell. Wenn draußen Schnee liegt und der Wind durch die Straßen fegt, sitzt es sich umso gemütlicher auf einer Couch im beheizten Wohnzimmer. Dekadent: in Assassin's Creed 3 schicken wir unsere Spielfigur auch in den Schnee. Zum ersten Mal in der Geschichte der Reihe gibt es einen Jahreszeitenwechsel und ein Wettersystem. Sonne, Regen, Schnee und Nebel, jedes Szenario hat seine Momente. So kann man sich im Nebel leichter an Gegner pirschen, wohingegen man im Winter die Fußspuren von Tieren und Menschen im Schnee verfolgen kann. Toll!

Desmond und seine Vorfahren

Die Geschichte um Desmond und seine Crew kommt nicht zu kurz. Quelle: Ubisoft Die Geschichte um Desmond und seine Crew kommt nicht zu kurz. Assassin's Creed 3 hat mit Connor zwar einen neuen Protagonisten, dahinter steckt aber immer noch Desmond Miles. Seine Vorfahren steuert man nun bereits seit dem ersten Assassin's Creed und spätestens seit dem zweiten Teil wechselt die Perspektive immer öfter zum Animuslenker in der echten Welt. Die Geschichte ist nach wie vor verstrickt: Desmond und seine Crew suchen nach Antworten von einer sagenumwobenen Alien-Rasse, die vor den Menschen auf der Erde war. Die Vorläufer hinterlassen Nachrichten - und keine Guten. Der 21.12.2012 soll der Untergang der Welt sein! Und wir sollen das aufhalten. Dagegen halten die Templer an.

Serientypisch verwickelt Ubisoft den Spieler dabei in viele historische Kämpfe und lässt einen direkt oder indirekt daran teilhaben. Der amerikanische Unabhängigkeitskrieg ist hierfür perfekt geeignet - es gibt viel mehr Aufzeichnungen aus dieser Zeit, als aus Renaissance und Mittelalter. So kommen einem Personen, Orte und Begebenheiten noch bekannter vor. Erinnert ihr euch an die Tea Party aus dem Geschichtsunterricht? Ratet mal, wer den Tee da vom Kahn wirft. Bunker Hill? Schlecht um Lexington und Concord? Belagerung von Boston? Überall ist man dabei! Man trifft auf George Washington, General Lee, Thomas Jefferson und viele Dutzend andere Personen, die in die Geschichte eingingen - und erlebt Abenteuer mit ihnen. In diesem Szenario funktioniert das sehr viel besser als in den vorherigen Spielen, weil man diese Namen und Orte eher wiedererkennt, als Renaissance-Künstler.

Etwas Abwechslung zu den Gefechten in Amerika des 18. Jahrhunderts bieten die zahlreichen Ausflüge in die Gegenwart. Desmonds Ausflüge außerhalb des Animus werden so auch immer weitreichender und waghalsiger. Wir wollen Spoiler vermeiden, deshalb verraten wir nicht die genauen Umstände, aber erwarten kann man heuer deutlich mehr, als nur langweilige Kletterpassagen im Höhlenversteck der Meute.

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