Batman: Arkham City - Armoured Edition für Wii U im Test: Nur wer es schon kennt, kann es im Regal liegen lassen
TestZum Launch der Wii U bringt Warner Bros. eine Portierung des von Fans und Kritikern hochgelobten "Batman: Arkham City" auf den Markt. Wir haben getestet, wie sich das hervorragende Action-Adventure mit dem Gamepad spielt.
Rückblende: Nachdem das Hochsicherheitsgefängnis Arkham Asylum Hops geht, fasst der Bürgermeister von Gotham City einen perfiden Plan. Aus einem heruntergekommenen Slum-Gebiet inmitten der Stadt macht er einen riesigen Gefängnisbezirk. Alle Verbrecher, und davon gibt es viele dieser Tage im verrückten Gotham, werden hinter die Mauern verbannt und müssen selbst schauen, wie sie überleben sollen. Zum Leiter des Gefängnisbezirks wird Hugo Strange ernannt, ein Wiedersehen mit dem ehemaligen Leiter der Psychiatrie von Arkham ist also gewiss.
Natürlich entwickelt ein Stadtteil voller auf sich gestellter Krimineller schnell ein dubioses Eigenleben. Und immer mehr Journalisten und ehrliche Bürger, die sich gegen den Führungsstil auflehnen, werden aus fadenscheinigen Gründen selbst verknackt. Bruce Wayne hat davon genug: Der megareiche Playboy will selbst in die Politik wechseln, um dem unmenschlichen Gehabe ein Ende zu bereiten. Von so viel Engagement zeigt sich der Bürgermeister aber unbegeistert – und schon findet sich Bruce Wayne selbst hinter den Mauern von Arkham City wieder!
"Alfred, schick mal den Anzug runter!"
Quelle: Warner Bros. Interactive
Batman: Arkham City für Wii U im Test (1)
Nachdem wir unsere ersten Faustkämpfe noch als Bruce Wayne austragen müssen, schickt uns Butler Alfred per supermodernem Schwebe-Flieger ein Carepaket. Darin enthalten ist natürlich Batmans Rüstung, in der Armoured Edition der Wii U um den Battle Armoured Tech Modus erweitert. Eine spezielle Panzerung erlaubt es uns, kinetische Energie zu speichern und später abzugeben. Das heißt: Mit Komboattacken spart man Energie zusammen und löst dann den B.A.T.-Modus aus, um besonders viel Schaden auszuteilen.
Das Wii U Gamepad übernimmt dabei die Funktion von Batmans Armcomputer. Stilecht muss man sich daher auch beim Umziehen erst einloggen, indem man seinen Fingerabdruck scannt. Dies geschieht zwar "nur" durch ein entsprechend designtes Feld auf dem Touchscreens, wirkt aber wesentlich realistischer als "Drücke eine Taste" – cool!
In den kommenden Stunden kloppen wir uns mit Insassen und Handlangern von bekannten Batman-Bösewichten wie Joker, Pinguin und Ivy. Über dem ganzen Action-Abenteuer schwebt aber eine weitere, abstraktere Bedrohung: Stranges "Protokoll 10", ein böser Geheimplan zur Vernichtung Gothams und Batmans wahre Identität stehen auf dem Spiel und veranlassen uns somit gleich auf mehreren Hochzeiten zu tanzen.
Die Kämpfe: Eine Frage des Timings
Quelle: Warner Bros.
Batman: Arkham City für Wii U im Test (2)
Batman: Arkham City basiert, wie schon sein Vorgänger, auf einem Close Combat Kampfsystem. Batman hat zwar Baterang, ein Schockgewehr und Seilwerfer zur Auswahl, kann seine Gegenspieler aber nur im Nahkampf ausschalten. Die Fledermaus tötet dabei seine Delinquenten natürlich nicht, sondern knockt sie nur aus – man gehört ja zu den Guten. Im Kampf gegen größere Gegnergruppen kommt es daher immer aufs Timing an. Wenn einer angreift, muss man im richtigen Moment die Kontertaste drücken und schnell genug reagieren. Das ist schwierig, denn gern schlagen die Bösen auch gleichzeitig zu.
Kompliziert ist es außerdem, weil die Steuerung der Wii U noch total neu für uns ist. Wenn das Spiel darum bittet, auf Y zu drücken, erwischen wir häufig X, im Vergleich zur bekannten Tastenbelegung der Xbox 360 sind nämlich alle Buchstaben vertauscht. X ist oben, Y links, B unten und A rechts. Auch die Position direkt unter dem Steuerknüppel ist noch etwas ungewohnt, weswegen uns die Steuerung noch nicht ganz so flüssig von der Hand geht, wie in den bereits erschienen Versionen.
Menüpunkte auf das Gamepad ausgelagert
Quelle: Warner Bros.
Batman: Arkham City für Wii U im Test (3)
Die sinnvollste Nutzung des Wii U Gamepads ist in Batman: Arkham City sicherlich die Einbindung von Menüpunkten auf dem Touchscreen. Gameplay-Elemente, die man früher nur durch das Pausieren im Menü finden konnte, lassen sich so on the fly auswählen. Wer die Umgebungskarte sehen möchte, kann sie sich jederzeit anzeigen lassen, Waffenwechsel und Level Up gehen auch auf dem Batcomputer vonstatten. So muss man das Spiel nicht pausieren und bleibt ohne störende Unterbrechung im Fluss der Geschichte. Das gefällt uns sehr gut.
Weniger gut haben uns hingegen die seltenen Wechsel der Screens gefallen. Im Detektiv-Modus muss man beispielsweise das Zimmer auf dem Gamepad untersuchen, die Steuerung ist damit sehr vage und ungenau. Und ganz speziell das Zielen mit dem Baterang ist eine Qual. Die Steuerungs-Option wirkt, als würde sie dem Spieler unbedingt noch unter die Nase reiben wollen, wozu dieses riesige Gamepad da ist.
Inhaltlich gleich – DLCs inklusive!
Quelle: Warner Bros.
Batman: Arkham City für Wii U im Test (4)
Inhaltlich gibt es, bis auf kleine Veränderungen an Batmans Anzug, keine Veränderungen. Man spielt 1:1 die Kampagne, die man auch von Xbox 360 und PS3 kennt, nach. Glücklicherweise sind die DLCs "Harley Quinns Rache", das "Catwoman Paket", "Nightwing", "Robin" und das "Challenge Paket" sowie die Arkham City Skins enthalten. Es kommen keine weiteren Kosten auf den Spieler zu.
Wer Batman: Arkham City bereits kennt, kann die Armoured Edition somit links liegen lassen. Sie hinkt grafisch und technisch ihren Brüdern auf Xbox und Playstation in nichts nach, bringt aber auch nicht wirklich viel Neues in die Welt von Batman. Wer Batman hingegen noch nicht selbst gespielt hat, kann ruhig zum Launch der Wii U zugreifen. Schade, dass es lediglich den zweiten Teil der Batman-Reihe für Wii U gibt, so entgeht einem natürlich der geschichtliche Zusammenhang.
