The Cave in der Vorschau: Ron Gilberts Adventure in einer sprechenden Höhle angespielt

Special Sandro Odak

Wenn ein Name für Adventures steht, dann ist es Ron Gilbert. Der Mann, der mit seiner SCUMM-Engine das Genre fast im Alleingang revolutionierte und die Klassiker Maniac Mansion, Zak McKracken und Monkey Island hervorgebracht hat, arbeitet zurzeit an einem neuen Adventure: The Cave. Wir haben es zusammen mit dem Adventure-Großmeister im Koop anspielen können.

Ron Gilbert ist auf großer Europa-Tournee: In München stellte er uns kürzlich sein neues Adventure "The Cave" vor, im unterirdischen Keller eines Szenelokals. Fast wie in einer Höhle – wie passend!

Gilbert erzählt uns in dieser Höhle, dass viele bei der Ankündigung von Cave gedacht haben, es handle sich dabei um ein Jump'n'Run. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. "Man rennt und hüpft zwar auch rum, aber das ist meiner Meinung nach kein wichtiges Spielelement. Wir haben nur festgestellt, dass man in Adventures viel rumläuft, solche Latschpassagen wollten wir einfach nur angenehmer machen." Im Kern ist The Cave aber ein klassisches Adventure und es finden sich darin sogar Elemente, die man aus Gilbert-Klassikern kennt.

Ron Gilberts 'The Cave' in der Vorschau (4) Quelle: Sega Ron Gilberts "The Cave" in der Vorschau (4) Wie in Maniac Mansion hat man die Wahl zwischen verschiedenen Charakteren. Sieben sind es an der Zahl und sie ergänzen sich in ihren Skillsets perfekt. Der Clou: Am Spielanfang wählt man drei der sieben aus, beim zweiten Durchgang kann man dann durchmischen und erlebt dadurch vollkommen unterschiedliche Abenteuer. Die Protagonisten sind klar gezeichnete Charakter-Typen. Da gibt es den Hillbilly, einen amerikanischen "Hinterwäldler" mit Karohemd und Latzhose, die verrückte Wissenschaftlerin, mysteriöse Zwillinge oder einen mittelalterlichen Ritter. Jeder von ihnen hat besondere Fähigkeiten. Der Ritter beispielsweise kann Feuer widerstehen, immerhin trägt er eine Rüstung. Dadurch werden für ihn Teile eines Levels begehbar, die anderen Charakteren verschlossen bleiben. Dafür kann er halt schlecht tauchen, der Hillbilly aber umso besser. Durch solche aktiven wie passiven Fähigkeiten, erfüllt jeder eine Aufgabe.

Auf etwas wie ein Inventar wollte Gilbert aber verzichten. "Mir ging es total auf die Nerven, wie man in solchen Spielern immer Zeug aufhebt, ins Inventar packt und dann einmal und nie wieder benötigt." Objekte, mit denen man interagiert, gibt es in "The Cave" zwar, die Charaktere tragen sie aber in ihren Händen rum. Wenn man sie nicht mehr braucht, muss man sie fallen lassen. Das Fehlen eines Inventars ändert aber nichts an der Rätsel-Komplexität. So sollen wir beispielsweise an einer Jahrmarktbude den Betreiber austricksen. Er muss das Gewicht unserer Figur erraten, trickst aber. Also suchen wir uns beim Gewichtheber eine Hantel, lassen sie vom Jahrmarkt-Zauberer unsichtbar machen und steigen erneut auf die Waage – damit das aber klappt, muss man die Aufgabe verstehen, Hantel und Magier finden und dann aufs Timing achten. Hätte Gilbert nicht mit uns gespielt… Das Rätsel hätte vermutlich deutlich länger gedauert…

Kooperativ in der sprechenden Höhle

Ron Gilberts 'The Cave' in der Vorschau (5) Quelle: Sega Ron Gilberts "The Cave" in der Vorschau (5) Die namensgebende Höhle, durch die man sich rätseln muss, ist übrigens eine ganz besondere: Sie spricht mit dem Spieler und übernimmt auch alle Sprechrollen für die Charaktere. Ein Dialogsystem gibt es nicht. Die Hintergrundgeschichte eines jeden Charakters wird durch Wandmalereien erzählt, wie es sie in die Höhle verschlagen hat, erfährt man im Lauf der Geschichte. Zu Beginn kann man noch alle sieben Charaktere auf einmal spielen, doch ab einem gewissen Punkt, muss man sich auf drei festlegen. Sie werden dann in der Höhle "eingeschlossen" und müssen einen Ausgang finden.

Der Humor von Cave hat uns bislang schon ganz gut gefallen. Da gibt es einen Jahrmarkt in der Höhle, mit einer "unglaublichen zweibeinigen Frau" und dem "Gewichtheber mit ganz normaler Kraft" und eine mittelalterliche Burg. Jedes der Settings hat von der Aufmachung her einen der Charaktere im Fokus. Auf dem Jahrmarkt, den wir anspielen durften, geht es beispielsweise um den Hillbilly und seine große Liebe, die Burg ist natürlich ein Areal für den Ritter. Wie viele es insgesamt gibt, können wir aber jetzt noch nicht sagen.

Ron Gilberts 'The Cave' in der Vorschau (10) Quelle: Sega Ron Gilberts "The Cave" in der Vorschau (10) The Cave lässt sich übrigens kooperativ mit bis zu drei Spielern spielen. Dabei übernimmt jeder die Rolle eines Charakters. Spielt man alleine, muss man zwischen den Protagonisten hin- und herschalten. An einigen Stellen werden zurückgelassene Figuren nachgebeamt, um nicht verloren zu gehen, aber allgemein störte uns schon, dass man gewisse Wege immer wieder laufen muss. Außerdem ist auf dem Fernseher immer nur eine Spielfigur zu sehen. Selbst wenn sich ein zweiter Spieler mit seiner Figur bewegt, sieht man nicht wohin. Man muss also auch im Koop-Modus zwischen den Figuren rumschalten – natürlich doof, wenn man dadurch mal minutenlang nichts zu tun hat.

The Cave erscheint Anfang 2013 für PC, Playstation 3, Xbox 360 und Wii U als Downloadtitel.

Meinung

Bildergalerie

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk