Marvel Avengers: Kampf um die Erde für Xbox 360 und Wii U im Test: Kurzweilige Unterhaltung mit wenig Tiefgang

Test Alexander Winkel

Wenn Iron Man, Hulk, Thor und zig weitere Marvel Helden im Team gegen Aliens kämpfen, wird nicht nur im Kino ein grandioses Effektfeuerwerk veranstaltet. Auch auf den Konsolen geben sie sich äußerst agil und unglaublich schlagkräftig. Doch viel Action und Krawumm muss nicht unbedingt auf Dauer Spaß machen, wie sich herausstellen sollte!

Der Bildschirm knistert, die Laserstrahlen erleuchten das Wohnzimmer und kaum wird Thors Hammer geschwungen, bebt ordentlich der Boden. Wenn die insgesamt 20 legendären Helden an ihre Arbeit gehen, sehen selbst die Invasoren aus dem All ziemlich alt aus. Das Klischee funktioniert auf der Leinwand, wie auch auf der Xbox 360 und Wii U. Kurz umrissen tun sich die Helden inklusive den Avengers zusammen, um Aliens in den Arsch zu treten. Haben die doch die Frechheit, dunkle Spiegelbilder unserer Comic-Lieblinge anzunehmen und die Erdenbewohner zu terrorisieren. Ubisoft macht sich die Arbeit einfach, so wurden nur die Helden konzipiert, ihre meist schwarz gekleideten Counterparts agieren schlicht auf dieselbe Weise, nur mit düsteren Stimmen.

Marvel Avengers: Kampf um die Erde für Xbox 360 und Wii U im Test: Kurzweilige Unterhaltung mit wenig Tiefgang Quelle: Ubisoft Marvels Avengers: Kampf um die Erde ist eine Light-Version eines üblichen Prügelspiels à la Tekken oder Soul Calibur. Vereinfacht deswegen, weil das Gameplay keine komplizierten Tastenkombinationen und prinzipiell auch kaum Taktik abverlangt, sondern für Kinect bzw. auf den Touchscreen des Wii U Gamepads ausgelegt wurde. Mit simplen Posen oder flinken Figuren auf dem Bildschirm fliegen die Fäuste und werden die Geschosse auf die Gegner abgefeuert. Mit drei speziellen Angriffen sowie Fußtritt und Fausthieb ist das Repertoire aber schon nahezu erschöpft. Ein Ladebalken ermöglicht zudem das Blocken gefährlicher Attacken oder einen Superangriff, welcher den Kontrahenten in die Luft wirft. Hier verpasst man dem wehrlosen Gegner eine ordentliche Salve Backpfeifen, bevor es am Boden wieder weiter geht. Die Avengers haben dabei ein wenig was von Tekken Tag Tournament, denn stets stehen zwei Helden im Team den bösen Buben gegenüber und müssen geschickt abwechselnd für Recht und Ordnung sorgen.

Zugegeben, so simpel es auch sein mag, anfänglich macht der Titel unglaublich viel Spaß. Eben weil mit einigen Posen vor Kinect oder simplen Zeichnungen auf dem Tablet recht viel zu erreichen ist und ein optisch recht reizvolles Effektfeuerwerk auf einen nieder geht. Sobald die Muskelberge aufeinander prallen, kracht es ordentlich. Fetter Sound dröhnt aus der Anlage während auf dem Bildschirm Lichteffekte und eine zu Bruch gehende Arena begeistern. Die Action aber nutzt sich, wie auch die nur fünf Areale, recht schnell ab und hat man den Dreh raus, fordert der Kampf selbst Anfänger nur noch selten heraus. Zumindest solange der Schwierigkeitsgrad moderat bleibt. Später in der Kampagne werden uns extrem viele Attacken um die Ohren gehauen und spätestens in diesem Moment versagt die simple aber zeitraubende Gestensteuerung. Man kommt schier nicht hinterher, die richtige Moves einzugeben und scheitert an der fehlenden Harmonie des zu simplen Kampfsystems. Wii U Spieler dürften übrigens weniger frustriert sein, da sie das Geschehen wesentlich besser in der Hand haben. Auf dem Bildschirm zu arbeiten, ist halt doch einfacher, als schweißtreibend vor dem TV herum zu hopsen.

Marvel Avengers: Kampf um die Erde für Xbox 360 und Wii U im Test: Kurzweilige Unterhaltung mit wenig Tiefgang Quelle: Ubisoft Der Versuch, aus einem simplem Prügler mehr zu machen, ist dennoch sichtbar. Theoretisch kann man den Attacken ausweichen und für jeden Angriff gibt es sogar einen passenden Konter. Doch wer kann schon voraussehen, was als nächstes folgt? Sieg und Niederlage hängt letztendlich gewaltig vom Glück ab und wie flott man seine Argumente anbringen kann. Letzteres ist mit Kinect wirklich nervenaufreibend, während man auf dem Touchscreen noch recht lässig davon kommt.

Am spielerischen Umfang dagegen ist kaum etwas auszusetzen. Zwar räumt man der zugegeben nicht sonderlich berauschenden Story kaum Stellenwert ein, doch die Kampagne ist zeitlich gesehen recht umfangreich. Daneben darf man sich in freien Kämpfen, Turnieren oder gar online duellieren. Wenn es im weltweiten Netz mal wieder an Partnern mangelt, so kann man auch mit bis zu vier Spielern vor einer Konsole die Welt retten. Herausforderungen, eher als Training für sämtliche Marvel Superstars zu sehen, verschlingen ebenfalls ordentlich Zeit. All dies tut man aber gern für diverse Extras und Erfolge, die im Laufe der Zeit durch gute Kämpfe freigeschalten werden.

Marvel Avengers: Kampf um die Erde für Xbox 360 und Wii U im Test: Kurzweilige Unterhaltung mit wenig Tiefgang Quelle: Ubisoft Technisch ist Marvel Avengers: Kampf um die Erde mehr als solide und der Comic-Look steht dem Titel ziemlich gut. Alles wirkt wie aus einem Guss und die jeweilige Anpassung zwischen Kinect und der Wii U in der Navigation durch die Menüs ist sehr gut gelungen. Ärgerlich für Nintendo-Freunde ist lediglich, dass der primäre Spieler ausschließlich den Screen des Gamepad nutzen kann, auf dem Fernseher wird rein gar nichts relevantes dargestellt. Erst die weiteren Spieler aktivieren diesen mit der Wii-Remote und dem Nunchuck. Fühlt sich fast so an, als ob man einen Handheld in den Händen hat – geradezu prädestiniert für eine PS Vita, würden wir mal sagen!

Meinung

Bildergalerie

Wertung zu Avengers: Battle for Earth (X360)

Wertung:

6.2 /10

Wertung zu Avengers: Battle for Earth (WiiU)

Wertung:

6.4 /10
Pro & Contra
sehr schicke Präsentation mit viel Action und Effekten, so muss ein Heldenspiel aussehen20 Superstars aus dem Marvel Universum inklusive den Avengersordentlicher Spielumfang mit einigen Modi und reichlich Extras zum freischalteninklusive unterhaltsamen Mehrspielermodus für bis zu vier Teilnehmer oder online
äußerst reduziertes Repertoire an Moves und Bewegungendie sich sogar bei zahlreichen Helden extrem ähnelndegradieren das Kampfsystem zum simplen Posen-Schlagabtausch ohne Tiefgangmäßige, äußerst oberflächliche und klischeehafte Storyderzeit ist viel zu wenig auf den Onlineservern los
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk