Ja es ist endlich so weit, Publisher Capcom hat sich das Entwicklerteam von Ninja Theory mit ins Boot geholt und der Marke "Devil May Cry" einen Reboot verpasst. Die Meinungen zu dem Zeitpunkt als dies angekündigt wurde, waren bekanntlich eher negativ. Wie kann man einer so festsitzenden Marke ein neues Gesicht verpassen, ohne es in den Grundwesenszügen zu verändern? Die britischen Entwickler haben sich dieser Aufgabe angenommen und präsentieren uns nun in (nicht gänzlich) neuem Gewand DmC - Devil May Cry. Was bietet uns der Reboot der beliebten Serie und wie hat sich Ninja Theory geschlagen? Wir haben die Xbox 360-Version für euch getestet und möchten euch die Erkenntnisse keineswegs vorenthalten!
Limbo City – eine karge und graustufige Stadt in dessen Zentrum ein riesiger, nicht weniger unfreundlicher Turm thront. Dies ist die Residenz eines machtgeilen und gierigen Geschäftsmannes, der die antriebslosen Bewohner der Stadt mithilfe eines verseuchten Energydrinks (um nur eines seiner Mittel der Unterwerfung aufzuzeigen) zu seinen Untertanen gemacht hat. Hinter dieser für die Menschen geschaffenen Verkleidung steckt allerdings kein anderer als Mundus – seines Zeichens Herrscher aller Dämonen. Um seinen Machtfeldzug zu einem siegreichen Ende zu führen, steht ihm jedoch noch ein Problem im Weg: der Halbdämon Dante!
Nach einer langen und sehr vergnügungsvollen Nacht für den nun braunhaarigen und deutlich jüngeren Dante wird dieser unsanft von einer jungen Frau Namens Kat aus dem Schlaf gerissen. Sie warnt ihn vor einem Dämon der in Kürze an Ort und Stelle aufschlagen wird. Es dauert nicht lange bis dieser auch erscheint und Dante in die Dämonenparallelwelt, den Limbus, hineinsaugt. Doch nicht bevor dieser sich nicht in einer wahnsinnig coolen Sequenz durch seinen Wohnwagentrailer fliegend in seine Klamotten begibt.
Parallelwelt und Storytiefe
Im Limbus kommt es nun zum ersten Kampfgeschehen in dem uns die grundlegende Kampfsteuerung erläutert wird. Zunächst ausgerüstet mit dem uns bereits bekannten Schwert "Rebellion" und den Handfeuerwaffen "Ebony & Ivory" stürzen wir uns in bester Devil May Cry-Manier in das Geschehen und vollführen anhand des grandiosen Kampf- und Kombosystems eine wunderbare Parade an vernichtenden Treffern.
Quelle: Capcom
DmC - Devil May Cry (19)
Sind die ersten Gegner plus dem Jägerdämon besiegt, führt Kat uns zu einem Damönenjägerverband, genannt "Der Orden", deren Gründer und Oberhaupt kein geringerer als Dantes Halbbruder Vergil ist. Dieser erklärt uns, dass Dante und er sogenannte "Nephilim" sind. In Ihren Adern fließt sowohl Dämonen- als auch Engelsblut. Das Hauptziel des Ordens ist die Vernichtung von Mundus (und auch ein persönliches Anliegen von Dante und Vergil, denn dieser hat deren Mutter Eva getötet und ihren Dämonenvater Sparda in die ewige Höllenverbannung geführt). Die einzige Möglichkeit dies auszuführen ist Mundus vom Höllentör wegzulocken und ihn somit wütend und angreifbar zu machen. Eingefleischten Devil May Cry-Spielern wird diese Geschichte sicherlich nicht neu vorkommen, allerdings ist es keineswegs verwerflich die Story in etwas abgeänderter Form erneut mitzuerleben, denn bei diesem Teil wurde der Fokus zielgerichteter auf die Geschichte gelegt und verleiht ihr somit die benötigte Tiefe und Feinfühligkeit. Man möchte nach jeder Sequenz gerne wissen, wie es storytechnisch weitergeht.
Das nächste Ziel zu dem uns Vergil und Kat führen, ist das Haus in dem die Zwillingsbrüder aufgewachsen sind. Dante soll das Haus wieder im Limbus betreten. Zugang dazu kann ihm meistens Kat verschaffen, die als moderne Hexe anhand einer Schablone und einer Sprühdose ein Symbol in den Boden sprayen kann, welches einen Eintritt in den Limbus verschafft.
Diese Parallelwelt ist vollends von Dämonen beherrscht (Menschen tauchen hier nur ab und an schemenhaft auf) und hat etwas von einem Disco-Höllen-Look. Leuchtende Farben, meistens in Rottönen, dominieren das Geschehen im Limbus in dem das Gesetz der Schwerkraft völlig außer Kraft tritt. Gegenstände wie Laternen oder Mülltonnen verbiegen sich sobald man in deren Nähe kommt, Wände verschieben sich in alle Richtungen und der Boden kommt und geht wie es ihm genehm ist. Beziehungsweise so wie er von Mundus kontrolliert wird, der uns dann und wann nette Botschaften per Leuchtschrift an Böden oder Wänden zukommen lässt, à la "Kill Him", "Die" oder "Fuck you Dante", um nur ein paar der Schmeicheleien zu erwähnen.
Quelle: Capcom
DmC - Devil May Cry (20)
Das primäre Ziel unserer Reise zum Elternhaus ist gewiss ein weiterer Einblick in die Vergangenheit von Dante und Vergil, doch das eigentliche Schmankerl dort sind die Geschenke die wir in Form von Portraits von Vater und Mutter "ausgehändigt" bekommen. Zum einen ist dies die Dämonenaxt "Arbiter" mit deren Peitsche wir Gegner oder Gegenstände zu uns heranziehen können und den Feinden mit einem ordentlichen Rumms die Axt um die Ohren schlagen können. Die zweite Waffe die wir im Haus erhalten ist die Engelssense Osiris, die besonders gut für große Gegnergruppen oder in der Luft zu gebrauchen ist. Mit dieser kann sich Dante außerdem zu Feinden oder Gegenständen schwingen. In verschiedenen Tutorien die uns in eine Welt voll schwebender Plattformen, gehalten von einer riesigen, angeketteten Statue in der Mitte, führt, lernen wir den Umgang mit der Axt und der Sense in Bezug auf das Schwingen und das Heran- bzw. Herausziehen von Plattformen und Gegnern kennen. Neben diesen Waffen gibt es im Spiel noch vier weitere, somit kommt ihr im Gesamtumfang auf ein Arsenal von acht Waffen.
