Age of Empires 2: HD Edition im Test: Der PC-Pflichttitel kommt als HD-Remake zurück - lohnt sich aber nicht für Inhaber des Originalspiels

Test Sandro Odak

Ein Stück Videospiel-Geschichte kehrt zurück: Microsoft hat eine Age of Empires 2: HD Edition auf Steam veröffentlicht. Das Remake enthält das Originalspiel sowie die beliebte Erweiterung The Conquerors. Wir schwelgen ein bisschen in Nostalgie, erklären weshalb AoE 2 zu einem der besten Spiele aller Zeiten gehört, wer bei der HD Version zugreifen muss - und wer die Finger davon lässt.

Age of Empires 2: HD Edition im Test: Das Original von 1999 kehrt zurück, nun in höherer Auflösung. Mehr als das bedeutet das HD im namen aber nicht. Quelle: Microsoft Age of Empires 2: HD Edition im Test: Das Original von 1999 kehrt zurück, nun in höherer Auflösung. Mehr als das bedeutet das HD im namen aber nicht. Age of Empires 2 ist eines der besten Strategiespiele aller Zeiten. 1999 von Microsoft veröffentlicht, war es ein perfekter und bis jetzt unerreichter Mix aus Echtzeitspiel und Stein-Schere-Papier-Kampf. Nun ist Age of Empires 2 wieder zurück: Als HD-Version bei Steam kostet Age of Empires 2 18,99€ und kommt mit den Kampagnen des Hauptspiels Age of Kings und der Erweiterung The Conquerors daher. Beim spielumfang kann man also nicht klagen: Wer alle neun Szenarien durchspielen will, muss massig Zeit mitbringen. Darüber hinaus gibt es im Internet tonnenweise von Fans erstellte Kampagnen, die man im Karteneditor auch selber bauen kann. Durch eine kleine Erweiterung durch den Steam Workshop lassen sich nun auch Mods spielend einfach installieren und aus dem Online-Store herunterladen. Schon jetzt gibt es modifizierte HD-Texturen, Spaß-Mods und Add-Ons, die kleine Veränderungen der HD-Version rückgängig machen. So wurde in der Ressourcen-Anzeige das Symbol für Nahrung geändert. Früher war es ein Steak, nun ist es Korn.

Age of Empires 2: HD Edition im Test (1) Quelle: Microsoft Age of Empires 2: HD Edition im Test (1) Große Änderungen gibt es in der HD Edition ansonsten aber nicht. Hier und da wurden Symbole und Gebäude leicht angepasst, aber inhaltlich präsentiert sich dasselbe Spiel wie 1999. Der Titel "HD Edition" ist jedoch etwas zu weit hergeholt. Das Spiel lässt sich nun lediglich auf 1080p spielen, der Blickwinkel aus der isometrischen Draufsicht wird dafür einfach stark erweitert. Das bedeutet, dass man die Karte von weiter weg sieht und einen besseren Überblick hat. Der geht jedoch zulasten der Übersicht. Weil man in Age of Empires 2 nämlich jede Figur händisch kontrolliert, wird es bei bestimmten Truppenstärken so gut wie unmöglich, die korrekten Einheiten aus dem Gewusel zu erkennen. Der Profi umgeht das, indem er seine Soldaten zu Einheiten zusammenfasst und sie auf den Schnellauswahltasten speichert. Neben dem Blickwinkel wurden Wassertexturen und einige andere Farbsets angepasst und etwas aufgehübscht – den Namen HD Edition verdient Age of Empires 2 aber im Prinzip nicht, was aber gut ist. Zu viel Retusche hätte dem Titel nicht gut getan, durch den gegangenen Mittelweg behält sich Age of Empires 2 seinen Retro-Charme bei.

Age of Empires 2: HD Edition im Test (5) Quelle: Microsoft Age of Empires 2: HD Edition im Test (5) Spieler auf der ganzen Welt ärgern sich jedoch über einen lästigen Bug, der auch bei uns auftrat. Wenn man mehr als einen Monitor angeschlossen hat, fällt Age of Empires 2: HD Edition in ein tiefes Performance-Loch. Selbst mit Quad Core CPU und 8GB RAM fällt der Strategietitel auf bis zu 1 FPS (ein Bild pro Sekunde) herunter, was faktisch zu einer Diavorschau wird. Das weckt zwar nostalgische Erinnerungen an die alten Zeiten, in denen man auf 166 Mhz-Maschinen auch ins Stottern kam, aber zu viel Nostalgie tut selbst AoE-Fans wie uns nicht gut. Die Entwickler haben zwar schon Besserung versprochen, erschienen ist ein Patch noch nicht.

Auch andere verbesserungswürdige Bereiche bleiben in der HD-Version unangetastet. Noch immer laufen Einheiten nach demselben verkorksten Wegfindungssystem über die Karten des Mittelalters. Dafür kommt die HD Edition aber auch mit ein paar positiven Nostalgikpunkten daher: Der fantastische Soundtrack und die vielen hundert sauber übersetzten Punch Lines von Spielfiguren haben es in das Remake geschafft.

Bessere Online-Anbindung, volle Lobbys

Age of Empires 2: HD Edition im Test (6) Quelle: Microsoft Age of Empires 2: HD Edition im Test (6) Einer der Vorteile einer Spielversion, die exklusiv auf Steam vertrieben wird: Die Spielersuche ist nun sehr viel einfacher als früher. Endlich gibt es einen anständigen Lobby-Browser. Zu fast jedem Zeitpunkt während des Tests fanden wir mindestens ein gutes Dutzend aktiver Lobbys, die auf Mitspieler warteten. Der Umweg über externe Communities oder private Hamachi-Runden entfällt so – und auch das händische Eingeben von IP-Adressen, um sich mit Kollegen zu verbinden. Schlechte Nachrichten hingegen für LAN-Spieler: Der beliebte Netzwerk-Modus fällt komplett weg. Mit Kumpels bei einer LAN-Party zocken geht dann nur, wenn man eine Anbindung ans Internet hat.

Meinung

Wertung zu Age of Empires 2: HD Edition (PC)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
eines der besten Spiele aller Zeiten – wer es noch nicht kennt, MUSS jetzt zugreifenOriginal-Spiel plus Erweiterung The Conquerorsperfektes Einheiten-Balancing18 verschiedene Völker, insgesamt 9 Kampagnenendlich anständige Multiplayer-LobbyAnbindung an Steam Workshop für Modsso weit wie möglich unverändertes Gameplay
HD-Edition bringt theoretisch nur größere Auflösung mitmangelnde Übersicht bei großen SchlachtenLAN-Modus fällt dank Onlineanbindung an Steam komplett wegderzeit noch Performance-Probleme bei mehreren Bildschirmenfür Inhaber des Original-Spiels eigentlich komplett uninteressant
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