Assassin's Creed 4: Black Flag - Wir warfen einen ersten Blick über die Reling

Special Michael Stadler

Ubisoft lud die europäische Presse nach Düsseldorf um dort den neuesten, mittlerweile vierten Assassin's Creed-Ableger zu präsentieren. Statt diverse Szenarien wie zu Zeiten der Samurai, des zweiten Weltkrieges oder in einer entfernten Zukunft aufzuwärmen, schippern wir mit Ubisoft entspannt in den Urlaub. Unter dem netten Beinamen "Black Flag" schickt uns das Entwickler-Studio in Assassin's Creed 4 mitten ins Piratenzeitalter rund ums Jahr 1715. Ahoi Matrosen!

Meer, Palmen und Blut

Assassin's Creed 4: Black Flag. (4) Quelle: Ubisoft Assassin's Creed 4: Black Flag. (4) In Assassin's Creed IV Black Flag finden wir uns im Körper von Edward Kenway wieder. Dieser ist seines Zeichens der Großvater von Connor Kenway, dem Protagonisten des erst vor ein paar Monaten veröffentlichten Dritten Teils. Edward, ein äußerst verschroben geplanter Charakter, ist ein ehemaliger Navy Offizier, der sich einem Leben als Pirat nach der Dienstquittierung verschrieben hat. Schauplatz für diesen radikalen Lebenswandel ist die Karibik des 18. Jahrhunderts, ein paradiesischer Schauplatz für die Hochzeit der Piraterie. Zwar sind durch den Vertrag von Utrecht die Machtverhältnisse zwischen den großen Königreichen in jener Region schriftlich geregelt, jedoch sind viele Männer dazu bereit lieber auf eigene Faust nach Reichtum zu suchen als der ollen Goldkrone ewig treu zu bleiben. Doch Assassin's Creed wäre nicht Assassin's Creed, wenn nicht auch Assassinen und Templer zu dieser Zeit einen erbitterten Kampf führen würden. Während die Templer wie immer nach dem Schlüssel zur Weltherrschaft suchen – im vierten Teil ein geheimer Ort mit beachtlicher Macht – versuchen die Assassinen jenen Fund zu verhindern. Durch bisher ungewisse Umstände gerät unser Lebemann von fragwürdiger Charakterstärke Edward in den Konflikt der beiden Geheimgruppierungen und wird final zum Assassinen ausgebildet. Wir erwarten also einen Balance-Akt zwischen eigener Agenda und den ehrenvollen Zielen der Assassinen.

Kenner der Serie werden in Teil 4 vergeblich nach markanten Spuren von Desmond Miles suchen. Zwar wird Desmond in der Geschichte mal am Rande erwähnt, laut Ubisoft ist die Geschichte rund um Desmond jedoch ad acta gelegt, was wir aufgrund der immanenten Storynähe noch immer nicht ohne Zweifel unterschreiben wollen.

Assassin's Creed 4: Black Flag. (5) Quelle: Ubisoft Assassin's Creed 4: Black Flag. (5) Während sich Ubisoft in Richtung Story wohlwissend zurückhielt, ging man über die restlichen Spielelemente deutlich mehr in eine detaillierte Beschreibung. Grundlegend ist festzustellen: Assassin's Creed IV Black Flag wird riesig! Fünfzig einzigartige Inseln und ein dementsprechend großer blauer Teich liegen uns in Teil 4 zu Füßen. Nach Ubisoft soll die seit 2011 in Entwicklung befindliche Spielwelt mit Fischerdörfern, Plantagen, versteckten Höhlen, Maya Ruinen und sogar Dschungeln aufwarten können. Besonders das Dschungel-Erlebnis will man möglichst wild und intensiv gestalten, was auf coole Kletterpartien und den einen oder anderen Tarzan-Moment schließen lässt. Um die unterschiedlichen Gesichter der Karibik zu unterstreichen gibt es auch drei Hauptinseln, welche von Menschen bevölkert sind. Während Havanna einen südländischen Touch vermittelt, wirkt Kingston hingegen sehr britisch und wird auch vom Union-Jack regiert. Die dritte Insel im Bunde ist Nassau, der inoffizielle Piratenhort. Dort treffen wir auf historisch gewohnt fundiert nachgeforschte Piraten-Legenden, wie Blackbeard, Charles Vane, Benjamin Hornigold oder Calico Jack. Eine Neuerung im Spiel ist, dass wir uns auch im Tauchgang der Unterwasser-Landschaft widmen können. Hier stoßen wir beispielsweise auf alte Schiffswracke, Schätze und lebensbedrohliche Haie. Ubisoft verspricht dabei eine möglichst flüssige und rahmenlose Verbindung diverser Spielelemente und möglichst wenig Ladezeiten. So können wir unsere Segeltour auf unserem Boot kurzfristig beenden und mit einem großen Satz in das kristallklare blaue Nass springen.

Zweite Spielfigur, Upgrades und Feinde

Das neben euren zwei Beinen wohl wichtigste Fortbewegungsmittel ist und bleibt euer Schiff mit dem klangvollen Namen "Jackdaw". Während die See-Missionen im Vorgänger nur schmückendes, wenn auch extrem spaßvolles, Beiwerk waren, verspricht das Setting einen weitaus höheren Spielanteil den Erlebnissen auf dem wilden Meer einzuräumen. In einem Mischverhältnis von etwa 60 zu 40 sollen Land- und Seemissionen stehen, was uns schon jetzt enorme Vorfreude auf die interessante Verbindung beider doch sehr unterschiedlichen Spielmechaniken bereitet. Anders als noch im amerikanischen Vorgänger wird die Jackdaw wie ein zweiter Spielcharakter behandelt, welchen man ebenso wie Edward mit der Zeit auf verschiedenen Ebenen verbessert.

Kampfszenarien laufen in Black Flag ebenfalls wieder etwas anders ab. Als waschechter Pirat kämpft Edward deutlich brutaler und rücksichtsloser als die uns bekannten Assassinen der Serie. Mit Säbeln, Schießprügeln, den obligatorischen versteckten Klingen und einigen aus dem dritten Teil bekannten Objekten bewaffnet geht es den Feinden von Angesicht zu Angesicht ordentlich an den Kragen.

Assassin's Creed 4: Black Flag. (2) Quelle: Ubisoft Assassin's Creed 4: Black Flag. (2) Ansonsten jedoch funktioniert die Spielmechanik wohl haargenau wie in den Vorgängern. Auf der offenen See sieht das ganze allerdings deutlich anders aus: Als Pirat ist es selbstredend, dass das Entern feindlicher Schiffe zum Tagesgeschäft gehört. Dank Fernglas an Bord erspähen wir schon aus weiter Ferne feindliche Schiffe und können uns anhand der ersichtlichen Ausstattung einen Angriff wohl überlegen. Besonders in Acht nehmen sollten wir uns vor dem mächtigsten, was die Karibik auf dem Wasser zu bieten hat: Die Britische Galione. Sie stellen den stärksten Gegner im Spiel dar und sind nur mit viel Aufwand und Tücke zu überwinden. Unsere taktische Herangehensweise bezüglich der Übernahme des Schiffs ist dabei keineswegs auf nur eine Art beschränkt. Manöver aus der Nähe oder sogar Sprünge von Mast zu Mast gehören zum Repertoire von Captain Edward.

Grafisch erwartet uns mit Assassin's Creed IV Black Flag wohl gerade auf den neuen Konsolen und dem PC ein wundervolles Bild. Inwiefern die aktuellen Konsolen, für die das Spiel ebenfalls noch erscheinen wird, hinterherhinken, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Meinung

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