Star Trek im Test: Eine Achterbahnfahrt durch alle Qualitätsstufen

Test Alexander Schneider

Cola küsst Orange. Star Trek küsst Mass Effect, Lara Croft und mixt das alles mit ganz viel Action. So fühlt es sich an, das neue Star Trek Spiel. Es spielt zeitlich nach dem Star Trek Reboot von 2009 und vor dem aktuellen Film "Into Darkness". Der spannende Konflikt mit dem Gorn wird nicht nur zu einem packenden Abenteuer sondern nimmt euch auch mit auf eine Achterbahnfahrt der Qualität und verwehrt so dem Spiel den Schritt heraus aus dem Mittelmaß. Ist das Spiel dennoch einen Blick wert?

Rückblende

So hat sich Kirk diese Mission sicherlich nicht vorgestellt. Gleich zu Beginn des Spiels seht ihr euch einer Übermacht an Gorn-Kriegern gegenüber und werdet alsbald niedergestreckt. Doch keine Sorge, diese Niederlage ist unausweichlich. Wo seid ihr? Was ist los? Keine Ahnung, doch all das wird in den nächsten Stunden geklärt. Die Actionsequenz wird als Einstieg in ein Abenteuer genutzt, welches bereits zu Beginn ordentlich an Fahrt gewinnt. Doch zuerst springt das Spiel um ein paar Stunden in der Zeit zurück und lässt uns die Ereignisse von Beginn an erleben. Die für das Intro genutzt Szene entstammt dem letzten Drittel des Spiels, wie ihr später feststellen werdet. Die Enterprise empfängt einen Notruf von Helios-1. Einer Forschungsstation der Vulkanier. Diese experimentieren dort mit Helios. Einem experimentellem Gerät, welches den Vulkaniern helfen soll einen Planeten via Terraforming zu modifizieren.

Star Trek (7) Quelle: Namco Bandai Star Trek (7) Wie nicht anders zu erwarten, geht aber nicht alles nach Plan und kurz nach Ankunft auf Helios 1 fliegt uns die halbe Station um die Ohren. Etwas das übrigens sehr häufig geschieht. Egal wo ihr hinkommt, irgendwie kracht und knallt es andauernd. Das Abenteuer könnt ihr wahlweise als Commander Spock oder Captain Kirk erleben. Das grundlegende Spielprinzip bleibt gleich, zwar heißt es das Spock auf ein eher ruhigeres Spielprinzip setzt, im Grunde genommen könnt ihr mit ihm aber genau so brachial durch die Level ballern wie ihr es mit dem Captain tut. Einziger Unterschied: Spock verfügt über den vulkanischen Nervengriff & kann Gedankenverschmelzung einsetzen. Wenn ihr als Kirk spielt kommt ihr aber auf gewisse Art und Weise auch in den Genuss ähnlicher Talente. Im Verlauf des Abenteuers besucht ihr eine Vielzahl an Orten, neben der Enterprise selbst macht ihr auch einen Abstecher auf "New Vulcan" der neuen Heimatwelt der überlebenden Vulkanier, die ebenfalls Opfer eines Angriffs werden. Kurz nach Beginn trefft ihr auf die schöne T'Mar, eine vulkanische Wissenschaftlerin die bereits mit Spock vertraut ist. Zusammen mit ihr macht ihr Jagd auf die Gorn die mit dem gestohlenen Helios-Gerät ganz eigene Ziele verfolgen und verhindert nebenbei noch eine Invasion eurer Galaxie durch die Gorn. Wenn ihr erfolgreich bis ans Ende des Spiels kommt.

Upgrades, Hacks & Klettereien

Star Trek (3) Quelle: PC Games Star Trek (3) Bei jeder Mission gibt es optionale Aufträge, welche ihr nicht erledigen müsst, euch bei erfolgreicher Absolvierung aber Bonuspunkte einbringen. Mit diesen könnt ihr nicht nur euren Tricorder mit Upgrades versorgen sondern auch eure Standard-Waffe und die eures Partners aufrüsten. Dabei gibt es verschiedene Kategorien mit je drei Updates, von welchen ihr aber immer nur eine Modifizierung pro Kategorie aktivieren könnt. So könnt ihr mit Betäubungsschüssen für kurze Zeit den Schwachpunkt eurer Kontrahenten enthüllen, die Durchschlagskraft der Schüsse erhöhen oder die Reichweite des Tricorders optimieren. Neben einer modifizierten Variante des Phasers kommt ihr auch in den Genuss eines Phaser-Gewehrs, eines Scharfschützengewehrs und mehr. Die meisten Waffen bieten dabei die Gorn. Jede Schusswaffe verfügt zudem über einen alternativen Feuermodus, von einer Betäubungsfunktion bis zu einem Schutzschild oder einer konzentrierten Entladung eines kompletten Magazins ist alles mit dabei.

Der Tricorder ist im gesamten Abenteuer eines der wichtigsten Objekte, mit ihm umgeht ihr verschlossene Türen, hackt feindliche Geschütztürme, sabotiert Waffen und könnt – mit dem nötigen Upgrade – euren verwundeten Partner wieder heilen. Das ganze wird in Form von kleinen Minispielen verfeinert, so müsst ihr Punkt A mit Punkt B verbinden ohne dabei das Rasternetz zu verlassen. Viele Aktionen erfordern auch ein Zusammenspiel zwischen Kirk und Spock. Damit wollen die Entwickler auch das Coop-Gameplay hervorheben. Oft müsst ihr zusammen mit eurem Partner eine Tür aufstemmen oder gemeinsam ein feindliches System hacken. Während einer von Beiden die korrekte Frequenz sucht, gleicht der Andere die Zweite an. Ähnlich wie im neuesten Abenteuer von Lara Croft liegen in den Arealen kleine Gegenstände herum, welche ihr scannen könnt. Neben zusätzlichen Punkten beinhalten diese viele Hintergrundinformationen über Starfleet, die Gorn und zusätzliche Inhalte zur Story, welche der Handlung in Form von Audio Logs etwas mehr Tiefe verleihen. Diese Funde sind in separate Sets unterteilt, wobei ein komplettes Set nochmal eine ordentliche Anzahl an zusätzlichen Punkten einbringt. Wenn ihr alleine spielt, könnt ihr neben eurem eigenen Phaser und Tricorder auch die Gegenstände eures Partners verbessern, unbedingt notwendig ist das aber nicht. Überhaupt sind diese Upgrades optional und nicht nötig um das Abenteuer zu bestehen, erleichtern euch das vorankommen aber auf jeden Fall.

Star Trek (5) Quelle: Namco Bandai Star Trek (5) Alle Wege führen bekanntlich nach Rom. Star Trek bildet hier keine Ausnahme. Das Spiel selbst ist ein lineares Abenteuer, bietet euch innerhalb der verschiedenen Level aber oft mehr als einen Weg um zum Ziel zu kommen. Es lohnt sich nach versteckten Schächten, Tunneln oder alternativen Routen Ausschau zu halten. So könnt ihr auch die ein oder andere Konfrontation vermeiden oder Überwachungskameras deaktivieren und umgehen. Oftmals müsst ihr auch Wände und Felsen hoch oder hinunter klettern um voran zu kommen. Dass die Areale dabei in der Regel wie Schläuche aufgebaut sind tut dem Spielspaß keinen Abbruch, lineare Action muss nicht zwangsläufig schlecht sein. Hier haben sich die Entwickler auch etwas bei Lara Croft und Nathan Drake bedient. Leider haben sie es versäumt auch die Kollisionsabfrage zu übernehmen. Oft sieht es so aus als würden wir den Wandvorsprung nicht mehr zu fassen bekommen und für eine Schrecksekunde erscheint der Game Over-Bildschirm. Viel zu oft springen wir auch um uns an einem Objekt festzuhalten, aber Kirk oder Spock haben einfach keine Lust nach der Kante zu greifen.

  1. Seite 1 Die Action beginnt
  2. Seite 2 Woran scheitert es? & Fazit
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