Fuse in der Vorschau: Insomniacs kläglicher Versuch nach Resistance einen 3rd Person Shooter zu machen
SpecialZum zweiten Mal hat Gamezone-Autor Sandro Odak den Koop-Shooter Fuse anspielen können. Die Erwartungshaltung an die Macher von Resistance, die nun für EA schuften, ist hoch. Weshalb sich Fuse auch in dieser etwas weiter entwickelten Version nicht besser schlägt als im Ersteindruck, erfahrt ihr in unserer ausführlichen Anzock-Vorschau!
In Roswell sind nie Aliens gelandet, klar. Denkste! Insomniac, die Macher von Resistance und Ratchet & Clank, erzählen eine ganz andere Geschichte! Als die Außerirdischen auf der Erde stranden, werden sie von der US-Armee gefangen und gründlich analysiert. Die Army reißt sich moderne Technologien unter den Nagel, extrahiert "Fuse" aus dem Raumschiff und experimentiert mit Versuchspersonen. Die Ressource verlieht letztendlich einigen auserwählten Superagenten neue Einsatzfähigkeiten und vor allem: mordscoole Knarren! Ungesehen passiert das aber nicht.
Quelle: Electronic Arts
Fuse von Insomniac in der Vorschau: Ohne Highlights (2)
Nun bleibt so ein Geheimnis wie dieses nicht lange geheim. Die Paramilitärs Raven bekommen in der nahen Zukunft Wind von den Experimenten und schaffen es, die Forschungsergebnisse zu stehlen. Schnell entwickelt sich eine Privatarmee, die allen menschlichen Technologien überlegen ist – klar, dass das CIA und eine geheime Fuse-Einheit Overstrike 9 das ausbaden muss. Genau dieses Team aus vier Agenten übernimmt man in dem Koop-Shooter und macht sich auf die Jagd nach "Rabenköpfen".
Mittelmaß an allen Ecken
Die Story? Klingt bislang nach Mittelmaß. Hauptsache Aliens, Sci-Fi und Superagenten, der Rest scheint uns bislang noch wenig durchdacht. Würde wenigstens das Gameplay stimmen, ließe sich das verschmerzen. Aber auch an dieser Front schwächelt Insomniacs Auftragsarbeit. Im Singleplayer muss man sich mit richtig doofer KI rumschlagen, die zwar richtig gut darin ist, den Spieler wiederzubeleben, aber mehr kann sie nicht. Bot-Kollegen hechten vollkommen grundlos von einer Deckung zur nächsten und verballern viel Munition ohne je etwas zu treffen. Hilfreich sind die Computer-Kumpel nicht. Das soll wohl verdeutlichen, dass der Fokus von Fuse auf Koop liegt.
Quelle: Electronic Arts
Fuse von Insomniac in der Vorschau: Ohne Highlights (7)
Zusammen mit Kumpels macht Fuse dann tatsächlich auch ein klein wenig Spaß. Weil die vier Charaktere Fähigkeiten haben, die sich kombinieren lassen, kann man richtig gut im Team taktieren. Wenn Dalton Brooks mit seinem Energieschild vorne weggeht, können sich seine drei Kollegen hinter dem Schild frei bewegen und Gegner aus dieser Deckung töten. Dafür werden beide Spieler belohnt – der Schildträger und der Schütze! Ähnliche Gruppen-Funktionen haben alle Fuse-Waffen. Isabelle Sinclair etwa kann mit ihrem Sturmgewehr Gegnergruppen zu Eissäulen erstarren lassen. Mit einem weiteren Schuss zerspringen sie in Tausend Teile. Scharfschütze Jacob hat explosive Armbrust-Bolzen, mit denen er Feinde ausräuchern kann und die Schleicherin Naya eine coole Warp-Kanone. Damit lassen sich Soldaten mit einem schwarzen Loch aus ihrer Deckung holen. Sie schweben dann für einen Moment in der Luft und sind nur noch leichte Ziele.
Wer all diese Kräfte kombiniert, wird tatsächlich ein wenig Spaß haben. Unverständlich: Die außerirdisch inspirierten Superwaffen haben so gut wie unbegrenzt Munition. Sie werden durch Fuse angetrieben, welches man automatisch durch Kills regeneriert. Das macht die Spezial-Attacken zu übermächtig, zumal der Gegner-Schwierigkeitsgrad sich dadurch auszeichnet, dass er einem immer Massen an Feinden entgegenwirft. Viel Schießvieh bedeutet automatisch viel Spezialmunition, hier sollte Insomniac vielleicht noch etwas tweaken, um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen.
Wenn man diese Teamkomponente ausblendet, bleibt nicht mehr viel gutes Gameplay übrig. Das Missionsdesign ist langweilig und darauf ausgelegt, dass man andauernd von einer Deckung zur nächsten hechtet und Bewegungen sind total schwammig. An einigen Stellen hält Fuse zwar kleine Rätsel vom Kaliber "deaktiviere zuerst den Laser, indem du einen versteckten Knopf drückst" bereit, aber im Prinzip konzentriert es sich stark auf Action und Combat. Am Ende jedes Levels wird einen daher ein Bossgegner erwarten. Die ersten zwei sind bei unseren Anspielsessions aber innerhalb weniger Sekunden tot gewesen. Sobald man weiß, wo ihre Schwachstelle ist (fast immer die Flanke oder der Rücken), sind die riesigen Killerroboter schnell platt.
Quelle: Electronic Arts
Fuse von Insomniac in der Vorschau: Ohne Highlights (13)
Ohne Highlights
Auch in Sachen Präsentation und Technik liefern Insomniac nur Mittelmaß ab. Das Leveldesign, das wir bislang gesehen haben, wirkt sehr generisch und leblos, gerade die grauen Innenpassagen öden uns richtig an. Kurze Zwischensequenzen sollen die Action zwar etwas auflockern, aber vermitteln einfach nicht die benötigte Stimmung. Und grafisch reißt Fuse erst recht nichts. Schlecht sieht der Shooter auf Basis einer hauseigenen Engine zwar nicht aus, aber Highlights fehlen dem Spiel vollkommen – und zwar an allen Enden. Das hat auch EA erkannt – und bislang nur geschönte, nachbearbeitete Screenshots veröffentlicht.
