Sherlock Holmes: Crimes and Punishments in der Enthüllungs-Vorschau: Der Engine-Wechsel lässt die Adventure-Serie in neuem Licht erblühen

Special Sandro Odak

Meisterdetektiv Sherlock Holmes geht in die nächste Runde: Frogwares Games hat mit "Sherlock Holmes: Crimes and Punishments" den siebten Teil der 3D-Adventure-Serie enthüllt. Gamezone war exklusiv dabei und hat alle Infos zur Story, Optik und der neuen Unreal-Technik!

Der Meisterdetektiv ermittelt wieder: Nachdem Sherlock Holmes in seinem letzten Abenteuer "The Testament of Sherlock Holmes" selbst unter Mordverdacht geriet und in die Unterwelt gedrängt wurde, geht es im siebten Teil der Reihe wieder traditionell zu. Holmes und Watson ermitteln gemeinsam, um mehrere Verbrechen aufzuklären. Anders als in den Vorgängerspielen, da ermittelte Sherlock ein großes Verbrechen, sind es heuer acht Fälle, die vermutlich am Ende alle einen gemeinsamen Nenner haben. Der Clou: Je nachdem welche Beweise man findet und zu welchen Schlüssen man kommt, gibt es pro Fall vier bis sechs unterschiedliche Auflösungen. Das Action-Adventure mündet daher auch in zwölf unterschiedlichen Spielenden.

Gesichtsanimationen sind sehr viel realistischer, Charaktere noch viel detailreicher als zuvor. Quelle: Focus Gesichtsanimationen sind sehr viel realistischer, Charaktere noch viel detailreicher als zuvor. Den Verlauf der Geschichte beeinflussen nicht nur die ermittlerischen Fähigkeiten des Spielers, man wird auch Entscheidungen treffen. Frogwares zeigt uns beim Enthüllungstermin den ersten von acht Fällen, einen Mord im Kaminzimmer des Adelshauses Brachenstall. Wahlweise aus der Schulter- und Egoperspektive befragen wir die Ehefrau des Ermordeten und Zeugen. Alles deutet darauf hin, dass eine bekannte Verbrecherbande am Werk war. Wer weiter ermittelt, wird aber feststellen, dass Lord Brachenstall ein Trinker und Schläger war. Könnte er seine Frau, die ein dickes blaues Auge hat, geschlagen haben, woraufhin sich diese gewehrt hat? Oder ist die ganze Geschichte, welche uns die Lady auftischt, erfunden, um einen eigenen Mord zu vertuschen? Die Entscheidung, ob man Ermittlungsergebnisse Inspektor Lestrade mitteilt, liegt immer beim Spieler. Die Entwickler wollen damit moralische Elemente einbauen, die Konsequenzen haben – in unserem Fall etwa die Frage, ob man die Gattin eines Säufers und notorischen Frauenschlägers wirklich in den Knast schicken will, weil sie sich gegen ihren Mann gewehrt haben könnte.

Deduction Board und Ermittler-Gameplay bleibt gleich, die Technik ist neu

Das Spiel mit Licht und Schatten meistern die Entwickler von Frogwares Games schon gut. Quelle: Focus Das Spiel mit Licht und Schatten meistern die Entwickler von Frogwares Games schon gut. Auch wenn Sherlock Holmes: Crimes and Punishments aussieht wie ein aus der Schulterperspektive gesteuertes Action-Adventure, im Kern ist es ein klassisches Adventure mit Point-and-Click-Elementen, Rätseln und verschiedenen Minispielen. Tatorte werden abgesucht, Gegenstände müssen untersucht werden. Wir nehmen beispielsweise ein Weinglas auf und können es drehen, um auch kleinste Details an der Rückseite festzustellen. Wenn wir einen Hinweis finden, wandert der direkt in das Journal des Ausnahmedetektivs. Hier werden alle Hin- und Beweise gesammelt und können zu Schlussfolgerungen kombiniert werden. Manche Hinweise erhält man erst durch Analysen, die wie in den Vorgängern durch Minispiele absolviert werden. Kritisiert wurde im letzten Jahr, dass diese nicht erklärt wurden, man oft durch puren Zufall Informationen erhalten hätte. Neue Minispiele haben wir bislang zwar noch nicht zu Gesicht bekommen, wir sind aber optimistisch, dass Frogwares daran gearbeitet hat.

Vollkommen neu ist die wirklich tolle Optik des neuen Sherlock-Spiels. Anstatt auf eine eigene, mittlerweile in die Jahre gekommene Engine zu setzen, hat Frogwares nun die Unreal 3 Engine lizenziert. Gut, neu ist die sicherlich nicht, in dem Adventure reizen die Macher das Spielefundament ordentlich aus: Der neue Sherlock ist sehr viel detaillierter dargestellt, hat struppiges Haar und realistische Mimik. Sein Aussehen wird etwas modernisiert und aufgepeppt. Der "alte Sherlock" war noch von den Filmen der 60er Jahre abgeleitet, der neue sieht nun deutlich verwegener, gleichzeititg aber auch eleganter aus.

Meisterdetektiv Sherlock Holmes erhält ein neues Aussehen: Struppiges Haar macht ihn verwegener, gleichzeititg kleidet er sich nun eleganter. Die Unreal 3 Engine flutet die Szenerie beim Übergang von dunklen in helle Bereiche mit Licht. Quelle: Focus Meisterdetektiv Sherlock Holmes erhält ein neues Aussehen: Struppiges Haar macht ihn verwegener, gleichzeititg kleidet er sich nun eleganter. Die Unreal 3 Engine flutet die Szenerie beim Übergang von dunklen in helle Bereiche mit Licht. Mehr als gelungen ist das dynamische Licht- und Schattendesign auf den ersten Blick. Wenn man von dunklen Räumen ins helle Licht tritt, gibt es einen kurzen Blendeffekt, generell schafft man es durch, die Levels durch weiche Lichtquellen toll auszuleuchten. Die Tatorte sind wunderschön im viktorianischen Stil ausgestattet, die Tatorte natürlich noch detailreicher, als zuvor. Der Engine-Wechsel lässt sich wirklich in kleinen Details wie dem großen Gesamtbild erkennen und tut der Serie gut.

Ein Beispiel für die Detailverliebtheit: In Baker Street 221B, Sherlocks Residenz, finden sich sogar Einschusslöcher, die die Buchstaben VR (für Victoria Regina) bilden. Wer schon im Holmes-Museum war, weiß dass hinter einer Glasplatte wirklich Einschusslöcher sind. Sherlock hat sie in einem von Arthur Conan Doyles Werken als Ehrung für Königin Victoria (Victoria Regina) in die Wand geballert.

Sherlock Holmes: Crimes and Punishments erscheint Ende 2013 für PC, Playstation 3 und Xbox 360. Entwickelt wird Sherlock Holmes bereits seit 2002 bei Frogwares Games in Kiev. Bislang erschienen sechs Teile der 3D-Adventure-Serie.

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