Silent Hill: Revelation 3D in der Gamezone-Filmkritik

Special Peter Grubmair

Mit Silent Hill: Revelation 3D kehren wir nach Silent Hill zurück, diesmal an der Seite von Heather, die ihren Vater sucht, anstelle der Mutter auf der Suche nach ihrer Tochter. Die Ausgangsbedingungen sind also ziemlich dieselben, doch schafft es der Streifen an den doch recht gelungenen Vorgänger anzuknüpfen? Wir haben uns erneut in die Zwischenwelt begeben und es für euch herausgefunden.

Ich gehöre ja zu denjenigen, denen der erste Silent Hill recht gut gefallen hat. Eigentlich finde ich sogar, dass es eine der besten Videospielverfilmungen überhaupt ist. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen bezüglich Silent Hill: Revelation 3D, denn das Thema gibt noch viel her und lässt Raum für weitere gruselige Erfahrungen. Zudem sind ja durchaus noch einige Fragen offen, beste Voraussetzungen also um daran anzuknüpfen.

Silent Hill: Revelation 3D (6) Quelle: Concorde Filmverleih GmbH Silent Hill: Revelation 3D (6) Kaum hat man die 3D-Brille aufgesetzt, findet man sich mit Heather (Adelaide Clemens) und ihrem Vater Harry (Sean Bean) in einer recht heruntergekommenen Wohnküche wieder. Statt dem Zuschauer einen Rückblick auf das Geschehene zu bieten, dürfen wir sofort an dem Trübsinn der beiden teilhaben. Heather kann sich an die Vergangenheit nicht mehr erinnern und ihr Vater legt alles daran, dass es auch so bleibt. Nicht allerdings ohne ihr permanent einzubläuen, dass sie immer wachsam sein muss und sich sofort melden soll, wenn ihr etwas komisch vorkommt. Kann schließlich passieren, wenn man wie ein Nomade durch die Lande zieht und schon wieder auf eine neue Schule geschickt wird.

Ab da an fühlt man sich unweigerlich an Nightmare on Elmstreet erinnert, mit dem Unterschied, dass Heather erst gar nicht einschlafen muss, sie überfallen die Alpträume am helllichten Tag und an jeder beliebigen Stelle. Bereits an dieser Stelle fällt einem auf, dass Silent Hill: Revelation 3D bei weitem nicht so subtil vorgeht wie der Vorgänger, stattdessen gibt es schon ziemlich schnell viel Fleisch, Blut und eklige Szenen zu sehen, die aber kaum gruselig wirken, denn Heather traumwandelt durch diese Szenen, als würde sie nicht dazugehören. Wie wir später erfahren, ist dem tatsächlich so, denn sie ist eine "Auserwählte", die freiwillig nach Silent Hill kommen muss, damit "das Ritual" funktionieren kann. Und damit sie auch einen Grund hat das zu tun, entführt man kurzerhand ihren Vater, der ihr selbstverständlich die Warnung hinterließ, ihm eben nicht zu folgen.

Silent Hill: Revelation 3D (10) Quelle: Concorde Filmverleih GmbH Silent Hill: Revelation 3D (10) Doch man kann es sich an den fünf Fingern abzählen, natürlich versucht sie ihren Vater zu befreien und macht sich auf nach Silent Hill. Wie praktisch, dass es da noch diesen neuen Jungen an der Schule gibt, der den Weg dorthin kennt und sie begleitet. Was dann folgt, ist eine unglaublich plump erzählte Geschichte, die zwar noch irgendwas mit Silent Hill zu tun hat, zumindest bedient man sich diverser Elemente aus dem ersten Film, an keiner Stelle aber schafft für diese spezielle Faszination zu sorgen, die das Thema bei den Fans so erfolgreich macht. Bekannte und neu geschaffene Monster schlurfen immer wieder unbeteiligt durchs Bild ohne wirklich für Spannung zu sorgen, neu eingeführte Charaktere werden ruckzuck der Schlachtung preisgegeben, so dass man die wenigen Szenen, die wirklich gelungen sind, kaum mehr wahrzunehmen in der Lage ist. Denn die gibt es wirklich, doch sie schaffen es einfach nicht die verkorkste, um nicht zu sagen eigentlich gar nicht vorhandene Story zu tragen. Das ganze gipfelt dann in einem Finale, welches man gesehen haben muss, um zu verstehen wie man solch einen Film eben nicht seinem Ende zuführen sollte.

Derweil ist das tragische an Silent Hill: Revelation 3D eigentlich, dass er nicht wirklich schlecht ist, er ist nur auch nicht wirklich gut. Hier werden einfach Versatzstücke aus dem Original wahllos aneinandergereiht, mitunter technisch sogar recht gelungen, ohne aber zu beachten, worum es in Silent Hill eigentlich geht und was das spezielle an dessen Horror ist. Fast wünscht man sich, dass einzelne Szenen ins Original eingefügt würden, nur um den Rest des Films vergessen zu können.

Silent Hill: Revelation 3D (4) Quelle: Concorde Filmverleih GmbH Silent Hill: Revelation 3D (4) Auch zum Thema 3D muss man natürlich ein paar Worte verlieren, in Zeiten in denen einfach alles mit Zwang in die dritte Dimension gehoben wird. Silent Hill: Revelation 3D gehört nicht zu den Filmen, die so wirken als wäre jede Kameraeinstellung auf den maximalen 3D-Eindruck ausgelegt. Ganz im Gegenteil hat man diesbezüglich ganze Arbeit geleistet und überfordert das Auge des Zuschauers nicht mit permanentem Herumgefuchtel vor seiner Nase, sondern setzt die Tiefenwirkung wirklich gekonnt ein und bietet sogar manch wirklich gelungene 3D-Szene. Auch die Soundkulisse und die Musikuntermalung darf man als gelungen bezeichnen, wobei sich natürlich viel beim Vorgänger bedient wird, was ja in Ordnung ist. Zur deutschen Synchronisation kann ich leider nichts sagen, ich sah das englische Original.

Meinung

Bildergalerie

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk