Motocross Madness für Xbox Live im Test: Ein Arcaderacer für kurzweiligen Spielspaß

Test Thomas Pfnür

Mit dem Bike durch die Wüste düsen, sich dabei kaum Gedanken über die Steuerung machen, eine Bestzeit nach der anderen aufstellen und für ein paar wenige Stunden den virtuellen Dreck im Gesicht spüren - das alles ist Motocross Madness. Nur leider auch nicht immer - wir erklären im XBLA-Test, was das Download-Spiel gut kann und was nicht.

Motocross Madness im Gamezone-Test (2) Quelle: Microsoft Motocross Madness im Gamezone-Test (2) Spielerischer Anspruch Fehlanzeige

1998 erschien für den PC über den Publisher Microsoft Games ein Spiel namens Motocross Madness. Besonderes Augenmerk legten die Entwickler der Rainbow Studios damals darauf, dem Spieler ein realistisches, möglichst authentisches Fahrgefühl zu vermitteln und durch die Integration eines Track-Editors auch noch die nötige Abwechslung zu bieten.

Motocross Madness im Gamezone-Test (1) Quelle: Microsoft Motocross Madness im Gamezone-Test (1) Gute 15 Jahre später: Wieder erscheint ein Spiel namens Motocross Madness. Dieses Mal für die Xbox 360, als Downloadtitel und vom Entwicklerhaus Bongfish. Der Reboot, wenn man die Umsetzung so nennen will, setzt nun komplett auf Arcarde. Realismus und Authentizität sind unerwünscht, stattdessen bietet der aktuelle Titel leichten Zugang und wenig spielerische Tiefe. Die Steuerung ist simpel gehalten und selbst die etwas mehr fordernden Stunts bzw. Tricks kommen über schnell erlernte Tastenkombinationen nicht hinaus. Auch das Fahrgefühl der Motocross-Maschinen selbst ist kaum als realistisch zu bezeichnen und ist gerade zu Beginn ziemlich schwammig. Im späteren Verlauf, wenn man sein Bike durch diverse technische Erweiterungen "gepimpt" hat, stellt sich dann sogar ein noch langweiligeres "wie auf Schienen"-Gefühl ein. Herausforderung oder gar spielerischer Tiefgang sieht dann doch komplett anders aus. Einzig, dass man durch Erfolge Punkte erspielen kann, welche man wiederum, wie bereits erwähnt, in Anbauteile für die eigene Motocross-Maschine oder aber auch in komplett neue Bikes mit teilweise sogar leicht unterschiedlichem Fahrgefühl stecken kann, bringt etwas Würze ins sonst eher fade Gameplay-Süppchen.

Sand, Matsch und Eis - off- und online

Auf insgesamt neun abwechslungsreichen Strecken könnt ihr euer vermeintliches Können zur Schau stellen. Neben Offroadpisten an den Stränden von Australien, sowie in Ägypten mit den dort kaum wegzudenkenden Pyramiden, entführt euch Motocross Madness auch ins schnee- und eisbedeckte Island. Herzstück des Offline-Bereiches ist eine Art Karrieremodus. Unterschiedliche Rennen gegen diverse CPU-Gegner oder die Uhr, sowie der ein oder andere Stunt-Event sind hier die Genretypischen Herausforderungen. Ziel ist es, wie immer bei solch einer Spielvariante, durch gute Ergebnisse, oder noch besser Siege, Punkte zu erarbeiten, die man wiederum für sinn- und weniger sinnvolle Dinge ausgeben kann. Etwa gibt euch das Spiel einen überschaubaren Fundus an Helmen und Enduro-/ Crosskombis an die Hand, mit welchem ihr dann die Möglichkeit habt, euer Alter-Ego komplett nach eurem Geschmack neu einzukleiden. Optisch gibt das zwar einiges her, spielerisch wird es euch aber ganz sicher nicht weiterbringen. Apropos Alter-Ego. Die Figur auf der Motocross Maschine kommt euch bekannt vor? Kein Wunder, handelt es sich doch um euren Avatar aus dem Xbox Live Universum. Und wen es interessiert: Es wird auch Avatar Famestar unterstützt, d. h. bestimmte Erfolge im Spiel führen zu ganz besonderen Avatar-Belohnungen. Insgesamt wird euch die "Karriere" so um die drei bis fünf Stunden beschäftigen. Einen wirklichen Wiederspielwert gibt es nicht - hat man den Modus einmal durchgespielt, genügt das auch.

Motocross Madness im Gamezone-Test (3) Quelle: Microsoft Motocross Madness im Gamezone-Test (3) Aber zum Glück gibt es ja noch den Multiplayermodus. Und gerade hier spielt Motocross Madness, ganz Arcadegame-typisch, seine vollen Stärken aus. Im Vordergrund steht bei dieser Spielvariante natürlich nur der unkomplizierte Spielspaß. Mit bis zu zwei (offline - im Splitscreen) bzw. bis zu acht (online) Spielern könnt ihr hier in den unterschiedlichsten Wettbewerben um den ersten Platz kämpfen bzw. fahren - natürlich virtuellen Dreck im Gesicht inklusive. Über Xbox Live hat man dann auch noch die Möglichkeit sich einem sogenannten Bike Club anzuschließen. Dort kann man Club-Rennen veranstalten, die obligatorischen Vergleiche anhand diverser Bestenlisten durchführen oder sich als Gemeinschaft bessere Belohnungen erspielen. Insgesamt ist es genau dieser Multiplayer, oder besser der dadurch vermittelte Spielspaß, der Motocross Madness dann doch für den einen oder anderen sehr interessant machen dürfte.

Technisch bietet der Titel Licht und Schatten. Einerseits können die Strecken mit schönen Effekten und die Maschinen mit einigen Details glänzen, andererseits kämpft Motocross Madness ständig mit matschigen Texturen, Clippingfehlern und heftigen Popups. Auch der Sound ist alles andere als eine Offenbarung. Soundeffekt, Motorengeräusche und Hintergrundmusik - alles irgendwie belanglos und nicht mehr als langweiliger Durchschnitt.

Meinung

Wertung zu Avatar Motocross Madness (X360)

Wertung:

7.5 /10
Pro & Contra
sehr leichter ZugangPunkte- bzw. Bonisystem zum Freischalten diverser Goodiesneun abwechslungsreiche Strecken (Australien, Ägypten, Island)Herausforderungsrennen, Rennen gegen die Uhr und Stunt-Eventsspaßige Mehrspielermodi (off- und online)nettes Onlinefeature Bike-Clubeinige nette optische EffekteSpielfigur ist euer Avatar
oberflächliches Gameplaywenig fordernde Steuerungunrealistisches Fahrgefühlsehr überschaubare Anzahl an Spielvariantenlangweilige Singleplayermodimatschige Texturen, Clippingfehler und heftige Popupsbelangloser Sound
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