Vor wenigen Wochen startete auf dem Bezahlfernsehsender SyFy die Science-Fiction Serie Defiance. Kurz vorher wurde auch das gleichnamige MMOS (Massively Multiplayer Online Shooter mit RPG-Anleihen) auf dem Markt geworfen. Wir haben uns für euch rund 100h durch Trion Worlds spielbare Version von Defiance geballert und berichten nun live aus San Francisco von der Front.
Bevor wir beginnen noch zwei Hinweise in eigener Sache:
1. Defiance verfügt über einige recht komplexe Mechaniken, wenn man sich denn näher damit beschäftigt. Seien es nun die Skills und Perks, die Loadouts, Waffen und Waffenmodding, die verschiedenen Währungen usw. Da es den Rahmen dieses Reviews sprengen würde, wenn wir ausführlich auf all diese Aspekte eingehen, möchten wir euch auf unseren kommenden Artikel "Defiance: Aller Anfang ist schwer.... nicht mit uns" verweisen. Diesen findet ihr kurz nach der Veröffentlichung dieses Reviews exklusiv hier auf Gamezone.
2. Naturgemäß unterliegt ein MMO einem ständigen Wandel durch Updates, Patches und DLCs. Aus diesem Grund ist dies natürlich kein finaler Test, sondern spiegelt lediglich den Stand und die Wertung zum Testzeitpunkt (Patch 1.0.1.2) wider. Wir versprechen aber, bei unserer Ehre als Arkhunter, dass wir weiter dran bleiben. Sollte es gravierende Änderungen oder Updates geben, dann halten wir euch, gegebenenfalls mit einem Nachtest, auf dem Laufenden.
Aller Anfang ist schwer oder "Vor das Spielvergnügen hat der Entwickler den Day-1 Patch gesetzt"
Quelle: PC Games
Defiance im Gamezone-Test. (1)
Jeder echte Gamer kennt es. Man kauft sich ein neues Spiel, schält es vorsichtig, ja beinah schon erotisch, aus seiner Folie, löst sanft und geduldig das Siegel. Dann legt man die jungfräuliche Spieldisc ein, das Icon des Spiels erscheint, man klickt drauf. Voller Vorfreude. Und wird jäh ausgebremst. Aktualisierung verfügbar... "Ok", denkt sich der geneigte Gamer, "so was ist ja bei meiner Internetleitung kein Thema." Denkste. Defiance stellt hier selbst hartgesottene Gamer vor eine ernsthafte Geduldsprobe. Insgesamt rund 10 GB schaufelt das Gameauf eure Festplatte. Gerade Konsolenspieler, die noch eine alte PS3 oder Xbox 360 mit nur 60 bzw. 20 GB HDD haben, werden evtl. ein ernstes Problem bekommen. Diese Installation ist zwingend notwendig und kann nicht umgangen werden, freundlicherweise wird aber auf der Packungsrückseite darauf hingewiesen. Leider sitzt den Entwicklern hier aber der Schalk im Nacken. Bei unserer Erstinstallation sahen wir mehrmals die Statusmeldung Patch wird installiert Dauer xxx Minuten. Die Vorfreude steigt und man fiebert dem Ende des Countdown entgegen nur um danach erneut die Meldung zu lesen Neue Aktualisierung gefunden...wird heruntergeladen. Lange Rede, kurzer Sinn. Nach einer Downloadarie von ca. 30 min (gefühlt aber locker 2 Stunden) können wir endlich die erlösende Meldung erblicken Spiel starten.
Ungeduldige Spieler wollen wir an dieser Stelle vorwarnen. Diese Patchabfrage führt das Spiel bei jedem Start durch, allerdings dauert sie in der Regel (sofern keine Updates verfügbar sind) nicht länger als 30-40 Sekunden. Für MMO-erprobte PC-Spieler ist das nichts Neues, für Konsoleros, die ja mit MMOs nicht gerade überhäuft werden, ist so etwas eher ungewöhnlich. An dieser Stelle möchten wir euch gleich die wichtigste Frage beantworten die euch, seit ihr das Kürzel MMO gelesen habt, sicher auf dem Herzen brennt: Kostet Defiance monatliche Abogebühren? Nein. Im Gegensatz zu Abo-MMOs (wie z.B. World of Warcraft) ist Defiance ein PnP-MMO, also ein pay'n play Spiel. Das heißt ihr bezahlt einmalig den Kaufpreis für das Spiel und könnt dann unbegrenzt zocken (wie z.B. Guild Wars 2). Einzige Ausnahme für Xbox-Spieler, ohne Gold-Abo geht nix. Ungeduldige Spieler können jedoch im InGame-Shop gegen Echtgeld bzw. MS-Points sogenannte Bits kaufen. Mit diesen könnt ihr zeitlich begrenzte XP-Boosts, Drop-Boosts, Scrip-Boosts usw. kaufen, wahlweise nur für euch oder auch gleich für den kompletten Clan. Ebenso gibt es zusätzliche Inventarplätze, Fahrzeug- oder Charakterskins. Wir sagen euch an dieser Stelle aber ganz klar: Spart euch das Geld. Nahezu alle Skins können auch im Spiel freigeschaltet werden (werft dazu im Menü einen Blick in die Rubrik "Ziele"). Weitere Inventarplätze werden mit den Level-Ups freigeschaltet und die gehen hier recht schnell im Vergleich zu anderen MMOs. Kurz gesagt: Wer nicht warten will oder keine Lust hat die Herausforderungen zu erfüllen (die zu 99% aber fair und machbar sind) kann sich im Shop bedienen, fragt ihr uns aber ob es nötig ist lautet die Antwort klar und deutlich: NEIN.
Archenjäger, Archenfälle, Artefakte, Hellbugs WTF????
Quelle: PC Games
Defiance im Gamezone-Test. (2)
Für diejenigen unter euch, die mit der Serie nicht vertraut sind hier ein kurzer Abriss: Eines schönen Tages treffen riesige Raumschiffe im Erdorbit ein. Es gibt mächtig Rabatz im erdnahen Raum, die Aliens setzen Terraformingtechnik ein, im Gegenzug zerlegen die Menschen die riesigen Raumschiffe der Aliens. Irgendwann wird man des Kämpfens und Tötens müde, rauft sich zusammen und erkennt, dass man nur gemeinsam eine Überlebenschance hat. Blöderweise fliegen im Orbit immer noch die Trümmer der Riesenschiffe spazieren und fallen dann und wann auch mal auf die Erde. Ein solches Ereignis nennt sich dann Archenfall und lockt neben allerlei Gesindel, Mutanten und mutierten Riesenkäfern (sogenannte Hellbugs) auch Archenjäger an. Dieser modernen Form der Glücksritter und Söldner gehört auch ihr an. Engagiert wurdet ihr von einem Dr. von Bach, seines Zeichens Boss einer der größten Rüstungsfirmen der Erde und nicht gerade ein Menschenfreund (dafür aber ein ausgewachsener Gottkomplex). Dieser plant nun mittels Archentechnik das Teilterraforming rückgängig zu machen und damit auch die lästige Hellbugplage zu beseitigen. Wieso uns das jucken sollte? Der gute Doc hat uns als seinen persönlichen Archenjäger angeheuert und nachdem wir ihn vor einer Horde Mutanten gerettet haben, schickt er uns auf die Suche nach den fehlenden Bruchstücken für seine Wundermaschine.
Nach dem Start des Spiels werden wir auch direkt mitten ins Geschehen geworfen. Wir befinden uns an Bord eines Raumkreuzers der Erdstreitkräfte und werden Zeuge eines Streits zwischen einem Offizier und jemandem, der sich wenig später als unser Auftraggeber herausstellt. Ebenso treffen wir auch kurz auf Joshua Nolan und seine Alienziehtochter Irisa. Kenner der Serie werden hier aufhorchen. Die beiden sind die Protagonisten der TV-Serie, ist das also schon der Anfang des Cross-Media-Abenteuers? Leider hält die Freude nur kurz vor, das Raumschiff stürzt ab und, wie sollte es anders sein, wir werden vom Rest der Crew getrennt.
Quelle: PC Games
Defiance im Gamezone-Test. (3)
Nach diesem hektischen Einstieg, der sich nicht lange mit Erklärungen aufhält, landen wir dann endlich im Charaktereditor.... Hier haben wir aktuell die Wahl zwischen 2 Rassen, Menschen und Irathiern. Letztere ähneln von den Gesichtszügen ein wenig den Na'vi aus Avatar. Haben wir uns dann noch für ein Geschlecht entschieden, geht es ans Feintuning. Aus einer überschaubaren, aber ausreichenden, Zahl von Frisuren, Augenformen und Farben, Tattoos, Narben, Haarfarben usw. erstellen wir uns ein virtuelles Ebenbild. Abschließend müssen wir noch eine von 4 Klassen wählen. Zur Verfügung stehen uns hier Überlebenskünstler, Veteran, Gesetzloser und Maschinist. Neben dem Outfit unterscheiden sich die Klassen in der Bewaffnung. Je nach Klasse beginnen wir das Spiel mit einer Sniper-Rifle, einem Sturmgewehr, einer Schrotflinte oder einem leichten Maschinengewehr. Flugs noch einen Namen ausgedacht, und darüber geärgert dass Lord Perfect schon vergeben ist und weiter geht es ins Tutorial. Neben den rudimentären Steuerungsgrundlagen werden wir hier mit den sogenannten EGO-Skills vertraut gemacht. Diese sind vergleichbar mit den Klassenskills in Borderlands, nur dass ihr hier frei einen Skill wählen könnt, unabhängig von eurer zuvor gewählten Klasse. Defiance bietet hier etwas für jeden Geschmack. Heimlichtuer werden mit einer Tarnkappe versorgt, Rambos mit einem Speedboost, Taktiker bekommen eine Köderattrappe die Gegner ablenkt und wer gern ordentlich Schaden verteilt entscheidet sich für die Überladung die einen Schadensbonus verleiht.
Ist das alles erledigt, geht es vom behüteten Startgebiet auch gleich direkt mitten ins Schlachtfeld. Anders als andere MMOs ist sofort die gesamte Karte für euch zugänglich. Begrenzt werdet ihr nur von eurem Entdeckertrieb und der eigenen Vorsicht vor starken Gegnern. Nun stehen wir also da, sehen die ersten Mitspieler um uns herum rennen, machen die ersten Questmarker auf der Map aus und stürzen uns voller Elan ins Getümmel.
