Auch wir haben mit nassen Händen auf die Testversion von GRID 2 gewartet und uns die vergangenen Nächte in den brüllenden Boliden um die Ohren gehauen. Denn die Erwartungen sind recht hoch, galt doch schon das erste GRID als Geheimtipp unter den virtuellen Rennfahrern. Umso gespannter waren wir, was Codemasters aus dem Titel gemacht hat. Konnten uns die Entwickler erneut überzeugen und uns genau so viel anspruchsvollen Spielspaß bieten, wie noch beim Vorgänger? Lest es in unserem Test.
Zwei Fragen müssen wir beantworten, bevor wir uns in die Welt voller röhrender Motoren und fliegendem Blech stürzen können, nämlich die nach dem Schwierigkeitsgrad und nach dem Schadenssystem. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich in fünf Stufen einstellen, vom Amateur bis hin zum Profi, und beim Schadenssystem haben wir die Wahl, ob sich die Schäden auf das Fahrverhalten auswirken sollen, oder nicht. Wer schon diverse Rennspiele gezockt hat, sollte nicht zimperlich sein und mindestens mit dem mittleren Schwierigkeitsgrad anfangen, damit auch spannende Positionskämpfe entstehen können. Wer richtig Benzin im Blut hat verzichtet auch nicht auf das volle Schadenssystem, weil es einen dazu bringt, vorsichtiger an die Sache heranzugehen, was dem Spielspaß deutlich zugute kommt.
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Haben wir unsere Wahl getroffen, geht es auch direkt hinters Steuer eines Muscle Cars und wir machen die ersten Erfahrungen mit der Fahrphysik von GRID 2. Nach der ersten Kurve ist klar, das Game legt es auf den maximalen Spielspaß an, der zwischen beinharter Simulation und actionreicher Arcade angesiedelt ist, mit deutlich Tendenz zur Action. Schon in den ersten beiden Rennen, die noch als Tutorial gestaltet sind, werden wir aufgefordert den Wagen driften zu lassen, denn nur so kommt man schnellstens um die Engen Kurven. Zudem bringt uns das möglichst spektakuläre Fahren mehr Fans ein, die wir im weiteren Verlauf des Spiels unbedingt brauchen. Geld gibt es in GRID 2 nicht, die Fans sind unsere Währung. Mit ihrer Anzahl steigen die uns angebotenen Events.
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Dabei ist GRID 2 voll am Puls der Zeit und offeriert uns eine Oberfläche voller Social-Features, wo wir Nachrichten der anderen Fahrer empfangen und die auch mit XBL verknüpft ist. Wie wir es von Codemasters gewohnt sind, dient dabei die Garage als Menü, die im weiteren Verlauf des Spiels auch immer luxuriöser wird. Um das Ganze etwas aufzulockern, gibt es zwischen den Seasons toll gemachte TV-Einblendungen, davon abgesehen aber ist die gesamte Präsentation eher mager ausgefallen. GRID 2 zeigt uns zum Beispiel kaum mehr die von Codemasters sonst so gern benutzten Statistiken an. Seine Motivation bezieht man also viel mehr aus seinem ständig wachsendem Fuhrpark und den doch relativ unterschiedlich ausgefallenen Strecken. Im Grunde werden uns dabei drei verschiedene Typen geboten: Die Stadtkurse mit vielen rechten Winkeln und Haarnadeln, die Landstraßen auf denen hohe Geschwindigkeiten möglich sind und die anspruchsvollen Rennstrecken, auf denen wir uns so richtig ins Zeug legen müssen.
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Insgesamt gibt es in dem Titel um die 80 verschiedene Fahrzeuge, die auch schön detailliert dargestellt werden und vor allen Dingen mit einem Schadenssystem aufwarten, welches einen Tick weiter geht als in vielen anderen Rennspielen. Darum fliegt einem auch gerne mal ein Stück Blech oder gleich die ganze Türe weg, insofern es nicht direkt zum Totalschaden kommt. Dabei gibt sich GRID 2 aber sehr spielerfreundlich und gestattet uns mehrmaliges Zurückspulen. Was es leider nicht gibt, ist eine Cockpitperspektive, und das obwohl man offensichtlich einige Mühe aufwandte auch das Innere der Autos ansprechend zu gestalten. Am Lenkrad sitzt sogar ein richtiger Fahrer, der während der Fahrt lenkt und schaltet. Trotzdem muss man aber anmerken, dass sich GRID 2 dank der Drift-Mechanik mit der Verfolgerkamera am besten fährt, auch wenn es sicher einige Profis geben wird, die lieber die Motorhaubensicht verwenden. Die Stoßstangenkamera ist in meinen Augen etwas zu tief angeordnet, sorgt dafür aber für den maximalen Geschwindigkeitsrausch. Unterstützt wird der von den herrlich aggressiven Motorsounds, die eine wahre Freude sind. Selbst die japanischen Flitzer hören sich richtig kraftvoll an, auf dass man den Sound gerne etwas lauter aufdreht. Über den Boxenfunk hingegen kann man streiten, ob man wirklich eine Ansage braucht, wenn man zur Spitze vorgestoßen ist oder überholt wurde. Doch muss man diesbezüglich anmerken, dass es Codemasters mit diesem Feature nicht übertrieben hat und zum Beispiel die Ansage über eine Rekordzeit auch mal praktisch sein kann.
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In den Gameplay-Videos zu GRID 2 habt ihr vielleicht schon gesehen, dass die Fahrer gerne leichte Schlangenlinien fahren. Das liegt an der sehr direkten Lenkung, wegen der man sich als Konsolero das Tipplenken wirklich abgewöhnen muss. Denn kurze aber heftige Lenkbewegungen sorgen für eine sofortige Reaktion des Fahrzeugs, was gut ist wenn man den Wagen in der Kurve ausbrechen lassen will, auf der Geraden aber zu besagen Schlangenlinien führt. Hat man sich daran aber erst einmal gewöhnt, ist es wunderbar möglich die Autos regelrecht von der einen Extremsituation in die andere zu wuchten, also aus einem Linksdrift einen Rechtsdrift zu machen oder auch das Auto bei hoher Geschwindigkeit durch langgezogene Kurven zu driften und dann auf den Punkt wieder abzufangen. Hat man den Dreh also raus, macht das so richtig Spaß.
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Grafisch können die Autos gefallen, sie sind angenehm hoch detailliert und besonders das Schadensmodell ist ein Augenschmaus. Schade allerdings, dass man optisch kaum Hand anlegen kann. Zwar darf man vorgegebene Muster lackieren und diverse Aufkleber der Sponsoren anbringen, die Felgen lassen sich ebenfalls noch wechseln, das ist aber auch schon das Ende der Fahnenstange. Spoiler, Seitenschweller und Ähnliches gibt es nicht. Auf der Strecke glänzt GRID 2 mit seiner stabilen Framerate, auch die Details neben der Strecke können gefallen, wie die johlenden Zuschauer oder die ziehenden Wolken, bei den Überflügen allerdings offenbart sich mitunter ein etwas mageres Bild. Die dann zu sehenden Strände, Gewässer oder Straßenschluchten wirken schon etwas karg, was im Spiel selbst aber nicht weiter stört.
In den Rennen befinden sich maximal 12 Autos auf der Strecke und im Singleplayer startet man grundsätzlich immer von ganz hinten. Dabei werden uns die verschiedensten Renntypen geboten, vom Standardrennen über Duelle bis hin zu Überhol-Events und so weiter. Alles handwerklich gut gemacht, aber nicht spektakulär. Eine Besonderheit von GRID 2 stellen die Rennen mit sich veränderndem Streckenverlauf dar. Die sind wirklich gelungen und verlangen die volle Konzentration, denn jede Kurve kann urplötzlich in die andere Richtung führen oder in eine noch engere münden.
Leider konnten wir mit unserer Testversion den Multiplayer-Modus noch nicht checken, weswegen wir uns eine diesbezüglich Wertung und Beurteilung für später aufheben, sobald wir das nachholen konnten.
