EVE VR für Oculus Rift angespielt: CCP entwickelt einen Weltraum-Shooter für die 3D-Brille

Special Sandro Odak

In Island kündigte CCP den Weltraum-Shooter EVE VR als eigenständige Applikation im EVE-Universum für die VR-Brille Oculus Rift an. Spieler steuern darin ein Raumschiff aus der Ego-Perspektive und müssen rundherum Acht geben, weil Raketen aus allen Richtungen anrauschen können. Wir haben das Projekt auf Unity-Basis bereits angespielt.

Es begann alles als ein Spaßprojekt von einigen Entwickler-Nerds: 20% ihrer Arbeitszeit dürfen CCP Mitarbeiter für eigene Ideen und Konzepte verwenden. Eine Handvoll Isländer hat das Angebot des Arbeitgebers genutzt und sich auf ein neues Stück Hardware geschmissen: Oculus Rift. Auf Basis der Unity Enginge haben die Entwickler des Weltraum-MMOs EVE Online ein kleines Spin-Off für die 3D-Brille geschaffen. Bis zu 12 Spieler treten aktuell in EVE VR (bislang nur ein Arbeitstitel) unterteilt in zwei Teams gegeneinander an. Jeder steuert einen Raumgleiter und muss das feindliche Team ausschalten. Dafür stehen zwei Waffensysteme zur Verfügung, Raketen und Laserstrahlen. Die Laser schießen einfach geradeaus, wer mit ihnen treffen will, muss schon besonders gut zielen. Die Raketensteuerung ist dafür viel spannender. Hält man den linken Trigger des Pads gedrückt, aktiviert man einen Zielsucher. Der markiert automatisch ein Ziel, das man durch die virtuelle 360°-Perspektive des Oculus Rift ausmacht.

Dieses externe Embedding ist leider nicht mehr verfügbar.

Das heißt: Egal wohin die Nase des eigenen Raumschiffs zeigt, die Raketen treffen ein gespeichertes Ziel. Nur weil der Spieler vor dem eigenen Raumgleiter flieht, heißt das nicht, dass er seine Raketen nicht auch nach hinten abfeuern könnte. Wenn man das von außen betrachtet, sieht das zwar etwas albern aus, weil die Spieler sich nach allen Seiten den Hals verrenken. Spielerisch macht es Sinn. Durch den Blickwinkel wird der Spieler regelrecht gezwungen, Oculus Rift auch als VR-Brille zu verwenden und sich richtig umzusehen. Das vermittelt ein Gefühl von Freiheit im Weltraum, eine Freiheit, die man durch reine Maussteuerung nicht erreichen könnte. Denn selbst wenn man sich mit Mausbewegung umsieht, man starrt trotzdem geradeaus auf einen Bildschirm. Die Barriere zwischen Spiel und Realität verschwimmt.

So richtig überwinden können die CCP Entwickler sie aber nicht. Die Unity-Engine und die native Auflösung sind aktuell noch ein technisches Hindernis. Das Spiel läuft in der Entwickler-Umgebung zwar performant und hat genug Ressourcen übrig, um die Spieleranzahl theoretisch auch auf über 20 hochzuschrauben. Doch HD-Grafiken kann man aus dem Rift nicht herauskitzeln. Mit matschigen Texturen, gerade bei im Weltraum schwebenden Asteroiden.

Noch kein Plan für eine Veröffentlichung

CCP hat EVE VR zwar auf dem Fanfest in Island einem großen Publikum vorgestellt – aber ob das Spiel je wirklich erscheint, steht noch in den Sternen. Es ist ein Projekt von passionierten Entwicklern, doch so richtig passt es weder unter die Dachmarke EVE, noch läuft es mit der hauseigenen Engine. CCP wird die Spielerei wohl trotzdem irgendwie auf den Markt bringen – und wenn es nur als Download-App erscheint, um die Möglichkeiten des Oculus Rift zu zeigen. Weitere Umsetzungen sind auch nicht undenkbar – CCP war einer der größten finanziellen Unterstützer der Kickstarter-Kampagne.

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